Psychologen "heute"

In diesem Forum möchten wir uns kritisch mit Schamanen, spirituellen Heilern, Gurus, Familienaufstellern aber auch konventionellen Therapeuten und euren Erfahrungen und Meinungen dazu auseinandersetzen.

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Psychologen "heute"

Beitragvon Einsame1 » Sa 20. Aug 2016, 19:44

Hallo,

da mir das Thema seit einiger Zeit auf der Seele brennt, wollte ich es einfach mal mutig mit euch teilen.
Da ich mich seit langer Zeit in einer nicht gerade leichten Lebensphase befinde, habe ich mir irgendwan Hilfe von außen gesucht (wobei das dann auch schon so schlimm sein muss, dass ich fast sterbe). Die Odysee begann 2012. Ich war auf der Suche nach einer Psychologin, was sich eher schwierig gestaltete, was die meisten vielleicht ähnlich erleben. Bei mir hat es 3 Jahre gedauert, bis ich einen Platz fand. Lange Wartelisten, Überfüllung der Praxen, zu wenig Personal usw.
Ich weiß nicht, ob das nur in meiner Region so schwierig war oder mittlerweile überall so ist. Aufjedenfall war ich heilfroh endlich mit jemandem über sovieles reden zu können, wo auch die Chemie stimmte.
Anfangs gab mir die Frau noch Ratschläge und Strategien an die Hand, was sich leider nach einer gewissen Zeit änderte.
Sie hörte immer mehr "nur" zu und schrieb auf. Ich merkte, dass es nicht mehr wie anfangs war. Nicht nur meine Lebenssituation stagnierte sondern auch die Gespräche mit ihr. Teilweise schrieb sie sich auch Sachen falsch auf oder entgegnete mir Dinge, die mich verletzten. Mag sein, dass nur ich es so empfand, sie mich vielleicht nur spiegelte, provozieren wollte?? Aufjedenfall war ich beim letzten Mal, was nun eine Woche her ist so weit das Ganze zu beenden. Es ist nicht nur so, dass ich auf der Stelle trete, sondern dass ich es so empfand, als ob mir immer weniger Respekt entgegen gebracht wurde, so nach dem Motto die ist ja eh nur depressiv, negativ whatever.
Wenn man unter hohen Belastungen steht, von Natur aus sensibel ist und noch umso sensibler, durch Verletzungen die einem zugefügt wurden, es einem eh schon schwer fällt sich überhaupt einer Fachperson zu öffnen, diese auch noch unsensibel mit einem umgeht, dann empfinde ich das als einen weiteren heftigen Schlag/Schmerz. Nur wo dann hingehen, um zu reden, fragte ich mich desöfteren.
Die Krankenkasse teilte mir bereits mit, eine Neubeantragung einer Therapie wäre komplizier und ich müßte dann 2 Jahre warten.
So nun stehe ich da, genauso wie 2012. Manchmal kommt es mir so vor: Bin ich überhaupt einen Schritt weiter gekommen. Fröhliches im Kreis drehen?! Who knows?
Wie auch immer, würde gerne mal eure Erfahrungen (wenn denn vorhanden) lesen.

Schönen Abend iwikx
Einsame1
 

Re: Psychologen "heute"

Beitragvon exsitu » So 21. Aug 2016, 02:42

Einsame1 hat geschrieben:Anfangs gab mir die Frau noch Ratschläge und Strategien an die Hand, was sich leider nach einer gewissen Zeit änderte.
Sie hörte immer mehr "nur" zu und schrieb auf. Ich merkte, dass es nicht mehr wie anfangs war. Nicht nur meine Lebenssituation stagnierte sondern auch die Gespräche mit ihr. Teilweise schrieb sie sich auch Sachen falsch auf oder entgegnete mir Dinge, die mich verletzten. Mag sein, dass nur ich es so empfand, sie mich vielleicht nur spiegelte, provozieren wollte?? Aufjedenfall war ich beim letzten Mal, was nun eine Woche her ist so weit das Ganze zu beenden. Es ist nicht nur so, dass ich auf der Stelle trete, sondern dass ich es so empfand, als ob mir immer weniger Respekt entgegen gebracht wurde, so nach dem Motto die ist ja eh nur depressiv, negativ whatever.
Wenn man unter hohen Belastungen steht, von Natur aus sensibel ist und noch umso sensibler, durch Verletzungen die einem zugefügt wurden, es einem eh schon schwer fällt sich überhaupt einer Fachperson zu öffnen, diese auch noch unsensibel mit einem umgeht, dann empfinde ich das als einen weiteren heftigen Schlag/Schmerz. Nur wo dann hingehen, um zu reden, fragte ich mich desöfteren.


Ansprechen. Ich würde der Therapeutin das so sagen, wie du es hier geschrieben hast. Wenn sie gut ist, kann sie damit umgehen. D.h. zu allererst, dass sie ruhig, neutral und freundlich bleibt bei der Kritik. Dann, dass sie einerseits entweder ihr Verhalten anpasst an deine Bedürfnisse - oder erklärt, warum sie das nicht tut. Und andererseits, dass sie tiefer auf das eingeht, was sie bei dir auslöst an Gedanken und Gefühlen, denn wie du auf sie reagierst, das hat ja auch was mit dir zu tun, mit deiner Psyche. Eure Beziehung liefert "Material", das sich nutzen lässt, um mehr über dich herauszufinden.
Wenn sie aber empfindlich reagiert oder sich rechtfertigt und ansonsten nicht drauf eingeht, dann kann man sie vergessen. Es gibt leider nicht wenig Therapeuten, die mit Kritik nicht umgehen können ... das ist meine Erfahrung.
Viel Glück!
exsitu
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Re: Psychologen "heute"

Beitragvon schwarz » So 21. Aug 2016, 12:30

Hallo Einsame1,

ja, ich kann dazu auch nur sagen, dass es wahrlich schwierig ist einen geeigneten Menschen für eine Therapie zu finden. Doch...auch wenn man oft das Gefühl hat, auf der Stelle zu treten, geht es dennoch immer weiter...das Gefühl braucht manchmal einfach viel mehr Zeit umd wirklich nachzuziehen. In Deiner aktuellen Situation würde ich es ja mit Alternativen versuchen. Klar, die übernimmt keine KK...aber, meiner Erfahrung nach, sind die oftmals soviel hilfreicher (wenn man das passende für sich gefunden hat), man braucht keine jahrelangen Sitzungen und sind somit auch bezahlbar. Was das für Alternativen sein können, kannst Du für Dich herausfinden, indem Du Dich einfach mal damit beschäftigst und in dich hineinspürst, was dabei jeweils in Dir anklingt bzw. mit Dir in Resonanz geht.

Viele Glück und die ewig tiefe Zuversicht,
dass jeder Schritt Dich näher zu Deinem Selbst führen wird! _rosegirl_

Beste Grüße
schwarz
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Re: Psychologen "heute"

Beitragvon Einsame1 » Mo 22. Aug 2016, 13:48

Hallo,

erstmal vielen Dank für eure genialen Beiträge!
"schwarz" das was du ansprichst ist mir irgendwann auch aufgefallen und hat mir gerade echt weitergeholfen! Höchstwarscheinlich würde ich in einem neuen Hobby oder anderen Methoden mehr Hilfe finden.

Schön ist es, sich einfach mal neu zu entdecken *yoda*
Einsame1
 

Re: Psychologen "heute"

Beitragvon Bruno » Mo 22. Aug 2016, 15:44

hi einsame1!

ich habe mich lang und oft und vehement gegen medikamente gewehrt, weil ich richtig üble erfahrungen damit gemacht habe. allerdings hatte ich das große glück, letzten endes in einer guten psychiatrie zu landen mit einer echt fähigen therapeutin, die mir auch nix aufgedrückt hat sondern gewartet hat, bis ich das thema zur sprache gebracht habe.

was ich damit sagen möchte ist folgendes: du könntest die zeit mit der therapeutin dazu nutzen, verschiedene medis in verschiedenen dosierungen zu testen, möglicherweise hilft dir eins, dich zu stabilisieren, mit wenig oder gar keinen nebenwirkungen.

die von schwarz angesprochene rangehensweise halte ich auch für sinnvoll, eine kombination aus den beiden könnte dich mächtig nach vorne bringen.

eine weitere möglichkeit ist die, sich im internet über die qualität der jeweiligen psychiatrien in deiner nähe (oder auch weiter weg, nach belieben) zu recherchieren und dich in einer, die dir vertrauenswürdig erscheint, stationär behandeln zu lassen.

viel glück und erfolg jedenfalls
bruno
Bruno
 

Re: Psychologen "heute"

Beitragvon Seelenheim » Mo 22. Aug 2016, 17:13

exsitu hat geschrieben:Ansprechen. Ich würde der Therapeutin das so sagen, wie du es hier geschrieben hast. Wenn sie gut ist, kann sie damit umgehen. D.h. zu allererst, dass sie ruhig, neutral und freundlich bleibt bei der Kritik. Dann, dass sie einerseits entweder ihr Verhalten anpasst an deine Bedürfnisse - oder erklärt, warum sie das nicht tut. Und andererseits, dass sie tiefer auf das eingeht, was sie bei dir auslöst an Gedanken und Gefühlen, denn wie du auf sie reagierst, das hat ja auch was mit dir zu tun, mit deiner Psyche. Eure Beziehung liefert "Material", das sich nutzen lässt, um mehr über dich herauszufinden.

Das ist das, was mir geholfen hat, wenn ich in der Therapie unzufrieden wurde und mich unverstanden gefühlt habe.
Man kann leicht in innere Vorwürfe und Nichtssagen ggüber der Therapeutin verfallen, denn es löst eine enorme Spannung aus, die Person zu "kritisieren" , die man dringend braucht.
Aber das sind die wirklichen Wachstumsschritte.
Setzt aber voraus, dass Du ihr im Grunde vertraust. Es kann sein, dass sie darauf wartet, dass Du das mal konfrontierst, was da zwischen euch steht.
Falls sie aber wirklich desinteressiert ist, kannst Du anhand ihrer Reaktion wenigstens neue, freie Entscheidungen treffen.
Schon alleine für Deinen Selbstwert/Selbstliebe würde ich Dir auch raten, das anzusprechen.
Ich muß aber dazusagen, dass mich meine Therapeutin immer wieder ermutigt hat, unsere Therapiebeziehung "zu benutzen", um ganz allgemein beziehungsfähiger zu werden.
Seelenheim
 

Re: Psychologen "heute"

Beitragvon Einsame1 » Do 1. Sep 2016, 19:39

Hallo ihr Lieben,

Seelenheim, also ich konnte es tatsächlich endlich mal ansprechen, was dann unerwarteter Weise meinerseits recht positiv verlief. _thum_
Hatte mir vorher natürlich `nen Kopf gemacht, wie formuliere ich das jetzt, stand unter Spannung.
Doch siehe da, es ging ! Im Grunde genommen, wollte ich heute das letzte Mal hin, allerdings haben wir jetzt ein neues Ziel im Auge was wir nochmal durcharbeiten werden.
Aufjedenfall wollte ich euch ermutigen auch unangenehme Sachen anzusprechen, dem Therapeuten immer wieder mal Feedback zu geben, auch wenn man nie so richtig weiß wie die Sache ausgeht.
Generell bei unangenehmen Gesprächen, sich einfach immer wieder trauen, sich selbst überwinden und nicht zu schweigen, da wo dringend was gesagt werden muss.

Schönen Abend !
Einsame1
 

Re: Psychologen "heute"

Beitragvon Seelenheim » Do 1. Sep 2016, 21:05

Das freut mich. Exsitu hatte das zuerst empfohlen _yessa_ und ich habe mich nur erinnert, dass das wirklich hilft.
lG
Seelenheim
 



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