"I am one and I am many"

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"I am one and I am many"

Beitragvon Hal » Sa 25. Mai 2013, 22:22

Alles Kommende mag leicht verworren klingen, dafür entschuldige ich mich zu allererst. Es ist auch sehr abstrakt, da eine meiner Schwierigkeiten ist, auf die direkt erlebte Gefühlsebene zu kommen. Ich weiß auch leider nicht, woher das erste, längere Zitat stammt, da ich es heute - ohne Quellenangaben und in eigener Handschrift - auf dem inneren Buchdeckel eines Dramas gefunden habe und mich nicht erinnern kann, wie, wo und wann ich diese Buchschändigung betrieben habe. Aber ich hoffe trotz allem, dass hier vielleicht jemand Anschluss an diesen Eintrag finden kann.

"Ich bin nicht in mir zu Hause. Und es ist mir egal, wo ich sonst sein könnte. Vielleicht lebe ich woanders fleißig fort bis zu meinem Tode. Ich bin dann besonders schutzlos gegen andere, wenn ich mich wieder einmal nicht gefunden habe. Da stellen Schwierigkeiten sich mir in den Weg und ich komme bei einem kräftigen Bewältigungsversuch (auf beiden Beinen! Ohne Anlauf!) vom Weg ab, finde nicht mehr nach Hause. Keiner rührt mich bei meinem Herumirren an, weil ja auch er nicht weiß, wo ich mich gerade aufhalte. Ich bin ständig angerührt von etwas, das mich nicht sieht und manchmal sogar durch mich hindurchgeht. Meine Schutzlosigkeit bedeutet den Abschied von jedem Bezug, bedeutet das Ständige der Gegenstände und das Umkreisen des Umkreises und das Durchseihen des Seienden."

Als ich 16 war, begegnete mir in einem Liedtext das Zitat "I am one and I am many" und es ließ mich seither nicht mehr los.

Ich benutze nicht gerne Fachtermini aus der Psychologie, um einen Zustand zu beschreiben, aber angenommen, dass Hochsensibilität tatsächlich als eine Art permanenter Zustand existiert, dann lebt er sich bei mir in der Gestalt aus, dass ich den Weg zu einer eigenen, abgeschirmten Identität nicht finden kann. Dieses Gefühl hat es mir auch unmöglich gemacht, mein Studium abzuschließen, es macht es mir unmöglich, mich für einen Weg zu entscheiden und oft habe ich das Gefühl, spagatartig über meinem eigenen Leben zu hängen. Ich möchte immer alles gleichzeitig sein und bin dabei aber fragmentiert und unvollständig. In allem kann ich mich wiederfinden, aber nichts davon gibt mir bleibenden Halt. Und so kommt die Welt mir vor wie zwei Spiegel, die sich einander gegenüber stehen. Beide wollen sich verzweifelt im anderen erkennen, aber sie finden Nichts. Ein Sich-Selbst-Reflektieren ohne Unterlass.

Ich sitze in meinem Zimmer und meine Mitbewohner jolen und kreischen nebenan zum Endspiel Dortmund gegen Bayern. Eigentlich sind sie durch die Zimmer und durch die Tür nur ganz gedämpft und leise zu hören. Und trotzdem rast mein Herz laut. Es geht mir nicht immer so. Aber gerade - seit bereits über einem Monat - schon. Kontakt zu anderen Menschen ist bedrohlich und wenn ich spreche und meine Gesichtsmuskeln bewege, dann fühlt es sich fremd an. Die einzige Kommunkation, die mir in diesem Zustand möglich ist, ist die mit Büchern.

Wie kommt man aus diesem Kopfkerker heraus? Ganz einfach, indem man wagt, indem man lebt. Was aber, wenn der Kopfkerker immer wieder zurück kommt, egal wie sehr, wie stark und wie intensiv man lebt? Wo kriegt man die guten Erfahrungen her, die man braucht, um nicht mehr alles hypersensibel mit spitzen Fingern anzufassen? Wie hört man auf sich zu verbrennen, wenn es sich anfühlt, als sei die Haut umgestülpt und trage die offenen Nerven auf der Außenseite?
Hal
 

Re: "I am one and I am many"

Beitragvon Butterblume » So 26. Mai 2013, 12:33

Ein liebes Hallo an dich...obwohl deine Zeilen sehr viel und gleichwohl sehr wenig über dich preisgeben, ist nicht zu übersehen wie ernst deine Lage ist. Du hast bemerkt, dass du in dir selbst gefangen bist und du hast den Wunsch, dich freizuschwimmen und einen Anfang zu finden, um dem roten Faden zum Ausgang zu folgen...Jedenfalls liest es sich für mich so. Schön, dass du hier angekommen bist, vielleicht ist das ein erster kleiner Schritt für dich, zu einem Ruhepol in deinem aufgewühlten Ich...Ich bin selbst erst neu hier, beginne mich umzuschauen und zu merken, dass es da sehr viele Menschen gibt, die sich ähnlich fühlen, wie ich. Ich wünsche dir das gleiche und möchte dir Mut machen, hier zu bleiben und aktiv teilzunehmen an einer Welt, die ganz normal und dennoch ein wenig speziell ist. Alles Liebe!
Butterblume
 

Re: "I am one and I am many"

Beitragvon Walrun » So 26. Mai 2013, 13:33

Liebe/r Hal,

deine Worte sitzen in meinem Kopf wie ein großes, verworrenes Wollknäul. Einiges von dem was du schreibst, kenne ich - z.B. das seltsame Gefühl wenn sich die Mimik bewegt. Meistens, wenn ich höflich sein wollte oder keine Kraft hatte um mich so zu zeigen wie ich mich grade fühlte und mich deshalb verstellte.
Anderes habe ich so von meinem Partner gehört und auch das hat mich immer verwirrt, weil ich selbst diese Gefühle nicht in Worte fassen kann. Ich kann sie nicht richtig greifbar machen.
Vieles hatte aber auch mit meinen Depressionen zu tun, die die Sensibilität bei mir ins unerträgliche steigerte.
Ich versuche in letzter Zeit immer wieder nicht zu denken, sondern zu fühlen - das ist aber gar nicht einfach, weil mein Kopf keine Ruhe geben will.
Ich wünsche dir eine gute und interessante Zeit hier im Forum und hoffe du findest deinen Weg!

Liebe Grüße

Walrun
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Re: "I am one and I am many"

Beitragvon DarkShadows » So 26. Mai 2013, 13:52

Hal hat geschrieben: ..dann lebt er sich bei mir in der Gestalt aus, dass ich den Weg zu einer eigenen, abgeschirmten Identität nicht finden kann. In allem kann ich mich wiederfinden, aber nichts davon gibt mir bleibenden Halt. Und so kommt die Welt mir vor wie zwei Spiegel, die sich einander gegenüber stehen. Beide wollen sich verzweifelt im anderen erkennen, aber sie finden Nichts. Ein Sich-Selbst-Reflektieren ohne Unterlass.

..Wie hört man auf sich zu verbrennen, wenn es sich anfühlt, als sei die Haut umgestülpt und trage die offenen Nerven auf der Außenseite?


Hallo Hal,
ich erkenne mich in den oben zitierten Sätzen so erschreckend gut wieder..
Dieses ständige kraftraubende immer und immer wieder alles in Frage stellen, reflektieren, anzweifeln, suchen nach einem Sinn im Sein - ich praktiziere es scheinbar schon ein Leben lang (bewusst erst seit einigen Jahren).
Leider habe ich noch kein Patentrezept gefunden, welches ich neunmalklug an Dich weitergeben könnte :). Aber vielleicht ist die Kommunikation mit anderen ein Anfang für Dich. Für uns alle.
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Re: "I am one and I am many"

Beitragvon baumratte » So 26. Mai 2013, 16:56

Hallo Hal,
hab ich das richtig verstanden, dass Du das Gefühl hast, viele Aspekte zu sein, wie zersplittert, und das Gesamtbild nicht hinkriegst? Spontan würde mir dazu einfallen, alle Aspekte mal aufzuschreiben, als Teilpersönlichkeiten von Dir, und sie miteinander sprechen zu lassen. Du beobachtest und schaust, was jeder zu sagen hat und wo es vielleicht einen gemeinsamen Nenner gibt.

Hattest Du denn in Deiner Kindheit auch schon das Gefühl? Oder war das schon immer da?
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Re: "I am one and I am many"

Beitragvon Hal » Di 28. Mai 2013, 14:45

Vielen Dank für eure Worte, Baumratte, DarkShadows, Walrun und Butterblume,

in den Tagen seit meinem ersten Eintrag habe ich mir folgende Frage gestellt, um mir selbst zurück auf die Beine zu helfen:
Welche Momente gab es, in denen du dich als Einheit wahrgenommen hast? Wann war es zuletzt, dass die Gedanken dir nicht unter dem Schädel juckten, wie ein ständiges Surren, sondern plötzlich als ein einziger Gedanke zu tanzen begannen?

Das ist, denke ich, ein ähnlicher Ansatz wie deiner, Baumratte. Wann war der letzte Moment, bzw. welches waren generell die Momente, in denen man fühlen konnte, dass die eigenen Atome aus demselben Stoff sind wie der Rest der Welt und man also intuitiv Harmonie empfand? Und um deine Frage zu beantworten: Der früheste Punkt,an den ich mich erinnern kann, der den Anfang dieses zersplitterten Gefühls beschreibt, war, als ich vielleicht zwölf war. Ich schrieb damals zwei Blätter mit - aus meiner Sicht - "wirrem Zeugs" voll. Ich las sie dann meiner Mutter vor, da ich die eigenen Gedanken nicht ganz verstehen konnte und bei meiner Mutter eine Erklärung zu finden hoffte. Sie begann daraufhin zu weinen. Es seien wohl ihre eigenen Gedanken gewesen.

Habt ihr ähnliches auch schon erlebt? Dass ihr anderen so nahe, fast schon zu nahe kamt? Eine Art Grenzüberschreitung? Ich denke, diese gesteigerte Empathiegabe ist gleichzeitig Fluch und Segen einer sensiblen Persönlichkeit. Ich stelle sie mir oft wie die physikalischen Kräfte zwischen den Himmelskörpern, z.B. unserem Mond und der Erde, vor. Alles kann nur solange funktionieren, wie man den richtigen Abstand hält. Ein "Zu-Nah" wäre fatal und würde zur Zerstörung beider Körper führen, wenn sie ineinander stürzten. Ein "Zu-Fern" würde sich aber genauso destruktiv auswirken, wenn man Sonne und Erde bedenkt. Aber auch eine zu dünne Haut, eine zu durchlässige Grenze ist tödlich; man bedenke den Mars. Auf der anderen Seite hat man aber ein sehr gutes Gespür für alles, was einen umgibt: man kann schnell Menschen einschätzen, zu ihnen finden oder andernfalls einen großen Bogen um sie machen. Man kann sehr intensiv empfinden und gute Stimmungen in sich aufnehmen. Und: Man erlebt stets schnell, was unter der Oberfläche der Dinge und Menschen schlummert.

Jedenfalls, um meine eigene Frage zu beantworten und sie an euch weiter zu reichen: Ich habe sehr wohl sehr viele harmonische Momente erlebt. Und zwar über Wochen hinweg und durchaus nicht selten. Meistens beim Reisen und dauerhaft anhaltend danach. Z.B. in Marokko, wo abstraktes deutsches Gerede konsequent exorziert wird. Oder auf Island, wo alles Musik ist und man nach einer einzigen Rundfahrt das Gefühl hat, bereits die halbe Insel zu kennen. Oder auch hier in Berlin, wenn ich auf meinen Lieblingsbaum klettere und von oben die Spaziergänger im Park beobachte.
Auch hier muss natürlich jedoch wieder ein Aber folgen: Als ich 21 war, hatte ich einmal einen längeren Aufanthalt in einer psychosomatischen Klinik. Die dortige Sozialarbeiterin sagte mir, als ich ihr von meinen Reiseträumen erzählte: "Warum tun Sie es nicht einfach?" Mein Psychologe dagegen sagte: "Wovor wollen Sie wegrennen?" Jetzt, sechs Jahre später, hab ich das Gefühl, weder den Traum ausgelebt zu haben, noch meinem Gegner von Angesicht zu Angesicht begegnet zu sein, um ihn endlich beim Namen nennen zu können. Ich konnte mich weder für meine Sozialarbeiterin, noch für meinen Psychologen entscheiden, denn sie schienen mir beide Recht zu haben.

Aber genug davon, jetzt endgültig zu euch: Welche Momente sind es, an die ihr euch zurückerinnern und lächeln könnt? Wann und wie konntet ihr ganz ihr selbst sein?
Hal
 

Re: "I am one and I am many"

Beitragvon KameHameHaa » Fr 31. Mai 2013, 00:25

Als mir ein anderer Mensch begreiflich machte :

" Es ist ok. Es ist ok und gut so wie Du bist! "

introvertiert, extrovertiert, sprunghaft, Nie wirklich (be-)greifbar für andere.

" Wenn Ich Dich so annehmen kann, kannst Du es auch. "

Der Mut meinen eigenen Gefühlen zu folgen, weil nur sie, und nicht die Meinung anderer entscheidend sind.

" Manuel, wenn Du nichtmehr weisst wo Oben und Unten ist, wo bist Du dann angekommen ? In der Mitte !!! "

...und das sich alles dreht spielt plötzlich keine rolle mehr. Ich war zuhause! und es war nicht gleich zu begreifen...
weil ich schon lange nichtmehr dort war..
KameHameHaa
 

Re: "I am one and I am many"

Beitragvon adele » So 2. Jun 2013, 07:57

hallo hal
und herzlich willkommen.

du schreibst
" Welche Momente sind es, an die ihr euch zurückerinnern und lächeln könnt? Wann und wie konntet ihr ganz ihr selbst sein?"

hal ich war als junge frau ganz durcheinander u klar hatte es auch einen grund, denn ich hatte eine sehr unfreundliche kindheit u. war deshalb froh, daß ich eine sehr gute klinik erleben durfte, um in ruhe bei mir anzukommen, um mich dort mal 3 monate fallen lassen zu können, um aufzutanken und ich hab dort hungrig ganz viel werkzeug in die hand gelegt bekommen, so einen roten faden halt, an dem ich mich entlang hangeln konnte.
in kleinen schritten hab ich dann begonnen mein leben einzurichten u. es war verdammt anstrengend aber ich bin so froh "dran geblieben zu sein".
du fühlst dich für mich so an, als gäbe es da keinen roten faden in deinem leben, keine orientierung. und SO läßt sich wohl nur ganz schwer leben.

da hoffe ich so sehr für dich, daß du hier überall lesen magst, um so langsam einen roten faden zu finden, an dem du dich entlang hangeln kannst.

ich bin schon gespannt auf dich
adele
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Re: "I am one and I am many"

Beitragvon Lamaze » Fr 7. Jun 2013, 10:23

Hallo Hal...

sehr interessante Worte...die den Tiefgang deiner Gefühle widerspiegeln. Mit solchen Texten solltest du dich der Literatur widmen, und versuchen, einzelne Geschehnisse, die Dich berühren, zu beschreiben mit deinen Worten...so das jeder einzeln erlebte Moment irgendwie "sortiert" wird in dem Sinne..... Und all die verschiedenen Gedanken sind das, was Dich ausmacht. Das bist Du, der Mensch, der so empfindsam in seiner Wahrnehmung ist, dass kaum andere das verstehen könnten. Ich gehöre allerdings zu denen, die es verstehen. An solchen Worten zeigt sich aber trotzdem oft die Liebe zum Leben, denn wenn Worte etwas auf so tollen und schönen Stil beschreiben können, dann ist es doch etwas Positives... Leider ist es schwer, Menschen zu finden, die das verstehen können und es zu schätzen wissen...

Man hört bei Dir einfach raus...dass Du Dich wahrscheinlich schon Dein Leben lang unvestanden fühlst. Das hat mit viel Zurückweisung zu tun...bis man sich selbst in Frage stellt. Aber Dein Zitat sagt es doch eigentlich aus: I am one an I am many! Was ist dem noch hinzuzufügen? Eigentlich steht das über allem, was andere Menschen Dir absprechen könnten. Diesen Satz solltest Du in Deinem Unterbewusstsein verankern, und damit beginnen, zu Dir zu stehen... Dann ordnen sich die Verwirrungen auch nach und nach. Und Du musst Dir Ruhe und Zeit dafür gönnen.

Was mich jetzt noch interessiert: bist Du männlich oder weiblich...wenn ja, wie alt? Hast Du einen Partner oder eher viele gescheiterte Beziehungen...wo Du immer wieder feststellen musstest, Du hast eigentlich alles aufopfernd getan, und am Ende stand der geliebt Mensch nicht zu Dir?

Wenn ich das frage, gehe ich da einfach von meiner Situation aus. Denke ich über Momente nach, in den sich alles Vollkommen und Richtig im Hier und Jetzt angefühlt hat, dann gibt es wenige, aber es gibt sie. Das waren glückliche Momente mit meinem Partner und meinem Kind, fern von jeglichen Alltagsstress. Wenn man verliebt und glücklich ist...tollen Sex hat...ein süßes traumhaftes sensibles Kind...dann kann alles schön sein. Eine tolle Beziehung kann einem ganz viel Stärke geben und ganz viel von dem Verwirrungen nehmen... allerdings braucht es einen intelligenten Partner, der den Tiefgang verstehen kann. Bricht dieser Halt aber weg...hat man aufopfernd geliebt und steht wieder allein da, obwohl man "soviel zu geben hatte" und so große Gefühle hatte, dass man sie nie in Worte fassen kann, dann wirft einen das in die schlimmsten Phasen zurück, die man sich nur vorstellen kann. Denn genau an diesem Punkt bin ich grad....und das wirkst sich auf alles aus. Die Arbeit, den Alltag... Ich war glücklich...hab Gefühle zugelassen, um mich jetzt wieder innerlich tot zu fühlen...

Vielleicht ist das Partnerthema ja auch eine Sache, die Du immer wieder schwierig erlebt hast....?
Lamaze
 

Re: "I am one and I am many"

Beitragvon dasparfum » So 16. Jun 2013, 15:08

Hallo Hal,

"Als ich 16 war, begegnete mir in einem Liedtext das Zitat "I am one and I am many" und es ließ mich seither nicht mehr los.

Ich benutze nicht gerne Fachtermini aus der Psychologie, um einen Zustand zu beschreiben, aber angenommen, dass Hochsensibilität tatsächlich als eine Art permanenter Zustand existiert, dann lebt er sich bei mir in der Gestalt aus, dass ich den Weg zu einer eigenen, abgeschirmten Identität nicht finden kann. Dieses Gefühl hat es mir auch unmöglich gemacht, mein Studium abzuschließen, es macht es mir unmöglich, mich für einen Weg zu entscheiden und oft habe ich das Gefühl, spagatartig über meinem eigenen Leben zu hängen. Ich möchte immer alles gleichzeitig sein und bin dabei aber fragmentiert und unvollständig. In allem kann ich mich wiederfinden, aber nichts davon gibt mir bleibenden Halt. Und so kommt die Welt mir vor wie zwei Spiegel, die sich einander gegenüber stehen. Beide wollen sich verzweifelt im anderen erkennen, aber sie finden Nichts. Ein Sich-Selbst-Reflektieren ohne Unterlass. "

Was Du hier beschreibst kenne ich sehr gut aus meinem bisherigen Leben.
Fühlte ich mich mal "ganz und rund" dachte ich diesen Zustand beibehalten zu wollen und zu können
um damit fortzufahren mich als one zu fühlen.
Es hat nie geklappt soakes

Fühlte ich mich toll weil ich mit Fahrrad eine schöne Strecke gefunden hatte die ich ziemlich angstfrei fahren konnte,
fing es am nächsten Tag an zu regnen und die Sache mündete dann in einer Winterpause von 4 - 6 Monaten.
Diese Sache mit dem Gefühl in verschiedenen Fragmenten zu existieren kenne ich gut und habe ich auch meiner
Psychoanalytikerin beschrieben.
Ich möchte Dich gern ermutigen diese ausgeprägten Phasen werden vorübergehen und es wird wieder etwas Schönes
und Positives gespürt, erlebt, gehört, gesehen und gegessen werden können. _Mij_
dasparfum
 



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