spiritueller Touch in der Jugend

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spiritueller Touch in der Jugend

Beitragvon Kironos » Di 10. Mär 2020, 20:07

Hallo ihr Lieben,

mit ungefähr 13 oder 14 Jahren habe ich damals recht plötzlich gedacht, dass ich sowas wie spirituelle Kräfte habe oder zumindest ein spiritueller Mensch bin.
Ich dachte, dass ich die Aura von Menschen/Dingen sehen konnte (daran kann ich mich auch definitiv erinnern), interessierte mich auf einmal für Engel, Energien, Spiritualität allgemein, Krafttieren, das höhere Selbst, Ernährung, ich war auf einmal sehr offen und hinterfragend. Teilweise sogar etwas paranoid. Ich dachte, in Impfstoffen sind Gifte (hatte das in einem Forum gelesen) und ich könnte diese neutralisieren und dass nachts Aliens durch die Gegend fliegen und jede Nacht einen Menschen kidnappen.
So, dann brach allerdings eine psychische Erkrankung bei mir aus (Depression und dann Borderline), die immer noch nicht ganz geheilt ist. Ich bin mittlerweile 25, aber eben gut im Heilungsprozess.

Immer wieder erinnere ich mich zurück an diese Zeit. Das ist dann nämlich nach einem Jahr wieder zurück gegangen. Ich hab schon manchmal noch das Gefühl, Energien zu spüren und hab mal Zahlen gesehen, habe sehr intensive Träume und andere spirituelle Erlebnisse, aber es ist eben doch sehr abgeflacht im Gegensatz zu meiner Jugendzeit bzw. diesem Jahr in meiner Jugend. Ich hab auch das Gefühl, schlechte Energien von tierischen Produkten (Tierleid) aufzunehmen und ernähre mich vegan, versuche sehr auf mein Bauchgefühl zu hören, welches recht stark ist, wenn ich nicht unter starkem Stress stehe und ja...

Naja, meine Frage ist eher die: kennt jemand sowas? Dass sich sowas öffnet? Aus Not und Problemen? Oder als Bewältigungsstrategie? Oder eben Hochsensibilität? Ich frage mich manchmal, ob ich mich wieder mehr damit beschäftigen sollte, mit diesem Aspekt von mir.

Ich habe schon oft Therapeuten von dieser so stark spirituell geöffneten Phase erzählt. Leider wurde das nie groß thematisiert, höchstens mal als Bewältigungsstrategie abgetan. War es ja auch irgendwo. Angefangen hat es, als ich mir nach einem sehr schlimmen Tag dachte, dass ich mich töten werde, wenn der nächste Tag wieder so schlimm wird. Dann habe ich gebetet und mir gesagt, dass ich weiß, dass der nächste Tag gut wird. Und das war er dann auch. Ich habe dann jeden Tag früh morgens gebetet und geglaubt und konnte die Tage so tatsächlich ein wenig steuern, etwas Kontrolle in mein Leben bringen. Der Glaube versetzt ja bekanntlich Berge. Ab da lief einiges weitaus besser und spirituelle Welten öffneten sich, bis das dann eben wieder versiebte, ich einen Partner kennen lernte und dann letztlich die Erkrankung ausbrach.
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Re: spiritueller Touch in der Jugend

Beitragvon DesdiNova87 » Mi 11. Mär 2020, 00:54

Hi Kironos,

finde es toll, dass du nun deinen ersten Beitrag mit uns teilst, nachdem du schon so lange angemeldet bist :-)

Ich muss bei deinen Schilderungen an etwas denken, was mir mein Therapeut mal erklärt hat. Bei jedem Menschen sind die Veranlagungen für den Ausbruch einer psychischen Krankheit unterschiedlich stark ausgeprägt. Diese Prädisposition für psychische Krankheiten, die in einem schlummert, bezeichnet man als endogene Faktoren.

Dann kommen die Einflüsse von außen hinzu, diese nennt man exogene Faktoren. Das können z.B. Stress oder psychoaktive Substanzen sein.

Ich bekomme jetzt den Eindruck, dass bei dir möglicherweise die endogenen Faktoren von Natur aus bereits stark vertreten sind, und die psychischen Krankheiten bei dir aufgetreten sind, ohne dass es dafür einen starken, externen Auslöser gebraucht hat.

Z.B. folgende Schilderungen von dir haben für mich etwas wahnhaftes, psychotisches:

Kironos hat geschrieben:Ich dachte, in Impfstoffen sind Gifte (hatte das in einem Forum gelesen) und ich könnte diese neutralisieren und dass nachts Aliens durch die Gegend fliegen und jede Nacht einen Menschen kidnappen.


...was sich ja dann zu einer handfesten psychischen Erkrankung gesteigert hat.

Um auf deine Ausgangsfrage zurück zu kommen, inwieweit das mit HS zu tun hat. Ich denke nicht, dass Hochsensibilität damit direkt im Zusammenhang steht. Ich könnte mir allerdings schon vorstellen, dass bei vielen HSP die endogenen Faktoren recht ausgeprägt sind und sie auch intensiver auf exogene Faktoren reagieren. Es soll aber auch HSPs geben, die psyschich super gefestigt sind, also würde ich das nicht verallgemeinern.
Richtige Untersuchungen gibt es meines Wissens dazu nicht, somit sind das nicht mehr als Mutmaßungen.

Kironos hat geschrieben: Angefangen hat es, als ich mir nach einem sehr schlimmen Tag dachte, dass ich mich töten werde, wenn der nächste Tag wieder so schlimm wird.


Hm, ich hoffe das dies wirklich nicht mehr als ein Gedanke war. Hast du mit deinen Therapeuten bereits darüber geredet?

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Re: spiritueller Touch in der Jugend

Beitragvon Kironos » Mi 11. Mär 2020, 01:17

Huhu, da musst du dir keine Sorgen machen, das ist ja schon 10 Jahre her und Selbstmordgedanken waren auch der Grund für meine erste Therapie.

Genau das, was du aber erwähnt hast, frage ich ich im Rückblick oft. Was war davon wahnhaft, vielleicht schon psychotisch? Was hat vielleicht mit Hochsensibilität zu tun und sind einfach Dinge, die man eben nur wahrnimmt, wenn man eher feinfühlig durch die Welt läuft?

Aber das sind vielleicht auch recht komplizierte Fragen für ein Forum und viel wichtiger ist ja sowieso das Hier und Jetzt.

Trotzdem mag ich die Vergangenheit natürlich auch gern verstehen und erinnere mich eben immer mal wieder daran, wie ich da mit meinen 13 Jahren saß und plötzlich Auren sehen konnte. Ich hab das letztens nochmal versucht, so wie damals, aber es geht nicht mehr. Verlorene Fähigkeit oder verlorene Erkrankung?

Wie gesagt, erwähnt in Therapien hab ich es schon mal - das war dann aber erstmals schon ungefähr 5 Jahre später und nicht mehr so interessant/wichtig, denke ich. Vielleicht mache ich das nochmal gezielt zum Thema, ich hab noch bei zwei Therapeuten offene Stunden übrig, so als "bei Bedarf" praktisch.
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Re: spiritueller Touch in der Jugend

Beitragvon DesdiNova87 » Mi 11. Mär 2020, 02:25

Was mir grade noch einfällt, wo du von Auren sprichst. Hast du schonmal mit Migräne zu tun gehabt? Da sieht man ja auch Auren. Oder generell könnte es eine neurologische Erklärung dafür geben...

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Re: spiritueller Touch in der Jugend

Beitragvon Kironos » Mi 11. Mär 2020, 14:42

Huhu, nein, mit Migräne kam ich noch nie in Kontakt. Und neurologisch wurde ich damals auch durchgecheckt. Naja, wer weiß. :)
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Re: spiritueller Touch in der Jugend

Beitragvon Wyllt » Sa 14. Mär 2020, 21:04

DesdiNova87 hat geschrieben:Um auf deine Ausgangsfrage zurück zu kommen, inwieweit das mit HS zu tun hat. Ich denke nicht, dass Hochsensibilität damit direkt im Zusammenhang steht. Ich könnte mir allerdings schon vorstellen, dass bei vielen HSP die endogenen Faktoren recht ausgeprägt sind und sie auch intensiver auf exogene Faktoren reagieren. Es soll aber auch HSPs geben, die psyschich super gefestigt sind, also würde ich das nicht verallgemeinern.
Richtige Untersuchungen gibt es meines Wissens dazu nicht, somit sind das nicht mehr als Mutmaßungen.


Also, diese Aussage interessiert mich generell zu bestimmten anderen Dingen, die im Zusammenhang mit HS gestellt werden, daher habe ich auch nur diesen Auszug als Zitat gewählt.
Warum denkst du, DesdiNova87, das ess einen Zusammenhang zur hier gestellten Frage gibt? Mich interessiert auch, was Du und andere denken, warum so vielen andere DSM5-Inhalte direkt mit HS zu tun haben sollen, wie ihr darauf kommt. Die Infos und eigenen Gedankengänge fände ich spannend. :-)
Leider kann ich nicht so oft und zeitnah antworten, von mir aus alles kein Muss. Auch wegen der Quellen und so. _Mij_
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Re: spiritueller Touch in der Jugend

Beitragvon DesdiNova87 » Sa 14. Mär 2020, 22:30

Wyllt hat geschrieben:
DesdiNova87 hat geschrieben:Um auf deine Ausgangsfrage zurück zu kommen, inwieweit das mit HS zu tun hat. Ich denke nicht, dass Hochsensibilität damit direkt im Zusammenhang steht. Ich könnte mir allerdings schon vorstellen, dass bei vielen HSP die endogenen Faktoren recht ausgeprägt sind und sie auch intensiver auf exogene Faktoren reagieren. Es soll aber auch HSPs geben, die psyschich super gefestigt sind, also würde ich das nicht verallgemeinern.
Richtige Untersuchungen gibt es meines Wissens dazu nicht, somit sind das nicht mehr als Mutmaßungen.


Also, diese Aussage interessiert mich generell zu bestimmten anderen Dingen, die im Zusammenhang mit HS gestellt werden, daher habe ich auch nur diesen Auszug als Zitat gewählt.
Warum denkst du, DesdiNova87, das ess einen Zusammenhang zur hier gestellten Frage gibt? Mich interessiert auch, was Du und andere denken, warum so vielen andere DSM5-Inhalte direkt mit HS zu tun haben sollen, wie ihr darauf kommt. Die Infos und eigenen Gedankengänge fände ich spannend. :-)
Leider kann ich nicht so oft und zeitnah antworten, von mir aus alles kein Muss. Auch wegen der Quellen und so. _Mij_


Hi Wyllt,

das kann ich dir natürlich gerne beantworten :-)

Aus meiner Sicht liegt dem einfach die Annahme zugrunde, dass ich Sensibilität als menschliche Eigenschaft (die es in vielen Dimensionen gibt) wie bei einer Gaußschen Glockenkurve verteilt sehe. Dementsprechend ist ein geringer Teil der Bevölkerung ausgeprägt empfindlich, ein Teil ausgeprägt unempfindlich und der Großteil durschnittlich empfindlich; alles mit fließenden Übergängen und mit Permeabilität zwischen den Gruppen.

Wenn wir jetzt konkret einen exogenen Faktor betrachten, bspw. Stress, dann nehme ich an, dass es auch dort diese Verteilung gibt, sprich einige reagieren stark drauf, andere weniger stark usw..

Und das ist für mich halt einfach das Konzept HS, das es sehr wohl Unterschiede zwischen den Menschen gibt (die sich aber auch wandeln können und nicht über die Länge eines Lebens in Stein gemeißelt sind), ohne dass es gleich Zustände sind, die zu pathologisieren sind.

Aber wie gesagt, das ist halt auch nur meine Sichtweise _yessa_

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