Im Namen Gottes

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Im Namen Gottes

Beitragvon Velvet » Mi 26. Sep 2018, 09:41

Triggerwarnung: Es geht um den tausendfachen Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche!









Hallo, besonders an die Gläubigen unter euch,

mich beschäftigt, meist aus aktuellen Anlässen, so wie jetzt auch wieder, die Frage, wie geht ihr, die ihr nach den Weisungen Gottes lebt, überbracht von Pfarrern, Patern, Priestern etc, also den Überbringern der göttlichen Botschaft, mit den immer wiederkehrenden und in unvorstellbarem Ausmaß geschehenen und noch geschehenden sexuellen und anderweitigen Missbrauch von Kleinkindern/Kindern/Jugendlichen, verübt von eben diesen göttlichen Gesandten, um?

Wie erklärt euch euer Glaube solcherart Verbrechen in nächster Nähe und tausendfach, unter dem Schutz von Kirchendächern und hinter den fest verschlossenen Türen von Gemeindehäusern?

Was denkt ihr darüber, dass jahrzehntelang unter dem Deckmantel jeglicher katholischer Obrigkeiten Kinder gequält wurden von denen, die Nächstenliebe predigen und von euch ein sündenfreies, liebevolles und von Aufopferung für die Schwachen geprägtes Leben, im Namen Gottes, erwarten? Deren Menschlichkeit ganz offensichtlich und eindeutig nur als Worthülse in Predigten vorkam, sie selbst aber, und das nicht mal insgeheim, Unmenschlichkeit leben?

Ich frage mich und euch ehrlich, wie geht man ganz persönlich mit so einer Beschmutzung und Verhöhnung seines Glaubens, geschehen in tausendfacher Form um, ausgeübt von denen, denen man vertraut, möglicherweise sein Leben anvertraut hat?


Hier noch ein Artikel zum Thema aus dem Bonner Generalanzeiger von gestern mit interessanten Hintergrund-Infos dazu:

http://www.general-anzeiger-bonn.de/bon ... 1537884236
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Re: Im Namen Gottes

Beitragvon Mirror » Mi 26. Sep 2018, 12:29

Hallo Velvet,

ohne etwas entschuldigen zu wollen, würde ich mal behaupten, dass dies abhängig ist, vom eigenen Blick auf und in die Welt in Bezug auf das Konzept Gott, mit persönlich gemachten Erfahrungen.
Schaut man in der Geschichte zurück, haben die Vertreter religiöser Richtungen immer schon auch mächtig in der Politik mitgelenkt und viel Leid verursacht.

Und was dem Menschen nicht passt, wird passend gemacht.
Wüsste nicht, wann sich das je geändert hätte!

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Re: Im Namen Gottes

Beitragvon Saxo » Mi 26. Sep 2018, 21:01

Velvet hat geschrieben:Was denkt ihr darüber, dass jahrzehntelang unter dem Deckmantel jeglicher katholischer Obrigkeiten Kinder gequält wurden von denen, die Nächstenliebe predigen und von euch ein sündenfreies, liebevolles und von Aufopferung für die Schwachen geprägtes Leben, im Namen Gottes, erwarten? Deren Menschlichkeit ganz offensichtlich und eindeutig nur als Worthülse in Predigten vorkam, sie selbst aber, und das nicht mal insgeheim, Unmenschlichkeit leben?

Aus meiner Sicht sind diese Leute keine Überbringer göttlicher Botschaften, sondern ganz einfach schwerstkriminell und gehören ins Gefängnis. Dass Kinderschänder nicht ins Gefängnis müssen, wenn sie Geistliche sind, kann überhaupt nicht sein. Sowas ärgert mich enorm!

Ich bin nicht gläubig. Wenn ich es wäre, würde ich die Bibel oder andere christliche Literatur lesen um mich kundig zu machen. Ich bräuchte eh keinen Überbringer. Vielleicht bin ich da einfach zu selbständig. Ich kenne auch nur das Denken in der evangelischen Kirche, bei der man keinen Überbringer braucht. Als Christ würde ich mir echt überlegen, ob ich mir eine andere christliche Kirche suchen gehe. Tschuldigung, dass ich etwas bei dieser Sache etwas derb bin, aber bei der katholischen Kirche kommt mir manchmal die Galle hoch ...
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Re: Im Namen Gottes

Beitragvon Velvet » Do 27. Sep 2018, 10:21

Hallo ihr zwei,

vielen Dank für eure Meinungen!

@Mirror

Ich stimme mit dir überein, dass besonders die großen Religionen Zeit ihrer Ausübung Gesellschaften maßgeblich verändert haben und das auf sehr gewaltsame Art und Weise. Dennoch macht das jedes einzeln begangene Verbrechen nicht weniger schlimm.


@Saxo

Ich kann deinen Ärger gut nachvollziehen.


@ allgemein

Es geht mir in diesem Thread nicht darum, nach Superlativen für die Abscheulichkeit solcher Taten zu suchen, denn die gibt es nicht.
Mich interessiert hier lediglich der Aspekt, ob und inwiefern sich solche Enthüllungen auf einen Menschen auswirken, der sich dieser Religion anvertraut und nach ihren Gesetzen gelebt hat/lebt. Wo sortiert man das ein, beschäftigt man sich damit, verdrängt man es, zweifelt man an Gott und den in seinem Namen überbrachten Gesetzen, am Mensch, an sich selbst? Ist man wütend, fühlt man sich betrogen, erkennt man sich vielleicht selbst als Sündiger wieder und ist deshalb stumm?

Ich kann das Schweigen der Einzelnen- und das sind ja sehr viele- nicht nachvollziehen und würde es gern verstehen und einzuordnen wissen.
Ich hätte eher den Impuls und das eindeutige Bedürfnis, "meinen Gott" klar zu verteidigen, sein Wollen und mein Anliegen deutlich von den Menschen abzugrenzen, die sich ihm ermächtigt haben und diese Macht auf´s äußerste pervertieren.

Viele Grüße
Velvet
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Re: Im Namen Gottes

Beitragvon Losttheway » Sa 1. Dez 2018, 12:32

Im Hinblick auf die Kirche erklärte der Kirchenistoriker Karlheinz Deschner (Kriminalgeschichte des Christentums):

"Nach intensiver Beschäftigung mit der Geschichte des Christentums kenne ich in Antike, Mittelalter und Neuzeit, einschließlich und besonders des 20. Jahrhunderts, keine Organisation der Welt, die zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen belastet ist wie die christliche Kirche [PS: das Wort "christlich" ist ein Etikettenschwindel bzw. Betrug], ganz besonders die römisch-katholische Kirche"

Und:

Theoretisch gibt sich das Christentum für die friedliebendste Glaubensgemeinschaft der Weltgeschichte aus. Praktisch ist es nachweislich die blutrünstigste aller Religionen.



Und der Atheist Volker Dittmar schreibt:

Frage: Warum sollte man kein Christ sein?

Weil der christliche Glauben eine intellektuelle Bankrotterklärung ist. Der einzige Grund, Christ zu sein und einer der großen christlichen Kirchen anzuhängen ist der, dass man in einigen Berufen sonst keine Arbeit findet. Das ist die einzige Rechtfertigung, die man anerkennen kann. Der Rest heißt doch nur, dass man aus Bequemlichkeit Christ bleibt, weil man selbst und die Vorfahren das »schon immer« waren (präziser: Seit man unsere Vorfahren mit Feuer und Schwert dazu gezwungen hat, Christen zu werden und sich der Kirche zu unterwerfen).
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Re: Im Namen Gottes

Beitragvon Frank_SH » Fr 7. Dez 2018, 13:12

Meiner Meinung nach ist grundsätzlicher Glaube von der Religion loszulösen.

Gerade das Christentum in Deutschland (Katholiken und Evangelen) hat religiöse Machtstrukturen, die für mich nichts mit christlichem Glauben zu tun haben.

Der Glaube wird hier als Vorwand missbraucht, um Macht zu bündeln und zu mehren.

Jeder, der Glauben einsetzt um zu manipulieren, auszubeuten und zu unterdrücken ist für mich kriminell. Die Täter aus den Reihen der kirchlichen Machtstruktur sollten sehr hart bestraft werden.

Religion hat, für mich, auch nichts in der Politik verloren. Die negativen Folgen hat uns die Geschichte der vergangenen 2000 Jahre immer wieder gezeigt. Und trotzdem wehrt sich die Gesellschaft nicht dagegen, dass CDU und CSU Politik im Namen des "Volkes" macht und den Glauben als Menschenmagnet für ihren Einfluss (Macht) missbraucht...

Ich bin überzeugter Christ und lehne die kirchlichen Machtstrukturen und politischen (kirchlichen) Trittbrettfahrer aus CDU und CSU ab.

Ich lebe Barmherzigkeit und Nächstenliebe und brauche dafür keinen Kirchen-Pfaffen, der mich segnet - das tun die Personen, denen ich im Alltag helfe.
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