Bin ich wirklich HSP???

Hallo, gut dass du hier bist - wir sind schon neugierig auf dich!

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Bin ich wirklich HSP???

Beitragvon MondTag » Do 24. Jan 2019, 09:32

Ich habe mich hier angemeldet um herauszufinden, ob ich wirklich hochsensibel bin!
Alle HSP-Tests bestand ich zwar mit Bravur, aber selber halte ich mich keineswegs für sensibel.

Vor ein paar Monaten riet mir jemand, mich mal mit meiner Kindheit zu beschäftigen. Ich hielt dies zuerst für ziemlich doof, machte es dann aber doch, und fand, dass ich als Kind eine ausgebrochene Heulsuse war. Als Junge störte mich das sehr, vor allem, wenn man dann noch solche Sprüche hört, wie “Ein Indianer kennt keinen Schmerz“.
Die Schulzeit, bis zur Pubertät war ziemlich angst-belastet. Wenn ich nun im nach-hinein überlege, was mir Angst machte, so waren es die älteren und größeren Jungs. Von deren aggressivem Verhalten fühlte ich mich bedroht, obwohl mir selber nie etwas passierte.

Später hielt ich Frauen sogar für die besseren Menschen, bis ich auch da erfahren musste, dass sie ihre Aggressivität zwar nicht so offen austragen, aber ihr Gesamtverhalten nicht wirklich besser ist.
Und so vermute ich, dass meine negativen Erfahrungen zu, einem negativen Weltbild führten, und dass sich meine eigene Sensibilität in eine NICHT-Sensibilität wandelte. Dies wohl auch vor dem Hintergrund, nicht mehr die Heulsuse aus der Kindheit sein zu wollen.

Nun wäre meine Frage an das Forum, ob ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt, und wie es von euch gewertet wird, als Hochsensibilität oder etwas Anderem???
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Re: Bin ich wirklich HSP???

Beitragvon izmi » Do 24. Jan 2019, 09:49

Willkommen!
MondTag hat geschrieben:sich meine eigene Sensibilität in eine NICHT-Sensibilität wandelte. Dies wohl auch vor dem Hintergrund, nicht mehr die Heulsuse aus der Kindheit sein zu wollen.
Jup, genau so. Ich glaube, viele Menschen machen das so, damit sie überleben.
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Re: Bin ich wirklich HSP???

Beitragvon MondTag » Fr 25. Jan 2019, 08:20

Hallo izmi
Ich las in deinem Vorstellungs-Beitrag, dass du selbst ein wenig mit der eigenen HSP-Diagnose haperst.
Da wäre meine Frage, ist es eine Selbst-Diagnose oder kam diese von Außen?
Ich zum Beispiel finde, dass sich HSPler mitunter genau so verhalten wie Narzissten, nur eben aus einer ganz anderen Motivation heraus.
VG
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Re: Bin ich wirklich HSP???

Beitragvon izmi » Fr 25. Jan 2019, 09:45

...was mir schon vor vielen Jahren die Diagnose "narzisstische Persönlichkeitsstörung" eingebracht hat, die jetzt mein virtuelles Trophäenregal genauso schmückt wie "ADHS", "Asperger" und noch ein paar andere. Ich bin bezüglich Bewertungen von außen mittlerweile sehr zurückhaltend geworden, vor allem seit ich sehe, wie wenig von dem was in mir geschieht, außen sichtbar wird und bei anderen ankommt. Ich bin seit 35 Jahren immer mal wieder in Therapie gewesen - die wichtigen Dinge habe ich dann aber letztlich immer selbst herausgefunden. Anderes Thema...

Dazu kommt, dass ich das überlappt. Ich bin, auch wenn ich das Wort nicht mag, traumatisiert worden, das überlappt sich mit meiner Empfindsamkeit und gibt allem einen gewissen Angst-Touch. Diese Suppe zu sortieren wird mir vermutlich nie ganz gelingen.

Aber ich schweife ab. Nein, eine Diagnose dafür habe ich nicht. Aber es ist ja auch keine Krankheit nach offiziellem Duktus, und das mag ich daran. Ich spüre viel, oft mehr als ich selber ertragen kann. Das hat mich hierhergebracht, nun schaue ich mal, und versuche, möglichst nicht gleich die nächste Schublade anzusteuern, das tut mir nicht gut.

Daher schaue ich hier herum, erkenne dies und das wieder und das gefällt mir. Warum das so ist, und ob ich nun "irgendwas habe" oder nicht, das finde ich gar nicht mehr so wichtig.
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Re: Bin ich wirklich HSP???

Beitragvon MondTag » Fr 25. Jan 2019, 18:26

Ganz offensichtlich fühlen sich viele vom Thema HPS angesprochen. Das liegt vielleicht auch an den Tests, die sehr tendenziös sind. Man kann einfach viel hinein-interpretieren, was die Sache nicht einfacher macht.
Hochsensibilität als Krankheitsbild wäre mir persönlich eigentlich lieber, denn HSP zu sein bringt mehr Nach- als Vorteile, zumindest in unserer westlichen “Spaßgesellschaft“.
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Re: Bin ich wirklich HSP???

Beitragvon MondTag » Mo 28. Jan 2019, 07:59

Habe jetzt eine interessante Seite gefunden, die meine Frage “Bin ich wirklich HSP“ teilweise beantwortet.
http://www.hochsensibel.org/startseite/ ... fragen.php

….Das Spektrum an …. Empfindungszuständen unterscheidet sich zwischen HSP und Nicht-HSP so stark, dass etwas “dran“ sein muss.
Ob der Terminus “hochsensibel“ als solcher richtig gewählt, und das was hier als “Hochsensibilität“ bezeichnet wird, nicht Unterfall eines anderen psychologischen Phänomens ist, wird die Zeit zeigen. Die Andersartigkeit eines Teiles der Bevölkerung als solche, wird kaum bestreitbar sein.
….....Hochsensibilität bedeutet eine neurologische Besonderheit, aber nicht besondere emotionale Fähigkeiten.
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Re: Bin ich wirklich HSP???

Beitragvon Walter66 » Fr 1. Feb 2019, 18:40

Hallo Mondtag,

ich bin seit Oktober letzten Jahres im Thema und hatte auch anfangs Zweifel, da man "solche Test" eben auch so durchführen kann, dass herauskommt, was man lesen will.

Was mich dann aber sehr überzeugt hat, waren Youtube - Videos, wo Menschen beschreiben, wie sie ihre HS erleben. Dabei hatte ich immer wieder so Erlebnisse "Ja, genauso geht es mir auch, es wurde mir nur 52 Jahre lang nicht gesagt, jetzt verstehe ich...". Um dann sicher zu sein, dass meine empfundene HS nicht "nur" die Auswirkung einer depressiven Episode ist, habe ich auch bis in die Kindheit zurückgeguckt und sehr ähnliche Dinge gehört (Jungens weinen nicht, ein Indianer kennt...) und erlebt. In meiner Kindheit waren schon deutliche Spuren, die auf HS hinweisen.

Wie man es auch gut herausfinden kann:
Wenn man meint, an einigen Stellen hochsensibel zu reagieren, kann man ja die Gegenprobe machen!

Angenommen, z.B. Du reagierst gereizt und gestresst auf Situationen mit vielen Menschen. Die Empfehlung für eine HSP ist doch dann, sich immer wieder mal zurückzuziehen und sich Ruhepausen zu gönnen. Wenn man das ausprobiert und an einigen Stellen feststellt: "Hey, wenn ich so handle, wie es einer HSP empfohlen wird, geht es mir viel besser", hat man Anhaltspunkte zum weitergucken, ob man HS ist. Ich habe den Beitrag gerade editiert (01.02.2019, 23:00 Uhr), weil man ja auch aus anderen Gründen hochsensibel reagieren kann, ohne dass man eine HSP ist...

Anderes Beispiel: Ich bin eigentlich kein besonders ordentlicher Typ aber auch nicht total unordentlich.
HSP lassen sich mitunter (bei mir ist es definitiv so) durch äußere Reize schnell ablenken. Habe ich zuviele Arbeitsaufträge auf dem Schreibtisch in Blickweite, kann es schnell sein, dass ich 2 Sachen gleichzeitig mache. Ich werde dann echt etwas fahrig. Nachdem ich mir im Büro erst vor ein paar Wochen angewöhnt habe, die Dinge, die ich aktuell nicht bearbeite, nicht in Blickweite zu haben, arbeite ich sehr viel konzentrierter und es ist entspannter. Seit dem ich das weiß, halte ich meinen Arbeitsplatz ordentlich, weil mir das besser tut, als immer alles mit einem Blick zu erfassen.

Da wir ja keinen anderen Zustand kennen, als HS, ist der Vergleich schwierig, weil wir nicht wissen, wie es sich anfühlt, nicht HS zu sein. Ich bin von Kind auf kurzsichtig und dachte in meinen ersten Lebensjahren, das es normal ist, wenn alles "weichgezeichnet" ist. Erst mit der Brille und dem Lernen, genau zu sehen, wurde klar, dass ich kurzsichtig bin und was ich tun kann, um die Kurzsichtigkeit zu kompensieren. Trotzdem weiß ich bis heute nicht, wie es ist, 100% Sehkraft zu haben und über räumliches Sehen zu verfügen.

LG Walter
Walter66
 

Re: Bin ich wirklich HSP???

Beitragvon MondTag » Sa 2. Feb 2019, 19:45

Hallo Walter,
schön dass du meinen Thread gefunden hast und danke für die Tipps. Ich hab mir zwar auch schon HS-Videos angeschaut, aber die fand ich nicht so gut. Sollte wohl nochmal bei YouTube reinschauen. Vielleicht hast Du ja für mich ein paar Tipps für mich?

Auf das Thema HSP bin ich über den Umweg NSP gekommen. Narzissten sind auch hochgradig sensibel, nur leider nutzen sie ihre Fähigkeiten um anderen Menschen zu schaden.
In einigen Beiträgen hier im Forum wurde auch schon kritisiert, dass sich die “Hochsensiblen“ immer so als “lieb und nett“ darstellen. Ich glaube da besteht wirklich noch viel Forschungsbedarf.

Ich persönlich zweifle ja nicht nur daran, ob ich wirklich HSP-ler bin, sondern ich zweifle eigentlich am ganzen Konzept.
Die beiden “HS-Erfinder“ waren das Ehepaar Aron.
Wobei Elaine Aron populärwissenschaftliche Bücher schreibt, eine kleine Praxis hat und sich weiter mit HS beschäftigt. https://de.wikipedia.org/wiki/Elaine_Aron
Arthur Aron hingegen kümmert sich nicht mehr um Hochsensibilität, sonder forscht als Professor einer Uni an anderen Themen. https://de.wikipedia.org/wiki/Arthur_Aron
Da frage ich mich natürlich, warum. Ist das HSP-Konzept gar nicht so tragfähig, hält es echten wissenschaftliche Ansprüchen nicht stand???

Zur Zeit bezweifle ich noch, dass die Hochsensibilität als eigenständiges Konzept tatsächlich existiert, und dies tun wohl auch Andere,
aber
ich kann mich ja trotzdem mit seinen Teilbereichen beschäftigen.
Und dies ist es, was ich hier im Forum machen möchte.

So schrieb Kopfkino auf Seite 6 des nachfolgenden Threads-Links
https://www.xn--treffpunkt-hochsensibilitt-4hc.de/11590502nx46300/hochsensibilitaet-allgemein-f8/verwechslung-was-heisst-hier-hochsensibel-t1070-s50.html
und dem möchte ich mich anschließen.
“Der eine ruht sich erstmal auf der neuerworbenen Definition seines neuen Wesensaspekt aus, vielleicht lenkt es den Anderen von tiefverwurzelten Problematiken ab, oder aber, es führt ihn überhaupt erstmal dort hin etc.“

Und zum Schluss noch ein kleines Dankeschön an die Moderatorin cindy sun, welche mir in einem anderem Thread einen Link zu den wichtigsten Foren-Themen gab.

LG
MondTag
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Re: Bin ich wirklich HSP???

Beitragvon Golbin » Mo 4. Feb 2019, 19:29

Hallo MondTag,

Bzgl. deiner Zweifel an HSP gebe ich dir mal eine andere SIcht.

Leg das Wort ab. Gern auch die Theorie. Frage dich was du wahrnimmst und schaue, ob dass, was du aus dem Bereich des HSP liest, hörst, wahrnimmst, dir guttut. Wenn ja, gehe den Weg weiter. Wenn, lege HSP weg und schau, wie du ohne dieses Modell weiterlebst.

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Re: Bin ich wirklich HSP???

Beitragvon MondTag » Di 5. Feb 2019, 10:51

Hallo Golbin, danke für deinen Montags-Beitrag

Wenn ich mir die wissenschaftlichen Arbeiten und auch die Lebensläufe der Sachbuchautoren so anschaue, dann finde ich das HSP-Gesamtkonzept nicht wirklich überzeugend.
Wenn ich mir aber die Beiträge einer Reihe von Usern, nicht von allen, so durchlese, dann finde ich viele Gemeinsamkeiten mit meinen eigenen Erfahrungen.

Also habe ich für mich die Entscheidung getroffen, dass ich ja nicht an das HSP-Gesamtkonzept glauben muss, mich aber trotzdem für bestimmte Themenbereiche interessieren kann.
Die Eingangs-Frage “Bin ich wirklich HSP“ brauch demzufolge gar nicht beantwortet werden.
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