Welche Erfahrungen habt ihr mit Psychologen/Therapeuten?

In diesem Forum möchten wir uns kritisch mit Schamanen, spirituellen Heilern, Gurus, Familienaufstellern aber auch konventionellen Therapeuten und euren Erfahrungen und Meinungen dazu auseinandersetzen.

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Re: Welche Erfahrungen habt ihr mit Psychologen/Therapeuten?

Beitragvon Source » Fr 10. Mai 2019, 10:11

Hey Kallisto,

dass du dich von deiner Therapeutin nicht ernst genommen fühlst tut mir leid.

Kallisto hat geschrieben:Wenn ich mir so eure Erfahrungen mit Therapeuten durchlese, dann habe ich nicht viel Hoffnung je einen zu finden der mir helfen kann. Die Suche fällt mir eh schwer. Ich fühle mich schnell abgewiesen und habe den GS „mir kann eh keiner helfen“


Da du ja bereits nach weiteren potentiellen Therapieansätzen suchst bringe ich einen ins Spiel, der Lösungen zu deinem oben genannten Problem anbieten kann. In der Schematherapie sollen solche ungünstigen Glaubenssätze und die dazugehörigen Schemata identifiziert und verändert werden. Mit Schemata sind in der Kindheit erworbene, damals lebensnotwendige Bewältigungsstrategien gemeint, die im Erwachsenenalter ungünstig bis selbstschädigend weiter wirken. D. h. deine Sicht der Dinge wird in der Therapie ernst genommen, weil sie in der Kindheit einmal sinnvoll gewesen ist, im Erwachsenenalter jedoch schaden kann.
Mit diesem Therapieansatz ist auch eine andere Haltung des Therapeuten verbunden. Wenn jemand häufig von seinen Eltern bestraft und kritisiert worden ist versucht er/sie bspw., genau das nicht zu tun.
Wenn du magst, kannst du im Internet mal nach "Schematherapie" suchen, es gibt einige Seiten dazu.

Alles Gute
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Re: Welche Erfahrungen habt ihr mit Psychologen/Therapeuten?

Beitragvon Anima (Lufthauch) » Sa 11. Mai 2019, 10:21

@Kallisto

Als Ergänzung zu den drei Beiträgen vor mir:

Bei kassenzugelassenen Psychotherapeuten gibt es unterschiedliche Richtungen: die Verhaltenstherapie und die psychodynamischen Verfahren (Tiefenpsychologie und Psychoanalyse).
Meines Wissens befassen sich vor allem letztere mit der Aufarbeitung von Kindheitserfahrungen.
Insofern wäre es vielleicht zielführend, wenn du bei deinem Anliegen, so wie du’s geschildert hast, von vorneherein eher einen Therapieplatz bei einem tiefenpsychologisch ausgerichteten Therapeuten anfragen würdest?
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Re: Welche Erfahrungen habt ihr mit Psychologen/Therapeuten?

Beitragvon Orphée » So 19. Mai 2019, 11:25

Hallo Kallisto...

Zuallererst... du hast recht... sie ist eine blöde Kuh!! Deine Beschreibung lässt keinerlei Zweifel zu und muss auch wirklich nicht mehr kommentiert werden. ;)
Eine Therapie hält schlicht die besten und größten Heilungschancen für dich bereit, gib nicht auf, es wird sich lohnen. Das schon von anderen erwähnte Problem ist, dass es(wie in allen erdenklichen anderen Berufen auch) gut und leider auch schlecht praktizierende gibt. Ich weiß um die große gefühlte Anstrengung, die sich vor einem auftut, wie ein Berg, der zu hoch ist, um ihn zu überqueren... wenn man sich ausmalt, dass man vielleicht 3, 4, 5... Therapeuten aufsuchen muss, bis man den richtigen gefunden hat. Jedes Mal einen Kandidaten/Kandidatin suchen, den Termin vereinbaren und abwarten, sich dann vollends anzuvertrauen, nur um dann nach all der verbrauchten Energie rauszufinden, dass es vielleicht nicht funktioniert. ABER... wenn es funktioniert, dann, und das versichere ich dir, wird dir geholfen und du spürst, wie du am richtigen Ort bist. Heilpaktiker haben nicht mal ansatzweise die Qualifikation, wie promovierte Psychotherapeuten, aber vermutlich.... ist ein guter Heilpraktiker immer noch besser, als ein schlechter Therapeut. Habe natürlich keine Glaskugel und kann dir nicht die Gewissheit geben, dass du schnell fündig werden wirst, aber gib nicht auf, denn es gibt genug tolle Therapeuten da draußen und einer von ihnen wird verständnisvoll und aufmerksam mit dir an dir arbeiten.


Liebe und Erfolg wünschende Grüße!
Orphée
 

Re: Welche Erfahrungen habt ihr mit Psychologen/Therapeuten?

Beitragvon Kallisto » Fr 7. Jun 2019, 12:12

Also, die Sache mit der Schematherapie klingt interessant. Habe auch einen Therapeuten in meiner Nähe ausgemacht der sowas anbietet.
Die Frage ist, ob der einen freien Platz hat. Da rufe ich nächste Woche mal an (die meisten Psychologen haben einmal die Woche telefonische Sprechstunde wo man auch Anfragen für einen Therapieplatz stellen kann, und dann meist nur für eine Stunde oder so) Ich habe die letzten Tage herumtelefoniert und Psychologen angerufen, ob wir ein Erstgespräch ausmachen können.
Und jedesmal hieß es: Tut mir leid, ich habe zur Zeit keine freien Therapieplätze. Die Warteliste ist voll. Das ganze macht mich echt fertig, weil ich gerade jetzt
therapeutische Hilfe brauchen könnte. Das Desaster mit dem Mann mit dem ich mir eine Beziehung erhofft hatte macht mich ziemlich fertig.
Ein Psychologe riet mir, die Kassenärztliche Vereinigung Baden Würrtemberg anzurufen. Dort würde man erfahren welcher Therapeut freie Therapieplätze habe.
Es könnte sein, dass man dafür auch etwas weiter fahren müsste. Also habe ich angerufen, aber seit zwei Tagen kommt eine Bandansage: alle Leitungen belegt,
bitte rufen sie zu einem anderen Zeitpunkt wieder an. Es ist echt zum heulen. Anscheinend ist der Bedarf an Psychologen in Baden Würrtemberg besonders hoch :-/
Kallisto
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Re: Welche Erfahrungen habt ihr mit Psychologen/Therapeuten?

Beitragvon Orphée » Fr 7. Jun 2019, 12:45

Hallo Kallisto,

seit 2016 gibt es eine Terminservicestelle für jedes Bundesland, diese wird dir innerhalb von max. 4 Wochen ein Erstgespräch bei einem Psychologen vermitteln. Dieses neue Gesetz bedeutet für die Therapeuten im Klartext, dass sie eine bestimmte Menge an Stunden im Monat/pro Woche für diesen Zweck frei halten müssen. Du bekommst dann einen Arzt aus deiner Umgebung zugewiesen. Es könnte sogar durchaus sein, dass du bei einem Therapeuten, der dich ursprünglich abgewiesen hat, dann doch einen Termin bekommst.

Falls du es probieren magst...

Terminservicestelle für Baden-Württemberg:
https://www.vdk.de/bawue/pages/70655/ne ... anuar_2016


Gruß und viel Glück
Orphée
 

Re: Welche Erfahrungen habt ihr mit Psychologen/Therapeuten?

Beitragvon Kallisto » Sa 8. Jun 2019, 15:01

Danke dir. Das ist die Nummer die ich bereits hatte. Ich habe es zwei Tage lang probiert, aber immer waren alle Leitungen belegt.
Aber ich gebe nicht auf und probiere es ab Dienstag weiter. Ein schönes Pfingstwochenende!
Kallisto
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Re: Welche Erfahrungen habt ihr mit Psychologen/Therapeuten?

Beitragvon Baumi » So 9. Jun 2019, 22:43

Grüßt euch,
Gibt es nich auch die Möglichkeiten von online Therapien, meine Krankenkasse bietet sowas an.
Glaube, das is vor allem gut, wenn man sonst ewig weit fahren müsste...
Weiß aber grad nich, inwiefern das Standard bei den Kassen is.
Liebe Grüße und schöne Pfingsten
Baumi
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Re: Welche Erfahrungen habt ihr mit Psychologen/Therapeuten?

Beitragvon Die_Ruhebedürftige » Fr 2. Aug 2019, 16:09

Liebe Forumsmitglieder,

Vor 6 Monaten war ich mit einer Maßnahme der Arbeitsagentur total überfordert, hatte jeden Tag sehr starke Kopf- und Rückenschmerzen und bin eines Tages wegen eines Kommentars der Maßnahme-Pädagogin, ich müsse alles aushalten, was mich stört zu Hause ausgerastet, habe die Maßnahme gekündigt und deshalb kam es zu einer äußerst gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen mir und meiner Tante, bei der ich wohne, welche mich zwingen wollte, die Kündigung wieder zurückzunehmen.

Das habe ich meiner Psychotherapeutin erzählt und sie war schockiert, dass ich die Maßnahme gekündigt habe und findet mich einfach zu rebellisch. Als ich ihr in den nächsten Wochen und Monaten darauf erzählte, ich würde nach einer Wohnung suchen, fragte sie immer, „Zusammen mit ihrer Mutter und Tante?“ und sie sagte, es sei besser, wenn ich bei meiner Tante wohnen bleiben würde. Sie glaubt, ich könne nicht alleine wohnen.

Das hat extremen Ärger und Wut in mir ausgelöst, denn die Psychotherapeutin scheint nicht zu verstehen, wie ernst die Lage ist!!!! Ich bin 42, habe etliche Arbeitsstellen wegen zu viel Lärm, zu viel Arbeitsverdichtung, Leistungsdruck, Ärger mit Kollegen und Vorgesetzten, starken chronischen Schmerzen aufgegeben. Wenn die nächste Arbeitsstelle wieder nicht klappt und es deswegen wieder zu Hause massiven Streit mit meiner Tante gibt und sie auf mich losgeht, dann kann es passieren, dass ich die Kontrolle über mich selbst verliere und meiner Tante etwas antue! Meine Nerven sind dermaßen zerrüttet, ich bin ein solches Nervenbündel, ich kann nicht mehr, ich kann nicht mehr arbeiten, ich bin müde, mein Körper ist total verhärtet, jede Arbeitsbelastung führt sofort zu starken Schmerzen, ich habe meine Wut über die harten Arbeitsbedigungen und Zumutungen der Arbeitswelt nicht mehr unter Kontrolle, aber meine bescheuerten Ärzte glauben mir das nicht, also muss ich mich weiterhin bewerben und der ganze massive Ärger geht immer so weiter!!!!!!!!!

Meine Tante beschimpft mich und meine Mutter jeden Tag immer wieder, dass meine Mutter so eine Versagerin wie mich in die Welt gesetzt hat, die nicht arbeitet, die jede Stelle in den Sand setzt, die einfach nur verwöhnt und überempfindlich ist und nichts auf die Reihe bekommt. Ich sei lebensunwertes Leben, sagt die Tante. Das Geschimpfe ist eine starke nervliche Belastung.

Meine Psychotherapeutin scheint das nicht weiter schlimm zu finden. Sie bezieht dazu nicht klar Stellung, sie sagt jedenfalls nicht, dass sie es falsch oder schlecht findet, wie meine Tante mit mir umgeht. Vielleicht findet sie es gar gut??? Als ich der Psychotherapeutin mitteilte, wie wichtig es für mich sei, endlich alleine zu wohnen, sagte sie zwar, ich könne mir doch eine eigene Wohnung suchen, aber ich spüre, dass sie nicht ehrlich zu mir ist, denn in den früheren Sitzungen sagte sie zu mir, ich solle zu Hause wohnen bleiben. Ich glaube, das sagt sie, weil es ganz im Sinne des Jobcenters ist, dass ich zu Hause von meiner Tante, welche den verlängerten Arm des Jobcenters darstellt, überwacht, kontrolliert und gesteuert werden soll.

Man möchte mich ewig in der Position eines Kindes halten. Ich soll bevormundet und gesteuert werden, ich bekomme keine Wohnung, darf keine eigenen Entscheidungen treffen, ich darf nicht selbstbestimmt leben, sondern unter der Fuchtel von Tante und Mutter.
Die_Ruhebedürftige
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Re: Welche Erfahrungen habt ihr mit Psychologen/Therapeuten?

Beitragvon Stoffel » Sa 3. Aug 2019, 09:49

Kann es sein, daß dich deine Therapeutin einfach nur aus Geldgründen als Patient halten will, und deshalb gelegentlich mal wieder ihr Fähnchen in den Wind dreht ?

Bei dem was du schilderst, solltest du so schnell wie möglich in eine eigne Wohnung ziehen.

Wenn du noch nie allein gewohnt hast, wird das allerdings ein große Umstellung. Die Ersteinrichtung der Wohnung wird auch nicht grad billig, das will alles finanziert sein.
Wissen macht krank, nix wissen auch, ist aber nicht so stressig
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Re: Welche Erfahrungen habt ihr mit Psychologen/Therapeuten?

Beitragvon Orphée » Sa 3. Aug 2019, 14:02

Hallo Die_Ruhebedürftige,

denke auch... dass du deinem Gefühl wirklich aus guten Gründen trauen kannst, wenn es dir einerseits sagt, dass es das Beste ist auszuziehen, andererseits und wie ich es interpretiere mag, dass du ganz offensichtlich die Therapeutin wechseln solltest.

Ich wünsche dir alles alles Gute und einen Weg aus deiner verfahrenen Situation!!


Hoffnungsvolle und liebe Grüße
Orphée
 

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