Auf mich selbst hören

Hallo, gut dass du hier bist - wir sind schon neugierig auf dich!

Moderatoren: Hortensie, Eule, jules1976

Auf mich selbst hören

Beitragvon Tante Joschi » Mi 24. Dez 2014, 23:21

Hallo

Mein Weg war nicht ganz so lang...aber es hat auch einige Zeit gedauert Ehe ich mich angemeldet habe.
Die Anmeldung habe ich soeben abgeschlossen... Und zwar aus dem Grund da ich die vergangenen Tage hier gelesen habe... Und ich fand soooon viele Themen wo ich mein Senf dazu geben könnte.

Ich bin Katja schon 34 Jahre alt und habe vor fast genau einem Jahr von meiner HS erfahren. Ich steckte mitten in meiner Fachweiterbildung (HFK), wusste weder mit mir noch mit meiner Umwelt umzugehen....ich war quasi am Boden. Ich habe meine Kollegen und mich schlecht behandelt, ohne etwas davon zu bemerken.

Dann kam meine damalige Mentorin (selber HSP, hellsichtig und mit für mich unglaublichen Gaben), sie führte ein sehr, sehr ernstes Gespräch mit mir... Ich habe ungefähr zwei Stunden durchgeheult...

Aber... In diesem Gespräch sagte sie mir, das ICH eine HSP bin!
Sie erklärte mir was das bedeutet, denn gehört habe ich dieses Wort noch nie...und ich habe mir auch nie Gedanken um verschiedene Gefühlsebenen gemacht. Ich bin wie ich bin und damit muss ich eben klar kommen...mit mir und meiner Umwelt, muss das leisten was meine Mitmenschen von mir fordern... Gerade im Job.

Ich ging aus dem Gespräch und war fix und fertig!
Aber auch irgendwie befreit...und ich habe mir Vorwürfe gemacht...weil ICH so anstrengend für meine Umwelt war...dabei is doch die Umwelt so anstrengend! Ich konnte das irgendwie nich verstehn....

Dann fing ich aber an mich zu belesen...über dieses Ding HSP und somit auch über MICH!

Das war alles sehr aufschlussreich aber...ich kann immer noch nicht damit umgehen!

Auf diesem Weg möchte ich auch um Hilfe von euch allen, wunderbaren Menschen bitten!
Ich muss es schaffen auf mich selbst zu hören, mein Inneres zu spüren und auf das was ich brauche zu hören! Ich hab das alles nie gelernt...seit frühester Kindheit habe ich mich um alles und jeden gekümmert nur nich um mich.
Nun muss ich nach nunmehr 34 Jahren es irgendwie schaffen, mich auf mich zu besinnen...aber wie?

Ich habe mit Yoga begonnen...obergeil...hilft mir enorm...es gibt tatsächlich ein Inneres von mir!
Aber der Alltag macht mir sehr zu schaffen...keine Zeit, viel zu tun und kein Bewusstsein!

Ich danke das es euch gibt....habe schon so viel von euch gelesen, das ich mich jetzt schon aufgehoben fühle!

Frohe Weihnachten und eine ruhige, besinnliche, stressfreie Zeit....

Katja
Tante Joschi
Fleißiges Mitglied
 
Beiträge: 54
Registriert: Mi 24. Dez 2014, 22:17

Re: Auf mich selbst hören

Beitragvon Golbin » Do 25. Dez 2014, 12:50

Hallo Katja,

willkommen hier im Forum.

Du fragst dich, wie du dich auf dich besinnen kannst. Nach meinem Verständnis geht jeder seinen eigenen Weg. Deinen Worten entnehme ich, dass du ihn bereits anfangen hast zu gehen. Das Gespräch, das Weinen, die Erkenntnis, ich bin HSP, Yoga als ersten Schritt was dir hilft.

Mir fällt dazu ein Textstück von Heinz-Rudolf Kunze ein: "Eigene Wege sind schwer zu beschreiben, denn sie entstehen ja erst beim begehen."

Ich kann dir ein paar Dinge aus meinen eigenem Weg mitteilen. Ich bin Informatiker, ein Beruf, der auf Logik basiert. Als Ausgleich male ich, mache Spazierg#nge in der Natur - auch gern bei Regen, weil ich dann die Natur fühle, mache Ruhepausen bewusst und so widersprüchlich es klingen mag, ein solche Pause kann auch darin bestehen "Rock you like a Hurrican" von den Sorpions zu hören. Vor kurzem habe ich damit begonnen, Geschichten zu schreiben.

Ich bin überzeugt, dass du deinen Weg weitergehst. Doch wie sieht er aus? Vielleicht wie Rosen - wunderschön aber dornig. Und - der eigene Weg ist lang, er endet nie.

Frohe Weihnachten

Wolfgang
Meine Wahrnehmung zeigt mir meine Welt.
Deine Wahrnehmung zeigt dir deine Welt.
Toleranz ist zu akzeptieren, dass dieselbe Welt für uns unterschiedlich ist.
Benutzeravatar
Golbin
Hero Member
 
Beiträge: 733
Registriert: So 21. Dez 2014, 18:14
Wohnort: Rheda-Wiedenbrück

Re: Auf mich selbst hören

Beitragvon Jasmin » Do 25. Dez 2014, 16:14

Hallo Katja,

auch von mir sm_06

Dein Satz hat mich erschrocken. "Schon 34". Puh, in meinen (älteren) Augen erst 34 Jahre. _yessa_

Ein bißchen habe ich das Gefühl, dass du dich unter Druck setzt (ich muß es irgendwie schaffen...). Du wirst es schaffen, aber alles braucht seine Zeit. Das möchte ich dir auf deinen Weg mit geben. _reib_

LG.
Jasmin
Wer nicht alt werden will muss früh sterben.
Benutzeravatar
Jasmin
Fleißiges Mitglied
 
Beiträge: 79
Registriert: Mi 15. Okt 2014, 11:14

Re: Auf mich selbst hören

Beitragvon Tante Joschi » Do 25. Dez 2014, 16:50

Hallo Jasmin

Das hast du "leider" richtig erkannt...
Ich stehe ständig unter Druck...Zeitdruck, Erwartungsdruck, der Druck alles und jedem immer alles Recht zu machen.
Mir ist total bewusst das ich all diesen Druck nicht brauche...aber ist da...und das fast immer.

Nun habe ich beispielsweise gerade meine Gans in die Röhre geschoben und in mir ist so viel Anspannung und Druck das der Vogel auch gelingt...dabei macht mir kochen echt viel Spaß.

Hast du...oder auch andere Menschen hier vielleicht einen Tipp für mich wie ich gegen dieses Problem angehen kann...entspannter sein, mir Zeit nehmen und geben, usw?

Ich danke
LG
Tante Joschi
Fleißiges Mitglied
 
Beiträge: 54
Registriert: Mi 24. Dez 2014, 22:17

Re: Auf mich selbst hören

Beitragvon Mimi1966 » Do 25. Dez 2014, 17:07

Hallo Katja,

schön, dass du hierher gefunden hast und schon auch schon so viele anregende Beiträge gefunden hast. _Mij_

Mir scheint, du hast dich sehr viel im Beruf engangiert und wenn du einen schönen Platz dabei gefunden hast, ist das auch schon viel wert, meine ich.
Was meinst du damit, kannst du das noch etwas genauer beschreiben:
Ich habe meine Kollegen und mich schlecht behandelt, ohne etwas davon zu bemerken.

Hast du vielleicht eine emotionale Schutzmauer aufgebaut ?

Nun muss ich nach nunmehr 34 Jahren es irgendwie schaffen, mich auf mich zu besinnen...aber wie?

Eigentlich sehe ich darin gar kein Problem, denn wenn du in einer friedvollen Balance mit deiner Umwelt, deinen Freunden oder Kollegen bist, ist man doch eigentlich am Ziel. _klp_
Hast du denn einen besonderen Grund, dein Inneres genauer zu erforschen ?

Viele Grüße und viel Freude hier
Michael
Wenn du Gedanken denkst, die Gefühle hervorbringen,
hast du Zugang zur Macht des Universums.
_klp_
Benutzeravatar
Mimi1966
Full Member
 
Beiträge: 101
Registriert: Do 27. Nov 2014, 16:48

Re: Auf mich selbst hören

Beitragvon Jasmin » Do 25. Dez 2014, 23:09

Hallo Katja,

Erkenntnis ist der erste Schritt. Den hast du schon gemeistert _yessa_ (zu viel Druck). Zweiter Schritt:Was will ich? Hast du auch schon heraus gefunden (mehr Zeit).
Gebe dir auch Zeit, etwas zu verändern und setze dir kleine Ziele. Du kannst dich nicht von heute auf morgen um 180 ° umkrempeln. Also fange mit nur einem Punkt an, den du aufgeführt hast, am Besten den, wo es dir am leichtesten fallen würde.
Da du den Druck sogar beim Kochen hast, was dir eigentlich Freude bereitet, wäre es vielleicht sogar hilfreich, wenn du Baldrian oder so etwas in der Art nehmen würdest. einfach, um ein bißchen ruhiger zu werden.Keine Chemie.

LG
Jasmin
Wer nicht alt werden will muss früh sterben.
Benutzeravatar
Jasmin
Fleißiges Mitglied
 
Beiträge: 79
Registriert: Mi 15. Okt 2014, 11:14

Re: Auf mich selbst hören

Beitragvon Tante Joschi » Fr 26. Dez 2014, 15:30

Hallo Michael

Die Arbeit war und is für mich immer noch sehr sehr wichtig!
Ich bin Krankenschwester....mein Traumberuf!...aber ich habe mich wie schon gesagt immer um meine Umwelt gekümmert, nie um mich...habe das auch nie beigebracht bekommen. Ich habe immer gearbeitet, bin eingesprungen wenn Not am Mann war und zeitweise sogar noch einen Zweitjob gehabt. Zu dieser Zeit wusste ich nichts von meiner HSP, habe nicht auf meine innere Stimme gehört und Schwäche, sowie Schmerzen mit allerhand Mittelchen bekämpft (der Markt is ja groß und an der Quelle war ich ja...ma hier ne Schmerzspritze und da ne Schlaftablette).
Seit nun schon 2 1/2 Jahren hat sich mein Tätigkeitsfeld verändert...keine schwere körperliche und z.T. psychisch belastende, sondern eine Arbeit die mich geistig, organisatorisch, kommunikativ, kreativ.....fordert.
Damit bin ich zu Beginn überhaupt nicht klar gekommen und hat mich total gefordert und ausgelaugt. Geistige Arbeit kostete mich schon immer mehr Energie als körperliche.

So nunma zu dem was ich eigentlich sagen wollte.
Ich kann dir nicht genau sagen wie ich mich meinen Kollegen gegenüber verhalten habe und was ich alles Ihnen (unbewusst) angetan habe....ich weiß nur das meine Kollegin so litt das sie überlegte zu kündigen.
Man sagte mir ich füllte mich von allen angegriffen, habe in allen Tätigkeiten die geplant und ausgeführt werden mussten gedacht es wäre gegen mich gerichtet usw.....und habe meinen Reaktionen dann auch zum Ausdruck gebracht! (Später habe ich mich dann natürlich für alles entschuldigt!)

Aber dann kam ja "Gott sei dank" das Gespräch!

Nun zum nächsten Punkt....ich stecke immer noch im Verhaltensmuster der Krankenschwester von früher und diese Muster sind nicht so einfach abzustellen. Ich bemühe mich sehr und....ich muss sagen meine Kollegen, die ja "Gott sei dank" noch da sind unterstützen mich da sehr. Meine Kollegin mit der ich eng zusammenarbeite, bringt mich oft auf meine Spur zurück, sie zwingt mich zu Pausen wenn ich erschöpft bin oder schickt mich mittlerweile auch schon ma nach Hause wenn ich "eigentlich" krank bin. Ich bin ihr sehr dankbar! Mittlerweile achten wir beide gegenseitig aufeinander :-)

Ich möchte meine "Inneres" nicht erforschen...ich möchte hören wenn es mir was sagt, Gefühle wahrnehmen und auch ernst nehmen und nicht beiseite schieben weil ich denke.....es liegt doch noch soooo viel an was erledigt werden muss!

Aber ich denke wie du schon sagst, ich bin auf einem guten Weg:-)

LG Katja
Tante Joschi
Fleißiges Mitglied
 
Beiträge: 54
Registriert: Mi 24. Dez 2014, 22:17

Re: Auf mich selbst hören

Beitragvon Tante Joschi » Fr 26. Dez 2014, 15:42

Hallo Jasmin

Genau....ich bin auch wirklich froh! Erstens mehr über mich erfahren zu haben und zweitens jetzt genau daran, nämlich an meinem Verhaltensmuster zu arbeiten.

Aber ich denke ich bin schon auf einem guten Weg...

An meinem Druck, meiner Ungeduld und an diesem (manchmal doofen) Perfektionismus werde ich arbeiten....ich habe ja zum Glück auch viele Menschen in meinem Umfeld mit denen ich reden und bei denen ich Unterstützung finde. Von denen ich auch ma ein STOP erhalte!

Langsamkeit und Bedachtheit...sind auch zwei Dinge die wichtig für mich sind, aber noch ein wenig entfernt von mir....aber auch da komme ich noch hin.

LG Katja
Tante Joschi
Fleißiges Mitglied
 
Beiträge: 54
Registriert: Mi 24. Dez 2014, 22:17

Re: Auf mich selbst hören

Beitragvon Mimi1966 » Sa 27. Dez 2014, 20:22

Hallo Katja,

mir kommt spontan noch ein Tipp, der dich vielleicht dorthin bringen kann - zu Langsamkeit und Bedachtsamkeit.
Wenn du jeden Tag 5-10min für jemanden meditierst, könnte das möglicherweise helfen.
Einfach nur körperlich auf deinen Atem hören und geistig an jemanden denken. Das macht frei, vor allem von Zeitdruck und Erfolgsdruck. Zumindest sind das meine Erfahrungen damit. Und wenn du damit keine Erfahrungen hat, reicht die Zeit völlig. Dann können 5min plötzlich seeeeehr lange werden. Wenn man "tiefer" einsteigen möchte, kann man ja die Meditationen verlängern.

Meditieren ist zwar nach moderner Auffassung "verlorene" Zeit, weil es einem organisatorischen Stillstand gleichkommt. Aber der Vorteil kann in der Steigerung der mentalen Kräfte liegen und vielleicht ist das ein Punkt, der dir weiterhilft.

Viele Grüße
Michael
Wenn du Gedanken denkst, die Gefühle hervorbringen,
hast du Zugang zur Macht des Universums.
_klp_
Benutzeravatar
Mimi1966
Full Member
 
Beiträge: 101
Registriert: Do 27. Nov 2014, 16:48



Ähnliche Beiträge


Zurück zu Vorstellungsrunde

Wer ist online?

0 Mitglieder

cron