Das Urwissen der alten Völker

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Das Urwissen der alten Völker

Beitragvon LittleBear43 » Do 7. Jul 2016, 14:19

Hallo,

ich habe in meinem Leben viele Antworten in verschiedenen Bereichen bekommen.

Zum Beispiel kann ich mit der Energetik sehr viel anfangen. Viele meiner eigenen Überzeugungen bekamen durch die Energetik eine plausible Erklärung. Und, auch wenn ich nicht 100%ig mit den Lehren der Energetik einverstanden bin, bekam ich zumindest neue Denkanstöße.

Aber es ist meine tiefe Verbundenheit mit den Ureinwohnern Amerikas, die mich schon mein ganzes Leben begleitet.

Meine erste Erinnerung dazu ist das Bild, als ich als kleines Mädchen mit einem Beutel voll Plastik-Indianerfiguren am Boden saß und mir meine eigene Welt aus Tipis, Büffeln, Häuptlingen, Krieger, Totempfählen, Pferden und Lagerfeuer baute.
Natürlich wuchs ich mit Winnetou auf und "Der letzte Mohikaner" war wohl auch ein Lieblingsfilm meines Vaters, denn den sahen wir uns öfters zusammen an. Stets saß ich vor dem Fernseher und dachte: "Bitte, bitte, nehmt mich mit! Ich möchte mit diesen schönen, edlen, stolzen und mutigen Menschen gehen."

Als ich mich dann neben den Hollywood Filmen auch mit der Realität, mit der Geschichte, beschäftigte, weinte ich bittere Tränen und fühlte den Schmerz fast körperlich. Ich schämte mich extrem, zur weißen Rasse zu gehören. Jahrelang plagte mich das schlechte Gewissen dafür, was den Natives angetan wurde und noch immer angetan wird.
Zum Glück stieß ich aber auch auf die Bücher, die das Leben der Indianer beschrieb. Ich wurde mit ihren Methoden und Traditionen vertraut, übernahm auch einiges für mein Leben.

Manchmal spüre ich eine extreme Sehnsucht und vermisse die Indianer in meinem Herzen. Ich weiß nicht, woher diese tiefe Liebe stammt. Vielleicht war ich in einem meiner letzten Leben selbst einer? ... Zumindest habe ich unabhängig voneinander schon von einigen Natives gehört, dass ich wie eine aussehe ... ! Ein größeres Kompliment kann man mir gar nicht machen.

Irgendwann bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass die Menschheit generell nach dem Urwissen der alten Völker sucht. Jeder spirituell offene Mensch beschäftigt sich mit einer der alten Kulturen. Manche zieht es nach Afrika, zur Wiege der Menschheit, andere mögen die Weisheiten des alten Chinas und andere beschäftigen sich mit den Aborigines, den Maori oder eben den Ureinwohner Amerikas.

Die Lehren der Naturvölker decken sich meistens. Nur spricht jedes Volk eine andere Sprache. Ich glaube, dass sich jeder suchende Mensch das Volk aussucht, dass "seine Sprache spricht", das er am besten versteht.

... Übrigens: die Lehren der Naturvölker decken sich vielfach auch mit den Lehren aus der Bibel ... !
LittleBear43
 

Re: Das Urwissen der alten Völker

Beitragvon Lightness » Do 7. Jul 2016, 18:30

... Übrigens: die Lehren der Naturvölker decken sich vielfach auch mit den Lehren aus der Bibel ... !


Diese Vermutung habe ich schon lange @LittleBear.

Mich interessieren auch die Heilkünste der indigenen Völker und würde zu gerne mehr darüber erfahren. Bis jetzt ist es so, dass ich immer öfter per Zufall von alternativen Heilmethoden aus dem Internet erfahre.
Heute erst habe ich von einem Tee erfahren, dessen Rezept ein indianischer Schamane einer Frau weitergegeben hat, um Krebs zu heilen und sie hatte damit sehr großen Erfolg. Sogar so großen Erfolg, dass die nordamerikanische Gesundheitsbehörde sie mundtot gemacht hat. Aber es hat jemand das Rezept des Tees ausfindig gemacht und veröffentlicht. Bei Interess kann ich den Link mal posten.

Ich fand nur interessant, dass es etwas gibt, das die Natur gegen eine so aggressive Krankheit wie Krebs bereithält und ich glaube, das ist auch das, was die Bibel lehrt: Alles, was aus der Natur kommt, kann mit der Natur auch behandelt werden.
Lightness
 

Re: Das Urwissen der alten Völker

Beitragvon Seelenheim » Do 7. Jul 2016, 21:36

Mich haben Indianer auch von Kindheit an fasziniert. Das hatte glaube ich mit ihrer Würde zu tun. Und die Würde hat glaub ich was mit Demut und Kraft zu tun.
Ich will 2 Erlebnisse teilen, die ich bemerkenswert finde.
Ich habe mal im Gebiet der Coast Salish Nation gelebt, kann also nur über diesen Stamm etwas sagen.
Die meisten lebten in Reservaten, aber einige auch in der Stadt. Im Reservat war ich zum Powwow (jährlicher Tanzwettbewerb mit anderen Indianerstämmen) und da habe ich beobachten können, wie sie miteinander umgehen. Die Familien saßen zusammen, von Baby bis Uroma und die Männer haben sich um die Trommeln versammelt. Der Umgang mit den Kindern war unglaublich, weil alles so fließend passiert ist, ob Berührungen oder die Hinwendung an sich. Es war wie ein einziges flüssiges Bild, ohne Energiestau und ohne Ecken und Kanten. Alles war so weich, und in dieser Weichheit lag Kraft. Bevor die Tänze begannen kreisten auf einmal unzählige Weißkopfseeadler(!) über dem Platz.
Die andere berührende Erfahrung war auf der Straße in der Stadt, wo manche alkoholkranke Indianer saßen und bettelten. Viele sind alkoholkrank und/oder haben Diabetes. Da saß dieser Indianer und trotz seines Zustandes war da so eine Ausstrahlung um ihn rum, wie ich es noch nie erlebt habe. Da war so ein energetischer Schutz um ihn rum, das werde ich nie vergessen. In Wirklichkeit hat er gestrahlt.
Grundsätzlich hatte und habe ich das Gefühl, dass die Indianer einen ganz besonderen "Schutzgeist" haben.
Vielleicht so ähnlich wie manche Juden oder Kinder.
Viele lebten in Wohnwagen im Reservat und da war überall Dreck und Müll....aber in meinen Augen war das gar kein Müll. Man spürte, dass die eine tiefe Bindung zum Herzen der Erde und zum Geist hatten, trotz allem. _floating_heart
@Lightness
Mich würde die Medizin interessieren.
Seelenheim
 

Re: Das Urwissen der alten Völker

Beitragvon Lightness » Fr 8. Jul 2016, 09:35

Sehr gerne @Seelenheim!

http://www.gute-nachrichten.com.de/2014 ... gen-krebs/

http://www.healthfreedom.info/McPherson%20Affidavit.htm

Der erste Link führt auf eine Seite, die ich persönlich sehr schön finde, weil dort nur gute Nachrichten als Ausgleich zu den ewigen schlechten Nachrichten über Katastrophen u.ä. in den Medien (Fernsehen etc.) gepostet werden.

Der zweite Link erklärt das Rezept vom Essiac-Tee und seine Zusammensetzung (allerdings auf englisch).
Ich hoffe nur, dass das Rezept nicht von irgendwem verfälscht wurde, weil wenn du liest, welche Schwierigkeiten Rene Caisse mit der Veröffentlichung des Rezepts ihres Tees hatte, dann kann man schon mal daran zweifeln, ob das Rezept auch das richtige ist und nicht damals von der nordamerikanischen Gesundheitsbehörde vernichtet worden ist.

Gruß Lightness
Lightness
 

Re: Das Urwissen der alten Völker

Beitragvon Equilibrium » Fr 8. Jul 2016, 16:16

Wenn so eine große Affinität zu einer Kultur wir die der Indianer besteht, könntest du nachforschen ob du dort Inkarniert warst. Mich beschäftigt ebenfalls das Urwissen und im Wesentlichen schon sehr lange, das was für uns Menschen und für mich selbst natürlich ist.
Ich glaube bei den Indianern ist noch mehr bekannt, weil es noch nicht so lange zurück liegt wie hier in Europa. Bei dem was "die weiße Rasse" getan hat, sollte die Vorgeschichte nicht außer Acht gelassen werden. 500 Jahre Terror und Hexenverbrennungen (als mir die Tragweite bewusst wurde, traf mich das ziemlich) und in der Folge Verarmung, Hunger, Massenerziehung und Menschenmaterial um z.B. die Indianer zu unterwerfen (vorher gab es umfangreiches Verhütungswissen). Ich will damit nichts vergleichen, es wird jedoch erklärbar und für mich ist sichtbar, das imgrunde alle Kulturen zerstört wurden, eine nach der anderen.
Darin sehe ich auch eine Ursache, weshalb so wenig Menschen im spirituellen Bereich die eigene Kultur suchen, die hier in Europa heimisch war. Es liegt einige Zeit zurück, es ist für mein Verständnis unverarbeitet, jedoch reich und sehr alt. Viel älter als die gängigen Religionen.

Ich lese grade mit Faszination ein weiteres Buch der Anastasia Reihe über das wedische Wissen das sich in Sibirien erhalten hat und in ganz Europa bekannt gewesen sein soll. Für mich fühlt es sich stimmig an und das ist ein Maßstab geworden an dem ich vieles Messe. Denn es gibt so viele Geschichtslügen und über die "alte Ordnung" ist kaum wissen verfügbar. Also schaue ich wie es sich anfühlt und ob es mit mir in Resonanz tritt. Denn m.E. ist das Wissen von damals durch die Kette der Vorfahren weitergegeben worden bis zu uns und deshalb fühlbar aber eben nicht durch den Verstand zugänglich.

Bei Anastasia geht es darum wie natürliches Leben und Sein umsetzbar ist. Aufgrund dieser Bücher ist eine Bewegung in Russland entstanden, auf dem Land zu leben, eigene Nahrungsmittel anzubauen, in Harmonie mit der Natur zu leben und wieder zum wesentlichen zurückzufinden.

Ich fand gerade diesen Kanal in Youtube der sich damit beschäftigt:
Phänomen Anastasia, Einführung in die Mammutserie - Band 1, Teil 1 - Anastasia, Tochter der Taiga

Tatsächlich erkenne ich mehr und mehr das in allen alten Kulturen ein Konsens über viele Ansichten bestand. Als ich begann mich mit dem Christentum vor der Kirche zu beschäftigen, fand ich viele parallelen zum Heidentum. Das was die Kirche(n) tun ist für mich falsch und an wesentlichen Punkten verdreht, aber das was sie zur Grundlage nahmen und was auch teilweise noch in der Bibel steht (ich mag dieses Buch als Quelle u.a. nicht so sehr, da es oft manipuliert wurde) deckt sich.
Es gibt oftmals in den Organisationsstrukturen der Religionen Verdrehungen des Ursprünglichen, das m.E. viele Menschen auf falsche Wege führt (mit falsch meine ich Leid, Missbrauch, Abhängigkeit, Konflikte) der Kern jedoch ist Weltweit sehr ähnlich, mit kulturellen Betonungen bestimmter Ansichten, wodurch sich die Eigenarten Ausdrücken und die verschiedenen Wege.

Ich selbst suche inzwischen nur noch das Urwissen Europas, denn obwohl ich mich als Seele verstehe die einen Körper bewohnt, ist mein Körper eben hier verwurzelt. Mein gegenwärtiges Sein ist hier und steht in Harmonie mit dem was hier entwickelt wurde. So ein Resonanzgefühl des ganzen Körpers habe ich nicht bei fremden Kulturen, obwohl das Wissen für den Verstand interessant ist.

Grüße
Equilibrium
Findet euch selbst, seid ihr selbst, folgt euren eigenen Eingebungen und Impulsen, nichts und niemand anderem. Zerstört alle Bilder, die ihr euch von euch selbst, von den anderen und von den Rollen der Geschlechter gemacht habt, und vertraut dem Wildwuchs eurer eigenen Natur.
Safi Nidiaye


-->Ich bin hier nicht mehr aktiv. Du darfst mir jedoch gern eine Email schreiben. Ich bin offen für Austausch über das Nichtalltägliche.
Equilibrium
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Re: Das Urwissen der alten Völker

Beitragvon Seelenheim » Fr 8. Jul 2016, 18:09

@Lightness
Danke! Warum soll man Chemie mehr vertrauen als Pflanzen?
Da fehlt ja jede Beziehung.

Vielleicht hat die Affinität zu den Indianern auch mit der Ahnung vom ursprünglichen Glück der Naturvölker zu tun? Und das greifbare Leid ihrer brutalen Unterdrückung...letztendlich sucht man bestimmt immer sich selbst.
Seelenheim
 

Re: Das Urwissen der alten Völker

Beitragvon LittleBear43 » Mi 13. Jul 2016, 12:39

danke2

Ich danke euch allen, dass Ihr das Thema so vielschichtig aufgegriffen habt!

Schamanismus ist erstaunlicherweise ein Gebiet, mit dem ich mich am allerwenigsten befasse. Ich glaube, dass mir das persönlich zu komplex ist, um es zu verstehen.

Es gibt immer wieder Phasen, speziell wenn die Sehnsucht nach den Indianern so groß wird, dass sie schmerzt, in denen ich unbedingt wissen möchte, woher diese Verbundenheit kommt.
Waren die Lakota einmal meine Familie? Gehörte ich einmal zu ihnen? Oder fühle ich mich gerade mit diesem Volk so verbunden, weil man von ihnen am meisten weiß?
Ganz bestimmt fühle ich mich zu den Präriestämmen mehr hingezogen als zu dem Pueblos. Das Nomadentum, das freie Leben, das spontane Leben, angepasst an den momentan Umständen, damit kann ich mich identifizieren.

Aber eigentlich muss ich gar nicht wissen, warum es so ist. Es ist nicht wichtig, woher diese Liebe kommt. Es ist etwas Großes und Wichtiges in mir, das alleine reicht mir völlig aus.

Übrigens:
Auch bei der Kindererziehung könnte wir von den Indianern eine Menge lernen!
Die Lakota schimpfen mit ihren Kindern nicht, sondern loben sie für alles, was sie gut machen. In unserer Kultur wird ein Kleinkind, solange es brav und still am Boden sitzt und spielt, meist nicht beachtet. Erst wenn der Blumentopf fällt oder das Kind weint, kommt die Mama. Ergo - muss ich etwas anstellen, damit meine Mama mich wahrnimmt und zu mir kommt ...
Und eine Geschichte gibt es zu dem Thema, die mir besonders gut gefällt:
Wenn zwei Kinder streiten und beide darauf beharren, recht zu haben, nimmt sie der Großvater bei der Hand und geht mit ihnen auf einen Hügel. Dort müssen beide Kinder einen Stock in die Erde stecken. Dessen Stock, der beim nächsten Vollmond noch aufrecht in der Erde steckt, hatte recht.
Der Streit war für den Moment geschlichtet und bis zum nächsten Vollmond hatten ihn die Kinder schon längst wieder vergessen ... icon_winkle
LittleBear43
 

Re: Das Urwissen der alten Völker

Beitragvon InnerLight-HH » Sa 16. Jul 2016, 00:16

Hej ihrs,

ich kuck ja nur recht selten in diese "Abteilung" rein, weil ich mich von dem Religions- und Esoterikgedöns stark distanziere.
Aber wie es die Vorsehung wollte, bin ich heute hier rein und habe diesen Thread gefunden.

Es gab auch in meiner Jugend eine extrem starke Affinition zu den amerikanischen Ureinwohnern, die mir immer wieder auch in Träumen erschienen sind.
1988 (damals lebte ich noch in München) gab Sun Bear (der, der das Buch über das Medizinrad geschrieben hat und mittlerweile verstorben ist) einen Vortrag im Amerikahaus in München. Ich besorgte mir eine Eintrittskarte und fuhr am Veranstaltungstag direkt nach der Arbeit hin.
Ein ganz wichtiger Satz, den er sagte, blieb mir bis heute in Erinnerung: "Schaut nicht bei anderen spirituellen Richtungen/Religionen, sucht eure eigenen spirituellen Wurzeln".
Damit machte er sehr deutlich, dass er es nicht gut fand, dass da (schon wieder) Weiße kommen und nun noch den allerletzen Rest der indigenen Würde nehmen und dann einen (billigen?) Abklatsch davon inszenieren (es kam nämlich eine Abteilung A-Reenacter - würde man heute so sagen - in wundervoller, exakt und authentisch nachgefertiger Lederkleidung, geschmückt und bemalt wie zu der Zeit der großen Bisonherden und überreichten ihm Geschenke. Er war sichtlich irritiert und ich habe gespürt - bin ja HSP, wusste ich bloß damals nicht - dass ihm das so gar nicht passte und gefiel).

Equilibrum:
Darin sehe ich auch eine Ursache, weshalb so wenig Menschen im spirituellen Bereich die eigene Kultur suchen, die hier in Europa heimisch war. Es liegt einige Zeit zurück, es ist für mein Verständnis unverarbeitet, jedoch reich und sehr alt. Viel älter als die gängigen Religionen.


Das hat mir auch bei meinem, lang anhaltenden Unbehagen in meiner "spirituellen Zeit" geholfen, nicht in der Ferne, in Indien, Afrika oder wo auch immer, nach einer spirituellen Heimat zu suchen, die ich dort gar nicht finden kann.

Aber ich schweife ab.
Im Jahr drauf (1989) bin ich dann zu meiner letzten Reise in die USA aufgebrochen, um dort "meine" Indianergebiete zu besuchen - Arizona und New Mexico. Es war die beste Reise die ich bis dahin in meinem Leben gemacht hatte und, ja - auch mir ist in ganz bestimmten Situationen mehr als deutlich klar geworden, dass ich dort schon einmal gelebt hatte (das hatte ich später an anderen Orten, wo ich nach meiner Münchner Zeit lebte, auch einige Male).
Als ich dann zurück nach Hause kam, war das erledigt und dieses intensive Gefühl für die indianische Kultur hatte sich gelöst.

Die Erlebnisse, die Seelenheim beschrieb, kenne ich auch aus meiner damaligen Reise - das wunderbar positive aber auch das sehr traurige, wie die Natives dort behandelt wurden und werden. Über diese Reise könnte ich nochmal ein ganzes Buch schreiben....

Sun Bears Worte haben aber meine spätere Arbeit beeinflusst, indem ich mich sehr intensiv mit der prähistorischen bis vorrömischen Kultur und Spiritualität unserer (ich mag nicht Deutschen sagen, weil es ein Kunstbegriff ist, etwas, das aus einer machterhaltenden Politik entstanden ist) eigenen, nativen Stammesgebiete auseinander gesetzt, geforscht und ein Fachbuch geschrieben habe.

Alles Liebe
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Re: Das Urwissen der alten Völker

Beitragvon Lightness » Mi 20. Jul 2016, 10:41

Es gibt einen sehr schönen Text über die Sitten und Gebräuche der Indianer, den ich euch nicht vorenthalten möchte:

Das große Geheimnis der Indianer

Der Ureinwohner Amerikas verband seinen Stolz mit einer außergewöhnlichen Demut. Überheblichkeit war seinem Wesen und seiner Lehre fremd. Er erhob niemals den Anspruch, dass die Fähigkeit, sich durch Sprache auszudrücken, ein Beweis für die Überlegenheit des Menschen über die sprachlose Schöpfung sei; ganz im Gegenteil, er sah in dieser Gabe eine Gefahr. Er glaubte fest an das Schweigen – das Zeichen vollkommener Harmonie. Schweigen und Stille stellten für ihn das Gleichgewicht von Körper, Geist und Seele dar.

Wenn du den Indianer fragst: „Was ist Stille?“, wird er dir antworten: „Das Große Geheimnis.“ „Die heilige stille ist Seine Stimme“. Und wenn du fragst: „Was sind die Früchte der Stille?“, so wird er sagen: „Selbstbeherrschung, wahrer Mut und Ausdauer, Geduld, Würde und Ehrfurcht.“ „Hüte deine Zunge in der Jugend“, sagte der alte Häuptling Wabashaw, „dann wirst du vielleicht im Alter deinem Volk einen weisen Gedanken schenken.“
Als ich ein Kind war verstand ich zu geben und zu teilen; seit ich zivilisiert wurde, habe ich diese Tugenden verlernt. Ich lebte ein natürliches Leben, jetzt lebe ich ein künstliches. Damals war jeder hübsche Kieselstein für mich kostbar, und ich hatte Ehrfurcht vor jedem Baum.

Ehrfurcht


Im Leben eines Indianers gab es eine Pflicht, auf deren Erfüllung er nie vergaß – die Pflicht, jeden Tag im Gebet das Ewige und Unsichtbare zu ehren. Wann immer er auf seiner täglichen Jagd auf ein Bild ehrfurchgebietender Schönheit stößt – eine Regenbogenbrücke vor einer schwarzen Gewitterwolke über den Bergen; einen weißschäumenden Wasserfall im Herzen einer grünen Schlucht; eine weite Prärie, vom Sonnenuntergang blutrot angestrahlt – , verharrt der rote Jäger einen Augenblick in anbetender Haltung.
Alles, was er tut, hat für ihn religiöse Bedeutung. Er spürt den Geist des Schöpfers in der ganzen Natur und glaubt, dass er daraus seine innere Kraft erhält. Er achtet das Unsterbliche im Tier, seinem Bruder, und diese Ehrfurch führt ihn oft so weit, dass er den Kopf eines erlegten Tieres mit symbolischer Farbe oder mit Feder schmückt. Dann hält er die gefüllte Pfeife hoch – als Zeichen, dass er auf ehrenhafte Weise den Geist seines Bruders befreit hat, dessen Körper zu töten er gezwungen war, um selber weiterzuleben.
Ohuyes, Dakota Indianer (Charles Alexander Eastman), Arzt und Schriftsteller aus dem Volk der Dakota, arbeitete nach seiner Promotion drei Jahre als Arzt in der Pine Ridge Reservation in Süddakota und war Zeuge des Massakers von Wounded Knee. Als er gegen die Missstände in der Reservation auftrat, wurde er gezwungen, seine Stelle aufzugeben. In seinen Büchern wollte er Wert und Würde der indianischen Lebensart aufzeigen und den weißen Lesern bewusst machen, dass die Ureinwohner Amerikas keine „Wilden“ waren.


Stille


Erziehung zur Stille, zum Schweigen begann schon sehr früh. Wir lehrten unsere Kinder, still zu sitzen und Freude daran zu haben. Wir lehrten sie, ihre Sinne zu gebrauchen, die verschiedenen Gerüche aufzunehmen, zu schauen, wenn es allem Anschein nach nichts zu sehen gab, und aufmerksam zu horchen, wenn alles ganz ruhig schien. Ein Kind, das nicht stillsitzen kann, ist in seiner Entwicklung zurückgeblieben.
Übertriebenes, auffälliges Benehmen lehnten wir als unaufrichtig ab, und ein Mensch, der pausenlos redete, galt als ungesittet und gedankenlos. Ein Gespräch wurde nie übereilt begonnen und hastig geführt. Niemand stellte vorschnell eine Frage, mochte sie auch noch so wichtig sein, und niemand wurde zu einer Antwort gezwungen. Die wahrhaft höfliche Art und Weise, ein Gespräch zu beginnen, war eine Zeit gemeinsam stillen Nachdenkens; und auch während des Gespräches achteten wir jede Pause, in der der Partner überlegte und nachdachte. Für die Dokata war das Schweigen bedeutungsvoll. In Unglück und Leid, wenn Krankheit und Tod unser Leben überschatteten, war Schweigen ein Zeichen von Ehrfurcht und Respekt; ebenso, wenn uns Großes und Bewundernswertes in seinen Bann schlug. Für die Dakota war das Schweigen von größerer Kraft als das Wort.
Luther Standing Bear, Dakota Indianer. Mit Gewalt versuchte man, aus Indianern „zivilisierte Amerikaner“ zu machen. Die Kinder durften ihre eigene Sprache nicht mehr sprechen, sie mussten ihre Kultur vergessen und mit der Kleidung auch Gedanken und Gefühle wechseln… Luther Standing Bear, aus dem man ebenso einen zivilisierten Amerikaner machen wollte und der in einer amerikanischen Schule erzogen wurde, kehrte 1931 in das Rosebud-Reservat zurück und war erschüttert über das Elend und über den körperlichen, geistigen und seelischen Verfall seines Volkes, dem man alles genommen hatte, auch die eigenen moralischen Werte. In einem seiner Bücher, „Land of the Spotted Eagle“, beschrieb er die hochstehende alte Kultur der Sioux-Indianer.

Geist, Leben, Atem und Neuwerdung


Lasst uns alle hier niedersitzen in der freien Prärie, wo wir keine Straße und keinen Zaun sehen. Setzen wir uns nicht auf eine Decke, unsere Körper sollen den Boden spüren, die Erde, den Widerstand der Stauden, die sich unserer Berührung anpassen. Das Gras soll unsere Matratze sein, damit wir seine Schärfe spüren und seine Weichheit. Lasst uns wie Steine sein, wie Pflanzen und Bäume. Lasst und Tiere sein, lasst uns denken und fühlen wie sie.
Horch die Luft! Du kannst sie hören, sie spüren, sie riechen und schmecken. Woniya wakan, die heilige Luft, die alles mit ihrem Atem erneuert. Woniya, woniya wakan: Geist, Leben, Atem, Neuwerdung – das Wort bedeutet all dies. Woniya – wir sitzen nebeneinander, wir berühren uns nicht, aber etwas ist da; wir fühlen, dass etwas in unserer Mitte gegenwärtig ist. Das ist ein guter Anfang, um über die Natur nachzudenken und über sie zu reden. Aber reden wir nicht nur ÜBER sie – reden wir MIT ihr, sprechen wir mit den Flüssen, den Seen und den Winden wie mit unseren Verwandten.

Unnatürlich Leben


Ich habe den Eindruck, die weißen Menschen fürchten sich so sehr vor der Welt, die sie selbst geschaffen haben, dass sie diese nicht mehr sehen, fühlen, riechen oder hören wollen. Regen und Schnee auf dem Gesicht zu spüren, von einem eisigen Wind wie erstarrt zu sein und an einem rauchenden Feuer wieder aufzutauchen, aus einer heißen Schwitzhütte zu kommen und in einen kalten Fluss zu tauchen – diese Erfahrungen zeigen dir, dass du lebst. Aber ihr wollt das gar nicht mehr empfinden. Ihr wohnt in Kästen, die Sommerhitze und Winterkälte aussperren, ihr lebt in einem Körper, der seinen Geruch verloren hat, ihr hört den Lärm aus der Hi-Fi Anlage anstatt den Klängen der Natur zu lauschen, euch, die ihr längst verlernt habt, irgend etwas selbst zu erleben. Ihr esst Speisen, die nach nichts schmecken. Das ist euer Weg. Er ist nicht gut.


Quelle: http://www.gehvoran.com/2015/07/das-gro ... -indianer/
Zuletzt geändert von Lightness am Do 21. Jul 2016, 07:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Das Urwissen der alten Völker

Beitragvon Walrun » Mi 20. Jul 2016, 20:31

Magst du mir (auch per PN) den Namen deines Buches verraten, InnerLight?
Das ist ein Thema, das mich sehr interessiert. :)
Walrun
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