Was erwartet ihr von einer guten Therapie ?

In diesem Forum möchten wir uns kritisch mit Schamanen, spirituellen Heilern, Gurus, Familienaufstellern aber auch konventionellen Therapeuten und euren Erfahrungen und Meinungen dazu auseinandersetzen.

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Was erwartet ihr von einer guten Therapie ?

Beitragvon oceanna » Fr 9. Nov 2012, 15:07

Ich habe die benötigte Hilfe über Therapien leider nicht bekommen können .

Eher im privaten Bereich über Menschen ,die Mitgefühl mit mir hatten ,doch diese stossen leider ohne das benötigte Fachwissen und konkrete Heilungsstrategien sehr schnell an ihre Grenzen und nehmen es auch sehr persönlich ,wenn sie es dann nicht schaffen innerhalb von kurzer Zeit zu helfen .
Meinen Mann hat es teilweise regelrecht ausgebrannt in diesen Krisen immer wieder für mich da zu sein und alles auf seinen Schultern tragen zu müssen .

Bei Fachleuten habe ich immer zu viel Desinteresse verspürt und nicht jeder ,der eine therapeutische Ausbildung/ein Psychologie-Studium oder gar eine Facharzt-Ausbildung hinter sich hat kann gleichzeitig auch Fachwissen und zwischenmenschliche Fähigkeiten miteinander verbinden .

Auch fehlte mir der Umgang auf Augenhöhe .
Oft bekommt man nicht mal die Diagnose mitgeteilt ,geschweige denn ,dass ein konkreter Behandlungsplan ausgearbeitet und miteinander besprochen wird .
Antworten wie :"Ich bin hier der Fachman und weiss schon was ich tue .",wenn man mal eine Frage hat reichen mir nicht .
Auch möchte ich nicht das Verbot auferlegt bekommen über die Therapie mit anderen sprechen zu dürfen ,wie mir tasächlich passiert ist .

Es geht doch um Situationen ,wo man sehr fragil ist und deshalb ist eine gewisse Transparenz doch eigentlich notwendig um nicht in Kontroll- oder Machtspielchen verstrickt zu werden ?

Mich interessieren eure Erfahrungen ,gerne auch die erfolgreichen ,um zu verstehen was notwendig ist um eine gelungene Therapie machen zu können .

Liebe Grüsse,oceanna _flöwer_
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Re: Was erwartet ihr von einer guten Therapie ?

Beitragvon Rosa L. » Fr 9. Nov 2012, 15:34

Ich denke, notwendig ist, dass Du Dich bei dem Therapeuten und seiner Behandlungsform wohlfühlst und Du bereit bist, Dich darauf einzulassen.
Wenn Du bereits mit einer inneren Barriere an die Sache gehst, wird auch der beste Therapeut nichts ausrichten können. Du musst es wirklich tief aus Dir heraus wollen, an Dir zu arbeiten.

Die Suche nach einer passenden Person kann manchmal länger dauern. Hör auf Dein Bauchgefühl in den ersten paar Sekunden der ersten Therapiesitzung - es wird Dir sagen, ob es für Dich stimmt oder nicht. Wenn nicht, scheu Dich nicht, weiterzusuchen, bis Du jemanden findest, der zu Dir passt.

Möglich wäre auch, anstatt einer klassischen Psychotherapie, es mit einem ganzheitlichen Ansatz (z.B. TCM o.ä.) zu versuchen, oder einer kreativen Therapieform (Musik, Kunst-Ther.). Vielleicht ist das für Dich besser geeignet, als Gesprächstherapie - aber das musst Du für Dich selbst herausfinden. Lösungsorientierte und Systemische Therapie- Ansätze kann ich Dir sehr empfehlen, sie bringen meiner Meinung nach am meisten, weil zukunfts- und ressourcenorientiert gearbeitet wird. Für die Aufarbeitung von Traumata kann ich Dir EMDR ans Herz legen...

Wichtig ist dabei die Frage: was erwartest Du von einer Therapie? Wohin soll sie Dich bringen? - Denk dran, Du bist der Regisseur, der Therapeut ist lediglich Dein Begleiter. Ein guter Therapeut überlässt Dir das Steuer!
.

Gut ist auch immer, in einem Bekanntenkreis, mit dem Du offen sprechen kannst oder Menschen, denen Du vertraust, über Empfehlungen von Personen zu sprechen.

Viel Erfolg bei der Suche!
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft.
Marie von Ebner-Eschenbach
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Re: Was erwartet ihr von einer guten Therapie ?

Beitragvon Himmelslilie » Fr 9. Nov 2012, 16:02

Hallo Oceanna,

das klingt eher so, als wenn Du noch nicht den richtigen Therapeuten gefunden hast. Da sollte ja auch die Wellenlänge stimmen, um Vertrauen haben zu können. Man kehrt ja während der Sitzungen sein Innerstes nach Außen.

Ich hatte damals, vor ca. 5 Jahren, Glück, gleich die passende Fachfrau zu finden. Mir hat es geholfen, verschiedene Denkanstöße zu erhalten, dadurch was Neues auszuprobieren und mich letztendlich so zu akzeptieren wie ich bin. Das klappt nicht immer. Aber ich finde ohnehin, daß man anschließend und immer wieder aufs Neue an sich arbeiten muß. Manchmal "vergisst" man auch, was man gelernt hat. Das zu erkennen, halt zu machen und neu durchstarten, ist schon ein großer Schritt.

Ich bin wie ich bin und das ist gut so. Wer damit nicht klarkommt, hat ein Problem, nicht ich.

Liebe Grüße,
Silke
Richtig sieht man nur mit dem Herzen, das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar.
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Re: Was erwartet ihr von einer guten Therapie ?

Beitragvon hirnlego » Fr 9. Nov 2012, 20:44

Hey,

ich denke es ist schwierig zügig festzustellen, ob einem eine Therapie bei dem und dem Therapeuten etwas bringt oder nicht. Vor allem, wenn man gerade erst damit begonnen hat. 5 Probesitzungen à 45 Minuten finde ich auch ehrlich gesagt nicht ausreichend, um sich für eine weitere „Zusammenarbeit“ zu entscheiden, oder eben dagegen zu entscheiden!

Ich selbst habe mir am Anfang gedacht „Was soll ich denn hier? Vor dieser Frau werde ich mich niemals öffnen können.“ Und im Laufe der Zeit habe ich festgestellt, dass diese Psychologin einen unglaublichen Einfluss auf mich hatte. Ich konnte Dinge, die sie mir zu Herzen legte, tatsächlich in meinen Alltag einbringen. Und das schaffen nicht viele Menschen. Leider habe ich mir das selbst verbaut, das war allerdings nicht die Schuld der Therapie. Bisher war sie die einzige Therapeutin, die mir wirklich weiterhelfen konnte und ich bereue es, dass ich das in den Sand gesetzt habe.

Liebe Grüße, Isa.
hirnlego
 

Re: Was erwartet ihr von einer guten Therapie ?

Beitragvon oceanna » Sa 10. Nov 2012, 14:25

Hallo und danke an alle .

Ich werde zu einem späteren Zeitpunkt noch differenzierter auf die Antworten eingehen ,mir ist nur bei dem letzten Beitrag grad was wichtiges eingefallen .
Mehrere Menschen ,mit denen ich mich über dieses Thema unterhalten haben ,sagten mir: " Ich habe wirklich einen super netten Therapeuten/Therapeutin gehabt ,nur hat es diese Person einfach nicht geschafft mir zu helfen .

Es ist natürlich so ,dass man lieber in Watte gepackt wird wenn es einem schlecht geht und man würde dazu tendieren einen eher sympathischen Therapeuten auszusuchen ,doch im Endeffekt geht es wahrscheinlich eher um ganz reale Ergebnisse an denen man auch aktiv mitarbeiten muss .

Liebe Grüsse,oceanna _bee_
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Re: Was erwartet ihr von einer guten Therapie ?

Beitragvon bumblebee » Mo 12. Nov 2012, 02:05

Meine Wunschtherapie sähe wie folgt aus:

Analyse, Trickkiste, unsichtbare Verbesserung der Bereiche, die in meinen Augen bei mir hapern. Wenn das unsichtbar nicht möglich ist, dann eben bewusst Erfolgserlebnisse sammeln durch erteilte Aufgaben vom Psychodoc. Mutproben. Aufmerksammachen auf negative Denkweisen, umformulieren. Aufmerksammachen auf Haltung und Korrektur. Das Gehirn lernt durch Routine. Ich mag Faktenbezogenheit und gerne auch Galgenhumor. Ich mag kein schönrediges Geschwätze oder fadiges Auseinandersetzen fürs Geld.
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Re: Was erwartet ihr von einer guten Therapie ?

Beitragvon Tagtraum237 » Do 17. Jan 2013, 01:33

Ein guter Therapeut hilft dir dabei dir selbst zu helfen. Er gibt dir das Werkzeug für deine Autonomie.
Ich habe das Glück zu einer wundervollen Kinder- und Jugendpsychotherapeutin gehen zu dürfen (ich werde bald 20, aber ich darf noch zu ihr, weil ich seit über zwei Jahren von ihr behandelt werde). Ich denke man muss einsehen, dass es Jahre dauern kann. Ich litt jahrelang unter Essstörungen und Depressionen und arbeite seit 2008 kontinuierlich, jede Woche aktiv (in Form von Therapie (früher Gruppentherapie, dann bei der Frau Einzeltherapie) an mir. Es ist wichtig kontinulierlich einen festen Termin zu haben, um nicht die Hoffnung aufzugeben. Ich habe schon enorm viel gelernt, interessiere mich ohnehin schon immer sehr für Psychologie (ich plane Psychotherapeutin zu werden), denke jeden Tag darüber nach, was ich konkret noch ändern könnte, lese Bücher. Kurz gesagt ; ich beschäftige mich schon sehr lange sehr intensiv mit mir selbst. Trotzdem dauerte es einpaar Jahre, bis ich Erfolge sehen konnte, jetzt erst ernte ich die Früchte der Anstrengung.
Eine gute Therapeutin (bzw Therapeut) weiß von dieser Dauer und nimmt deine benötigte Zeit ernst( Die Aussicht auf viele Jahre Psychotherapie mag ernüchternd klingen, aber wenn man sich selbst wichtig ist, dann muss man es tun. Man kann nur so, mit viel Anstrengung, gesund und zufrieden werden. Ignoranz führt früher oder später sowieso wieder zum aufgestauten Leid zurück, nur noch stärker). Sie entlastet dich von bürokratischen Angelegenheiten und gibt dir nicht fertige Verhaltens - Rezepte zum ausprobieren, sondern findet MIT DIR ZUSAMMEN heraus, was DIR gut tut und dich von deinen alten Denk- Verhaltensmustern befreit. Überhaupt analysiert ihr falsche/kranke Denk- und Verhaltensmuster und erarbeitet konkrete Alternativen. Es geht immer darum Ursachen herauszufinden. WARUM bin ich verletzt? WARUM habe ich Verlustängste? Man kann diese Ursachen in vergangenen Situationen (zB aus der Kindheit, diese erachte ich als die wichtigste Phase), wie in gerade erlebten Situationen aus dem Alltag suchen und finden. Idealerweise wird alles abgedeckt. Eine gute Therapeutin gibt dir ein warmes Gefühl, verurteilt dich nicht (auch nicht versteckt) und du hast immer die Gewissheit alles ansprechen zu dürfen, was dir auf dem Herzen liegt. Es gibt keine Tabus, auch nicht Sexuelles oder Dinge, die man als 'pervers' erachtet. Alles bekommt seinen Raum. Man spricht mit einem Herzensmenschen aus Fleisch und Blut und nicht mit einem Arzt. Ein Therapeut arbeitet nicht AN dir, sondern MIT dir.

Ich denke, dass man schon spürt wann ein Therapeut ''gut'' ist (gut ist etwas, wenn es DIR gut tut), vorallem wir Hochsensiblen.

Ich habe dies jetzt schnell heruntergeschrieben, mir würden noch 1000 andere Dinge einfallen. Wenn du Fragen hast, stelle sie, ich beantworte sie gerne!

Viele Grüße
Tagtraum237
 

Re: Was erwartet ihr von einer guten Therapie ?

Beitragvon Baba » Do 17. Jan 2013, 02:38

Hallo Tagtraum237 und herzlich Willkommen hier beim THS!

Für Deine Beiträge hier möchte ich Dir herzlich danken. Du schreibst, dass Du bald 20 wirst und daher kann man Dich noch als "Tenny" bezeichnen. ;-)

Mittlerweile bin ich 40 und ich habe bisher wirklich viele Gespräche mit ganz unterschiedlichen Menschen geführt. Doch noch nie habe ich derart reflektiere, fein ausgewählte und durch den Sinn so gut kombinierte Wörter von einem Menschen unter 20 Lebensjahren vernommen wie von Dir gerade.

Ich bin beeindruckt und verneige mich zur Begrüßung! iwikx
Baba
 

Re: Was erwartet ihr von einer guten Therapie ?

Beitragvon Tagtraum237 » Do 17. Jan 2013, 11:41

Ich fühle mich geehrt, vielen Dank für diese lieben Worte und die Begrüßung. Es bedeutet mir wirklich viel. Es ist wunderbar auf solche Foren zu stoßen und sich zu beteiligen. Es kompensiert schon einen kleinen Teil meiner geistigen Einsamkeit. Danke noch einmal. :)

Liebe Grüße
Tagtraum237
 

Re: Was erwartet ihr von einer guten Therapie ?

Beitragvon *Fee* » Do 17. Jan 2013, 18:07

Liebe oceanna,
es tut mir leid, dass du bisher nur negative Erfahrungen gesammelt hast und ich drück dich mal ganz lieb _klp_
Ich denke aber auch, dass du noch nicht den richtigen Therapeuten gefunden hast.
(Ich verwende jetzt mal der Einfachheit halber nur die männliche Form.)
Ich weiß nicht warum, aber bisher hatte ich immer unverschämtes Glück. So auch dieses Mal.
Ich habe eine Therapeutin gefunden, die selbst betroffen und daher Spezialistin auf dem Gebiet ist.
Bereits in der ersten Sitzung hatten wir unglaubliche Erfolge.
Das Erste und Wichtigste ist, dass du dich SOFORT wohl fühlst. Wenn das beim ersten Mal schon nicht der Fall ist, kannst du dir jede weitere Sitzung sparen, denn das beeinflusst dich in deiner Art dem Therapeuten gegenüber. Du musst von Beginn an das Gefühl haben, dass du ihm alles erzählen kannst und auch verstanden wirst. Eine weitere wichtige Erfahrung ist, dass vor allem DU aktiv arbeiten musst. Der Therapeut ist lediglich eine Stütze, eine Art Wegweiser. Das erkennst du unter anderem daran, dass er dir Zeit lässt und selbst so wenig wie möglich redet (bei einer Gesprächstherapie). Ich hatte schon Sitzungen, da herrschte durchaus 5 Minuten Schweigen. In diesen Momenten war das unangenehm für mich, aber im Nachhinein so wertvoll, denn auch miteinander schweigen sollte ein Therapeut können - vielleicht gerade bei HSP, wo die Gefühle eine so große Rolle spielen.
Und es ist wichtig, dass dir keine Meinung oder gar Regeln aufgedrückt werden oder gar eingeredet.
Warum sollst du nicht über die Therapie reden dürfen???? Das ist ja wohl das Blödeste (sorry), was ich je gehört habe, denn gerade die Anschlusskommunikation ist oft so wichtig. In ihr formieren sich doch erst weiterführende Gedanken, wodurch so mancher Aha- Effekt entsteht.
Also, der- oder diejenige hatte wohl was zu verbergen? Anders kann ich es mir nicht erklären.
Wie dem auch sei. Ich hoffe, du wirst des Suchens nicht müde. Ich schicke dir eine riesige Portion Kraft und Geduld und wünsche dir von Herzen, dass du bald einen Therapeuten findest, bei dem du dich wohl fühlst, der dich annimmt wie du bist und dir ein guter Wegweiser ist.
Liebste Grüße _flov_
*Fee*
*Fee*
 

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