Auch ich stelle mich dann mal vor!

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Auch ich stelle mich dann mal vor!

Beitragvon Reneé » Fr 7. Dez 2012, 01:28

Hallo liebes Forum,

ich wusste eigentlich schon immer, dass ich etwas anders ticke...rein intuitiv...! Auch meine Mutter erinnert sich; dass ich schon als Kleinkind geweint habe, wenn wir im Auto saßen und eine mit Tüten bepackte alte Dame sahen..Ich konnte gar nicht verstehen, dass wir sie nicht einfach einpacken und nach Hause fahren konnten. Oder dass Ausflüge auch schon mal dramatisch enden konnten; wie z.B. bei einem Spaziergang am Rhain, bei dem ich eine verkrüppelte Ente sah und nicht weiter laufen wollte, bis wir nicht den Tierarzt gerufen hatten um der Ente zu helfen, was natürlich nicht ging und meiner Mutter viel Feingefühl abverlangt hat.

Das sind allerdings Dinge mit denen man noch zurecht kommt, die erklärbar und nachvollziehbar sind.
Aber je älter ich wurde umso mehr fühlte ich mich als könnte ich zwischen den Zeilen lesen, könnte wahrnehmen was die Leute fühlen bzw. auch was sie von mir halten. So kam es dass zwischenmenschliche Beziehungen mich immer und immer mehr anstrengten. In meiner Kindheit war ich noch wesentlich unbeschwerter in Freundschaften. Ich war immer eher der Teil, der den Ton angegeben hat, konnte mich allerdings auch anpassen. Aber mich haben Streitigkeiten schon immer schwer belastet, ja sie haben mir sogar Angst gemacht.

Ich wollte nie dass jemand mich nicht mehr mag oder komisch von mir denkt, hatte ich das Gefühl, hat es mich immer schwer belastet und mir keine Ruhe mehr gelassen. Es war wie eine Endlosschleife andauernd in meinem Kopf, ich habe mir die Problematik von allen Seiten durch den Kopf gehen lassen, durchdacht und überdacht...und immer wieder nachgedacht, sodass ich mir manchmal gegen den Kopf gehauen habe um endlich nicht mehr darüber nachdenken zu müssen. Letztendlich ist es bis heute noch genauso und ich würde sagen noch etwas schlimmer geworden, denn ich bin am Ende immer an dem Punkt angekommen, an dem ich gesagt habe: Okay der Fehler liegt bei mir und nicht bei meinem Gegenüber. Egal welche Unstimmigkeit oder Streitigkeit, ich war dann immer der Meinung, ich habe überreagiert. Bloß keinen Streit, also lieber einstecken. Obwohl das so in dieser Art eigentlich nicht in meiner Natur liegt.

Ich bin ein sehr mitteilungsfreudiger Mensch und vertraue anderen Leuten naiv schnell meine Probleme an. Obwohl ich genau weiß welche Konsequenzen das in sich trägt. Ich bin in gewisser Weise ein offenes Blatt, das passt ja eigentlich nicht so zur Hochsensibilität. Es trifft auch nicht auf alles zu....ich gebe nicht alles von mir Preis, jedoch rede ich schnell über Probleme die mich belasten mit einer Person, ich rede jedoch nicht mit dieser Person über die Probleme die ich mit ihr habe. Das kann jetzt so wirken als wäre ich hinterlistig oder nicht ehrlich...vielleicht ist das auch so.
Aber ich kann meine Freunde nicht darauf ansprechen, da es da einfach zu viele Dinge gibt die mich an ihnen verletzen oder stören. Ich bekomme immer und immer mehr Probleme in Freundschaften, habe mittlerweile das Gefühl, es gibt keine richtige Freundschaft, vor allem nicht zwischen Frauen, das ist alles mehr so ein Konkurrenzgehabe....
Ich bin schnell gekränkt und sehr verletzt und merke denke ich Dinge die andere so nicht wahrnehmen, weshalb mir immer wieder gesagt wird: Ach stell dich nicht so an, das war doch von ihr nicht so gemeint...; oder: du bist du empfindlich, mach dir nicht immer so einen Kopf um die Dinge.
Ich nenne mal Beispiele, dass ihr euch ein Bild machen könnt.

BSP1: Ich habe eine Freundin einmal anvertraut, dass ich mich zu einem gewissen Zeitpunkt unwohl fühlte, wegen meiner unreinen Haut, ich hatte ziemlich heftige Pickel im Gesicht, die mir unangenehm waren.
Wir saßen dann mit ein paar Freunden von ihr im Kreis und haben Karten gespielt; dann meint sie plötzlich während wir reden: OH, dir wächst da ja ein zweites Du und fängt an zu lachen...alle schauen auf meine Stirn und fanden es mal kurz lusitg. Ich fand das von ihr unter aller Sau, wenn ich das so sagen darf.

Wir sind heute nicht mehr befreundet, wegen einer anderen Sache allerdings.

BSP2: Ich habe eine langjährige Freundin meiner Cousine vorgestellt, die zwei verstanden sich gut; das fand ich natürlich auch gut. Allerdings begannen sie sich hinter meinem Rücken zu treffen, ohne mir etwas davon sagen zu wollen, ich war verletzt...Und habe das auch mitgeteilt. Ich wurde dafür von allen Seiten belehrt, dass ich überreagieren würde und stieß auf Unverständnis.

Auch mit dieser Freundin habe ich heute nichts mehr zu tun.

BSP3: Eine aktuelle Freundin von mir weiß dass ich regelmäßig ins Sonnenstudio gehe, ich weiß dass es nicht sehr gesund ist und versuche nur 1 mal alle 2 Wochen zu gehen; man sieht schon dass ich Farbe habe...Sie weiß, dass ich Probleme hab es ganz sein zu lassen und findet es scheinbar nicht so schön. Auf jeden Fall macht sie sich jetzt dauerhaft vor anderen Leuten darüber lustig. Sprüche wie: Ja Reneé benutzt ja auch ihr Rouge als Make-Up weil sonst nix zu ihrem Hautton passt sind an der Tagesordnung. Ich habe immer mehr Probleme mit dieser Freundin, obwohl sie mir mal sehr gut tat und ich nicht glaube dass ich ihr egal bin...
Sie macht sich auf meine Kosten lustig, und das immer in Gruppen...um sich ins Licht zu rücken. Ich interpretiere das zumindest so. Aber ich bin mir sicher, ich liege richtig. Das sind nur Dinge die merken andere nicht und vor allem redet man ja nicht über sowas.

Nunja und so ergeht es mir immer mehr, manchmal bin ich auch total irritiert, wenn jemand mir mal etwas forsch antwortet...ich denke dann gleich wir haben Streit. Mit Kritik kann ich gar nicht umgehen, die verletzt mich zutiefst, sodass ich meist in Tränen ausbreche oder sauer werde.
Generell kann ich mit Unstimmigkeiten nicht umgehen, entweder ich gebe nach oder ich beende die Freundschaft. Ich bin sehr impulsiv und handle in meiner meistens sehr verletzten Verfassung dann falsch, das bereue ich dann oft und leide noch mehr darunter.

Außerdem schätze ich die Reaktionen auf meine Aktionen meistens um ein vielfaches dramatischer ein als sie dann sind. Ich denke z.B. wenn ich Kritik äußere und sage, wenn mich etwas stört, dass die Person dann den Kontakt zu mir abbricht oder mich nicht mehr mag.

In letzter Zeit verschlimmert sich dieser Zustand so sehr, dass ich anfange aggressiv zu reagieren...weil ich mir das alles nicht mehr gefallen lassen möchte. Da es aber Dinge sind die andere nicht spüren ist es schwer Leute zu finden die mich verstehen.
Ich kann das alles gar nicht bis ins Detail beschreiben, das würde den Rahmen sprengen.

Ich nehme auch immernoch meine Umwelt sehr intensiv wahr...das schlimme daran ist, ich sehe mehr das Schlechte als das Gute.Ich sehe wie viele Dinge hier schief laufen, die Menschen sich gegenseitig nicht helfen...spüre die Kühle und die Unhöflichkeit, manchmal so stark dass es mir richtig schlecht geht.
Außerdem verunsichern mich Blicke anderer Menschen sehr stark und ich fühle mich oftmals beobachtet und dadurch eingeschränkt. Das varriert je nach Tagesverfassung, ich habe auch mal Tage an denen bin ich richtig stark, positiv und gut gelaunt.

Ich war auch in einer Therapie, also nicht für HSP aber auch da hatte ich das Problem angesprochen, jedoch wurde mir gesagt, dass das gar nicht unnormal sei...und dass ich lernen solle damit umzugehen.

Nunja: was soll ich denn da lernen? Soll ich alle meine Freundschaften beenden oder alles tollerieren? Oder wie ist das denn überhaupt gemeint?
Ich weiß nicht, mir fällt es momentan sehr schwer damit zu leben, ich mag mich wie ich bin, ich bin ein besonderer Mensch, es ist nur schwer Leute zu finden die auch so sind. Umso älter ich werde, umso mehr habe ich das Gefühl auszubrechen, aber gleichzeitig auch gefangen zu sein.
Ein Gefühl von Wut und Angst, aber auch Stärke...schwer zu beschreiben.

Ich bin froh hier zu sein und hoffe hier hilfreiche Beiträge zu lesen in denen ich mich wieder finde und vor allem Leute um mich zu haben die mal nicht sagen: Sei doch nicht so empfindlich! Mach dir nicht so viele Gedanken!

Achja noch ein paar Zusatzinfos:

Ich bin 24 Jahre jung, liebe Tiere über alles und besitze auch selber eine kleine Hündin, die mir mein ein und alles ist!

Ich hoffe ihr konntet meine Vorstellung gut lesen und sie hat euch gefallen.

LG Reneé
Reneé
 

Re: Auch ich stelle mich dann mal vor!

Beitragvon SebastianW » Fr 7. Dez 2012, 18:36

Hallo Reneé,

Tips kann ich dir leider nicht geben, hab auch erst seit einiger Zeit die Erkenntniss gewonnen das ich wohl hochsensibel bin. Bin jetzt 31 und hab so einiges durchgemacht. Angefangen von Hänseleien in der Grundschule, war ein totaler Einzelgänger. Mein Selbstwertgefühl hat sehr darunter gelitten, hab angefangen meinen Frust mit Essen zu beseitigen, wurde dann immer dicker. Zuhause hab ich mich immer in mein Zimmer verkrochen und wollte mit niemanden reden. Hab oft versucht mich anzupassen, aber so richtig klappte es nie. Fühle mich seit einigen Jahren total ausgebrannt und bin kurz davor mein Studium zu schmeißen. Wenn jemand ärgerlich ist, dann macht mir das schnell Panik, möchte dann am liebsten flüchten. Ironische Bemerkungen nehme ich oft für bahre Münze auch wenn es nicht so gemeint war. Und als Mann ist es dann auch noch ungemein schwerer einen Partner zu finden. Einige schätzen zwar die Feinfühlige Art, aber verlangen dann am Ende das man so sein soll wie die anderen. Nur kann ich das nicht. Bin einfach zu Nett und bedingt durch das geringe Selbstwertgefühl schnell verschüchtert. Also komm ich dann nie weiter als bis zu dem Satz, du bist zwar nett, aber können wir nicht einfach Kumpels sein. Durch meine Naivität werde ich auch oft ausgenutzt. Hab nen Bedürfnis, das wenn es anderen schlecht geht, zu helfen. Wurde von einer aus der FH nur ausgenutzt für ihre Zwecke. Die ist ne totale Narzistin, was mir dummerweise erst später auffiel. Auf einmal war ich untragbar für sie obwohl alles wie immer war. Wahrscheinlich auch weil ich irgendwann nicht mehr alles durchgehen lassen wollte. Die Wut hab ich noch lange mit mir herumgetragen. Hab mich dieses Jahr dann noch heftig in eine verliebt, war für sie da wo es ihr schlecht ging. Hatte immer dieses Gefühl, da könne noch mehr kommen. Aber leider wieder nix. -_- Hab dann den Kontakt abgebrochen weil ich einfach Abstand brauchte. Auf der einen Seite tut es mir weh diesen Schritt getan zu haben, auf der anderen Seite ist es vielleicht besser so. Muss erstmal wieder klar kommen und mich neu sammeln. Die Gedanken die ich zwischendurch hatte, ou man. Eifersucht pur. Und ich denke immer und permanent, oft mehrere Dinge auf einmal. Bist also nicht so ganz allein ^^

Liebe Grüße, Sebastian
“Jeder ist ein Genie! Aber wenn Du einen Fisch danach beurteilst, ob er auf einen Baum klettern kann, wird er sein ganzes Leben glauben, dass er dumm ist.”

Albert EInstein
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Re: Auch ich stelle mich dann mal vor!

Beitragvon Serenity » Fr 7. Dez 2012, 21:33

Hallo Reneé und willkommen.
Bei mir ist es immer fast eher Phasenweise oder auch von der Tagesform abhängig, wie stark oder unsicher ich bin. Gdht es mir schlecht, bringt mich die Fliege an der Wand aus der Fassung. Fühle ich mich gut, können mir auch unangenehme Bilder im Kopf nix ausmachen. Ist auch von meiner inneren Ruhe abhängig. Mit Menschen tue ich mich schwer. Bin oft verletzt worden und von daher grundsätzlich misstrauisch und eher negativ eingestellt. Wahrscheinlich wird das oft für unhöflich gehalten.
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Re: Auch ich stelle mich dann mal vor!

Beitragvon Reneé » Mo 10. Dez 2012, 02:01

Ich denke das ist ein allgemeines Problem, dass Leute haben sie sehr sehr feinfühlig sind. Kommt mir zumindest so vor, wenn man sich hier etwas einließt, das HSP sich gerne mal schwertun mit Freundschaften/als auch Partnerschaften.
Bei mir ist es auch Phasenweise, teilweise kann ich dann auch gar nicht mehr so ganz nachvollziehen warum ich in der ein oder anderen Situation so verletzt war....

@Sebastian: Das klingt ja ziemlich unschön; aber immerhin lässt du dir nicht alles gefallen und gehst deinen Weg. Das ist doch positiv zu werten. Auch wenn ich als Pesimist das jetzt sage; versuch doch weiterhin positiv zu denken. Auch ich habe immer schlechte Erfahrungen in der Liebe gemacht, trotzdem habe ich tief in mir immernoch den Glauben an die Liebe!
Reneé
 

Re: Auch ich stelle mich dann mal vor!

Beitragvon loonu » Mo 10. Dez 2012, 03:45

Hallo Renée!

Vieles von dem, was du beschreibst, kenne ich gut. Besonders der Wunsch, gemocht zu werden, das starke Harmoniebedürfnis und die Tendenz, den Fehler immer bei sich selbst zu suchen.
Auch ich hatte damit schon oft Schwierigkeiten in Freundschaften, was mir am meisten zu schaffen macht(e) ist, dass man mit der oder dem anderen nicht darüber reden kann, weil man höchstwahrscheinlich auf Unverständnis stoßen würde. Sobald ich spüre, dass irgendwas nicht stimmt, habe ich den Drang, das anzusprechen, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass andere das erst viel später oder gar nicht bemerken und ich sie dadurch, dass ich es thematisiere total verunsichere. Ich habe auch schon erlebt, dass sich Menschen durchschaut oder bedrängt fühlen, wenn man sie auf ihr Verhalten und die vermuteten Gründe dafür anspricht und dann einfach dicht machen, weil man sich mit einem Teil in ihnen auseinandersetzen will, mit dem sie sich selbst noch nicht auseinandergesetzt haben.
Auf der anderen Seite habe ich in den letzten Jahre auch angefangen, zu verstehen, wie schwer es sein kann, mit jemandem befreundet zu sein, der manchmal aus (für diese Person) unerfindlichen oder zumindest nicht ganz nachvollziehbaren Gründen zutiefst verletzt ist und schon bei "Kleinigkeiten" die Freundschaft in Frage stellt.
Aber gerade wenn man dazu neigt, Situationen um ein Vielfaches dramatischer wahrzunehmen, als sie es objektiv betrachtet vielleicht sind (was bei mir definitiv der Fall ist) halte ich es für wichtig, seine subjektive Wahrnehmung immer wieder mit der anderer abzugleichen - um dann beruhigt festzustellen, dass die Welt von einer kleinen Meinungsverschiedenheit nicht untergeht icon_winkle
Auf deine Frage, wie du mit deinen Freundschaften umgehen sollst weiß ich auch keine Antwort, du musst selbst schauen, wie viel Nutzen du noch daraus ziehen kannst und wie sehr du darunter leidest. Toleranz finde ich hier übrigens unangebracht, schließlich sollst du die Verletzungen nicht einfach hinnehmen, sondern dir klar machen, dass das gar nicht die Intention der Person war.

Ich hoffe, dass ich dir zumindest ein bisschen weiterhelfen konnte und wünsche dir, dass du die richtigen Menschen findest, mit denen du durchweg positive Erfahrungen in Freundschaften machen kannst _thum_

Liebe Grüße!
loonu
 

Re: Auch ich stelle mich dann mal vor!

Beitragvon Argus » Mi 12. Dez 2012, 13:38

Hallo Reneé,
auch von mir ein herzliches willkommen. smwk

Meine Gedanken:
Es kann nützlich sein, bei Freundschaften (genauer: jede Beziehungen [nicht nur die klassische Zweierbeziehung]), insbesondere aus der Sicht einer möglichen Hochsensibilität, genauer hinzuschauen.

Eine „wahre“ Freundschaft, (also nicht die Fa...ook-Freundschaft, o.ä.) wird im Allgemeinen auf der Grundlage „bedingungsloser“ Akzeptanz, in beide Richtungen definiert, dem schließe ich mich grundsätzlich an.
Meist baut sie auf dem (manchmal langen) Kennen, besser, erkennen auf.

Da viele (alle?) Hochsensible sich offenbar schnell in einen anderen Menschen hineinversetzen, können, meist ungewollt, quasi automatisch, ist das mögliche „Missverständnis“ schon vorprogrammiert, meinen sie doch, den Anderen zu kennen, tun das, ein Stück weit, sogar.
Da entdeckt man schon mal Seiten, welche der betroffenen Person selbst verborgen sind. icon_winkle

Jede Beziehung (egal zu wem oder was), stellt eine Grundbedingung dar, uns zu erfahren, nicht mehr und nicht weniger. Sie sind für unsere Lebenssituation extrem wichtig, unabdingbar. Dabei sind es Erfahrungen, welche erst durch unser Denken zu guten oder schlechten Erfahrungen werden, zunächst sind sie alle dienlich, für unsere weitere Entwicklung, auch wenn das manches Mal sehr(!) weh tun kann.

Von Natur aus, sind wahrscheinlich die allermeisten (alle?) Menschen bestrebt, die angenehmen Erfahrungen, also die, welche man angenommen hat, annehmen kann, in Beziehungen zu machen. Was aber wären wir, ohne die „anderen“?

Ist es nicht vielmehr die „gefühlte“ Häufung der „schlechten“ Erfahrungen, welche uns HSP zu schaffen macht?
Die enorme Speicherfähigkeit aller Umstände dazu?
Unser oftmals mangelndes Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen?

Erfahrungsgemäß ist, sehr oft(?) der empfundene Bindungsgrad einer Hochsensiblen Person, erheblich höher, als der in der Gegenrichtung (aus dem o. a. Grund?). Wir legen anscheinend mehr in eine Beziehung (nochmal: auch zu Dingen!) hinein, sind bereit dazu.

Wo wir eine „freundschaftliche“ Beziehung für uns erkennen (auf der Suche nach „Sicherheit“, Halt), sogar wollen(?), sind wir im Gegenüber, vielleicht eine Bekanntschaft, anders definierte „Freundschaft“, im schlimmsten Falle Mittel zum Zweck, welcher (unbewusste?) auch immer das sein mag.

Auch ich habe viele Menschen erlebt, welche ihre „Freunde“ schneller wechseln, als ihre Unterwäsche, ich sehe darin auch(!) ein Abbild unserer schnelllebigen oberflächlichen, trendorientierten Gesellschaft. Es ist aber auch eine Frage, dessen was man braucht, erwartet.

Mit jedem Menschen dieser Verhaltensweise in unserem Leben, und es sind anscheinend sehr, sehr viele, verdichtet sich das Gefühl der „Häufung“.

Diese Kontakte haben alle(?) Menschen, wahrscheinlich nicht-Hochsensible, aufgrund ihrer oft „anderen (geringeren?) Zurückhaltung“ noch mehr, nur viele fühlen, registrieren es gar nicht, es ist für sie alltäglich. Vermutlich ist diesen Menschen auch eine mögliche unterschwellige Angst „einsam“ zu sein (nicht „allein“, das ist was anderes), nicht so parat.

Übrigens in einigen „neueren“ Kulturen sehr ausgeprägt, doch fehlt auch ihnen anscheinend etwas. Wie sonst kann man es erklären, dass es dort selbstverständlich ist, einen persönlichen Therapeuten zu haben, man ggf. schief angeschaut wird, wenn man keinen hat?

Missverständnis-Falle: Ich schreibe hier nicht von Menschen, welche ernsthaft therapiert werden wollen.

Übrigens das „Bedingungslos“ hat auch bei mir Grenzen. Beispielsweise kann „eine“ schwerwiegende Forderung, ein Verhalten, nach meinem(!) Maßstab, in einer Beziehung, explizit Freundschaft, welche gegen meine bewussten (also mindestens bereits von mir hinterfragten) Grundsätze verstößt, auf ein klares Nein stoßen, egal in welcher Form, das kann auch die (eher seltenere) konsequente Ablösung sein.

Kann ich es denn als freundschaftlich betrachten, in eine solche Situation gebracht zu werden?

Für mich hat es sich bewährt, mir meine Erwartungen, bewusster zu machen, je weniger ich erwarte, desto mehr kann ich „positiv“,meinem Empfinden nach, überrascht werden.

Vielleicht kann man in dem Zusammenhang das Wort „Enttäuschung“ mal näher betrachten. Ich mach das mal, aber an anderer Stelle.

Ein letztes:
Aus Erfahrungen, nicht nur eigener, kann ich sagen, das in jedem Umfeld einer HSP, sich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit, bereits andere Hochsensible befinden. Sie finden sich, spätestens, wenn eine von ihnen um die Veranlagung weiß und genauer hinschaut, neugierig macht. (n-HSP werden i.d.R. nicht neugierig, eher skeptisch, „witzig“ oder gar ablehnend, was diese Thematik betrifft)


Reneé, auch Dir danke für Deine Offenheit an dieser Stelle.
Dir (auch hier im Forum) eine dienliche Zeit

LG

Argus
Argus
 

Re: Auch ich stelle mich dann mal vor!

Beitragvon Serenity » Mi 12. Dez 2012, 14:45

Hallo Argus.
Es ist sehr interessant, was einem plötzlich so auf- bzw. auch wieder einfällt, wenn es jemand schreibt. Das hat mir einiges zu denken gegeben. Mit Freundschaften oder auch nur Bekanntschaften hab ich da so meine Probleme. Ich mache auch erstmal so einen Schwingungscheck und schätze die Leute ein. Und zwar immer. Oft merke ich, wie ich in eine Person etwas hineininterpretiere, was vielleicht gar nicht da ist. Weil sie mir symphatisch ist und ich denke, das daraus eine Freundschaft entsehen könnte. Meistens wird es dann eine Enttäuschung, weil icht das erwidert wird was ich mir erhofft hatte. Ich kann aber auch nicht wirklich klar rüberbringen was ich möchte. Weil ich niemanden bedrängen will. Natürlich kann das die Person nicht hellsehen. Wahrscheinlich hab ich auch Angst vor der Ablehnung.
Serenity
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