Weihnachten

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Weihnachten

Beitragvon Anael » Fr 6. Dez 2013, 09:59

Hallo zusammen!

Ich wünsche euch einen beschaulichen, fröhlichen 2. Advent. Zur Einstimmung hier an dieser Stelle eine kleine Weihnachtsgeschichte:

Tom und der kleine Schneemann

Es war der 24. Dezember. In dem verschneiten Hinterhof begegneten sich die Nachbarn mit frohweihnachtlichem Lächeln. Tom, der alte Kater, saß seit Stunden regungslos hinter der Fensterscheibe und starrte nach draußen. Sehnsüchtig beobachtete er die Vögel, die auf dem Baum vor seinem Lieblingsfenster saßen und ihr Gefieder in der kalten Winterluft aufplusterten. Draußen bauten die Kinder einen kleinen Schneemann mit Armen, Händen und Füßen.
„Schade, dass du nicht lebendig bist, du armer kleiner Schneemann!“, dachte er und seufzte: „Wie gut habe ich es doch hier in meiner warmen Stube!“
Als die Kinder fort waren, spürte der kleine Schneemann plötzlich, dass die Sonne ihm Leben eingehaucht haben musste - es fühlte sich gut an! Er schaute zum Himmel hinauf und dachte daran, wie schön es wäre, mit den Kindern zu spielen. Vielleicht würde der Weihnachtsmann ja auch zu ihm kommen?
Da entdeckte er Tom hinter der Fensterscheibe: „Schade, dass man dich einsperrt, du armer alter Kater!“, dachte er traurig.
Es war Abend und still geworden, silbrige Schneeflöckchen tanzten vom Himmel herab, und der kleine Schneemann war mit seinen Gedanken allein. Auf einmal hörte er viele Glöckchen klingeln. Das Fenster, hinter dem der alte Kater gesessen hatte, öffnete sich wie von selbst, und Tom landete mit einem unbeholfenen Sprung direkt vor seinen Füßen: „Verzeihung, ich bin etwas aus der Übung!“, maunzte er und betrachtete den kleinen Schneemann neugierig: „Komm, lass uns gehen!“
„Oh, ja!“ rief der kleine Schneemann, doch er vermochte sich nicht von der Stelle zu rühren. Tom wurde ungeduldig und drängte: „Hab’ Vertrauen, du kannst es - einen Schritt nach dem anderen. Los, los!“
Mit einem Mal knirschte und knackte es so laut, dass sie befürchteten, die Menschen würden es bemerken: „Psst, nicht so laut!“, schnurrte Tom. „Ich hab’s gleich!“, rief der kleine Schneemann. Und dann geschah das Wunder: Der kleine Schneemann konnte sich bewegen - mit einem kräftigen Ruck löste er sich vom rutschigen, schneebedeckten Boden.
„Wohin gehen wir?“, fragte er glücklich.
„Weiß nicht!“, maunzte der alte Kater, „lass uns einfach dem Leben entgegenlaufen!“
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Re: Weihnachten

Beitragvon Tulipana » Fr 6. Dez 2013, 10:13

Guten Morgen Anael!

Vielen Dank fuer diese wunderschöne Geschichte.
Sie hat mich sehr berührt, man kann sich richtig gut vorstellen wie Katerchen und der frostige Geselle zusammen den Sprung ins Ungewisse wagen.
Deine Geschichte hat endlich ein wenig Weihnachtsstimmung in mir geweckt und gewärmt von diesen schönen Worten werde ich gut in den Tag starten. Danke :)
Tulipana
 

Re: Weihnachten

Beitragvon Anael » Fr 6. Dez 2013, 10:39

Guten Morgen Tulipana,

herzlichen Dank für deine lieben Worte. Ja, es kommt auf die kleinen, vermeintlich unscheinbaren Dinge an, die das Leben so lebenswert machen. Wichtig ist es, als "großer" Mensch nicht zu vergessen, dass man auch mal ein "kleiner" Mensch war und überlebenswichtig ist es, sich seine kindliche Freude, Umbefangenheit und Heiterkeit zu bewahren.

In diesem Sinne wünsche ich dir einen fröhlichen Tag!

Vorweihnachtliche Grüße von Anael
Anael
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Re: Weihnachten

Beitragvon Idira » Fr 6. Dez 2013, 21:20

Eigene Weihnachtsgeschichten, welch schöne Idee!!!

Gerne steuere ich auch eine bei und wünsche Euch allen einen besinnlichen zweiten Advent.


Mein schönstes Weihnachtsgeschenk © Idira

Obwohl meine Eltern beide arbeiten gingen, mussten sie mit dem Geld genau rechnen.
Schließlich hatten sie einen Baukredit abzuzahlen, für drei Kinder Kleider, Essen, Schuhe, Schulsachen zu kaufen und auch Strom-, Wasser- und Heizrechnung wollten beglichen werden.

Eine Woche vor Weihnachten kündigte mein Vater an, dass wir dieses Jahr leider keine Geschenke bekommen könnten, da jeder Pfennig gebraucht würde.
Während meine Schwestern betrübt schwiegen, nahm ich seine Worte auf die leichte Schulter.
Es erschien mir so unvorstellbar, dass unter dem Baum keine Päckchen in grünem, blauem oder rotem Geschenkpapier eingewickelt liegen sollten, dass ich ihm nicht glaubte.

Nicht, dass ich dachte, mein Vater würde absichtlich die Unwahrheit sagen. Ich war einfach nur überzeugt, dass er sich irrte oder zumindest in der letzten Minute doch etwas besorgen würde.
Ich sah ihn förmlich unter dem Weihnachtsbaum stehen und sagen: „Seid nicht traurig, dieses Jahr ist es für jede nur etwas ganz Kleines.“

Desto unvorbereiteter traf mich am Heiligen Abend der Anblick des Wohnzimmers. Wie immer stand in der Mitte des Raumes der Baum mit brennenden Kerzen. Doch es lag kein einziges Geschenk darunter.
Ich starrte auf denTeppich.

Oh du fröhliche, Vom Himmel hoch da komm ich her, Es ist ein Ros` entsprungen - Wir sangen im Schein der Lichter.
Ich meinte, ich sei schon zu groß, um vor den Anderen zu weinen, darum sang ich um so lauter mit.
Mein Vater betrachtete uns Kinder, als grüble er über etwas nach, dem er meinte, jeden Moment auf die Spur zu kommen. So, als ob ihm der Begriff für ein Kreuzworträtsel oder ein Name auf der Zunge läge und doch nicht einfallen wollte.

Plötzlich nahm er die schwarze Nackenrolle mit den eingestickten Blütenmotiven vom Sofa.
„Das ist euer Weihnachtsgeschenk!“
Bevor wir etwas sagen konnten, legte er die Rolle auf den Tisch, zog zwei Stofftaschentücher aus der Hosentasche und machte jeweils einen Knoten hinein.
Er steckte seine Hände unter die Tücher, ließ sie sich bewegen und miteinander sprechen.

Eine Stunde lang entführte er uns in den Wald zu Eichhörnchen, Kohlmeise und den wilden Räubern.
„Dies ist erst der Anfang!” versprach er.
Bis zum nächsten Weihnachtsfest wollte er uns jeden Sonntagabend von den Geheimnissen erzählen, die im Wald hinter der Nackenrolle verborgen wären.
Zuletzt geändert von Idira am Sa 7. Dez 2013, 12:35, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Weihnachten

Beitragvon Tulipana » Fr 6. Dez 2013, 22:59

Ich finde deine Geschichte toll Idira!
Sie erinnert einen daran, dass Worte und Bilder im Kopf wertvoller sind als Geld und Haufenweise Geschenke.
Und mir ist wieder eingefallen, dass mein Opa uns Kindern immer Fortsetzungsgeschichten erzählt hat, wenn wir bei meinen Großeltern übernachtet haben.
Danke dafür!
Tulipana
 

Re: Weihnachten

Beitragvon Idira » Sa 7. Dez 2013, 01:48

Für Deine Resonanz möchte ich mich herzlich bei Dir bedanken, liebe Tulipana!
Und ich teile Deine Gedanken, was Geld bzw. Geschenke betrifft...



Eile

verschlingt
das Lächeln der Stadt.

Schaufensterauslagen
schreien:
Liebe ist käuflich!

Lichterketten
gleißen heller,
als der Weihnachtsstern.

Der Advent friert,
träumt
von einer stillen Nacht.

© Idira
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Re: Weihnachten

Beitragvon Anael » So 8. Dez 2013, 14:32

Hallo Idira!

Deine Weihnachtsgeschichte bewegt mich sehr! Meine Mutter erzählt mir manchmal von ihrer Kindheit. Es war Krieg, und meine Großeltern waren sehr arm und konnten ihren Kindern nichts schenken. Sie hatten einen Weihnachtsbaum mit nur 4 Kugeln daran. Eine nach der anderen war nämlich vorher zu Bruch gegangen. Aber meine Mutter und ihre Geschwister bekamen Schokolade - und meine Mutter erhielt ein neues, selbstgenähtes Kleidchen für ihre Puppe ...

Ich danke dir sehr für deine herzergreifende Geschichte, die du uns so wunderbar erzählt hast! Einen schönen 2. Advent und alles Gute und Liebe!

Herzlichst Anael
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Re: Weihnachten

Beitragvon Idira » So 8. Dez 2013, 19:09

Hallo Anael,

danke für Deine liebenswürdigen Worte, über die ich mich gefreut habe!

Auch ich wünsche Dir noch einen freudvollen adventlichen Sonntagsausklang.

Herzliche Grüße
Idira
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Re: Weihnachten

Beitragvon Tulipana » Mo 9. Dez 2013, 21:47

Liebe Idira!

Ich finde auch deinen zweiten Text sehr, sehr gut.
Konkreter kann man es einfach nicht auf den Punkt bringen.
Ich wünsche dir, dass du in der Adventzeit genug Zeit hast ganz in dich hinein zu hören.
Alles Liebe Tulipana
Tulipana
 

Re: Weihnachten

Beitragvon Idira » Di 10. Dez 2013, 01:37

Liebe Tulipana,

dankeschön! Es freut mich, dass meine Worte Dir etwas sagen.

Ich wünsche dir, dass du in der Adventzeit genug Zeit hast ganz in dich hinein zu hören.


Ja, seit dem ich mir Zeit nehme, habe ich Zeit.
Das wünsche ich Dir auch!

Grüße von Herzen
Idira


Lebens-Zeit

Wenn zwischen
Ankommen und Weitergehen
die Zeit sich müde
an die Wand lehnt,
wirkt ihr Gesicht gealtert.

Wenn meine Schritte
der Zeit erlauben,
aus der Hast herauszuschlendern,
verlangsamt sie
ihr Vergehen.

Wenn ich
die Zeit freilasse,
schenkt sie mir dafür
mein Leben zurück.

© Idira
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