Mein Weg zu Gott ist ein eigener gewesen

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Re: Mein Weg zu Gott ist ein eigener gewesen

Beitragvon Kiesel » Di 4. Jun 2019, 11:12

Liebe Velvet,

Der Text ist ein wenig emotionaler geworden. Kann sein, dass ich ihn an mich selbst geschrieben habe. Ich stell einige Mutmassungen an, obwohl ich dich nicht kenne. Sind vermutlich falsch. Bitte fuehl dich davon nicht angegriffen.


Ich hab deinen Text gelesen und der erste Gedanke der mir gekommen ist, dass die Liebe zu einem Objekt, der Leere oder einem Tier dich nicht so sehr verletzen kann wie zu einem Menschen. Ich denke, dass gerade in dieser Verletzlichkeit, dass Himmelreich ist. Es ist ein wenig so wie wenn man auf einem Hochhaus steht am Rand und du laesst dich fallen. Vertraust darauf, dass es jemanden gibt der dich auffaengt. Wenn es jemanden geben sollte der mich auffaengt, verwandelt sich meine Angst und mein Leid zu Liebe. Wenn es niemanden geben sollte, der mich auffaengt, sterbe ich, kann es aber nicht mehr, weil ich schon tot bin. Meiner Meinung nach habt ihr Angst vor der Liebe, zu einem Menschen, zu einer Person, weil ihr verletzt wurdet. Deswegen zieht ihr den Baum dem Menschen vor. Den Agnostizismus dem Christentum. Ihr koennt den Gedanken nicht ertragen, dass die Liebe eine Person ist, weil ihr so gelitten habt. Die Liebe kann keine Person sein, wenn sie euch so viel Leid zugemutet hat, davor habt ihr Angst. Das was ihr macht ist Kompensation. Ich will nicht einen Teil der Liebe, ich will die ganze Liebe. Ich will die Liebe, die mich so verletzt hat. Ich kann nur durch diese Liebe geheilt werden. Die Liebe die das Leid zugelassen hat. Ich muss nicht mir verzeihen koennen, ich muss Gott verzeihen koennen. Gott verzeihen koennen fuer all das Leid, dass er zulaesst. Indem ihr Gott als Person negiert, negiert ihr die Liebe.

Meine ganz, ganz persoenliche und subjektive Sichtweise. Wenn ihr denkt, dass es falsch ist bitte berichtigt mich:)

Liebe Gruesse
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Re: Mein Weg zu Gott ist ein eigener gewesen

Beitragvon Calmo » Di 4. Jun 2019, 15:04

Kiesel hat geschrieben: Meiner Meinung nach habt ihr Angst vor der Liebe, zu einem Menschen, zu einer Person, weil ihr verletzt wurdet. Deswegen zieht ihr den Baum dem Menschen vor. Den Agnostizismus dem Christentum. Ihr koennt den Gedanken nicht ertragen, dass die Liebe eine Person ist, weil ihr so gelitten habt. Die Liebe kann keine Person sein, wenn sie euch so viel Leid zugemutet hat, davor habt ihr Angst. Das was ihr macht ist Kompensation.

Hmmmm. Vielleicht sind "wir" (<=>"ihr") spirituell und intellektuell noch nicht so weit wie du und kompensieren die LIEBEⁿ deshalb?

Wer sind eigentlich "wir"? Alle HSP hier oder Moondream und Veltvet?

Ich bin auch ein wenig spirituell, ganz unbewusst, ohne dass ich mich anstrenge, weil ich Vorahnungen habe. In manchen Threads weiß ich schon lange voher, wie geschrieben und was geschrieben wird, ohne dass ich alles lese. Manchmal reicht nur der Anfang und dann von unten lesen. Komisch, dabei halte ich mich doch eher für einen sehr rationalen Menschen... _gruebel_
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Re: Mein Weg zu Gott ist ein eigener gewesen

Beitragvon Moondream » Di 4. Jun 2019, 17:05

Hallo Kiesel,

ich finde deine offene und sehr persönliche Sichtweise interessant. Das nachfolgende ist entsprechend meine, ganz offene und ehrlich Sichtweise.

Kiesel hat geschrieben:Meine ganz, ganz persoenliche und subjektive Sichtweise. Wenn ihr denkt, dass es falsch ist bitte berichtigt mich:)

Ich denke hier gibt es kein eindeutiges richtig oder falsch. Es gibt einfach verschiedene Sichtweisen, die wohl alle ihre Daseinsberechtigung haben. Ich finde dabei aber auch das Hinterfragen immer sehr wichtig, den Vergleich mit anderen Sichtweisen. Manchmal kann ich ja einer anderen Sichweise durchaus neue Aspekte entnehmen, die mein Bild ergänzen und ändern können. Ich glaube, der einzige Fehler den man machen kann, in einer festen Sichtweise ohne Möglichkeit zur Hinterfragung und zur Weiterentwicklung zu erstarren. Es ist für mich eigentlich eine fortwährende Suche Suche nach der Wahrheit, dem Sinn des Lebens und mir selbst. Für dich vielleicht auch?

Kiesel hat geschrieben:Meiner Meinung nach habt ihr Angst vor der Liebe, zu einem Menschen, zu einer Person, weil ihr verletzt wurdet. Deswegen zieht ihr den Baum dem Menschen vor. Den Agnostizismus dem Christentum. Ihr koennt den Gedanken nicht ertragen, dass die Liebe eine Person ist, weil ihr so gelitten habt. Die Liebe kann keine Person sein, wenn sie euch so viel Leid zugemutet hat, davor habt ihr Angst. Das was ihr macht ist Kompensation.

Ich denke wir machen hier nicht mehr oder weniger Kompensation als du und vielleicht auch viele ( die meisten?) anderen Menschen. Das ist eher eine Frage der Perspektive. Liebe ist für mich weder eine Person noch ein Gegenstand, sie ist gestaltlos. Gleichwohl kann eine Person Liebe geben oder empfangen. Wenn du Gott als Person sieht kann er also sowohl Liebe geben als auch empfangen, aber eben nicht die Liebe an sich sein.

Kiesel hat geschrieben:Meiner Meinung nach habt ihr Angst vor der Liebe, zu einem Menschen, zu einer Person, weil ihr verletzt wurdet. Deswegen zieht ihr den Baum dem Menschen vor. Den Agnostizismus dem Christentum.

Ich glaube nicht, das man das so sagen kann. Ich bin sehr wohl bereit Liebe zu geben und zu empfangen. Ich glaube Velevet würde das für sich vielleicht auch sagen. Für mich ist nur wichtig daß diese bedingungslos ist. Bedingungslose Liebe kann nicht verletzten. Allerdings bauche ich dazu nicht Gott, denn ich glaube alles was wir dazu brauchen ist in uns Menschen selber. Gott kann aus meiner Sicht aber eine Hilfestellung sein, eine Art Vermitller oder Mediator.

Und ja, ich ziehe den Agnostizismus dem Christentum vor, da das Gottesbild das mir das Christentum zeichnet, für mich zu festgefahren und eingeschränkt ist. Und ich kann schon das erste Gebot für mich nicht akzeptieren. Einem Gott der mir nicht die Freiheit gibt ihn zu hinterfragen und frei zu denken (und das sagt für mich das erste Gebot aus - nichts hinterfragen, nicht ausserhalb der vorgegebenen Bahnen denken), kann ich nicht mein Vertrauen schenken. Er vertraut mir ja offenbar auch nicht _gruebel_
Den übrigen zehn Geboten könnte ich sogar (zum größten Teil ) zustimmen.
Mag aber gut sein, das das gar nicht wirklich von Gott (so er existiert) so gesagt/gemeint wurde, sondern das sich das die Kirche so zurechtgebogen hat, ich weiß es nicht.

Um meine Sichtweise besser zu verstehen, sollte ich vielleicht etwa darüber sagen, wie ich aus meiner Sicht einen möglichen Gott (oder für mich eher göttliche/gottartige Entität) sehen. Ich denke auf jeden Fall dürfte sich da unsere Sicht unterscheiden. Welche davon richiger ist, weiß ich natürlich nicht.
Für mich hat dieser Gott auf jeden Fall nichts mit den klassischen Gottesbildern zu tun, er ist keine Person, er ist aus unsere Perspektive gestaltlos, für uns nicht zu erfassen, nicht zu beschreiben. Und ich sehe ihn auch nicht als jemand oder etwas, der sich für den einzelnen Menschen, dessen Schicksal und dessen Wohlergehen kümmert. Diese Aufgabe hat er uns überlassen, glaube ich.
Für mich ist er eher der neutrale Beobachter, eine Art Koordinator, der dafür sorgt das das Universum funktioniert. Der vielleicht eingreift, wenn das Gleichgewicht des Universums gestört ist, der vielleicht eingreift um der Menscheit, der Erde als Ganzes zu helfen, nicht aber um einem einzelnen Menschen zu helfen.
Er kann uns vielleicht eine Anleitung geben, wie wir Liebe geben und empfangen können. Wir müssen es aber letztlich selbst umsetzen.
Wie gesagt, das ist meine Sicht der Dinge. Sie muß nicht richtig sein, und sie kann sich ändern und weiterentwickeln, da ich sie immer wieder hinterfrage. Und weil ich, im übertragenen Sinn, damit auch Gott und die Religionen (ich schränke das nicht nur auf eine Religion oder die großen Religionen ein) immer wieder hinterfrage.

Liebe Grüße
Moondream
Zuletzt geändert von Moondream am Di 4. Jun 2019, 19:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Mein Weg zu Gott ist ein eigener gewesen

Beitragvon Velvet » Di 4. Jun 2019, 18:18

Hallo Kiesel,

Kiesel hat geschrieben:Der Ausschlag fuer mich an Gott zu glauben, war die Frage "Was bringt es mir an Gott zu glauben" ob es Gott letztendlich gibt ist fuer mich zweitrangig. Der groesste Vorteil an einen Gott als Person zu glauben, ist das man eine persoenliche Beziehung aufbauen kann, ausserdem hast du jemanden zu dem du aufblicken kannst.



ich verstehe deine Sicht, die Mutmaßungen und auch deine Schlussfolgerungen sehr gut, auch in Bezug auf dein obiges Zitat. Ich fühle mich auch nicht angegriffen, weil ich mich davon nicht gemeint und angesprochen fühle. Ich habe bewusst in meinem letzten Text den Bezug zu Personen/Menschen außen vorgelassen, weil es mir darum ging zu beschreiben, dass (meine) Liebe sich nicht nur auf Personen richten kann. Sie hat ein so vielfältiges Erscheinen und das auf so unterschiedlichen Ebenen, dass mir ganz viele glückliche Augenblicke im Leben fehlen würden, wenn ich sie nur auf Personen gerichtet empfinden oder empfangen würde.

Ich kann mich z.B. einer Abendstimmung im Grünen völlig hingeben, ganz und gar aufgehen darin, alles andere vergessen. Ebenso kann ich mich der Liebe meinem Partner hingeben. Oder in der Liebe zu meinem Kind Bedingungslosigkeit fühlen.
Ich würde mich eingeschränkt fühlen, ähnlich wie es Moondream schreibt, wenn Liebe in Form eines personifizierten Gottes bestimmt und definiert sein sollte. Warum sollte ich mich darin beschränken, Liebe zu fühlen hin zu ganz vielen belebten und unbelebten Dingen auf der Welt? Mir tut das gut und ich fühle mich verbunden mit dem Leben dadurch. Einfach lebendig. Und es tut niemandem weh.

Die Liebe hat mir nie Schmerz und Leid zugefügt. Und ich habe nicht aus Liebe anderen Schmerz und Leid zugefügt. Dafür ist sie nicht verantwortlich. Das Leid und das Leiden sind menschengemacht. Und ich finde es ein bisschen zu einfach, als Ursache Gott/Liebe zu bestimmen. Liebe liebt, was und wem auch immer sie begegnet, wer auch immer sie in sich fühlt.
Ich weiß, dass das Christentum und viele andere Religionen das gern regulieren. Meine Sicht aber ist die, dass eine so positive Kraft wie die Liebe niemandem vorbehalten werden kann und darf, nicht unter Bedingung gestellt werden darf, nicht in ihrem Namen Verbrechen verübt werden dürften etcpp. Das alles macht der Mensch. Nicht die Liebe. Oder willst du z.B. den kirchlichen Missbrauch an Kindern so erklären, dass ihnen derart Schreckliches im Namen Gottes widerfahren musste, damit sie Liebe, Vergebung und Hingabe lernen? Ich bin mir sicher, dass es ganz viele andere Wege dorthin gibt und das der Grund für derartiges, ausschließlich in den Menschen/Tätern zu suchen ist. Und wem, wenn nicht den Tätern kommt es letztlich zu Gute, wenn sie dafür auch noch vom Opfer geliebt werden müssen? …

Liebe macht keine Angst. Liebe schmerzt nicht und verletzt nicht. Liebe missbraucht nicht und zerstört keine Leben. Liebe unterdrückt nicht und hemmt nicht, sie straft nicht und bedroht nicht. Sie baut keine Mauern und keine Schutzwälle. Sie führt keine Kriege und vernichtet keine Leben. Sie liebt. Für den Rest ist der Mensch verantwortlich.
...so sehe ich´s.

Viele Grüße
Velvet
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Re: Mein Weg zu Gott ist ein eigener gewesen

Beitragvon Hortensie » Di 4. Jun 2019, 21:39

Calmo hat geschrieben:Hmmmm. Vielleicht sind "wir" (<=>"ihr") spirituell und intellektuell noch nicht so weit wie du und kompensieren die LIEBEⁿ deshalb?

Wer sind eigentlich "wir"? Alle HSP hier oder Moondream und Veltvet?

Ich bin auch ein wenig spirituell, ganz unbewusst, ohne dass ich mich anstrenge, weil ich Vorahnungen habe. In manchen Threads weiß ich schon lange voher, wie geschrieben und was geschrieben wird, ohne dass ich alles lese. Manchmal reicht nur der Anfang und dann von unten lesen. Komisch, dabei halte ich mich doch eher für einen sehr rationalen Menschen...


Hallo Calmo,

ich bin gerade über deinen Post hier gestolpert und wundere mich, warum du dich hier einmischt, wenn du doch so rational bist.
Bitte stell dich im Vorstellungsbereich den anderen Usern hier vor, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben. Außerdem bitte ich dich, die Regeln durchzulesen und dies im entsprechenden Bereich zu bestätigen.

Gruß, Hortensie
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Re: Mein Weg zu Gott ist ein eigener gewesen

Beitragvon Kiesel » Mi 5. Jun 2019, 10:24

Liebe Velvet,

"Oder willst du z.B. den kirchlichen Missbrauch an Kindern so erklären, dass ihnen derart Schreckliches im Namen Gottes widerfahren musste, damit sie Liebe, Vergebung und Hingabe lernen? "
Genau das will ich Velvet. Gott ist schuldig. Gott hat das Leid zugelassen. Gott hat zugelassen, dass diese Kinder verletzt werden, dass sie bis an ihr Lebensende leiden. Gott hat das Leid zugelassen und dafuer hasst ein Teil in mir Gott abgrundtief, hasse ich mich selbst abgrundtief, weil ich Gott in Form von Liebe in mir trage. Das tut richtig gut das zu schreiben, diesen Teil zuzulassen. Ein Teil in mir hasst die Liebe, weil sie mich dazu zwingt das Leid zu leben. Ich haette mich schon lange umgebracht, wenn ich meine Familie nicht so sehr lieben wuerde. Ich habe mir meinen kleinen Bruder vorgestellt wie er weint, wie er an dem Leid zerbrechen wuerde, wie ich am Leid zerbrochen bin. Ich hab es nicht gemacht, ich habe mich hingegeben, ich habe mich fuer die Liebe hingegeben, verstehst du das? Ich habe das Leid der Liebe untergeordnet. Das ist der Schluessel. Das ist die tiefste Liebe die es gibt. Die Hingabe. Das ist Jesus am Kreuz der das Leid der Liebe unterordnet. Das ist Gott der auf die Erde gekommen ist, um die Schuld der Liebe auf sich zu nehmen. Der Mensch traegt keine Schuld. Gott traegt die Schuld. Die ganze Schuld. Uns ist alles vergeben. Das ist bedingungslose Liebe. Die ganze Schoenheit dieser Welt verblasst im Licht dieser Liebe. Ich habe das Leid gesehen und fuer einen Augenblick den Himmel. Ich habe gefuehlt wie ich fast daran zerbrochen bin, weil es so wahnsinnig ist. Diese Liebe, dieses Leid ist unmenschlich.
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Re: Mein Weg zu Gott ist ein eigener gewesen

Beitragvon Kiesel » Mi 5. Jun 2019, 10:40

Lieber Moondream,
Ich stimme dir zu, was die verschiedenen Sichtweisen angeht. Es gibt Sichtweisen an die man heranreifen muss, wenn man sie auf einmal versteht, kann man daran zerbrechen. Alles hat seine Zeit;) Das Hinterfragen ist auch meiner Meinung nach ein sehr wichtiger Punkt und wenn man sich austauscht kann man sicher Ergaenzungen finden. Letztendlich haben wir alle eine individuelle Geschichte. Wer bin ich zu sagen, was der andere richtig oder falsch macht. Ich kenn die tiefe der Wunden die dieser Mensch erlebt hat nicht. Jeder kompensiert andere Leiderfahrungen. Jeder hat sein eigenes Schritttempo. Wie du schon sagst, wir wollen alle gluecklich werden, wir wollen alle lieben. Wahrhaftig lieben koennen, weil uns das gleucklich macht, sich ganz hingeben;)
"Liebe ist für mich weder eine Person noch ein Gegenstand, sie ist gestaltlos. "
Ja stimme dir zu. Liebe entsteht bei einer Beziehung. Im katholischen Glauben gibt es einen Begriff "Trinitaet" Das Gott diese Liebe in sich selbst entstehen lassen kann, weil er drei einig ist. Wir Menschen sind geteilt in Mann und Frau und nur durch das verschmelzen von diesen zwei Teilen kann ein Wunder entstehen. Ein neues Leben. Ich glaube an einen Gott der einheitlich in seiner dreieinigkeit ist. Deswegen Personifikation der Liebe. Mir fehlt leider, dass theologische Wissen um das genauer erklaeren zu koennen.
Ich glaube auch daran, dass Gott in den Menschen ist, in der Form von Liebe;)
Der menschliche Koerper ist ein zerbrechlicher Tonkrug und die Liebe ist Wasser was dadrin getragen wird.
Weisst du man kann einen Punkt erreichen im Leid, wo der Mensch zerbricht, wie kannst du da noch von bedingungsloser liebe reden. Man kann einen Menschen so lange quaelen bis er seine Liebe verleugnet, bis er seine Liebe hasst. Vlt kennst du das Buch 1984 von George Orwell? Wir sind leider schwach, ich glaube, dass Gott die Kraft geben kann, dass unmenschliche auszuhalten. Ich bin alleine zu schwach dafuer.
Ueber die zehn Gebote hab ich mir auch schon Gedanken gemacht. Weisst du das erste Gebot sagt eigentlich nur aus, dass die Liebe dein Ziel sein soll. Die zehn Gebote fangen ja alle mit "Du sollst dieses oder jenes nicht machen", ich hab irgendwann ein wenig nachgeschaut, es gibt auch eine Uebersetzung die faengt mit "du wirst dieses oder jenes nicht machen" es passt auch besser zum Kontext. Mit dem Kontext ergibt sich dann: "Du wirst dieses oder jenes nicht machen, wenn du Gott (die Liebe) liebst." Das hoert sich doch gleich viel freundlicher an;) Die Bibel muss man im Kontext verstehen und am besten waere es natuerlich sie in der Orginalsprache zu verstehen, weil doch wichtig Teile bei der Uebersetzung verloren gehen. Bezueglich der Katholischen Kirche als Institution, die festgefahrenen Machtstrukturen gefallen mir ganz und gar nicht.
Ich hab keine Ahnung was fuer Machtspiele sich im Vatikan abspielen. Es gibt viele verletzte Menschen in der katholischen Kirche. Viel Leid und viel Boeses was dadurch entsteht. Es gibt jedoch auch einige gute Menschen. Ich kenne einige von ihnen persoenlich. Moenche, Nonnen und Priester. Sie mussten innerhalb der Katholische Kirche auch viel Leid erfahren, weil sie fuer das Gute gekaempft haben.
Deine Vorstellung von Gott macht mich traurig, wie soll jemand der die Liebe erschaffen hat gleichgueltig auf seine Geschoepfe schauen?
Meine Wahl an Gott als die Personifikation der Liebe zu glauben, ist fuer mich eine Liebeserklaerung an den Menschen. Ich stelle den Menschen, weil in ihm Gott ist, allem anderen vor. Ich stelle den Menschen ueber mein Leid. Die Liebe ueber das Leid.
Indem ich den Menschen ganz liebe, liebe ich Gott. Ich weiss, dass ich zu schwach bin das Leid des Menschen abzuholen, zu lieben, aber ich glaube daran, dass Gott mir die Kraft gibt, dies tun zu koennen. Weil mich das gluecklich macht, mich ganz hinzugeben und wenn ich verletzt werde vom Leid des anderen Menschen, vertrau ich auf Gott, dass er mich rausholt aus meinem Leid.
Liebe Gruesse
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Re: Mein Weg zu Gott ist ein eigener gewesen

Beitragvon Kiesel » Mi 5. Jun 2019, 10:48

Hallo Calmo;)
Mit wir sind alle verletzten Menschen gemeint. Mich eingeschlossen. Weisst du ich denke ich habe eine moegliche Loesung auf ein Problem gefunden. Vielleicht gibt es auch andere Loesungen.
Das mit der Vorahnung hoert sich ziemlich interessant an. Ist es so aehnlich, dass dir zum Beispiel ein paar Saetze aus einem Buch reichen um zu erahnen ob es gut oder schlecht ist?
LG
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Re: Mein Weg zu Gott ist ein eigener gewesen

Beitragvon Velvet » Do 6. Jun 2019, 06:33

Velvet hat geschrieben:"Oder willst du z.B. den kirchlichen Missbrauch an Kindern so erklären, dass ihnen derart Schreckliches im Namen Gottes widerfahren musste, damit sie Liebe, Vergebung und Hingabe lernen? "


Kiesel hat geschrieben:Genau das will ich Velvet. Gott ist schuldig. Gott hat das Leid zugelassen. Gott hat zugelassen, dass diese Kinder verletzt werden, dass sie bis an ihr Lebensende leiden. Gott hat das Leid zugelassen und dafuer hasst ein Teil in mir Gott abgrundtief, hasse ich mich selbst abgrundtief, weil ich Gott in Form von Liebe in mir trage.


Hallo Kiesel,

ich hätte nicht erwartet von dir eine Antwort auf genau diese Frage zu bekommen. Du bist der erste gläubige Katholik, der dieses Thema nicht sofort abblockt. Das freut mich, danke für deine Erklärungen.

Ich kann deine Antwort leider nicht wirklich bis zum Ende aus deiner Sicht nachvollziehen, mir erscheinen so viele Widersprüche, es ergeben sich immer mehr Fragen und Unklarheiten für mich...
Wenn Gott reine Liebe ist, wie kann er, wie kann Liebe, schuldig sein? Den Tätern ist demnach von vorn herein vergeben, egal was sie tun? Schuld ist Gott, weil er es zulässt? Was hätte er im Einzelfall tun sollen/können, um den tausenden Kindern jeweils zu helfen? Die Täter sind „Helfer Gottes auf Erden“, Liebe predigend, aber selbst offensichtlich nicht an sie glaubend, sie nicht lebend, sondern ihre Machtposition gnadenlos ausnutzend. Und sie haben dafür keine Verantwortung zu tragen, müssen selbst keine Konsequenzen fürchten, sind nicht schuldig an dem Leid, das sie zufügen? ... ?

Kiesel hat geschrieben:Ich hab es nicht gemacht, ich habe mich hingegeben, ich habe mich fuer die Liebe hingegeben, verstehst du das? Ich habe das Leid der Liebe untergeordnet. Das ist der Schluessel. Das ist die tiefste Liebe die es gibt. Die Hingabe. Das ist Jesus am Kreuz der das Leid der Liebe unterordnet. Das ist Gott der auf die Erde gekommen ist, um die Schuld der Liebe auf sich zu nehmen.


Ja, ich verstehe das. Es ist dein Schlüssel, meiner ist ein anderer und er schließt und öffnet ebenso wie deiner.
Wie gut, dass es dich noch gibt! Du einen Weg, einen Sinn, gefunden hast, der dir dein Leid erklär-und ertragbar macht.

Doch auch hier wieder so viel nicht verstehen können meinerseits und immer wieder die Frage: wenn Gott doch die personifizierte Liebe selbst ist, wie kann er/sie schuldig werden? Liebe hat keine Eigenschaften, nicht in meinen Augen. Sie ist weder groß noch klein, schwer noch leicht, schuldig noch unschuldig...ich versteh das irgendwie alles nicht. Mir erscheint es, als biegt man sich den Inhalt der Begriffe immer nach den jeweiligen Situationen so zurecht, dass es den entlastet, um den es gerade geht.

Wenn Gott, wie auch immer, alle Schuld trägt, müssten dann nicht all die Gläubigen unendlich glücklich sein? Und dürften gar kein Leid kennen, geschweige je welches verursachen? Für u.a. all die Religions-und Glaubenskriege bis heute ist also Gott selbst verantwortlich? Gibt es einen Grund, warum er sich derart schuldig macht an den Menschen? … da schwirrt mir der Kopf, Kiesel.
Wenn ich mein Kind schlage und misshandele, dann sage ich ihm also: das mache nicht ich, sondern Gott, der dich leiden lassen will, um dich Liebe und Hingabe zu lehren, weil er dich liebt? So? Das ist schwarze Pädagogik. Es wundert mich nicht, dass ich unter der Herrschaft der Kirchen, über die Jahrtausende rückblickend bis heute, so viel Angst, Selbstverlust, Machtmissbrauch, Gewalt und Grausamkeit finden kann.

Kiesel hat geschrieben:Diese Liebe, dieses Leid ist unmenschlich.


Kann etwas unmenschlich sein, was in einem Menschen entsteht, sich entwickelt und zum Ausdruck kommt?
Auch wenn ich ungefähr verstehe, welchen eindrücklichen Augenblick du da beschreibst.

Es ist einfach, alles- im Positiven wie Negativen- Unerklärliche und Unermessliche einen Gott verantworten zu lassen. Und nicht in sich selbst zu suchen und Verantwortung für sein Tun und Lassen zu übernehmen, Konsequenzen zu tragen, aus Lebenserfahrungen Lehren zu ziehen, aus Fehlern zu lernen und sich über gut Gelungenes zu freuen. Ja, das entmenschlicht, würde ich aus meiner Sicht sagen. Es nimmt mir das, was mich ausmacht, was es bedeutet, Mensch zu sein.

Es unterbindet mMn das Erstarken des Selbst-Bewusstseins, der Selbstwirksamkeit, der individuellen Reifung, der Unabhängigkeit. Ich bleibe ein willkürliches Opfer Gottes und seiner Stellvertreter auf Erden. Abhängig. Vielleicht ist das gewollt. Glücklich und zufrieden würde es mich in meinem Leben nicht machen.

Aber ich bin ja auch nicht du und teile nicht dein Leben und Fühlen. Und letztlich kann nur ein glücklicher und zufriedener Mensch sich selbst und seiner Umwelt die Liebe und Wertschätzung entgegen bringen, die in ihrer Aufrichtigkeit und Bedingungslosigkeit „wahre Wunder wirken“ kann. Und mir persönlich ist dabei völlig egal, auf welchem Weg er dorthin gelangt ist, an was er glaubt oder nicht, ob er schwul ist oder hetero, schwarz oder weiß, vegan oder fleischessend…denn:

Velvet hat geschrieben:Liebe macht keine Angst. Liebe schmerzt nicht und verletzt nicht. Liebe missbraucht nicht und zerstört keine Leben. Liebe unterdrückt nicht und hemmt nicht, sie straft nicht und bedroht nicht. Sie baut keine Mauern und keine Schutzwälle. Sie führt keine Kriege und vernichtet keine Leben. Sie liebt. Für den Rest ist der Mensch verantwortlich.


Viele Grüße
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Re: Mein Weg zu Gott ist ein eigener gewesen

Beitragvon Kiesel » Do 6. Jun 2019, 16:01

Liebe Velvet,


Deine Hauptfrage ist wenn ich das richtig verstanden habe: " Wie kann die Liebe/ Gott schuldig sein?"
Meine Eltern lieben mich sehr. Sie haben mich gezeugt aus und in einem Akt der Liebe. Ich musste leider das Leid erleben, wenn ich nicht gezeugt worden waere, haette ich nicht gelitten.
Meine Eltern sind schuld daran. Haetten sie mich nicht erschaffen, haette ich nicht gelitten.
Die Moeglichkeit mich zu erschaffen hat Gott ihnen gegeben. Gott hat die Menschen erschaffen. Alle Menschen muessen leiden. Das ist die Schuld von Gott, wen er sie nicht erschaffen haette, muessten sie nicht leiden. Aber auch die Liebe wuerden sie nicht erfahren. Auch Satan ist ein Teil von Gott, das Leid das durch das Erschaffen der Liebe entstanden ist. (Yin und Yang) Der dissozierte Anteil von Gott. Ein Teil von Gott der abgefallen ist. Erst wenn alles zugelassen wird, kann es sich zu Liebe verwandeln.
In Genesis wird der Suendenfall beschrieben. Der Mensch wird von Gott erschaffen und ins Paradies gesetzt, es gibt dort viele Fruechte und viele Tiere. Adam kann also rumliegen und sich an der Schoenheit der Welt freuen.
Die ganze Schoenheit macht ihn jedoch nicht satt. Er fuehlt sich einsam, etwas fehlt ihm. Gott schafft die Frau. Im Paradies gibt es viele schoene Baeume. Darunter auch den Baum der Erkenntnis von Gut und Boese (freier Wille), die Moeglichkeit sich fuer oder gegen die Liebe entscheiden, also die Faehigkeit bewusst zu lieben, ja zur liebe zu sagen und den Baum des ewigen Lebens. Gott sagt man darf vom Baum der Erkenntnis nicht essen, weil man sonst stirbt. Das Leid. Der Mensch wird "hochmuetig" und will wie Gott sein also lieben koennen und isst von Baum. Ich denke dass die Ursuende das lieben wollen ist, weil wir dann wie Gott werden. Die Ursuende ist die Schuld der Liebe. Genesis 3,22 "Dann sprach Gott, der Herr: Seht, der Mensch ist geworden wie wir, er erkennt Gut und Boese. Dass er jetzt nicht die Hand ausstreckt, auch vom Baum des Lebens nimmt, davon isst und ewig lebt!"
Ich denke, dass Gott deshalb nicht zulaesst, dass wir vom Baum des Lebens essen, weil wir dann unsterblich waeren und dann das Leid fuer alle Ewigkeit tragen muessten. Gott laesst zu dass wir sterben damit wir uns vom Leid befreien koennen. Den Lehm aus dem wir geschaffen sind, hinter uns lassen koennen.
Das "Ich", dass wir in uns fuehlen ist das Leid, dass getrennt sein von Gott. Alle Menschen streben danach sich wieder mit Gott zu vereinen. Die Liebe zu sein. Dasselbe wie im Hinduismus, Buddhismus,Sikhismus, Jainismus, der Mensch loest sich auf und wird zur Liebe. Reinkarnation ist auch eine Moeglichkeit, wie das Fegefeuer nur auf der Erde;) Das Leid muss zugelassen werden, damit es erloest werden kann, dann wird der Mensch zur Liebe. Der Mensch wird Gott.
Die Menschen die Boeses tun, werden das Leid erkennen das sie verursacht haben, sie werden darin brennen. Sie werden wahnnsinnig darin werden und wenn sie wahnsinnig geworden sind, werden sie reinkarniert. Neue Runde, neues Glueck. Dasselbe Spiel. Oder sie werden sich an der Liebe festhalten, wie der Mann der neben Jesus gekreuzigt wurde. Lukas 23,39 "Einer der Verbrecher, die neben ihm hingen, verhoente ihn: Bist du denn nicht der Messias? Dann hilf dir selbst und auch uns! Der andere aber wies ihn zurecht und sagte: Nicht einmal du fuerchtest Gott? Dich hat doch das gleiche getroffen. Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn fuer unsere Taten, dieser aber hat nichts Unrechtes getan. Dann sagte er: Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst. Jesus antwortete ihm: Amen ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein."
Das ist die Gnade Gottes, man kann im letzten Augenblick noch ja zur Liebe sagen. Du wirst trotzdem brennen aber voller Hoffnung, weil die Liebe mit dir im Feuer stehen wird. Der Boese Mensch braucht die Liebe, damit er erloest werden kann. Er hat es am schwersten. In dem du den Boesen Menschen liebst, folterst du ihn. Er wird dich toeten wollen, weil er so leidet. Er will Gott, die Liebe toeten, damit er nicht leiden muss. Gott wird alle erloesen.
Bezueglich Homosexualitaet, ich denke, dass das ein psychisches Problem ist. Der Mensch mit dieser Neigung leidet, will mit dieser Neigung fehlende Selbstliebe kompensieren. Er projeziert sich in seinen gleichgeschlechtlichen Partner, weil er nicht faehig ist sich selbst zu lieben. Wuerde ich sogar auf gefuehlt fehlende bzw. fehlende Vaterliebe zurueckfuehren. Er bzw sie nimmt den weiblichen bzw den maenlichen Teil in sich nicht an, liebt ihn nicht.
Paedophilie ist der Wunsch, bedingungslos geliebt zu werden. Ein Kind kann bedingungslos lieben, es urteilt nicht.
Leid, Leid und nochmal Leid
Ich urteile nicht, ich habe kein Recht zu urteilen. Ich kenne das Leid nicht, dass diese Menschen erlebt haben. Ich kenne ihre Kaempfe nicht. Das einzige was ich machen kann ist sie in ihrem Leid versuchen zu lieben. Diese Welt ist krank und das einzige was ihr hilft ist Liebe. Wenn du ja zur Liebe sagst, faengst du an Verantwortung fuer sie zu tragen und wenn du die ganze Verantwortung, also das Leid zulaesst,umarmst und stirbst, verwandelt sich das Leid zu Liebe und du wirst Gott.

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