HSP und Asexualität

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HSP und Asexualität

Beitragvon silverlady » Fr 2. Aug 2019, 08:08

Das Thema ist nicht neu und auch nicht alt:

Hochsensibel und Asexuell - gibt es Zusammenhänge zwischen diesen beiden Besonderheiten des menschlichen Erlebens?

Hier eine Studie dazu von Gleichklang:

https://asexuell.info/2016/09/06/asexue ... hsensibel/

Wie geht ihr damit um?
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Re: HSP und Asexualität

Beitragvon DesdiNova87 » Fr 2. Aug 2019, 10:18

Hi,

ich musste ehrlich gesagt nochmal nachgucken, was genau asexuell zu sein überhaupt bedeutet. Auf der verlinkten Seite habe ich folgende Zusammenfassung gefunden:

Asexuell stringent gesehen

Der Begriff “ asexuell “ bezieht sich im strengen Sinne auf das Fehlen eines jeden Interesses an Sexualität. Personen sind demnach asexuell, wenn sie keinerlei Interesse an Sexualität haben. Dies bedeutet wiederum in strengen Sinn, dass Asexuelle:

kein sexuelles Verlangen verspüren
sich sexuell nicht durch andere Personen angezogen fühlen
keine (selbst gewollten) sexuellen Handlungen unternehmen, um zur sexuellen Befriedigung zu gelangen.

In diesem strenge Sinne sind also auch Personen, die sich selbst befrieden, nicht asexuell.


http://asexuell.info/2016/06/17/asexuell/ Autor: Guido Gebauer


Zu deiner Frage:

silverlady hat geschrieben:Wie geht ihr damit um?


Also auf mich trifft das definitiv nicht zu. Ich habe einen ziemlich starken Sexualtrieb. Ich bin auch sehr zufrieden mit meiner Sexualität. Ich finde viele Menschen sexuell anziehend (i.A. Frauen, aber ich kann mir auch mal einen schönen Mann angucken ohne gleich Beklemmungen zu bekommen) und erlebe immer mal wieder, dass ich selbst auf diese bestimmte Art gemustert werde, manchmal auch angesprochen werde, diskret oder direkt.

Für mich muss jeder selbst wissen, wie er oder sie mit seiner Sexualiät umgeht. Solange die Grenzen anderer respektiert werden, finde ich alle Einstellungen in Ordnung.

Bin aber gespannt, was andere noch schreiben.

LG DesdiNova87
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Re: HSP und Asexualität

Beitragvon Moondream » Fr 2. Aug 2019, 15:28

Hi,

interessante Fragestellung. Ich denke aber, das man diese Frage nicht pauschal beantworten kann. Aus meiner Sicht ist Hochsensibiltät sehr vielfältig und vieles ist nur schwer zu verallgemeinern.

Ich mache mit aber selbst schon langere Zeit Gedanken, ob und wie Hochsensibilität die Einstellung zu, bzw. das Empfinden von, Sexualität, Liebe und körperlicher Nähe beeinflusst.

silverlady hat geschrieben:Hochsensibel und Asexuell - gibt es Zusammenhänge zwischen diesen beiden Besonderheiten des menschlichen Erlebens?

Interessante Frage. Bei mir geht es aber eher in die entgegengesetzte Richtung. Es als Hypersexualität zu bezeichnen wäre sicher übertrieben, zumal das für mich schwer meß- /einordenbar ist. Aber ich selber empfinde meine Bedürfnis/Intesse an Sexualität schon als recht intensiv.
Vielleicht bin ich da unter den Hochsensiblen eher die Ausnahme oder, als andere Erklärungsmöglichkeit, Hochsensible verteilen sich breiter über das gesamte Spektrum. Zumal HSP ja an vielen Stellen nicht unbedingt der 'Norm' oder dem 'Normverhalten' entsprechen.
Das empfinde ich jetzt aber nicht als Problem/Nachteil. Ich muß als eigenständiges Individuum ja nicht unbedingt der Norm entsprechen. Und wer definiert hier überhaupt die Norm?

Dazu kommt, das ich in meinem Fühlen und Denken stark zur Polyamorie tendiere. Auch wenn ich das, aus verschiedenen Gründen, nie praktizieren oder ausleben konnte. Was ich jetzt nicht unbedingt so schlimm finde, vielleicht aber ein wenig schade. Dennoch faszinieren mich diese Gedanken, heute fast noch stärker als in meiner Jugend.
Auch hier habe ich schon überlegt, ob es da einen Zusammenhang nit Hochsensibilität gibt. Schließlich zeichnen sich ja auch viele HSP durch mehrdimensionales, multilaterales Denken und ausgeprägte Fantasie/Vorstellungskraft aus.

DesdiNova87 hat geschrieben:Für mich muss jeder selbst wissen, wie er oder sie mit seiner Sexualiät umgeht. Solange die Grenzen anderer respektiert werden, finde ich alle Einstellungen in Ordnung.

Sehe ich auch so. Dummerweise tendiert unsere Gesellschaft dazu, bestimmte Normverhaltensweisen, bzw. generel ein konformistisches Verhalten zu erwarten, auch im sexuellen und Beziehungsbereich.
Wichtig ist doch aber letztlich nur das wir uns auch in Fragen der Sexualität nicht selbst verbiegen und uns nicht zu einem (Norm-)Verhalten zwingen, das wir in unserem Inneren gar nicht wollen. Das wird das selbstverständlich auch bei allen anderen akzeptieren, niemanden zu etwas drängen, das er selbst nicht möchte und niemanden dafür (vor-) veruteilen was und wie er empfindet.

LG
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Re: HSP und Asexualität

Beitragvon wind-und-wellen » Fr 2. Aug 2019, 17:29

Also... ganz ehrlich...

Ich empfinde diese Studie "an den Haaren" herbeigezogen.

Es mag sein, dass diese Studie nach mehr oder weniger wissenschaftlichen Aspekten ausgewertet wurde.

Aber: die Datenerhebung über das Portal Gleichklang erscheint mir nicht geeignet. Es wurde nur das Kriterium "hochsensibel" (ja/nein) und "asexuell" (ja/nein) gegenüber gestellt.

Und: es besteht ein hohes Risiko, dass die erhobenen Daten nicht unbedingt der "Realität" entsprechen. Diese Unsicherheit bringen online erhobene Umfragen leider mit sich...

Es liegt keine Unterscheidung nach Geschlecht vor. Ebenso vermisse ich eine Aufteilung in Altersgruppen.

Ebenso ist die "Festlegung" nach asexuell (ja/nein) rein subjektiv und wahrscheinlich nicht über entsprechende Vertiefung verifiziert worden.

Des Weiteren fehlt eine Angabe, seit wann man/frau sich evtl asexuell empfindet.

Ganz ehrlich... mir ist das zu platt und zu pauschal.

Und es macht mich ehrlich gesagt ein bisschen ärgerlich. Ich empfinde diese Studie als sehr unsensibel.

Es ist sicherlich ein wichtiges Thema.

Eine interessante Frage wäre beispielsweise, welche Auswirkungen Asexualität auf Menschen hat - egal wie stark die Sensibilität ausgeprägt ist...

Meine Meinung ;-)
Liebe Grüße von wind-und-wellen

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Re: HSP und Asexualität

Beitragvon songbird86 » Sa 3. Aug 2019, 11:38

Unter Asexualität fallen auch Menschen, die etwas anziehend finden und sich selbst anfassen, aber einfach kein Interesse an dem Akt an sich haben. Es gibt auch Menschen, die sehnen sich nach einer Beziehung, aber eher einer extrem tiefen Freundschaft. Und dann gibt es welche, die nicht mal so etwas empfinden.

Ich definiere mich selbst auch seit ca. 2008 als asexuell, aber ich kann etwas anziehend finden. Vor allem kann dieses Aufgekratzt-sein auch beim Zeichnen oder Schreiben helfen. Aber ich weiß nicht, ich glaube nicht, dass HSP und Asexualität etwas gemeinsam haben.
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Re: HSP und Asexualität

Beitragvon Raspberry » So 4. Aug 2019, 09:32

Ich könnte mir vorstellen dass HSP auch ihre Sexualität sehr differenziert betrachten und im Vergleich zu Normalsensiblen öfter zum Schluss kommen, sie seien anders. Ich war nahe daran, mich auch in so eine Schublade zu stecken, obwohl ich meine Wünsche immer als Vorlieben im heterosexuellen Spektrums empfand. Anscheinend bin ich sapiosexuell. Und nun? Mein Gegenüber muss es nicht sein, es reicht, dass er auf meine grossen Füsse und süssen weichen Babyhände steht. Er gurrt und flüstert mir Desoxiribonukleinsäure ins Ohr und ich lasse ihn meine Hände massieren.

Eine Psychologin hat mir dann erzählt, die meisten Menschen würden sich viel zu schnell kennenlernen, das sei gewissermassen artuntypisch. Manche Freundinnen finden es völlig normal, sich am selben Abend befummeln zu lassen, während ich dieses Gehetze überhaupt nicht mag. Mir ist noch kein Mann begegnet, über den ich umgehend hätte herfallen wollen und das finde ich völlig ok.

Anderseits, wenn HSP zur Priesterkaste gehören, wie es, glaube ich, Elaine Aron formuliert, wird es solche geben, die Liebe als universal empfinden und nicht an den Körper gebunden.

Manche HSP werden eine auffällige Sexualität haben, andere nicht. So, wie in allen anderen Bereichen auch.
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Re: HSP und Asexualität

Beitragvon Velvet » Mo 5. Aug 2019, 05:40

Hallo,

für mich ist ein Zusammenhang zwischen HS und Asexualität gut denkbar. Zum einen bin ich nach wie vor überzeugt, dass ein großer Teil der Probleme von HSP auf Traumatisierungen zurückzuführen sind (u.a. Missbrauchserfahrungen auf verschiedenen Ebenen) und somit vielleicht eine Art Schutzfunktion darstellt, zum anderen wäre es möglich, dass Asexualität mit den Hauptproblemen von HS zu tun haben könnte.

Fehlender Bezug zu sich und seinen Gefühlen, Misstrauen, Verlassen/Verlust/Versagensängste, Angst vor Nähe, Unfähigkeit, eigene Grenzen zu spüren/wahren/zu kommunizieren, Angst sich auszuliefern, Angst vor Kontrollverlust, Angst vor Ich-Verlust, Unfähigkeit, sich zu öffnen und dem Gegenüber klar zu sagen, was man mag oder nicht, Angst vor Ablehnung, Scham, Angst sich hingeben und fallenzulassen...etpp.
All das und sicher noch einiges mehr wären für mich denkbare Ursachen, dass man sich jeglicher Sexualität- vielleicht auch nicht bewusst- entsagt.
.Einfachheit ist das Resultat der Reife. Friedrich Schiller (1759- 1805)
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Re: HSP und Asexualität

Beitragvon kunvivanto » Mo 5. Aug 2019, 07:58

Ich hab mal einen Spruch aufgeschnappt:
"Ein Intellektueller ist ein Mensch, der entdeckt hat, dass es noch andere interessante Dinge gibt, als nur Sex."
Das könnte auch auf HSP übertragen werden, und neben Velvets plausibler Teilerklärung ein weiterer Grund sein.
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Re: HSP und Asexualität

Beitragvon Moondream » Mo 5. Aug 2019, 14:46

Hallo in die Runde,

ein wirklich interessantes Thema und viele interessante Ideen und Meinugen dazu.

Ich möchte dazu auch noch mal ein paar Ideen und Gedanken einbringen.

silverlady hat geschrieben:Hochsensibel und Asexuell - gibt es Zusammenhänge zwischen diesen beiden Besonderheiten des menschlichen Erlebens?

Ich glaube ehrlich nicht, das es da einen direkten Zusammenhang gibt.
Ich würde die Quelle auch weniger als Studie bezeichnen, sondern eher als eine grobe statistische Aufbereitung einer Umfrage. Ich denke daher das es nicht unbedingt repräsentativ ist. Ich würde das Ergebnis deswegen aber nicht von vornherein ablehnen, man kann es auf jeden Fall als Denkanstoß nehmen.

wind-und-wellen hat geschrieben:Es mag sein, dass diese Studie nach mehr oder weniger wissenschaftlichen Aspekten ausgewertet wurde.

Dort wird nie von Studie sondern von Auswertung gesprochen, es ist wohl eher wirklich nur eine Umfrage. Die Kriterien einer wissenschaftlichen Studie dürfte das wohl eher nicht erfüllen.

Raspberry hat geschrieben:Ich könnte mir vorstellen dass HSP auch ihre Sexualität sehr differenziert betrachten und im Vergleich zu Normalsensiblen öfter zum Schluss kommen, sie seien anders.

Ich glaube auch eher das darin die Antwort liegt. Ich betrachte Sexualität als eher umfassend und beschränke das nicht nur auf die körperliche Komponente. Ich kann in dieser Richtung die Anmerkungen von Raspberry und Songbird durchaus nachvollziehen.
Ich glaube, das viele (sicher nicht alle) Normalsensible Sexualität eher sehr eng auf das Körperliche begrenzt betrachten, vielleicht sogar auf den reinen Akt an sich. Und da sehe ich dann die Gefahr, das viele HSP (auch hier sicher nicht alle), die das möglicherweise viel differenzierter betrachten, schnell in einer Schublade wie die der Asexualität landen, obwohl diese Schublade vielleicht nicht wirklich passt. Oder sich sogar selbst in die Schublade stecken, weil es einfach keine wirklich passende Schublade gibt?

kunvivanto hat geschrieben:"Ein Intellektueller ist ein Mensch, der entdeckt hat, dass es noch andere interessante Dinge gibt, als nur Sex."

Interesanter Aspekt, ich finde den Spruch aber eigentlich vom Grundsatz her falsch oder zumindest aus dem Zusammenhang gerissen.
Ich finde den Umgang der Menschen mit Sexualität heute eigentlich ziemlich paradox und einseitig. Und das ist etwas, das mich eigentlich schon mein ganzes Leben beschäftigt.
Eine guter Denkanstoß / Zusammenfassung (von einem meiner Lieblingsautoren), der aber im Grunde meine Meinung schon recht gut trifft:
https://kseibel.de/gedankenanstoesse/sex-und-erotik-leben-ohne-suendenfall/

Das ist natürlich sehr allgemein, trifft aber den Kern ganz gut. Irgendwie schaffte es auch unsere recht liberale und aufgeklärte Gesellschaft nicht wirklich unvoreingenommen an das Thema Sexualität heranzugehen. Irgendwie liegt unser Umgang mit der Sexualität in einem Spannungsfeld zwischen 'Sexualität ist nicht (mehr) wichtig', 'Sexualität ist 'Sünde/unerwünscht/notwendiges Übel' und der gnadenlosen Kommerzialisierung derselben.
Und gerade einen Zusammenhang zwischen hohem Intellekt und abnehmendem Interesse an der Sexualität sehe ich eigentlich gar überhaupt nicht, ganz im Gegenteil. Das hat wohl eher etwas mit gesellschaftlicher Erwartungshaltung, Voreingenommenheit und auch gewissen Klischees bezüglich der Sexualität zu tun. Zumindest sehe ich das so.
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Re: HSP und Asexualität

Beitragvon Moondream » Mo 5. Aug 2019, 14:47

Velvet hat geschrieben:Fehlender Bezug zu sich und seinen Gefühlen, Misstrauen, Verlassen/Verlust/Versagensängste, Angst vor Nähe, Unfähigkeit, eigene Grenzen zu spüren/wahren/zu kommunizieren, Angst sich auszuliefern, Angst vor Kontrollverlust, Angst vor Ich-Verlust, Unfähigkeit, sich zu öffnen und dem Gegenüber klar zu sagen, was man mag oder nicht, Angst vor Ablehnung, Scham, Angst sich hingeben und fallenzulassen...etpp.
All das und sicher noch einiges mehr wären für mich denkbare Ursachen, dass man sich jeglicher Sexualität- vielleicht auch nicht bewusst- entsagt.

Hier sehe ich für mich viel eher plausible Zusammenhänge. Unsere Einstellung zur Sexualität wird mit Sicherheit schon sehr stark in unserer Kindheit und Jugend geprägt. Und ich denke auch ich wurde stark davon beeinflußt, wie ich als Kind/Jugendlicher, speziell in der Pubertät den Umgang mit Sexualität in meiner unmittelbaren Umgebung, in meiner Familie erlebt habe. Sexualität hatte da immer etwas anrüchiges, es war etwas worüber man nicht spricht. Etwas das im verborgenen stattfindet. Etwas 'schmutziges'. Und als ich dann in der Pubertät meine Sexualität entdeckt und erkundet habe, hat das dann auch folgerichtig dazu geführt, das ich meine eigene Sexualität, zumindest in großen Teilen, auch selbst abgelehnt und verborgen habe.
Und das ist vielleicht auch ein Problem, das hochsensible Menschen inbesonderem Maße treffen könnte, einfach weil Sie vieles meist stärker reflektieren und Feinheiten stärker wahrnehen. Den richtigen und respektvollen Umgang mit Sexualität muß man auch erlernen, und das tut man insbesondere in der Pubertät und Jugendzeit. Und da kommt man leicht in das Spannungsfeld zwischen verschweigen/verbieten/kleinreden und den Angeboten der komerzialisierten Sexualität (sprich Pornoindustrie - insbesondere heute im Internetzeitalter - und Prostitution), die Sexualität aber auf den reinen Sexakt reduziert und insbesondere Frauen und ihre Sexualität herabwürdigt. Wie soll ein junger Mensch da zum einen den angemessenen und respektvollen Umgang mit der Sexualität erlernen und gleichzeitig für sich herausfinden wo er sich selbst und seine Sexualität wiederfinden und und einordnen kann?
Und in der Folge kann es sein, das derjenige sich - vielelicht sogar unbewußt - von seine Sexualität mehr oder weniger abwendet. Oder die Sexualität wird - wie von der 'Sexindustrie' vorgezeigt - auf den reinen Sexakt, also auf das rein 'technische' reduziert. Beides kann für mich eine logische Folge dieses widersprüchlichen Umgangs unserer Gesellschaft mit der Sexualität sein. Vielleicht auch eine Art von Traumatisierung.

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