Dann stelle ich mich mal vor...

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Dann stelle ich mich mal vor...

Beitragvon Manjana86 » Do 30. Apr 2015, 18:33

Hallo allerseits!

Mein Name ist Manja, ich lebe in Leipzig und ich bin 28 Jahre alt.
Ich vermute bei mir schon seit längerem eine Form der HS. Früher dachte ich, ich sei im Gegensatz zu den Menschen in meinem Umfeld - Familie, Freunde, Schule - irgendwie "defizitär". Ich hatte immer schon ein Gefühl, irgendwie anders zu sein als "die Anderen", und so grenzte ich mich in meiner Pubertät sehr ab, isolierte mich, worunter ich dann natürlich noch mehr litt. Mir wurde immer gesagt, ich solle nicht so viel nachdenken, ich solle mich nicht so anstellen, schließlich bekämen meine beiden älteren Geschwister ja auch alles gut hin und nur ich würde immer querschlagen und Probleme machen. Ich nehme es meiner Familie mittlerweile überhaupt nicht mehr übel und habe meinen Frieden mit allen von ihnen gefunden, was sehr schön ist. Das klappt aber auch erst, seit ich mich selbst akzeptiere und etwas älter geworden bin.

Trotzdem kann ich es insgeheim immer noch üüüüberhaupt nicht leiden, wenn ich den Satz höre: "Du machst dir viel zu viele Gedanken." oder "Du bist da viel zu empfindlich!" oder am Schlimmsten: "Du denkst wohl, du bist der Nabel der Welt, dass du immer alles auf dich beziehst. Du denkst zu viel über dich selbst nach, bist zu ICH-bezogen, etc."

-> Ich kann nicht anders und das ist nun einmal die Art, wie ich mein Leben und die Dinge um mich herum wahrnehme. Ich möchte gerne jeden verstehen und überlege natürlich auch, was mein Anteil an bestimmten Situationen ist. Außerdem brauche ich viel Zeit, um über alles nachzudenken, vor allem auch, was ich tun kann, um mich selbst zu schützen vor der "Grobheit", "Ignoranz" und "Stumpfheit" mancher Menschen.
Ich schreibe das bewusst in Gänsefüßchen, denn ich weiß ja, dass der durchschnittlich sensitive/sensible Mensch das anders wahrnimmt und vielleicht noch denkt, ich sei arrogant, wenn ich ihn ignorant nenne... Ach, ihr kennt dieses Dilemma ja wahrscheinlich selbst nur zu gut... Ich möchte niemandem etwas Böses!

Mir wurde, weil ich auch einfach als Jugendliche sehr schlecht klargekommen bin mit meiner Persönlichkeit, dann mit ca. 20 Jahren sogar eine Borderline-Persönlichkeit diagnostiziert. Allerdings von einer Therapeutin, die gerade an ihrer Doktorarbeit schrieb - zum Thema Borderline. Ich musste mich, um ihr Therapieangebot nutzen zu können, einverstanden erklären, ihr als Studienobjekt zu dienen. Mehrfach wurde ich zu Messungen, Tests, Interviews, etc. gedrängt, die nichts mit meinen Problemen zu tun hatten, sondern offensichtlich für Ihre Studien wichtig waren.

Sie sagte mir damals noch, wie wertvoll mein Beitrag sei, da ich eine der wenigen Borderliner sei, die ohne Medikamente auskommen und genau solche brauche sie für ihre Forschung. Als ich dann immer mehr Fragebögen und keinerlei Gespräch oder Therapie von ihr bekam, bin ich nicht mehr hingegangen. Vielleicht war ich etwas zu ungeduldig, aber ich kam mir als Versuchskaninchen vor und saß mit meinen Problemen trotz Psychologin allein da. Es hat lange gedauert, bis ich die Diagnose einigermaßen verdaut hatte und dann lebte ich zwei Jahre in dem Glauben, dass Borderline mein Problem sei. Bis ich kurzzeitig stationär in einer Psychiatrie war. Es war mein eigener Wunsch, weil ich mir schnelle Akuthilfe wünschte. Allerdings beschlich mich auf der Bordie-Station ganz schnell das Gefühl, dass die anders waren. Durch Gespräche und Situationen merkte ich: "Das kann nicht sein, so bin ich nicht."

Bestätigt wurde mir dies, als ich dann endlich eine sehr empathische, menschlich ganz wunderbare Therapeutin fand. Sie stellte die Diagnose nach kurzer Zeit schon in Frage und hatte eine andere Vermutung, die sie mir zum Schluss meiner Therapie noch ans Herz legte. Irgendwas in Richtung Hochbegabung/HSP war ihre Vermutung.
Da es jedoch nicht ihr Spezialgebiet war, wollte sie sich nicht nur darauf konzentrieren, sondern mir einfach allgemein helfen, was sie ja auch ganz toll geschafft hat.

Ich informierte mich daraufhin viel darüber, machte die hinlänglich bekannten Tests und bin auch heute noch oft am "Rudern" in meinem Leben. Vor allem im beruflichen Bereich, aber auch das Miteinander macht mir oft zu schaffen. Ich habe noch nicht viele Freunde gefunden, seit ich vor 1,5 Jahren umgezogen bin, was mich zuweilen sehr traurig macht.

Aber ich versuche sehr, trotz Berufsfindungsschwierigkeiten und Mangel an Kontakten positiv und optimistisch zu sein. Ich habe einen ganz tollen Mann an meiner Seite, der mich sehr unterstützt und mir unendlich viel Verständnis entgegenbringt, er ist in bestimmten Bereichen auch HS, außerdem ein High Sensation Seeker (anders als ich). Wir geben uns einfach viel Raum und Kraft und verstehen einander so gut, vor allem da, wo bei anderen das Verständnis aufhört... _klp_

Ich freue mich, dass ich mich in letzter Zeit wieder mehr mit HSP auseinandersetze und dadurch auch Impulse erhalte, die mir helfen, nicht den Kopf in den Sand zu stecken. Ich habe hier ein paar Tage still mitgelesen und war sehr beeindruckt von der Art der Kommunikation und wie viel Gutes, Schlaues und Weises hier von den einzelnen Mitgliedern geschrieben wird. Solch eine Kommunikation wünscht man sich natürlich auch außerhalb eines Forums, im täglichen Leben, aber das wird wohl ein frommer Wunsch bleiben... )/898u

Darum habe ich mich nun angemeldet und freue mich auf euch, eure Geschichten, Erfahrungen, Anregungen und einen regen Austausch bei diesem spannenden Thema, von dem man immer denkt (dachte), man sei der einzige, dem es so ergeht.

Vielen Dank jedem Einzelnen für die Zeit, sich meine Begrüßung durchzulesen. Ich freue mich, euch nach und nach kennen zu lernen! iwikx
Manjana86
 

Re: Dann stelle ich mich mal vor...

Beitragvon Stimmungsaufhellerin » Fr 1. Mai 2015, 18:57

iwikx

Hallo Manja!

Herzlich Willkommen hier im Forum!

sm_06

Du beschreibst in deiner Vorstellung unter anderem die Nachdenklichkeit, die so typisch ist für viele Sensible hier. Dein Avatarbild passt dazu sehr gut, finde ich.
Nachdenklich und farbenfroh. Schön.
Ich wünsche dir einen guten Austausch hier und jede Menge Inspiration!
Hab eine gute Zeit!

_Mij_

Stine
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was doch nicht zu ändern ist.
aus: Die Fledermaus, Johann Strauß
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Re: Dann stelle ich mich mal vor...

Beitragvon Manjana86 » Sa 2. Mai 2015, 10:45

Hallo Stimmungsaufhellerin (schöner Name!),

vielen Dank für die liebe Begrüßung!
Ja, das Nachdenken ist so eine Sache. Fluch und Segen zugleich, wie ich finde.
Es tut auf jeden Fall gut zu wissen, dass das nicht ein "persönlicher Fehler" ist, sondern dass es vielen so geht.
Man kommt ja auch zu vielen Erkenntnissen, die wichtig sind und für die andere sich vielleicht gar keine Zeit nehmen oder wo andere mit einer oberflächlicheren Erklärung zufrieden sind (was ich mir früher auch sehr oft gewünscht hab - einfach ein dummes Mädchen zu sein, dass nichts "merkt").

Aber naja, es ist, wie es ist und irgendwie ist es ja auch gut so...

Das Bild, das ich als Avatar benutze, habe ich selbst gemalt. Mir hilft es immer total, meine Gefühle zu analysieren, wenn ich das mit Farben und Formen tue. Und es ist irgendwie eine Manifestation des nicht so Greifbaren... Und ja, du hast Recht - der Gesichtsausdruck ist nachdenklich, aber die Haut schillert in vielen Farben. Passt schon gut zu HSP, auch wenn ich das noch nicht wusste, als ich es gemalt habe...

Ich wünsch dir auch eine gute Zeit! (Vor allem jetzt am verlängerten Wochenende!) icon_winkle
Manjana86
 

Re: Dann stelle ich mich mal vor...

Beitragvon Stimmungsaufhellerin » Mo 11. Mai 2015, 17:03

Hallo Manja,

danke für die lieben Wünsche!

In den letzten Tagen war ich für meine Verhältnisse sehr aktiv und habe so viele Reize aufgenommen, dass ich gern mal eine Woche schlafen würde. Wie ein Overload fühlt es sich an. Schön ja, aber auch "zu viel".


Ja, das habe ich mir auch oft gewünscht, ein dummes Mädchen zu sein, das nichts "merkt".
Manchmal tue ich einfach so, als ob, aber lange klappt das nicht, Antennen sind ausgefahren, Denken geht wie von selbst.

Oft stelle ich mir das normalsensible Leben einfacher vor, aber ich glaube, es ist auch langweiliger.
Was ich so merken, fühlen, sehen und riechen kann, ist schon phänomenal.

_mjh_


_flov_ _bee_ _flov_



Super, dass du mit dem Malen eine Ausdrucksmöglichkeit gefunden hast.
Es sieht noch dazu so schön aus.

Frohe Grüße,

Stine
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Re: Dann stelle ich mich mal vor...

Beitragvon Peka9 » Mo 11. Mai 2015, 19:19

Hallo Manja,

auch von mir ein Willkommen.

Das Bild ist sehr schön. Toll, dass du im Malen einen Ausdruck gefunden hast. Weiter so. _Mij_

Alles Gute Peka 9
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