Was sind "Energieräuber"?

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Re: Was sind "Energieräuber"?

Beitragvon Anima (Lufthauch) » So 29. Jul 2018, 19:19

Guten Abend, :-)

Jamania hat geschrieben:
Anima (Lufthauch) hat geschrieben:Wie geht ihr damit um, wenn ihr ein, in euren Augen berechtigtes, Anliegen bei jemandem vorbringt, und der euch dann mit dem „du bist ein Energieräuber!“-Argument ausbremsen will?

Das ist ja mal eine interessante Frage, da habe ich mir noch nie Gedanken drüber gemacht, bin aber auch noch nie (auch hinter meinem Rücken) so bezeichnet worden, da bin ich ziemlich sicher.


Nun, ich finde die Frage schon ziemlich logisch.

Bewegt man sich in HS- und/oder sonstigen Psycho-interessierten Kreisen, ist ja das Energieräuber-Konzept oft nicht weit.
Also: wenn man es zum einen selbst verwendet, und zum anderen mit Leuten zu tun hat, die es ebenfalls verwenden, warum könnte man dann nicht auch mal selbst so eingestuft und bezeichnet werden? Das wäre für mich jetzt nicht so ganz aus der Welt. Oder?
Z. B. könnte es doch durchaus möglich sein, wenn man ein Anliegen hat, das dem anderen vielleicht nicht passt, dass der da wie gehabt auf seine Energieräuber-Metapher zurückgreift, um das abzuwehren. _gruebel_

Liebe Grüße! :-)
Anima
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Re: Was sind "Energieräuber"?

Beitragvon Jamania » So 29. Jul 2018, 20:10

Mensch, ja, jetzt wo du es sagst - natürlich - hier im Forum ! smecht
Ja, das kann schon sein, dass mancher mich als Energieräuber wahrnimmt, aber das Wort ist tatsächlich offen noch nie gefallen.
Ich würde denken, da gibt es andere Bezeichnungen, die eher zur Anwendung kommen, wenn auch bis jetzt noch nicht offen:
Störer, Unruhestifter, Aggressor, Mobber - hätte ich jetzt eher auf dem Schirm gehabt, aber klar, warum nicht auch Energieräuber..
Das Prinzip wäre im Grunde dasselbe und darum ging es ja.

Hatte ich ein gewaltiges Brett vorm Kopf. _grinsevil_

Im real life führe ich nur noch selten Diskussionen, darum war und bin ich mir da ziemlich sicher, dass mich eigentlich niemand als Energieräuber wahrnimmt...., aber wer weiß das schon... icon_winkle

_Mij_
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Re: Was sind "Energieräuber"?

Beitragvon Anima (Lufthauch) » Mo 30. Jul 2018, 08:07

Hi Jamania, :-)

meine Frage war tatsächlich allgemeiner gemeint – so im Sinne eines schlichten Perspektivenwechsels: zunächst war ja vor allem davon die Rede, ob/wie man Energieräuber einschätzt, und deshalb die Frage, wie es denn ist, wenn man mal selbst als Energieräuber eingeschätzt wird.

Trotzdem mag natürlich stimmen, was du schreibst. Ich hatte hier auch eine Zeitlang und von manchen dasselbe Gefühl. Und wegen Offenheit: offene Beschimpfungen verbietet ja glücklicherweise auch das Regelwerk. - Ob sich ein Unmut gegen vermeintliche „Energieräuber“ dann in anderer Art und Weise Bahn bricht, ist natürlich dennoch nicht unwahrscheinlich. icon_winkle

Wie dem auch sei, ich fand deine Antworten auf die Frage recht zutreffend, auch für mich:
Jamania hat geschrieben:Es würde mir so gehen wie bei allen Gelegenheiten, wo ich das Gefühl habe, dass jemand mich in meiner Position schwächen will anstatt auf der Argumentationsebene zu diskutieren, heißt:
- ich hätte nicht sehr viel Respekt vor einem solchen Verhalten und würde die Person dann schon mal eher kritisch sehen
- ich würde es ansprechen und abwarten, ob man sich evtl. noch auf der Diskussionsebene auseinander setzen kann
- wenn nicht, wäre ich sauer und würde meine Zeit nicht mit diesem Schattenboxen verschwenden wollen und wenn's geht auch den Kontakt einstellen, wenn nicht, solche Diskussionen demnächst sofort im Keim ersticken und gerne auch sagen, dass ich auf solche Vorgehensweisen keine Lust habe


Viele Grüße an alle hier! :-)
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Re: Was sind "Energieräuber"?

Beitragvon Zirkuskind » Mi 1. Aug 2018, 21:37

Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass das jemand sagt. Wenn doch würde ich mein eigenes Verhalten hinterfragen, dass ich es möglich gemacht habe, dass mir jemand auf die Weise zu nah kommt. Und ich denke, ich würde mich dann besser abgrenzen.

Ist das denn wirklich passiert?
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Re: Was sind "Energieräuber"?

Beitragvon Anima (Lufthauch) » Do 2. Aug 2018, 21:43

Zirkuskind hat geschrieben:Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass das jemand sagt. Wenn doch würde ich mein eigenes Verhalten hinterfragen, dass ich es möglich gemacht habe, dass mir jemand auf die Weise zu nah kommt. Und ich denke, ich würde mich dann besser abgrenzen.

Ist das denn wirklich passiert?


Hallo Zirkuskind,

wie ich erwähnt habe: ich selbst wende den Energieräuber-Begriff eher nicht auf andere an, weil ich Verhaltensweisen von anderen zwar durchaus mal unsympathisch oder auch öfter mal ziemlich albern finde, aber Energie rauben die mir eigentlich nicht.

Dennoch ist das natürlich keine Gewähr, dass andere Menschen das mir gegenüber genauso halten müssen, kann ja sein, ihnen gefällt die Energieräuber-Betrachtungsweise.

So könnte es dann beispielsweise doch möglich sein, dass allein dadurch, dass du eine gegenteilige Meinung hast oder etwas vorbringst, das der andere so nicht will, dass dir das bereits als Konflikt-versessen oder streitsüchtig oder übergriffig ausgelegt wird, also „energieraubend“.
O. k., und das kriegst du jetzt also mit.

Als nächstes hinterfragst du also dein Verhalten, ob du das bewirkt hast, dass der dich jetzt wie seinen „Energieräuber“ (oder auch die anderen von Jamania oben genannten Begrifflichkeiten) wahrnimmt. Und ja, Hinterfragen finde ich gut, mache ich auch so.

Allerdings: Ein neutraler Beobachter könnte ja nun das ganze Geschehen womöglich ganz anders sehen, nämlich als einen Meinungsaustausch mit den jeweiligen, wenn auch vielleicht sehr gegensätzlichen, Meinungen und Argumenten? Energieraub??

Wie würde dann das Abgrenzen gegen den Energieräuber-Vorwurf konkret aussehen, wie würdest du das tun? (Keine rhetorische Frage, bin echt interessiert, danke!)

Schönen Abend! :-)
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Re: Was sind "Energieräuber"?

Beitragvon Zirkuskind » Fr 3. Aug 2018, 08:26

Es ist ja kein Meinungsaustausch, sondern eine Beleidigung.

Ich wäre distanzierter. Es würde auf den Bereich ankommen, in dem das stattfindet. Beruflich wäre komplizierter aber auch möglich sich zu distanzieren.

Es ist keine Lappalie, sowas zu sagen.
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Re: Was sind "Energieräuber"?

Beitragvon Anima (Lufthauch) » Fr 3. Aug 2018, 08:56

Zirkuskind hat geschrieben:Es ist ja kein Meinungsaustausch, sondern eine Beleidigung.

Vielleicht Missverständnis?
Der Meinungsaustausch findet zuerst statt, die Tatsache gegenteiliger (sachlicher) Ansichten wird dann von einer Seite als Energieraub verstanden und mündet in persönlichen Attacken oder ja "Beleidigungen". - Frage: soll man sich dann trotzdem noch hinterfragen?

Zirkuskind hat geschrieben:Ich wäre distanzierter. Es würde auf den Bereich ankommen, in dem das stattfindet. Beruflich wäre komplizierter aber auch möglich sich zu distanzieren.

Es ist keine Lappalie, sowas zu sagen.

Da hast du recht, sowas zu sagen, ist schon mal nicht gesprächsförderlich.
Des Weiteren gibt es auch zusätzlich immer mal seltsame Anwandlungen, wie Menschen indirekt vorgehen, um mglw. völlig berechtigte Anliegen freier Meinungsäußerung auszubremsen oder anzufeinden. Wie damit umgehen?
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Re: Was sind "Energieräuber"?

Beitragvon Zirkuskind » Fr 3. Aug 2018, 12:51

Mir stellt sich nur die Frage, wie man jemandem das Gefühl geben konnte, es wäre angemessen sowas zu sagen. Wenn ich da Distanzlosigkeit bei mir feststelle, dann sehe ich da Verantwortung bei mir und beschäftige mich damit.

Mit der Aussage/Sender würde ich nicht umgehen. Es ist halt passiert und damit muss man leben, aber weiter an der Situation arbeiten würde ich nicht.

Man kann nicht ausschließen, dass solche Sachen gesagt werden. So ist es halt aber das würde ich nur mit mir klären nicht mit dem Gegenüber. Der hat schon genug gesagt. Man rennt ja nicht immer wieder in dieselbe Falle. Das wäre masochistisch. Und wenn man so veranlagt ist, dann hätten sich in dem Fall zwei gefunden, die es gut miteinander aushalten.
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Re: Was sind "Energieräuber"?

Beitragvon Jamania » Fr 28. Feb 2020, 18:55

Wyllt hat geschrieben:Nein, HSP sind besonders geschützt vor Energieräubern, weil ihnen nachgesagt wird, dass sie besonders empathisch sind und viel mehr und subtiler mitbekommen als andere. Opfer von Energieräubern werden Menschen, die mit sich selbst nicht im Reinen sind, Schwierigkeiten mit der Sozialkompetenz haben und an einer Empathischen Erschöpfungsstörung leiden.


Aus meiner Erfahrung gibt es da enorme Überschneidungen.
Menschen, die Probleme jeder Art haben, ordnen sich häufig als HSP ein.
Oder umgekehrt: in all den Jahren, in denen ich mit HS zu tun hatte, habe ich im Verhältnis sehr, sehr wenige Menschen erlebt, die zufrieden waren und sich ihrer selbst sicher fühlten.
Unsicherheit ist für mich ein wesentlicher Faktor, ob man sich dem HS-Thema zugehörig fühlen kann.
Dagegen stehen sehr viele Personen, die Probleme diverser Art hatten und diese auch gerne im Rahmen von HS zum Thema machen wollten.

Empfindlichkeit jeder Art (entstanden oft durch Problembelastung, z.B. Schüchternheit, Traumata oder ) führt sehr schnell zu der Schlussfolgerung auch empfindsam zu sein.
Da gibt es keinen Sicherheitsmechanismus, der trennt.
Kaum jemand sieht sich selbst nicht als empathisch oder als jemand, der nicht viel mitbekommt, ganz besonders, wenn es um das eigene Problem-Steckenpferd geht.
Jemand, der leicht genervt von Lärm ist, wird ihn überall hören, analysieren, verzweifeln, warum die Anderen ihn nicht hören, genau meinen zu erkennen, was er mit einem macht, einen siebten Sinn dafür entwickeln, wo und wann er auftaucht... usw.
Ist also reine Interpretationssache.

Für mich sind Energieräuber die Menschen, bei denen es eine große Diskrepanz gibt zwischen der Aufmerksamkeit, die sie geben und der, die sie für sich einfordern.
Ich sehe diese Menschen, die offen sehr viel Aufmerksamkeit für sich einfordern, im HS-Rahmen allerdings auch eher weniger als in anderen Umgebungen.
Da würde ich eher die verdeckte Variante einordnen, dass Menschen sich unter Wert verkaufen, klein machen, mit Leiden Aufmerksamkeit bekommen möchten oder gerade dadurch, dass sie sich zurück nehmen und nicht in den Vordergrund stellen, wie das diejenigen machen, deren Verhalten sie eher anprangern.
Viel Wert wird auf Indirektheit gelegt, der Andere soll erkennen, was man braucht, tut er das nicht, kann es leicht sein, dass er als unempathisch abgestempelt wird.
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Re: Was sind "Energieräuber"?

Beitragvon Anima (Lufthauch) » Sa 29. Feb 2020, 09:56

Wyllt hat geschrieben:Energieräuber ist ja auch nur eine umgangssprachliche Umschreibung für mLeute mit psychischen Auffälligkeiten und Problemen. Wer sich mit (verdecktem) Narzissmus, ICD10 und DSM5 beschäftigt hat, weiß um bestimmte Verhaltensmuster und Ausdrucksweise.

Es gibt Larmoyanz, manipulativ-aufmerksamkeitsheischendes Verhalten, ständiges Kreisen um sich selbst – puh, alles nur anstrengend und wenig ergiebig, wenn man mal auf so jemanden trifft. Das wäre aber nebenbei zu unterscheiden von „echter“ Bedürftigkeit in seelischen Notlagen/bei psychischen Problemen, was für mich dann keinen „Energieraub“ in seiner negativen Konnotation darstellt.

Und na ja, vielleicht hast du ja recht, und es gibt HSPs, die mit so viel Empathie ausgestattet sind, dass sie exakt diesen Unterschied erkennen können? icon_winkle

Aber ich würde sogar noch ein Stück weiter gehen und dem von mir als erstes beschriebenen Verhalten zusätzlich zuordnen, dass man nun gerade in dieser Gruppe häufig den Spieß umdreht:
andere Menschen werden dann nämlich kurzerhand zu sog. „Energieräubern“ erklärt, nur weil sie a) durch evtl. gegensätzliche Bedürfnisse oder Ansichten ja „soooo viel Energie“ kosten/rauben
oder auch weil sie b) dem Sich-Beklagen über die „bösen“ anderen ihre eigene Energien nicht zur Verfügung stellen mögen und somit dann eine vermeintlich zustehende Energie versagen/rauben.

Jamania hat geschrieben:Für mich sind Energieräuber die Menschen, bei denen es eine große Diskrepanz gibt zwischen der Aufmerksamkeit, die sie geben und der, die sie für sich einfordern.

Ja, sehe ich im Prinzip genauso.
Manchmal geschieht aber etwas Merkwürdiges, nämlich dass sich diese Bilanz umdrehen kann. Insofern als das Selbstbild permanent darum ringen mag, endlich super un-abhängig sein zu müssen und es nun mal genau dazu gehören würde, gerade keine Forderungen mehr an andere zu stellen/an andere Erwartungen zu haben. Die Folge einer solchen Überkompensation wäre dann, dass ein Ungleichgewicht entstehen kann, in dem flugs der andere wieder zum „Energieräuber“ gemacht wird, wenn der sich nicht an dasselbe Gesetz hält.

_Mij_
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