Auf der Suche nach einem Leben

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Auf der Suche nach einem Leben

Beitragvon Laila » So 17. Jul 2016, 16:58

Hallo liebe Leute,

ich bin die Laila, werde nächsten Monat 28 und wohne in der Nähe von Hamburg.

Ich bin jetzt über den Daumen gepeilt um die 14 Jahre Borderlinerin und befinde mich aktuell wieder mal in einer sehr leeren, perspektivlosen Zeit, die mir den Verstand raubt. Ich hasse es schon, wenn ich mal keinen Plan B in der Tasche habe. Aber nichtmal einen Plan A zu haben, macht mich wahnsinnig.
Und als ich die Tage mal wieder verschiedene Stichwörter googelte, auf der Suche nach Ratschlägen und Menschen mit ähnlichen Erfahrungen, stieß ich auf dieses Forum und las, eigentlich zum ersten mal, von HS.
Inzwischen habe ich ein bisschen mehr gelesen und habe schon das Gefühl, dass das alles auch zu vielen Teilen auf mich zutrifft. Meine extreme Geräuschempfindlichkeit beispielsweise. Oder das Gefühl, eine andere Wahrnehmung zu haben. Ich möchte keinesfalls mit Selbstdiagnosen um mich schmeißen oder mir fälschlicher Weise anmaßen etwas zu haben was ich dann doch nicht habe. Aber die Anzeichen haben mich doch sehr erstaunt und zum Nachdenken angeregt. Wenn ich mal wieder bei einem Psychiater/Psychologen bin, werde ich das sicher mal ansprechen.

Nun, mein Lebensweg ist schnell geschildert, Probleme hier, Therapien dort, mit Anfang 20 die erste gescheite Therapie und dann mitte 20 erst eine Ausbildung. Zur Köchin. Kann ich aber nicht drin arbeiten, weil mich die Verantwortung überfordert. Der Gedanke, ein Restaurant könnte pleite gehen, wenn ich mal schlecht koche, damit komme ich nicht klar. Inzwischen beziehe ich unbefristete Erwerbsminderungsrente.
Am Anfang war es ja noch "schön", erstmal abgesichert zu sein und nicht mehr mit beängstigenden Terminen beim Arbeitsamt gequält zu werden. Aber nutzloser kann ich mich inzwischen auch nicht mehr fühlen, glaube ich. Und mit dem Geld, welches ungefähr der Menge von Hartz4 entspricht, komme ich auch vorne und hinten nicht zurecht.

Ich habe keine Ahnung wie ich wieder ins Arbeitsleben kommen soll, mich überfordert es irgendwie schon, gescheite Berwerbungsfotos machen zu lassen, weil ich nichtmal "bewerbungsfototaugliche" Kleidung besitze. Leider bin ich seit meiner Kindheit übergewichtig, einfach mal so Klamotten kaufen ist da so eine Sache. Zum einen sieht alles schrecklich aus, zum anderen kostet es Geld. Ich wüsste nichtmal, was ich da kaufen sollte.
Egal, nächster Schritt, arbeiten gehen. Ein böser Blick vom Kollegen, eine unangenehme Situation oder gar Streit, Kritik, einen Fehler den ich gemacht haben könnte, und ich sitze schneller weinend in der Ecke als der Chef "Tut uns Leid, Sie können gehen" sagen kann. Ich bräuchte einen Arbeitsplatz an dem in gewissen Maße Rücksicht genommen wird. Wo gibts sowas schon.

Keine Arbeit -> Kein Geld -> auf Dauer keine Lebensqualität. Nächsten Monat fahre ich zur Gamescom, dafür habe ich dann ca 5 Monate gespart. Das ist doch Irrsinn in meinen Augen, für nen kleinen Ausflug übers Wochenende so lange sparen zu müssen. Führerschein habe ich auch keinen. Scheitert auch am Geld und ich bin echt nicht gut im sparen. Ich bin erwachsen und Auto fahren ist für mich quasi ein Highlight. Und das in einem Land wie Deutschland. Kaum vorstellbar.
Ich bin mit meiner Wohnsituation unzufrieden, aber ich habe mir den Umzug hier hin vom Amt bezahlen lassen (vor einem Jahr ca, davor habe ich 26 Jahre im Ruhrgebiet gelebt), die freuen sich bestimmt wenn ich wieder ankomme mit "Ich muss umziehen". (Sarkasmus) Ich kann mir jedenfalls keinen Umzug leisten.
Ich habe hier zwar "Freunde", aber alles nur Leute zum "Feiern gehen" (was ich nie mache), niemanden, den es interessieren würde, wenn ich weinen im Zimmer sitze. Ich hatte noch nie eine Beziehung. Ich selbst war schon verliebt, aber die 2,3 Männer hatten kein Interesse. Dabei wollte ich eigentlich schon mal heiraten und Kinder kriegen. Jetzt bin ich bald 30 und habe nichtmal einen Mann in aller-fernster Aussicht.

Ich hangle mich psychisch immer von einer "Sache" zur nächsten, um den Lebensmut nicht komplett verschwinden zu lassen. Aktuell klammere ich mich halt an die Gamescom nächsten Monat. Da treffe ich ein paar Freunde und lerne neue Leute kennen, mit denen ich sonst nur im Internet Kontakt habe. Aber ein paar dieser Leute, auf die ich mich so gefreut habe, haben mich in den letzten Tagen ziemlich verletzt, so dass ich auch mit dem Gedanken spiele, garnicht hin zu fahren, um nicht noch mehr verletzt zu werden, wenn der Kontakt dort auch schlecht verläuft.
Und ob ich nun hinfahre oder nicht, spätestens danach ist da wieder nichts mehr, auf das ich mich freuen könnte. Oder auf das ich hinarbeiten kann. Einfach komplette Perspektivlosigkeit. Ich weiß nicht wie ich an Arbeit kommen soll, wie ich umziehen soll, wie ich an einen Mann kommen soll.
Und dazu kommt dann das ständige Gefühlschaos und die Dinge des Alltags. Manchmal kann ich gut alleine sein, manchmal halte ich die Einsamkeit nicht aus. Das sich die letzten Tage wieder ein paar Menschen von mir abgewendet haben, macht mich sehr traurig. Ich kann einfach keine Menschen halten. Seien es flüchtige Kontakte mit denen ich mal im Internet eine Runde spiele, oder Menschen, die mir sehr viel bedeuten oder die ich gar liebe. Ich bin sozial einfach nicht kompatibel. Das ist der Eindruck den ich habe.

Sehr ungern will ich schonwieder eine Therapie machen oder mich auf die Suche nach einer begeben. Ich habe eher das Gefühl, dass ich schon übertherapiert bin. Zumindest was Boderline angeht. Ich kann den Kram nicht mehr hören. Ich weiß alles über meine Krankheit und ich hasse sie und mich abgrundtief. Und das keine Therapie ändern.

Ich wollte halt einfach nur ein Leben. Arbeiten gehen, Auto fahren, heiraten, Kinder kriegen. Ende. Ganz stumpf und simpel. Nichts anspruchsvolles. Aber bisher ist da kein Leben in Aussicht. Ich sitz jeden Tag von Mittags bis Abends vorm Pc, kommuniziere da hin und wieder mit ein paar Menschen (die mich iwann Leid sind) und sitz meine Zeit ab. Aus dem Haus kommen schön und gut, ja, ich kann spazieren gehen, das wars dann auch. Ich wohne relativ in der Pampa, jeder Ausflug würde Geld kosten da ich mit dem Zug fahren muss, und das kann ich mir einfach nicht leisten. Ich brauche einfach Geld. Ach ja, arbeiten gehen. - Und da fängt es wieder von vorne an.

Ich hoffe, das ist nicht zu viel Text für einen ersten Beitrag.
Beim stöbern hier im Forum war ich jedenfalls froh, ein paar Menschen mit ähnlichen Denkweisen zu sehen, wie ich sie habe. Ich erwarte auch nicht, dass mir jemand eine Lösung anbietet. Aber vielleicht gibts ja auch jemanden, der meine Denkweisen versteht.

Liebe Grüße
Laila
Laila
 

Re: Auf der Suche nach einem Leben

Beitragvon adele » So 17. Jul 2016, 17:29

hallo laila
deine offenheit hat mich angesprochen u. wie du ehrlich über dich berichtest.
hut ab.
sei herzlich willkommen u. hab du eine gute zeit hier.

adele
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u.n.e.n.t.b.e.h.r.l.i.c.h.
 
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Re: Auf der Suche nach einem Leben

Beitragvon Strawberry2 » So 17. Jul 2016, 18:08

Hallo willkommen
ich finde gut das du dich selbst so reflektierst. Aber an deinem Leben kannst nur du was ändern. Liebe Grüße
Strawberry2
 

Re: Auf der Suche nach einem Leben

Beitragvon redhead-92 » Mi 20. Jul 2016, 01:36

Hi du,was ich da lese kommt mir sehr bekannt vor ich bin von meinen therapie versuchen mehr als nur frustriert. nach 15min.beim psychiater.hatte ich ein rezept in der tasche und die diagnose borderline mit ausgeprägter sozialphobie.der mann hat mich nie wieder gesehen weil das totaler blödsinn ist!ich glaube das borderline mitlerweile zur standad diagnose gehört wenn du psychische probleme hast.weshalb man man mit der diagnose forsichtig sein sollte!ich glaube ich kenne mehr menschen mit einer falschen diagnose als welche die es wirklich haben!und als ich sie bekommen hab war das für mich nur die bestätigung für diese these.deshalb rate ich dir das vllt.nochmal zu überdenken.
Ich bin damals total verunsichert zu meinem psychologen gegangen hab ihm gesagt das der psychiater sich geirrt hat und mich auch gar nicht gründlich "untersucht"hat und das ich mich belesen habe über hs und persönlichkeits störungen.das eine vermeidende-ängstliche persönlichkeitsstörung in kombination mit einer schitzotype persönlichkeitsstörung viel warscheinlicher ist und das sich das durch meine hs vllt.entwickelt haben könnte.leider hat mein psychologe gleich dicht gemacht,mich als unkooperativ abgestempelt und mir erzählt das das mit der hs nur humbuck ist und das sich das nur irgendwann mal jemand ausgedacht hat um ne ausrede zu haben sich nicht mit seinen problemen zu befassen.nach dieser sitzun g hat auch er mich nicht mehr gesehen.eine psychoanalütikerin hat mich im erstgespräch 45min.als feige und unkooperativ betitelt und ich müsste mal lernen dinge auszuhalten weil ich bei jedem problem gleich weg renne...
Du siehst du bist nicht allein mit deinem frust auf die seelendocs.aber davon sollte man sich nicht abbringen lassen sich hilfe zu suchen weil gerade menschen wie du und ich,die persönlichkeitsstörungen haben und depressiv" tendenzen" haben brauchen einfach einen guten therapeuten an der seite der einen nicht nur ernst nimmt sondern auch dabei hilft sich nicht in" ersatz therapien" zu flüchten die das problem am ende nur noch schlimmer machen.du zockst und ich hab mich irgendwann in alkohol und drogen geflüchtet um mit meinem frusst und der einsamkeit klar zu kommen.aber vor allem um mich vor meinen ständigen ängsten abzuschirmen.naja das ende vom lied kann man sich denken.irgendwann gehts so auch einfach nicht mehr und man steht wieder an dem punkt wo man hilfe braucht.also jeh schneller und jeh eher man sich in helfen lässt jeh geringer ist der angerichtete schaden.
redhead-92
 



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