Psychoanalyse ?

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Psychoanalyse ?

Beitragvon maddogx1984 » Mo 12. Mär 2018, 19:01

Hallo an alle

gibt es jemand der sich auch für Psychoanalyse / und oder den Autor Erich Fromm sich interessiert?

Die Psychoanalyse hat die Bedeutung der miteinander in Konflikt befindlichen Strebungen entdeckt, sie sah die Macht des „Widerstands“ gegen das Bewusstwerden dieser Konflikte, sie entdeckte die Rationalisierungen, die glauben machen, dass es keine Konflikte gibt, und die befreiende Wirkung des Bewusstwerdens des Konflikts, und sie erkannte die pathogene Rolle von ungelösten Konflikten. ― Freud hat nicht nur diese allgemeinen Prinzipien entdeckt, sondern er war der erste, der konkrete Methoden zur Erforschung des Verdrängten in Träumen, Symptomen und im alltäglichen Verhalten entwickelt hat. Die Konflikte zwischen sexuellen Impulsen, dem Ich und dem Über-Ich sind nur ein kleiner Teil der Konflikte, die eine zentrale Rolle im Dasein des Menschen spielen, mögen sie nun tragischerweise ungelöst bleiben oder auf produktive Weise gelöst werden. (…) Freud brach mit der konventionellen Ansicht, dass Denken und Sein des Menschen identisch sind, und er deckte die Heucheleien auf. Seine Theorie war kritisch, das heißt, er hinterfragte die bewussten Gedanken, Absichten und Tugenden und zeigte auf, wie oft sie nichts anderes als Formen des Widerstandes sind, die die innere Realität verbergen. ― (1989a [1974-75]: Vom Haben zum Sein. Wege und Irrwege der Selbsterfahrung, Erich-Fromm-Gesamtausgabe (GA) Band XII, S. 434.)
maddogx1984
 

Re: Psychoanalyse ?

Beitragvon Neongrau » Mo 12. Mär 2018, 20:21

Hallo maddogx1984,

ich interessiere mich sehr dafür, auch weil ich auf Dauer gerne mal selbst eine Psychoanalyse machen würde (also an mir durchführen lassen würde). Ich finde es faszinierend so tief in die (eigene) menschliche Psyche einzusteigen und innere Konflikte miteinander in Verbindung zu bringen, und ihre vielleicht ewig weit entfernten Ursachen zu erkennen oder zu erahnen. Fachlich bin ich auf dem Gebiet allerdings nicht sehr bewandert, bloß interessiert. :-)

Viele Grüße,
Neongrau
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Re: Psychoanalyse ?

Beitragvon Adama » Do 14. Jun 2018, 13:56

Was soll das bringen? Analyse heißt ja nur, man ist der Ansichten des Analysierenden normal oder abnormal. Wer aber hat überhaupt das Recht, zu sagen, das ist normal und das nicht? Diese ganzen Psychiater und Psychologen verdienen damit einen Haufen Geld, einen wehrlosen Geist zu "untersuchen", zu tode zu "untersuchen", um ihm die abstrusesten Diagnosen zu stellen. Das ist so, wie in diesem einen Bud Spencer Film (wo die zwei Reiche doubeln) und Bud Spencer beim Psychiater anfängt, am Daumen zu nuckeln, was der ihm da alles erzählt, was er angeblich alles so hat. Da wird man vom zuhörn schon ganz krank. ^^ Ich sage mal so: solang man mit seinem Verhalten andere und sich selbst nicht schadet (im Sinne Psychosen bis hin zu Psychopathie und Schizophrenie) ist alles ok! Man sollte sich schon zumindest so viel Selbstbewußtsein bewahren, sich selbst so zu akzeptieren, wie man ist. Ob das anderen "angenehm" ist, steht auf einem anderen Blatt. Man muß selbst mit sich zu frieden sein, dadrauf kommts doch an! Was andere erzähln ... die erzähln viel, wenn der Tag lang ist. ;)
Adama
 

Re: Psychoanalyse ?

Beitragvon SleepyHermit » Di 3. Jul 2018, 19:23

Adama hat geschrieben:Man muß selbst mit sich zu frieden sein, dadrauf kommts doch an!


Ich denke das ist der entscheidende Punkt. Die meisten Menschen suchen ja die Hilfe eines Therapeuten auf, weil sie einen Leidensdruck verspüren und eben nicht mit sich selbst zufrieden sind. Die Tiefenpsychologie oder Psychoanalyse kann einem Werkzeuge geben, zu verstehen, welche inneren Konfilte die Person mit sich herumträgt, oder welche Verhaltensmuster in der Eltern-Kind-Beziehung "erlernt" wurden und im weiteren Verlauf des Lebens Probleme verursachen. Gerade sensible Kinder neigen dazu Anteile der Persönlichkeit zu verdrängen, welche Ablehnung der Eltern hervorrufen. Ein Interessantes Buch zu diesem Thema ist "Das Drama des begabten Kindes" von Alice Miller. Ich habe erst nach dem Lesen dieses Buches überhaupt angefangen meine eigene Biograpie zu hinterfragen, und es hat mir geholfen einige meiner Probleme besser zu verstehen.

Damit man mich nicht falsch versteht: Ich finde die Verkürzung einer Therapie zu einem "Fit für die Gesellschaft/den Arbeitsmarkt machen" auch gruselig und unmenschlich. Aber es gibt auch Therapeuten, die ein ernsthaftes Interesse daran haben das seelische Leiden von Menschen zu lindern.

Ich habe bisher nur "Haben oder Sein" von Erich Fromm gelesen. Ein Buch für wahre Idealisten (ja, ich bin leider auch einer). Kann ich jedem empfehlen, der manchmal an der kapitalistischen Moderne verzweifelt.
Davon dürfte es hier sicherlich überdurchschnittlich viele geben. Danke für den Hinweis auf sein anderes Werk _thum_

Gruß,
Sleepy Hermit
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