Kann man/frau als HSP Christ/in sein?

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Kann man/frau als HSP Christ/in sein?

Beitragvon Sterntaler » Sa 25. Aug 2018, 21:30

Hallo zusammen,

ich habe mal an die Christen unter euch eine Frage:
viele Jahrzehnte habe ich mich auch so bezeichnet. Die Bibel ist ein wunderbares Werk und die christliche Botschaft, die aus Liebe und Frieden besteht, finde ich super.
Irgendwann kam es mir allerdings so vor, als wäre das Christentum nur eine Religion für Menschen, denen es gut geht im Leben. (wozu ich mich selbst auch zähle) Aber müsste das Christentum nicht eine Religion für ALLE Menschen sein?

Regelmäßig bin ich entsetzt und deprimiert wenn ich lese oder sehe, was auf der Welt passiert (inkl. Deutschland). Ich kann diese Brutalität, Abgestumpftheit, Gewalttätigkeit und Lieblosigkeit mit dem liebevollen und friedlichen Christentum nicht mehr vereinbaren.
Wie schafft ihr das?
Wenn ich im Gottesdienst war und Gott gelobpreist habe und dankbar war, dass es ihn und seine Liebe gibt, war mir als HSP klar, dass zur selben Zeit z.B. Kinder durch die Hölle gehen; weil ihnen schwerste Gewalt angetan wird, weil sie missbraucht werden, weil niemand da ist, der sie schützt.
Ich habe noch nirgendwo gelesen, dass Eltern, die gerade ihr Kind umbringen, einen Herzinfarkt erlitten hätten. Oder ein Familienvater, der streng über seine Tochter wacht, aber dann zum Babystrich fährt, um eine 13jährige zu kaufen. Immer sind die Opfer die Schwachen.
Der Zustand der Welt ist so dermaßen abgefuckt, dass es für einen sensiblen Menschen nicht zu ertragen ist. Ich konnte keine Christin mehr sein. Ja, mir geht es sehr gut und ich kann auch für seeeehr viele Dinge dankbar sein. Weil ich Glück hatte - Glück, in eine nette Familie geboren zu werden in einem wohlhabenden Land. Mehr als Glück ist es nicht.
Das Glück der Geburt entscheidet über das ganze Leben

LG Sterntaler
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Re: Kann man/frau als HSP Christ/in sein?

Beitragvon Jamania » So 26. Aug 2018, 07:42

Hallo Sterntaler,
du sprichst da Punkte an, die unter Atheisten oder Menschen, die sich von der Kirche abgewendet haben, ganz oben stehen:
Warum greift ein allmächtiger Gott, der doch die Fähigkeit hat, Dinge zu lenken, nicht ein?
Wie kann ein barmherziger Gott voller Liebe sich das Tag für Tag anschauen, was alles grausames passiert, weil er nicht eingreift?
Und wenn er das als Erziehungsaufgabe sieht, könnte er nicht wenigstens die hilflosesten Kreaturen, die nun wirklich nicht selbst Schuld auf sich geladen haben, schützen?
Es bliebe ja immer noch genug Lerneffekt...
Sterntaler hat geschrieben:Die Bibel ist ein wunderbares Werk und die christliche Botschaft, die aus Liebe und Frieden besteht, finde ich super.

Das stimmt nicht ganz, Teile der Bibel (z.B. im AT) sind extrem grausam und Gott wird als eifersüchtig und rachsüchtig, autoritär und bestrafend beschrieben
Es gab wohl eher einen Sinneswandel "auf Erden" , der die Organisation Kirche hat andere Wege gehen lassen.
Für mich ist die Logik dahinter vermutlich eher eine Marketingstrategie, weil die Angst, die verbreitet wurde, nicht mehr den gewünschten Effekt hatte, weil es Aufklärung und neue Strömungen gab.
Sterntaler hat geschrieben:Aber müsste das Christentum nicht eine Religion für ALLE Menschen sein?

Ja, stimmt!
Genauso wie der Islam oder andere Glaubensrichtungen.
Dann wären sie für mich überzeugend.
Stattdessen konkurrieren sie als erstes schon mal miteinander um die eine, wirkliche Wahrheit.
Dann widersprechen sie sich und schieben alles auf die Auslegung der Gläubigen, von denen, die die es richtig (also im Sinne der Religion) machen die Auserwählten sind, die anderen, diejenigen, die in der Hölle schmoren.
Alles ist voll von Manipulation, passiver Aggression, Doublebind und eben allen Kniffen, mit denen man Menschen dazu bekommen will, das zu tun, was man möchte, was sie freiwillig nie machen würden.

Fängt jemand an, Fragen zu stellen, glaubt er nicht genug (stimmt ja auch!)

Deine Frage verstehe ich nicht so richtig...
Warum sollte man als HSP an Gott glauben oder eher nicht?
Was ist da der Zusammenhang?
Ich sehe den springenden Punkt eher in so Aspekten wie Systeme kritisch zu sehen vs. sie als Halt zu brauchen....
Oder den Hang Sachinformationen mit Lebenskonzepten abgleichen zu wollen, vs. beides getrennt zu betrachten....
Oder unterschiedliche Bewertungen von Autorität.

Viele Grüße,
Jamania
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Re: Kann man/frau als HSP Christ/in sein?

Beitragvon Frank_SH » So 26. Aug 2018, 13:38

Moin,

ich bin gläubig, aber nicht sehr religiös und fühle mich sowohl dem Christentum als auch dem alten Glauben (Heidentum) verbunden.

Glaube hat für mich nicht zwingend etwas mit der Kirche zu tun. Ich lebe "meinen Glauben" als Haltung und versuche gut mit meinen Mitmenschen umzugehen.

Eine Erklärung für gesellschaftliche Misstände in dem nicht "funktionieren" einer Religion zu suchen ist meiner Meinung nach falsch.

Der Mensch ist im Tierreich so erfolgreich, weil er rücksichtslos und gierig ist und manipulieren kann.

Solange es Menschen gibt, die glauben besser als andere zu sein, wird es gesellschaftliche Probleme geben. Hier liegt meiner Meinung nach die Herausforderung.

Jeder Mensch hat, losgelöst von Religionen, die Möglichkeit Gutes zu tun. Und so auch die Möglichkeit ein guter Christ, Moslem, Heide oder was auch immer zu sein.

LG, Frank
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Re: Kann man/frau als HSP Christ/in sein?

Beitragvon Jamania » Mo 27. Aug 2018, 14:15

Hallo zusammen,

Frank_SH hat geschrieben:Glaube hat für mich nicht zwingend etwas mit der Kirche zu tun. Ich lebe "meinen Glauben" als Haltung und versuche gut mit meinen Mitmenschen umzugehen.

Ja, dieses Privileg haben wir heutzutage, aber dennoch stammt der Glaube, der sich auf die vorgegebenen Pfeiler wie z.B. den einen Gott und die Himmel und Hölle-Unterteilung, Jesus und den hl. Geist eben aus der Institution, die sie lange Zeit mit Druck und unter Drohung verbreitet hat.
Frank_SH hat geschrieben:Eine Erklärung für gesellschaftliche Misstände in dem nicht "funktionieren" einer Religion zu suchen ist meiner Meinung nach falsch.

Wiederum: ja, bei uns ist das so, dem würde ich zustimmen.
Im Grunde genommen, kann man manche Missstände sogar auf das Fehlen von religiösen Strukturen, auf die nachlassende Autorität aus dieser Richtung zurück führen.

Ich bin mir ja ziemlich sicher, dass institutionelle Religion mit durchaus guten Gedanken entstanden ist, nämlich um dem Menschen klar zu machen, dass er andere nicht zu seinem Vorteil ausraubt, ausnutzt und tötet, dass er sich um seinen Nachwuchs kümmert und um die Menschen, die alt geworden sind.
Nur mit netten Worten war das in unserer barbarischen Vergangenheit wohl kaum zu erreichen und so mussten Drohszenarien her und Druck - viel Druck.

Denn so sieht's aus:
Frank_SH hat geschrieben:Der Mensch ist im Tierreich so erfolgreich, weil er rücksichtslos und gierig ist und manipulieren kann.


Und das ist eben die große Frage:
Frank_SH hat geschrieben:Jeder Mensch hat, losgelöst von Religionen, die Möglichkeit Gutes zu tun. Und so auch die Möglichkeit ein guter Christ, Moslem, Heide oder was auch immer zu sein.

Viele machen das ja auch und haben sich von diesen alten Konzepten gelöst.
Nicht auf den Einzelnen bezogen, sondern auf die Gesellschaft, scheint das aber nicht gut zu funktionieren.

Was genau lässt sich jetzt daraus schlussfolgern:
- Schafft die Menschheit es alleine - also ohne moralische Führung - nicht, sich moralisch gut zu verhalten und miteinander auszukommen, anstatt sich zu misstrauen bis hin zu bekriegen?
- Oder ist es zu früh das zu sagen, weil die Zeit der Mündigkeit einfach noch zu kurz ist und die Menschen wie die Teenager erst mal über die Stränge schlagen müssen, bevor sie in ihrer Entwicklung vernünftig werden und aus freiem Willen sich "gut" benehmen?

Ich glaube ja an das zweite, hoffe aber nur, dass uns die Zeit dafür nicht wegläuft während wir unser Hotelzimmer Erde wie die Rockstars verwüsten.
Immerhin ist im Westen ja schon die Gedankenwende eingetreten, auch wenn sie noch keine großen Folgen hat.
Aber riesige Nationen wie China und Indien warten darauf, dass sie auch endlich mal über die Stränge schlagen dürfen und sich hemmungslos egoistisch benehmen dürfen, weil das ja jetzt auch ihr Recht ist.

Kann und sollte Religion das versuchen zu verhindern?
Ich glaube, der Zug ist abgefahren, die einzige Religion, die noch richtig erfolgreich ist, ist der Islam.
Von daher also sehr richtig die Prophezeiung, dass der Islam die letzte Religion sein wird....
Für mich allerdings ein Rückschritt, den ich nicht positiv sehe und der Probleme weitgehend so lösen will, wie z.B. das Christentum es die längste Zeit gemacht hat, nämlich mit Druck und Bestrafung.

Viele Grüße,
Jamania
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Re: Kann man/frau als HSP Christ/in sein?

Beitragvon Frank_SH » Mo 27. Aug 2018, 16:28

Liebe Jamania,

du ziehst die Dinge aus dem Zusammenhang, wenn du abschnittweise Dinge bejahst oder verneinst. Dadurch entsteht schnell ein verzerrtes Bild. Der wichtige Gesamtzusammenhang verliert sich so.

Ähnliches machen die Massenmedien und man wundert sich über den Effekt, dass nur einzelne Dinge im Kopf bleiben. Hierbei ist es oft Absicht eine bestimmte Stimmung zu schaffen. Ich glaube nicht, dass das deine Absicht ist, aber die Verzerrung entsteht.

Bitte trenne Beiträge anderer nicht mit Teilzitaten auf.

LG, Frank
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Re: Kann man/frau als HSP Christ/in sein?

Beitragvon Jamania » Di 28. Aug 2018, 06:46

Frank_SH hat geschrieben:Ähnliches machen die Massenmedien und man wundert sich über den Effekt, dass nur einzelne Dinge im Kopf bleiben. Hierbei ist es oft Absicht eine bestimmte Stimmung zu schaffen. Ich glaube nicht, dass das deine Absicht ist, aber die Verzerrung entsteht.

Mein lieber Frank,

verstehe ich das richtig, du vergleichst gerade meine Denkweise mit der der Massenmedien, die dafür verantwortlich sind, dass Menschen bestimmte Dinge in den Kopf gesetzt werden und sie den Gesamtzusammenhang nicht mehr erkennen?
Und du weist mich freundlich darauf hin, weil ich mir dieser fiesen Manipulation noch gar nicht bewusst bin, deshalb meinst du mich da auf den besseren Weg zu bringen? icon_winkle

Jetzt möchte ich aber doch mal nachfragen:
Frank_SH hat geschrieben:du ziehst die Dinge aus dem Zusammenhang, wenn du abschnittweise Dinge bejahst oder verneinst.

Du meinst also, ich sollte deinen Beitrag als Gesamtkunstwerk sehen, den ich auch nur als solches hier kommentieren darf?

Frank_SH hat geschrieben:Dadurch entsteht schnell ein verzerrtes Bild. Der wichtige Gesamtzusammenhang verliert sich so.

Was ist der "wichtige Gesamtzusammenhang" in deinem Post?

Gibt es überhaupt DEN Gesamtzusammenhang bei einem solchen Thema oder ist das nicht wieder der überhöhte Anspruch, um den es mir hier ging, und den ich beim Thema auch so interessant finde?

Mich fasziniert das Zusammenspiel aus einem Bedürfnis der Menschen nach Spiritualität und der jeweiligen Umsetzung, vor allem der institutionellen.
Mich faszinieren die Glaubens"sätze", die Überzeugungen, die dann zu Gesetzen werden, weil sie kollektiv anerkannt werden.

Glaube, egal welcher, ist für mich das Recht jedes Einzelnen, aber eben nichts Heiliges, das man nicht antasten und im konzeptionellen Kontext diskutieren und auch kritisieren darf.
Und das gilt für mich sowohl für ein Kirchenkonzept, als auch für einen Forumsbeitrag!

Wobei ich deinen noch nicht mal angetastet habe, sondern meine Assoziationen dazu noch geschrieben habe.
Manche Punkte an Religion und Glauben empfinde als positiv, wieder andere als negativ.
Manchem in deiner Meinung kann ich zustimmen, anderes sehe ich aus anderer Perspektive.

Und zwar aus der Perspektive, dass ich vieles mit menschgemachten psychologischen oder sozialen Konzepten assoziiere, die in der Zeit, in der sie entstanden, sogar sehr sinnvoll waren, die aber heute in veränderter Landschaft, für mich manchmal sogar absurd erscheinen.
Was du denkst und tust, ist wiederum deine Sache, über die kannst du schreiben, dich austauschen oder sie für dich behalten.
Was nicht geht, ist sie als unantastbar in einem Forum für Meinungsaustausch darzustellen.

Übrigens: die Urspungsfrage war: kann ein HSP ein Christ sein?
Also auch hier wurde schon wieder gewertet und aufgeteilt, vielleicht kann sich ja der TE dazu noch einmal melden.
Aber für mich liest es sich eben so als würde mit der Annahme argumentiert, dass HSP grundsätzlich ethischer und moralischer denken als der Normalmensch und da bin ich ja bekanntermaßen sehr kritisch.
Oder vielleicht hast du ja Lust, dazu Stellung zu nehmen?

Viele Grüße,
Jamania
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Re: Kann man/frau als HSP Christ/in sein?

Beitragvon Frank_SH » Di 28. Aug 2018, 07:05

Schade, dass du meinen Beitrag scheinbar inhaltlich nicht verstehst. Das könnte evtl. an deiner Aufteilung der Beiträge anderer Menschen liegen. Zumindest hast du meinen sehr wichtigen Hinweis dabei übersehen, dass ich eben nicht glaube, dass eine Absicht von dir dahinter steckt, die Verzerrung durch das Aufteilen aber trotzdem entsteht.

Ich breche es für dich runter. Ja, man kann als HSP ein Christ sein und es ist meiner Meinung nach wichtig das Ganze und nicht nur Teilaspekte zu beurteilen.

Mach damit was du willst, ich bin an dieser Stelle raus.
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Re: Kann man/frau als HSP Christ/in sein?

Beitragvon Jamania » Di 28. Aug 2018, 07:53

Hallo Frank,
Frank_SH hat geschrieben:Zumindest hast du meinen sehr wichtigen Hinweis dabei übersehen, dass ich eben nicht glaube, dass eine Absicht von dir dahinter steckt, die Verzerrung durch das Aufteilen aber trotzdem entsteht.

Nein, das hatte ich sogar im letzten Beitrag erwähnt, vielleicht möchtest du noch einmal nachlesen :-)

Frank_SH hat geschrieben:Schade, dass du meinen Beitrag scheinbar inhaltlich nicht verstehst. Das könnte evtl. an deiner Aufteilung der Beiträge anderer Menschen liegen.

Manche Menschen nennen es erweiterte Sicht der Dinge oder Perspektivenverschiebung und sehen darin etwa produktives hinter einer kurzen Meinungsäußerung die Komplexität des Lebens zu sehen.
Besonders in einem Diskussionsforum sollte diese Vorgehensweise also absolut zulässig sein.

Deine Forderung ist die geschlossener Systeme, die sich diesem Prozess nicht aussetzen möchten, aus welchem Grund auch immer.

Welchen wichtigen Inhalt meinst du, dass ich dir nehmen wollte, in dem ich zitiere (übrigens eine absolut zulässige Form der Diskussionskultur in einem Forum oder?)?
Den, dass du jedem Menschen das Recht zugestehst innerhalb und außerhalb von Systemen seinen Glauben zu finden und das Recht zu haben, ihn auszuüben?

Dann hast du wiederum meine Worte nicht verstanden.

Denn in diesem Punkt stimme ich zu, finde es aber trotzdem legitim sich über Wurzeln des Glaubens, psychologische Prozesse und menschliche Mechanismen, die von allem was "Glauben" ausmachen eben nicht zu trennen sind, auszutauschen.
Damit scheinst du ein Problem zu haben und sich abzugrenzen ist dann sicher für dich der im Moment richtige Weg.

Viele Grüße,
Jamania
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Re: Kann man/frau als HSP Christ/in sein?

Beitragvon Jamania » Di 28. Aug 2018, 09:03

Hallo Sterntaler,

Jetzt bin ich aber neugierig geworden nach diesem kurzen Intervall zur Redefreiheit, Manipulation der Massenmedien, der Verantwortlichkeit alles nur im Gesamtbild zu sehen und keine Teilaspekte zu diskutieren.... icon_winkle

Vielleicht möchte Sterntaler ja doch noch was zu ihrer Ausgangsfrage schreiben.

Da es ja um die Gerechtigkeit Gottes geht und dem, was alles zuwider läuft, deute ich die Frage so, dass eine HSP damit besondere Schwierigkeiten haben könnte... (Achtung Mutmaßung, das hat Sterntaler nie gesagt)
Ich vermute weiter, dass sich dieser Zusammenhang aus der Annahme gebildet hat, HSP seien überdurchschnittlich gerechtigkeitsempfindlicher (oder -empfindender) als der Durchschnitt.

Und dass es deshalb wiederum besonders schwierig sein könnte, mit dieser Diskrepanz umzugehen.

Eine weitere Perspektive wäre die, dass HSP mehr Informationen verarbeiten und Widersprüchliches nicht einfach so wegignorieren können, also die Perspektive, dass HSP über eine höhere - vor allem emotionale - Intelligenz verfügen als der Durchschnitt.

Mich würde einfach der Zusammenhang, der hier zwischen Christ sein und HSP sein hergestellt wird, interessieren.

Für mich ist der nicht existent.
Eher so als würde man fragen, ob Linkshänder oder musikalische Menschen Christ sein können.

Viele Grüße,
Jamania
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Re: Kann man/frau als HSP Christ/in sein?

Beitragvon EireenFox » Di 28. Aug 2018, 09:40

Sterntaler hat geschrieben:Hallo zusammen,

ich habe mal an die Christen unter euch eine Frage:
viele Jahrzehnte habe ich mich auch so bezeichnet. Die Bibel ist ein wunderbares Werk und die christliche Botschaft, die aus Liebe und Frieden besteht, finde ich super.
Irgendwann kam es mir allerdings so vor, als wäre das Christentum nur eine Religion für Menschen, denen es gut geht im Leben. (wozu ich mich selbst auch zähle) Aber müsste das Christentum nicht eine Religion für ALLE Menschen sein?

Regelmäßig bin ich entsetzt und deprimiert wenn ich lese oder sehe, was auf der Welt passiert (inkl. Deutschland). Ich kann diese Brutalität, Abgestumpftheit, Gewalttätigkeit und Lieblosigkeit mit dem liebevollen und friedlichen Christentum nicht mehr vereinbaren.
Wie schafft ihr das?
Wenn ich im Gottesdienst war und Gott gelobpreist habe und dankbar war, dass es ihn und seine Liebe gibt, war mir als HSP klar, dass zur selben Zeit z.B. Kinder durch die Hölle gehen; weil ihnen schwerste Gewalt angetan wird, weil sie missbraucht werden, weil niemand da ist, der sie schützt.
Ich habe noch nirgendwo gelesen, dass Eltern, die gerade ihr Kind umbringen, einen Herzinfarkt erlitten hätten. Oder ein Familienvater, der streng über seine Tochter wacht, aber dann zum Babystrich fährt, um eine 13jährige zu kaufen. Immer sind die Opfer die Schwachen.
Der Zustand der Welt ist so dermaßen abgefuckt, dass es für einen sensiblen Menschen nicht zu ertragen ist. Ich konnte keine Christin mehr sein. Ja, mir geht es sehr gut und ich kann auch für seeeehr viele Dinge dankbar sein. Weil ich Glück hatte - Glück, in eine nette Familie geboren zu werden in einem wohlhabenden Land. Mehr als Glück ist es nicht.
Das Glück der Geburt entscheidet über das ganze Leben

LG Sterntaler


Hallo Sterntaler,

ich selbst oute mich als nichtgläubig was Religionen betrifft und der Kirche als Institution komplett abgewandt.
Das Christentum oder generell Religionen oder Kirche für das Gute gleichzusetzen, funktioniert nicht. Gerade in der Kirche geschieht heute noch soviel Unheil (Missbrauch von Kindern früher und heute), was alles geheim gehalten wurde. Und da frage ich mich widerrum, wie kommt es, dass es immer noch soviele Kirchengänger und -anhänger gibt?
Ich arbeite in der Pflege und kann dir sagen, dass viele kirchliche Einrichtungen mit Menschlichkeit und Güte werben und es im Alltag ganz anders aussieht. Das wird Gewalt ausgeübt an alten, wehrlosen Menschen.
Schon dort kann man sowas sehen.

Ich gebe Frank da Recht in seinem Beitrag.

Ich denke, dass es auf jeden Menschen selbst ankommt, wie er zu sich selbst ist und wie er mit anderen Menschen umgeht, ob er sich manipulieren lässt oder nicht und was er daraus macht.

Ich selbst glaube an keinen Gott, sondern eher an eine höhere Existenz von "Etwas", was das Universum erschaffen hat. Wie man das nennt, weiß ich nicht.
Und ich glaube, dass alles, was man im Leben einem anderen an Schlechtem zugefügt hat, auf einen irgendwann mal zurückfallen wird, egal in welcher Form und zu welchem Zeitpunkt.
Zumindest habe ich das sehr, sehr oft in meinem Umfeld beobachtet.

Solange es Menschen gibt, wird es Gut und Böse geben, Krieg und Frieden.
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LG, EireenFox
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