Umgang mit Mißbrauch durch Heiler und Co.

In diesem Forum möchten wir uns kritisch mit Schamanen, spirituellen Heilern, Gurus, Familienaufstellern aber auch konventionellen Therapeuten und euren Erfahrungen und Meinungen dazu auseinandersetzen.

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Re: Umgang mit Mißbrauch durch Heiler und Co.

Beitragvon jules1976 » So 9. Nov 2014, 15:21

Hallo Kaecey Miller!

Der Mann ist ja eigentlich sehr bekannt- was er sagt, ist echt nicht schlecht, eigentlich sogar sehr gut- dennoch hab ich seit Jahren bei ihm immer sofort ein schlechtes Bauchgefühl, warum das so ist, kann ich gar nicht mal sagen- mir ist er vielleicht zu kommerziell /mainstream ausgerichtet - oder wirkt "unecht"!

Liebe Grüße Jules1976
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Re: Umgang mit Mißbrauch durch Heiler und Co.

Beitragvon Kaecy Miller » So 9. Nov 2014, 15:36

Ja, das entspricht auch meinem Empfinden, jules.

Mein Gefühl war und ist, dass er sich durch andere und über den Erfolg, den er durch sie erzielt, zu definieren versucht. Ich habe ihn als sehr respektlos und leider auch unsensibel kennengelernt und in meinen Augen stellt er permanent nach außen hin jemanden dar, der er gerne wäre, idealisiert sich selbst.

Ich finde, das wird deutlich, wenn man mehrere seiner Videos anschaut und ihm auch zuhört. Auf mich wirkt er wie ein menschliches Chamäleon, sieht immer anders aus, klingt immer anders - wie ein Schauspieler. Immer im Bemühen, sich mit der dargestellten Rolle zu identifizieren. Immer auf der Suche nach Bestätigung.
Sein Kernthema: Leid und dahinterstehende Sehnsüchte ist sein eigenes.

Ich schreibe hier nun so über ihn, weil meine Erfahrung eine sehr, sehr tiefgreifende und sehr langwierige (über drei Jahre) war, die ein subjektiv sehr verstörendes Wahrnehmungserleben auslöste, die mit meinen eigenen Kindheitsängsten und Erfahrungen zu tun hatte, weswegen es immer mein Bedürfnis war, die gegenwärtige Situation - und auch ihn - realistisch wahrnehmen zu können. Leider hat er stets nur noch mehr Verwirrung, statt Klarheit erzeugt und ich muss mit jemandem darüber reden, der sich auskennt, spricht: mit einem Therapeuten.

Ich hatte mich an euch gewandt, weil er - wie gesagt - von sich selbst sagt, hochsensibel zu sein und ihr evtl. einen Blick dafür habt, inwiefern das zutreffen könnte oder nichts als Schein ist.
Leider ist bei ihm wiederholt von Größenwahn die Rede und auch das Thema Macht und Kontrolle.
Ja, "unecht" trifft es. Ich habe permanent das Gefühl, eine Rolle, eine Fassade zu sehen, zu hören, zu spüren und nur ganz selten den eigentlichen Menschen wahrzunehmen. Größenwahn und diese extreme Empfindlichkeit auf Kritik, dieses unstillbare Bedürfnis nach Anerkennung haben für mich nichts mit Hochsensibilität zu tun.

Danke auch für deine Antwort, jules _Mij_

P.S.
Habe eben mal nach dem Namen "Maxim" hier im Forum gesucht und stieß tatsächlich auf Beiträge, die ihn und seine Videos thematisierten, allerdings recht - wie soll ich sagen - begeistert. Fans hat er ohnehin einige ...
Es ist und bleibt eben eine subjektive Angelegenheit und da fühlte sich in mir irgendwas nicht "koscher" an was ihn angeht.
Kaecy Miller
 

Re: Umgang mit Mißbrauch durch Heiler und Co.

Beitragvon Parzival » Mo 10. Nov 2014, 15:36

Hallo Kaecy,
vor einige Monaten wurde auch auf der Facebookseite "Hochsensibel in München" für ein "Seminar" dieses "Coachs" geworben. Das Werbevideo hat auf mich sehr seltsam und nichtssagend gewirkt, dieser Maxim inszenierte sich darauf für mein Empfinden irgendwie Guru-artig. Bei der weiteren Recherche nach Internetseiten, auf denen dieser "Coach" seine Angebote offeriert, hat sich mein persönlicher schlechter Eindruck bestätigt. Irgendwelche Fachkenntnis, die ihn dazu berechtigt, sich als HSP-Coach zu bezeichnen, konnte ich nicht erkennen.
Ich denke, dass wir alle gut beraten sind, auch auf fachliche Qualifikationen zu achten, wenn wir uns um externe Hilfe bemühen. Meiner Meinung nach sollte jemand, der Seminare zur allgemeinen Lebenshilfe für HSP anbietet möglichst auch fachpsychologisch ausgebildet sein. Sicher muss nicht jeder gute Coach ausgebildeter Psychologe sein - z.B. kann berufsbezogenes Coaching auch gut von menschlich versierten Angehörigen derselben Berufsgruppe gemacht werden. Aber wenn es um allgemeine Probleme der Lebensführung geht, sind eigentlich schon auch psychologische Fachkenntnisse gefragt.
Insofern würde ich persönlich nach meinem Gefühl auch deinen zwiespältigen Eindruck in Bezug auf Hilfsangebote dieses Maxim bestätigen.
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Re: Umgang mit Mißbrauch durch Heiler und Co.

Beitragvon Kaecy Miller » Mo 10. Nov 2014, 16:03

Hallo Parzival,

ich hatte mich ziemlich eingehend mit ihm und seinem Tun befasst, muss nochmals drauf hinweisen, dass er kein HSP-Coach, sondern EFT-Coach ist. HSP ist eines der Gebiete, an die er mit der EFT-Methode herangeht, bzw. seine Sichtweisen äußert, wie man damit umgehen kann.

Er betont zwar, kein Guru zu sein, jedoch befindet er sich meiner Meinung nach nicht in der Position, effektive Lebenshilfe zu geben, da er sich - wie er selbst zugibt - auf demselben Level befindet wie seine Klienten. Aussagen wie die, dass er sich seit 20 Jahren in Therapie befindet, die Psychologen ihn aufgegeben hätten, aber nun, wo er mit Menschen arbeitet, die Dinge sich zu entwickeln beginnen oder er eine Gruppe gründen wollte, "in der wir uns erlauben, zu sein wie wir sind" hinterlassen noch immer einen bitteren Nachgeschmack.

Es ist weniger eine Hilfe zur Selbsthilfe als vielmehr ein wechselseitiges Geben & Nehmen, bei dem sein Geben sehr stark von den Klienten und anderen Menschen abhängig ist. Sie sind es, die ihn motivieren, bzw. deren Feedback und Anregungen. Ich hatte ihn wiederholt mit all diesen Zweifeln und Ängsten konfrontiert, stieß dabei ebenso oft auf taube Ohren, eine defensive und auch aggressive Haltung.

Eine unumstößliche Tatsache, die sehr schnell ein mulmiges Gefühl bei mir verursacht hatte.
Bevor er an anderen "arbeitet", sollte er an sich selbst arbeiten.
Irgendwo bleibt einfach dieses seltsame Gefühl, dass er diese Leute dabei benutzt und sei es "nur", weil er sich in ihnen zu finden versucht.
Da haut so einiges ganz und gar nicht hin. Das kann's einfach nicht sein, dass ihm sein Selbstwertgefühl, sein Ego dermaßen wichtig ist, dass er offensichtliche Verzweiflung und Verwirrung beim Klienten nicht wahrnimmt oder permanent ignoriert. Dass er sein eigenes Zeugs auf sie projiziert ....
ich war so von innerem Chaos überwältigt, regelrecht durchflutet und kaum in der Lage, das alles zu begreifen und immer bemüht, genau das zu tun und dabei prügelte wiederholt die Überlegung, gar Vermutung auf mich ein, er hätte stark ausgeprägte narzisstische Anteile, die in ihm eben diese unersättliche Sehnsucht und sichtbare Leere erzeugen.
Als empfindsamer Mensch kann man auf Derartiges extrem verstört reagieren, wenn man so vieles in sich aufnimmt, was sich widerspricht und mit voller Wucht auf einen einwirkt ....

Abgesehen davon halte ich generell nichts von Leuten, die sich selbst als geradezu übermenschlich darstellen, auf eine Stufe mit Gandhi & Co positionieren und das kaum mehr als ein von ihm selbst erschaffenes Ideal und somit ein Scheinbild ist.

Paradoxerweise weist er drauf hin, alles - auch seine Arbeit - mit Vorsicht zu genießen und dazu kann ich auch nur jedem raten. Denn sehr schnell kann man sich bei dem Sprung ins Unbekannte verlieren und sucht dann vergebens nach Hilfe bei dieser Person.
Kaecy Miller
 

Re: Umgang mit Mißbrauch durch Heiler und Co.

Beitragvon Parzival » Di 11. Nov 2014, 16:48

Für das Wochenendseminar, das vor einigen Monaten auf der erwähnten FB-Seite beworben wurde, wurde immerhin ein nicht ganz geringer Beitrag verlangt. Das finde ich persönlich nicht in Ordnung, wenn man keine ausreichenden Qualifikationen besitzt. In diesem Sinne scheint es mir, auch nach dem, was du dankenswerter Weise über deine Eindrücke zu diesem "Coach" schreibst, sinnvoll, andere eher davor zu warnen.
Ob das aber ein Fall ist, über den man sich im Sinne von herzbluts Eingangsposting sich auch besser Gedanken machen sollte, wie man gegen ihn vorgeht, um seine Tätigkeit zu verhindern, vermag ich nicht zu beurteilen. Das fände ich nur berechtigt, wenn irgend ein selbst ernannter "Coach" sich nicht nur als nutzlos oder wenig kenntnisreich erweist, sondern seinen Klienten psychisch und/oder finanziell schadet.
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Re: Umgang mit Mißbrauch durch Heiler und Co.

Beitragvon Kaecy Miller » Di 11. Nov 2014, 17:30

Da liegt das Problem.
Ich habe einen psychischen Schaden davon getragen, allerdings nicht ausschließlich aufgrund seines Handelns oder eher Ausbleiben erwünschten Handelns. Meine subjektiv verzerrten Wahrnehmungswelten waren auch jenseits des normalen, psychisch gesunden Bereichs.
Über die Folgen seiner - für mein Empfinden - unangemessenen Reaktionsweisen klärte ich ihn wiederholt auf, sprach von der Gefahr, die so eine Situation mit sich bringen kann - bezog es sowohl auf ihn als auch auf mich selbst, nannte es sogar klar Missbrauch, den er betreibt - mit dem Ergebnis, ICH hätte mich an ihn gewandt, solle selbst die Verantwortung für mein Leid übernehmen, ER hätte sich normal verhalten, etc. Wiederholtes Verleugnen und Verdrehen stand leider an erster Stelle und der Eindruck, dass es ihn eher weniger interessiert, in welcher Lage ich mich befinde und wirklich seine Hilfe benötige, um es zu begreifen.

Dass er seit längerer Zeit weitaus weniger aktiv ist und diverse Handlungen mich nach wie vor drüber nachdenken lassen, ob ihm die Ausmaße irgendwo bewusst sind, es ihm nicht gänzlich am A*** vorbeigeht, ändert nichts an der betrüblichen Tatsache, mich niemals mit ihm ausgesprochen haben zu können und statt Klarheit seinerseits nur weitere Dolchstoße erhalten zu haben.

Daher kann ich nur raten, sich bei ernsthaften seelischen Angelegenheiten an professionelle Berater zu wenden und - natürlich - in erster Linie bei sich selbst nach der Ursache und auch Lösung des vorliegenden Problems zu suchen.
Kaecy Miller
 

Re: Umgang mit Mißbrauch durch Heiler und Co.

Beitragvon Moyamoon » Di 11. Nov 2014, 18:40

kalikula75 hat keine richtige Antwort hier erhalten...
ich denke, dass es sein kann, dass man nach dem sucht, was man selbst (fehlerhaft) als ETWAS - wie auch immer - empfunden hat und aus dem Grund immer wieder nach so etwas sucht oder darauf hereinfällt.
Ich denke aber auch, dass man sich selbst schützen sollte und lernen müsste....hört sich toll an...sollte, müsste...und ich meine einfach nur, dass du es dir wert sein solltest, solchen Menschen nicht mehr zu verfallen. Du brauchst das nicht. Nie wieder!
Liebe Grüße von Moya.
Moyamoon
 

Re: Umgang mit Mißbrauch durch Heiler und Co.

Beitragvon Rhiannon » Di 11. Nov 2014, 22:21

Ich halte generell nichts mehr von diesem Über-/ Unterordnungsverhältnis bei Therapeuten oder Heilern. Das Schöne bei EFT (Klopfen)ist, dass es jeder leicht erlernen kann und unabhängig ist von irgendwelchen Helfern. http://www.eft-info.com/downloads/eft-h ... -print.pdf
Anne Wilson-Schaef sieht in diesen Helferverhältnissen sogar einen Ausdruck unserer Suchtgesellschaft. Mein Eindruck ist, sie hat Recht. Also mir ist dieser Maxim und viele andere auch suspekt.
Grüßle
Rhiannon
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Re: Umgang mit Mißbrauch durch Heiler und Co.

Beitragvon Manolo » So 16. Nov 2014, 22:54

Hallo Zusammen,

viele Kranke kommen erst ganz am Ende zum Heiler, dann wenn die Schulmedizin keine Hilfe mehr ist. Diese Heiler mögen zwar der Schulmedizin hart gegenüberstehen, werden jedoch als seriöse Heiler empfehlen, die Schulmedizin weiterhin zu nutzen, da die Tätigkeit des Heiler neben der Schulmedizin funktioniert. Viele Heiler, die wirklich helfen können, erbringen ihre Leistungen unentgeltlich, da sich das Heilen nicht mit einer Gegenleistung verträgt.

Wer schon positive Erfahrungen mit Heilern gemacht hat, wird diese sicher nicht als Scharlatane bezeichnen, auch wenn es für diese Tätigkeit keine reguläre anerkannte Ausbildung gibt, da man entweder die Gabe dazu hat oder eben nicht. Für den Heiler selbst kann diese Gabe auch ein schrecklicher Fluch sein, da diese extrem belastend für den Heiler ist (sowohl emotional als auch körperlich) und er sich anschliessend regenerieren muss.

Ein seriöser Heiler wird auch nie ein Heilversprechen oder etwas dergleichen aussprechen, da Heilung immer eine Selbstheilung ist. Der Heiler ist nur ein Kanal, nicht er heilt, sondern die Heilung wird durch ihn unterstützt, sofern der Kranke dies zulässt. Wenn der Kranke den Heiler blockiert, weil er unbewusst nicht gesund werden möchte, dann wird auch nichts geschehen.

Liebe Grüße
Manolo
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Re: Umgang mit Mißbrauch durch Heiler und Co.

Beitragvon Rhiannon » Mo 17. Nov 2014, 14:44

An solche Heiler bzw. Schamanen glaube ich auch. _yessa_
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