Welche Erfahrungen habt ihr mit Psychologen/Therapeuten?

In diesem Forum möchten wir uns kritisch mit Schamanen, spirituellen Heilern, Gurus, Familienaufstellern aber auch konventionellen Therapeuten und euren Erfahrungen und Meinungen dazu auseinandersetzen.

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Welche Erfahrungen habt ihr mit Psychologen/Therapeuten?

Beitragvon DarkShadows » Sa 1. Jun 2013, 19:42

Hallo in die Runde,

ich habe hierzu durch die Suche noch kein passendes Thema gefunden, also ein neuer Thread :).

Meine Frage habt ihr ja bereits im Betreff gelesen: Mich würde interessieren welche Erfahrungen ihr mit "Profis" gemacht habt.
Kamt ihr euch verstanden vor? Konnte man euch helfen und euch leiten/Ratschläge geben?

Ich habe selber mittlerweile sieben Anläufe unternommen, den richtigen Psychologen zu finden und bin jedes Mal gescheitert. I.d.R. komme ich noch nicht mal über das Einführungsgespräch hinweg. Bisher wurde mir immer entweder gleich in der ersten Sitzung oder wenig später zu verstehen gegeben man wäre der falsche Ansprechpartner. Scheinbar scheinen alle ratlos bei mir zu sein ohne es richtig zu versuchen.
Mittlerweile bin ich eigentlich geneigt dieses Thema hinter mir zu lassen und mich weiter meinem "Selbststudium" zu widmen.

Ich bin gespannt welche Erfahungen ihr gemacht habt.

Viele Grüße, DarkShadows
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Re: Welche Erfahrungen habt ihr mit Psychologen/Therapeuten?

Beitragvon ja » So 2. Jun 2013, 09:17

Hallo darkShadows,

es gibt einen eigenen forums-bereich rund um das thema,
ich schiebe deinen beitrag mal dazu und hoffe du fühlst dich dort wohl!
_flov_
ja.
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Re: Welche Erfahrungen habt ihr mit Psychologen/Therapeuten?

Beitragvon regenbogen » So 2. Jun 2013, 09:39

Nachdem ich 201 oder 2011 bei einer Psychologin nicht übers Erstgespräch hinauskam
und 1996/1997 mich nicht verstanden fühlte, habe ich dieses Jahr einen Psychologen gefunden
(er wurde mir von einer Bekannten empfohlen, ein Jahr Wartezeit), wo ich mich sehr gut aufgehoben fühle.

Am Mittwoch bin ich das vierte Mal bei der 25 Termine umfassenden Therapie
und ich habe das Gefühl, dass er gut auf mich eingeht.

Zweiter Termin war schmerzhaft (Vergangenheits"bewältigung Kindheit"),
der dritte Termin noch mehr, danach ging es mir erstmal noch schlechter.
Letzte Woche sprach ich das an - ihm war das auch schon aufgefallen.
Es tat mir sehr gut, da ernstgenommen zu werden und wir haben einen Gang zurückgeschaltet
und eine Übung gemacht, wo ich sehr entspannt war und mir etwas vorstellen mußte,
wozu mir Fragen gestellt wurden.

Dadurch, dass ich jetzt mit 37 reflektierter bin, fällt es mir auch leichter,
zu erklären, welche meiner ängstlich vermeidenden Eigenschaften mir irritieren,
dass ich Vergangenheit und Gegenwart oft nicht richtig trennen kann,
mich sehr in andere Menschen hineinfühle, was viel Kraft kostet.
Dass ich mich gerne mehr abgrenzen würde. Viel Ruhephasen brauche.

Er hilft mir, das aufzudröseln.

Ich muß dazusagen, dass sich meine "Grundstimmung" im letzten Jahr auf positiv umgestellt hat
und es mir deshalb leichter fällt als früher, mit mir selber umzugehen.
Ginge es mir schlecht, wüßte ich nicht, ob ich mit der Therapie zurechtkäme.
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Re: Welche Erfahrungen habt ihr mit Psychologen/Therapeuten?

Beitragvon wind-und-wellen » So 2. Jun 2013, 15:29

Hallo DarkShadows!

Ja, Psychotherapie kann manchmal eine kleine Odyssee sein...

Es fängt ja schon damit an, herauszufinden, welche Therapierichtung die passende sein könnte... Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte oder analytische Therapie.

Die nächste Hürde ist, den passenden Therapeuten zu finden... Mal von den langen Wartezeiten abgesehen...

Und selbst dann, wenn die ersten Gespräche "passend" verliefen, kann sich im Laufe der Therapie das Verhältnis verändern, so dass vielleicht ein Wechsel angebracht wäre.

Meine Erfahrungen sind, dass schon die Wahl der Therapierichtung sehr wichtig ist, weil jede Richtung andere Therapieansätze und somit auch Vorgehensweisen hat. Und ich habe bis jetzt nur eine einzige Therapeutin erlebt, die mir gleich im Vorgespräch gesagt hat, dass sie mir eine andere Richtung empfehlen würde. Auch gleich mit Begründung warum und wieso. Die wenigsten Therapeuten, die ich erlebt habe - und das waren leider nicht wenig -, haben die Therapierichtung hinterfragt bzw. auf "passend" überprüft.

Weiterhin sehe ich eine Therapie als Werkzeug, meinen Weg zu finden - der Therapeut kann mir etwas anbieten, aber den Weg gehen muss ich selbst. Anfangs bin ich unbewusst davon ausgegangen, dass ich irgendwie gar nichts machen muss... So, wie das bei Ärzten ist: Ich gehe hin und sage, wo es weh tut und der Rest macht der Arzt... (Wobei das ja auch leider ein leichter Irrglaube ist... _%_ )

Bei den heutigen Wartezeiten für einen Therapieplatz wird man gleich auf weitere Nervenstärke hin überprüft: Egal ob in NRW oder in Berlin - ein halbes Jahr mindestens... Im Durchschnitt sogar ein 3/4 Jahr...

Fazit: Wenn ich an meine zurückliegenden Therapie-Versuche denke, sehe ich dieses Bild: Ein Mensch mit gebrochenen und eingegipsten Armen wird aufgefordert, etwas zu schreiben... Ich bin bis jetzt überwiegend an solche Therapeuten geraten, die leider nicht in der Lage waren, mir zu vermitteln, wie ich eine erfolgreiche Therapie gestalten kann. Ich meine, ich komme ja als Hilfesuchende und nicht fachlich ausgebildete Person - aber irgendwie habe ich dann zu hören bekommen, dass ich schon genau wissen müsste, welche Therapierichtung die richtige für mich ist. *kopfkratz*

Soviel zum Thema: Eigenverantwortliches Leben leben.

Achja, die versemmelten Versuche waren übrigens alles Verhaltenstherapien... mit dem Versuch in der analytischen Richtung fühle ich mich nun deutlich besser!
Liebe Grüße von wind-und-wellen

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Re: Welche Erfahrungen habt ihr mit Psychologen/Therapeuten?

Beitragvon baumratte » So 2. Jun 2013, 19:24

DarkShadows hat geschrieben: Bisher wurde mir immer entweder gleich in der ersten Sitzung oder wenig später zu verstehen gegeben man wäre der falsche Ansprechpartner. Scheinbar scheinen alle ratlos bei mir zu sein ohne es richtig zu versuchen.


Abgesehen davon dass ich finde, der Psychologe sollte vorschlagen oder festlegen, welche Therapie die passende ist (ich komm ja auch nicht zum Arzt und weiß schon, welches Medikament er mir verschreiben muss) wunderts mich echt gewaltig, dass sich bisher keiner gefunden hat, der sich als kompetent fühlte. Hast Du jetzt so ein außergewöhnliches Problem, das noch keiner hatte oder wieso sind die da ratlos? Haben sie das wenigstens begründet?
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Re: Welche Erfahrungen habt ihr mit Psychologen/Therapeuten?

Beitragvon DarkShadows » So 2. Jun 2013, 23:37

Hallo ihr Lieben und danke für eure Erfahrungsberichte!!

Ich versuche meine sieben Anläufe mal zusammen zu bekommen, vielleicht ist es dann besser nachzuvollziehen..

2008 - Nr. eins: Die Therapeutin kanzelte mich recht schnell ab, empfahl mir eine Gruppentherapie. Dort war ich also nur einmal.
2009 - Nr. zwei: Diesmal durfte ich vier- oder fünfmal vorbeikommen. Die Dame bohrte von Anfang an sehr tief und gab mir kleine Aufgaben und Dinge die ich machen oder erforschen sollte. Recht früh wollte sie mir jedoch auch eine stat. Therapie "einreden". Ich wäre aus meiner Sicht sicher länger geblieben. Doch als sie mich zum Arzt schickte um meine Schilddrüse überprüfen zu lassen, war ich raus. Sie war tatsächlich der Meinung alles käme von meiner Schilddrüsenunterfunktion und ich solle brav meine Tabletten (gegen die Unterfunktion) nehmen und wiederkommen wenn es nach einem halben Jahr nicht besser wird. Mein Vertrauen war weg und ich kam nie wieder.
2009 - Nr. drei: Nach einem Absturz zehn Wochen Tagesklinik. Die Psychologin dort ging nie in die Tiefe, machte keine konrekten Analysen. Alles sehr oberflächlich. Wenigstens war sie nett und konnte gut zuhören.
2012 - Nr. vier: Wieder nach einem Absturz in Behandlung. Dies war eher eine Notlösung, da sie grundsätzlich Neurologin und keine Therapeutin war. Sie war nett aber leider "drängelte" sie mir von Anfang an Medikamente auf, die ich Zähne knirschend nahm um überhaupt wieder auf die Beine zu kommen. Nach etwa vier Kurzbesuchen meinte sie sie dürfe mich nicht weiter behalten und überwies mich an jemand anderes.
2012 - Nr. fünf: Die empfohlene Neurologin/Therapeutin belächelte meinen Entschluss selber nach den Ursachen meiner Probleme zu suchen und riet mir weiter die Tabletten zu nehmen. Dort bin ich von mir aus nicht mehr hingegangen.
2012 - Nr. sechs: Eine sehr hochgelobte und empfohlene Therapeutin sagte mir nach ca. 40 Minuten ich würde nicht in ihr Konzept passen. Sie hatte sich auf Tiefenpsychologie spezialisiert und ich bräuchte jemanden der (O-Ton) "mir Fragen stellt". Ich bin nunmal kein großer Redner. Die Frau ging mal garnicht..
2013 - Nr. sieben: Dort war ich vorgestern. Auch sie sagte mir sie sei nur für Tiefenopsychologie ausgebildet und meinte sie wisse nicht wo bei mir die Reise hingehen wird. Ich habe jetzt einen neuen Termin bei ihr, denke aber auch sie wird mich nicht behalten wollen.

Ich weiß wirklich nicht ob es an mir liegt oder ob ich bislang Pech hatte.
Mir ist bei mir selber aufgefallen, dass ich bei allen bisherigen Gesprächen jedesmal völlig anders war und auch immer was anderes gesagt habe. Inhaltlich natürlich gleich, aber anders rüber gebracht. Z.B. die Frage nach der Partnerschaft habe ich mal positiv, mal negativ, mal neutral umschrieben - der Partner ist wohlgemerkt derselbe.

Was mich auch wundert: Alle Therapeutinnen haben mich bisher sofort in eine Schublade gesteckt. Weil ich mich in der ersten Sitzung eher ruhig verhalte, "nütze" ich also einem Tiefenpychologen nichts? Woher wollen sie wissen dass ich nicht etwas aus der Vergangenheit aufzuarbeiten habe?

Wie schon geschrieben: Eigentlich möchte ich überhaupt nirgendwo mehr hingehen und mich erklären müssen um dann doch wieder abgestempelt zu werden. Das Problem ist dass ich einfach manchmal nicht mehr weiter weiß. Spätestens wenn ich dann wieder zu sehr abstürze (Stichwort Suizidgedanken) fange ich wieder an Hilfe zu suchen. Ein Dauerzustand kann das aber auch nicht sein :(.
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Re: Welche Erfahrungen habt ihr mit Psychologen/Therapeuten?

Beitragvon wind-und-wellen » Mo 3. Jun 2013, 00:12

@ DarkShadows

Lieben Dank für dein Vertrauen und deine ausführliche Schilderung deiner Erfahrungen...

Meine Gedanken hierzu:

- Wäre eine analytische Therapie das passendere für dich? Sie geht noch tiefer als die tiefenpsychologisch-fundierte.

- Die Sache mit der Schilddrüse - wenn bei dir eine Unterfunktion diagnostiziert ist, MUSS dir ein Therapeut empfehlen, die verordneten Medikamente einzunehmen oder zumindest nicht ohne ärztliche Rücksprache eine Veränderung vorzunehmen...

- Ich hatte in letzter Zeit auch viele Gespräche bei verschiedenen Therapeuten. Teilweise habe ich schon am Telefon gemerkt, ob wir auf einer gleichen Wellenlinie sind. Mir ging es da so ähnlich wie dir - jedes Gespräch verlief anders. Und ich habe ganz intensiv drauf geachtet, wo ich mich am wohlsten/sichersten gefühlt habe. Leider ist es dann wirklich so, dass viele Gespräche stattfinden und vielleicht nur ein Treffer dabei ist...

- Vielleicht hilft es dir, wenn du dir die wichtigsten Gedanken oder Ziele vor dem nächsten Gespräch aufschreibst? Sodass du so etwas wie einen roten Faden hast. Was du dir von der Therapie wünschst. Was deine Ziele sind. Was du erreichen möchtest. Was sozusagen der Arbeitsauftrag für den Therapeuten ist.
Liebe Grüße von wind-und-wellen

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Re: Welche Erfahrungen habt ihr mit Psychologen/Therapeuten?

Beitragvon dieGrete » Mo 3. Jun 2013, 09:01

Hallo,

auch ich, ebenso wie meine Frau haben etlich Anläufe hinter uns den oder die richtige Therapie zu finden.

Geholfen hat hat mir das ich irgendwann speziell nach Therapeuten mit Erfahrungen mit HS oder HB haben.
Ich denke das die Grundvorraussetzungen einfach nochmal etwas andere sind als bei "Normalsterblichen"
Es gibt auch Wochenendveranstaltungen speziell hierzu, vielleicht wäre das ein Einstig?
Bei dieser Suche hatte ich dann wirklich das große Glück eine Fachfrau zu finden bei der ich zuerst ein dreistündiges Coaching machte um dann festzustellen das das alleine nicht reicht und ich hatte Glück das sie freie Kapazitäten hatte. Seit ich diese Therapie begonnen habe macht sich in mir ein Gefühl von bei mir ankommen breit.
Es gibt Sitzungne die schmerzhaft und anstrengend sind aber nie lässt sie mich in diesem Zustand gehen sondern hilft mir in einem Zustand zu gehen der für mich erträglich ist.
Beispielsweise habe ich mit ihr auch autogenes Training begonnen um etwas gelassener zu werden.
Eine Therapie ohne Schmerz - unwahrscheinlich.
Auch ich sehe meine Therapeutin als Wegweiser, gehen muss ich selber.
Das ist manchmal nicht leicht aber jeder gesetzte Schritt erfüllt mich mit Stolz. In etwa so wie bei einem kleinen Kind das Laufen lernt.

Wünsche dir viel Glück und liebe Grüße
dieGrete
dieGrete
 

Re: Welche Erfahrungen habt ihr mit Psychologen/Therapeuten?

Beitragvon DarkShadows » Di 4. Jun 2013, 21:45

baumratte hat geschrieben: Abgesehen davon dass ich finde, der Psychologe sollte vorschlagen oder festlegen, welche Therapie die passende ist (ich komm ja auch nicht zum Arzt und weiß schon, welches Medikament er mir verschreiben muss) wunderts mich echt gewaltig, dass sich bisher keiner gefunden hat, der sich als kompetent fühlte. Hast Du jetzt so ein außergewöhnliches Problem, das noch keiner hatte oder wieso sind die da ratlos? Haben sie das wenigstens begründet?


Du hast Recht, baumratte. Wenn ich vorab schon wüsste was mir fehlt und welche Behandlung ich brauche, wäre ich einen großen Schritt weiter. In dieser Situation bin ich aber nicht und ehrlich gesagt erwarte ich ebenfalls, dass der Therapeut mir gegenüber genau das rausfindet, denn dies ist sein Job.
Ich denke auch nicht dass ich ein außergewöhnliches Problem habe, eher viele kleine (?) Baustellen die über die Jahre ein großes Ganzes gebildet haben. Wahrscheinlich bedeute ich als Patient einfach eine Menge Arbeit?

wind-und-wellen hat geschrieben:- Wäre eine analytische Therapie das passendere für dich?
- Die Sache mit der Schilddrüse - wenn bei dir eine Unterfunktion diagnostiziert ist, MUSS dir ein Therapeut empfehlen, die verordneten Medikamente einzunehmen oder zumindest nicht ohne ärztliche Rücksprache eine Veränderung vorzunehmen...
- Vielleicht hilft es dir, wenn du dir die wichtigsten Gedanken oder Ziele vor dem nächsten Gespräch aufschreibst?


Hallo Wind-und-Wellen – danke für Deine lieben Worte.
Ich werde mir bei Gelegenheit nochmal raussuchen, was genau eine analytische Therapie ausmacht. Gehe ich Recht in der Annahme, dass auch Therapeuten mit dem Schwerpunkt Tiefenpsychologie diese Art Therapie anbieten? Mir ist dieses Angebot aber leider noch bei keinem der hiesigen Therapeuten in der Vita aufgefallen.
Stimmt, ein Therapeut muss darauf hinweisen/bestehen dass der Patient wichtige Tabletten einnimmt. Aber er sollte m.E. nicht den Hilfesuchenden aus der Therapie vorzeitig entlassen und ihm das Gefühl geben wenn eben diese Tabletten genommen werden, wird „der Rest sich schon fügen“. Ich kam mir wirklich vor wie der letzte Trottel als sie zu mir meinte alle Probleme und Stimmungsschwankungen kämen von der Unterfunktion. Das kann´s nicht sein.
Vor der letzten Sitzung hatte ich mir tatsächlich einen „Spickzettel“ gemacht. Leider bin ich irgendwie aber so gestrickt, dass ich eigentlich nur den Mund aufmache wenn ich gefragt werde (ich krieg das irgendwie auch nicht wirklich raus ). Weiterhin habe ich z.B. einer Therapeutin ziemlich deutlich gesagt was ich mir erwarte und wünsche – dies war ihr auch nicht Recht und sie war der Meinung das würde sie nicht mit mir hinbekommen. (Ja, ich neige dazu es allen Recht zu machen. So sehr dass ich am Ende garnichts mehr weiß. Und mich nicht mehr wahrnehme.)

@dieGrete Danke für Deine Tipps. Du scheinst mit Deiner Therapeutin einen kleinen Glücksgriff gelandet zu haben.
Ich denke es ist ganz normal dass die Therapie manchmal unbequem ist und „piekst“. Das muss man in Kauf nehmen wenn man sich dazu entschließt zu sich selbst zu finden und das wäre für mich natürlich auch in Ordnung .
Ich werde auf jeden Fall auch versuchen nach Therapeuten zu fahnden die Erfahrung mit HS haben. Allerdings kann ich mir kaum vorstellen dass ich hier in der Nähe welche finden werde :/.
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Re: Welche Erfahrungen habt ihr mit Psychologen/Therapeuten?

Beitragvon Dea » Mi 12. Jun 2013, 09:55

Hallo DarkShadow,

ich war auch mal auf der Suche nach einem oder einer Psychologen/in. Bis man da die Orientierung hat mit was für einen, also die veschiedenen Fachrichtungen und welche ich dann speziell brauchte verging viel zu viel Zeit.
Also hier mal was ich zu diesem Thema gefunden habe.
Es gibt
Psychiater und Neurologen,
Psychologen,
Psychoanalytiker,
Psychotherapeuten,
Psychotherapeutische Heilpraktiker.
Deren Ausbildung und Tätigkeit entsprechen also unterschiedlichen Berufgruppen, die Hilfe für Kranke anbieten.

Psychologische Berater dürfen nur Gesunden bei der Überwindung von Lebenskrisen beistehen.

Psychiater sind Ärzte mit Facharztausbildung zur Behandlung von psychischen Störungen im Anschluss am Medizinstudium.
Häufig sind diese auch Neurologen.
Nur Ärzte dürfen Psychopharmaka verschreiben.

Psychologen müssen ihr 5-jähriges Hochschulstudium hinter sich bringen (u.a. viel Forschung und Mathematik) und können dann eine Ausbildung zum Psychotherapeuten (3-5 Jahre dauernd) draufsetzen. Er oder sie darf sich dann PsychotherapeutIn nennen. Die dürfen dann aber auch nicht selbstständig Psychopharmaka verschreiben.

Der Begriff Psychothrapeut ist in Deutschland gschützt. Voraussetzung ist das Studium der Medizin oder Psychologie sowie eine mehrjährige psychotherapeutische Fortbildung in einem anerkannten psychotherapeutischen Verfahren.

In Deutschland sind anerkannte Verfahren:
die kognitive Verhaltenstherapie
die tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapie
bzw. die Psychoanalyse.

Die Ausbildung umfasst theorie,mind. 1jähriges Tätigkeit im psychatr. Krankenhaus, Selbsterfahrung, Durchführung supervidierter Therapie.
Danach ist denn dann erlaubt die Berufbezeichnung ärztlicher Psychotherapeut oder psychologische Psychotherapeut zu führen.

Für die Ausbildung zum Kinder-und Jugentlichenpsychotherapeuten sind auch Sozialpädagogen und Pädagogen mit entsprechender Zusatzausbildung zugelassen.

Der Psychotherapeutische Heilpraktiker ist eine Art von Quereinsteiger. Er muss eine amtsärztliche Prüfung bestehen. Ziel ist Psychopathologische Zustände erkennen zu können, und diese Leute gleich an die entsprechenden Ärzte weiterleitet. Es werden auch Therapien angeboten, die meist nicht zu den oben beschriebenen anerkannten (durch die Krankenkasse) Verfahren gehören aber dadurch nicht minder wirksam sind.

Dann gibt es noch viele weitere Berufgruppen die keine Erlaubnis zur Durchführung von Psychotherapien besitzen aber oftmals besonders im klinischen Kontext therapeutische Aufgaben übernehmen. Wie:
Pädagogen, Musiktherapeuten, Atemtherapeuten, Physiotherapeuten etc..

Im ambulanten Bereich gibt es ein großes Angebot, welches Beratungcharakter hat, jedoch oft in das psychotherapeutische Fachgebiet hieneinragt. Wie:
Drogenberatung, Theologen, Familietherapeuten, Pädagogen, psychologische Berater, etc..

Aber wieder zurück zu den anerkannten Verfahren.
Ich habe mit Vertretern dieser Verfahren persönlich gesprochen. Da kam dann zum Vorschein, dass da so eine Art von Konkurrenz unter den verschiedenen Schulen herrscht. smecht
Der Verhaltenstherapeut preist seine Therapie als schnell und effektiv an.
Der Tiefenpsychologe meinte, jaja und dann wird an den Symtomen rumgemacht und Sie wissen immer noch nicht den Grund warum das so gekommen ist.
Der Analytiker meint, hmm also wir müssen das Ganze im breiten Kontext sehen und es geht darum das Sie sich selbst begreifen lernen und sie selbst werden.

Aaaaaaaaaaha!
Und dann die langen Wartezeiten......

Ach ja, ich stiess dann noch auf einen Ausspruch von G.C. Jung einem verstorbenen ärtlichen Psychologen-Psychoanalytiker, dass man Psychologie nicht lernen kann.
Und ich denke da ist was dran. Wer nicht mal selbst das erlebt hat, nicht Herr oder Herrin im eigenen Haus zu sein, der weiss gar nicht was seinen Patienten oder Klienten so passiert.

Für die, die auf der Suche nach Hilfe sind heisst das schon mal ungefähr zu Wissen wie akut ihr Leiden ist. Hier ist meine persönliche Einschätzung.
Bei ernsthaften Suizitgedanken ist es ratsam direkt zu Hausarzt zu gehen, der einen weiterleitet. Wenn es sein muss direkt in eine psychatrische Klinik.
Bei Verhaltensauffälligkeiten, wie ich werd immer rot wenn mich mein Chef anspricht oder Ängsten, usw. zum Verhaltenstherapeuten.
Bei Beziehungskrisen, Familiengedöns, die Welt ist schlecht etc. zum Tiefenpsycholgen und Psychoanalytiker.
Bei weissen Mäusen also Wahrnehmungsstörungen sofort zum Arzt.

Es können halt auch organische Gründe vorliegen warum man Psychisch in eine Schieflage gerät. Wie Hormonchaos, Vitaminmangel, Schlag auf den Kopf, etc..
Also ich wäre total irritiert wenn mich mein Therapeut durch einen Arzt oder auch der Arzt selbst nicht erstmal auch körperlich durchcheckt bevor die Reise weiter in die Psychorichtung geht. Das gehört meiner Meinung nach dazu. Psyche und Körper gehören halt zusammen.

Ich habe damals die Verhaltenstherpeutin gefragt warum denn die verschiedenen Richtungen in der Psychologie nicht miteinander arbeiten können. Sie meinte, dass es aus ihrer Sicht auch wünschenswert wäre. Er aber wegen den Ausbildungmöglichkeiten schwer umsetzbar ist.
Schade!

Was auch krass ist ist der Therapiezeitaufwand. Also da will ich nicht falsch verstanden werden. Ich meine nicht das Pillen und Spritzen die Lösung sind. Aber wenn ich mitbekomme, dass solche Therapien über Jahre gehen, die Leute das meistens aus eigener Tasche bezahlen müssen. Ist es dann ein Luxus sich pschologischen Rat zu holen!? Alle anderen haben dann Pech gehabt oder kommen erst mit den Möglichkeiten der Psychologie in Kontakt, wenn der Zug dabei ist vor die Wand zu fahren.
Psychologie ist ja nicht nur etwas für Leute die psyisch krank sind. Auch Gesunde können durch die Beschäftigung mit ihrer Psyche mächtige Werkzeuge erhalten, mit denen es sich besser leben läßt.

Wichtig ist natürlich auch, ob die Chemie zwischen Klient und TherapeutIn stimmt. Aber da sind ja Hochsensible schonmal im Vorteil. Hat man das Gefühl, dass ein echtes Interesse an einem als Klient besteht. Kommt da Herzenswärme rüber. Fühle ich mich als Hilfesuchender wahr -und angenommen. Ich denke, das ist eine Grundvoraussetzung. Und Herzenswärme, urteilsfrei auf jemanden zugehen lernt man in keiner Anstalt oder instituellen Schule, vielleicht am ehesten in der Schule des Lebens.

Alle Gute,
Dea
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