Das "Kind" hat einen Namen

Hallo, gut dass du hier bist - wir sind schon neugierig auf dich!

Moderatoren: Hortensie, Eule, jules1976

Das "Kind" hat einen Namen

Beitragvon steph1104 » Mi 20. Mai 2015, 11:36

Hallo zusammen,

lange Zeit habe ich überlegt, was mit meinem Sohn (jetzt 8 Jahre) los ist. Früh sprach er über den Tod, kann sich nicht trennen, braucht immer meine Nähe. Gehe ich nur arbeiten, ist es als würde er zum sterben zurückgelassen.
Er ist himmelhoch jauchzend oder bei Traurigkeit gleich zu Tode betrübt. Er hat eine wahnsinnig tolle Phantasie und ein wahrer Experimentierkünstler. Ich liebe seine Empathie, besonders zu Tieren.
Er fühlt das Leid anderer, als wäre es sein Eigenes. Er ist jetzt in der 2. Klasse und es kommt seit der Schule zu vermehrten Bauchschmerzen. Immer schlimmer, so das er oft nicht zur Schule konnte. Busfahren war ihm unmöglich (morgens, wenn der Bus so voll ist) Nachmittags kein Problem. Da ist der Bus leer. In der Schule gibt es Probleme. Er kann nicht gut Mathe. Er sagt er hätte die Stimmen von allen Kindern im Kopf und kann sie nicht ausstellen. Ist das nicht eine perfekter Erklärung eines hochsensitiven Kindes von 8 Jahren? Ich hätte weinen können. Es wurde nun eine hochgradige Fructoseintoleranz und Weizenunverträglichkeit festgestellt. Die Bauchschmerzen blieben. Er hat Angst, es ohne mich nicht zu schaffen.
Er ist der größte Spaßvogel ever. Seine Gefühlswelt macht ihm jedoch Angst und Sorgen. Ich weiß seit 2 Wochen, das er hochsensitiv ist und mit dieser "Diagnose" löste sich plötzlich eine graue Wolke über meinem eigenen Leben. Wie oft dachte ich, ich wäre verrückt. Konnte keine Menschenmassen um mich haben. Keine Diskobesuche.. Keine Musik um mich. Manche Menschen oder Situationen ließen mich panische
Anfälle bekommen. Jetzt durch mein Kind wird mir klar, ich bin nicht verrückt.. ich bin ebenso besonders "anders" wie mein Sohn und vieles leuchtet mir nun ein und ergibt einen Sinn. Ich spüre die Stimmung anderer Personen als wären es die eigenen. Ich gehe damit nun anders um und erlebe mich völlig neu.
Ich hoffe nun, für meinen Sohn Rituale zu finden, die ihn zur Ruhe kommen lassen und "seine" Welt besser zu verstehen helfen. Darüber zu reden, dass vieles so ist, weil er hochsensitiv ist, hat schon geholfen.

Ich freue mich über regen Austausch hier.

LG
Steph
steph1104
 

Re: Das "Kind" hat einen Namen

Beitragvon Hortensie » Mi 20. Mai 2015, 17:04

Hallo Steph,

herzlich sm_06 hier bei uns "anderen".

Ich musste schmunzeln über Deine Wortwahl
steph1104 hat geschrieben: ich bin ebenso besonders "anders" wie mein Sohn und vieles leuchtet mir nun ein und ergibt einen Sinn.


Du bist nicht anders (Dein Sohn ist genauso wie Du)!
Ich weiß genau, wie Du das meinst. _läch_ Den Felsbrocken konnte man laut fallen hören.

Ein gutes Ankommen Dir hier im Forum. Im oberen Bereich des Boards findest Du verschiedene Test zur HS, u. a. auch einen Test für/über Kinder.

LG, Hortensie
pragmatisch und bodenständig
Hortensie
Moderator
Moderator
 
Beiträge: 8536
Registriert: So 18. Mär 2012, 15:41
Wohnort: weit im Westen

Re: Das "Kind" hat einen Namen

Beitragvon sunnyshine » Do 21. Mai 2015, 20:23

Hallo Steph,

ich habe soeben deinen Beitrag hier gelesen.
Dankeschön dafür!
Es freut mich, dass es jetzt schon bei deinem Sohn erkannt wurde, dass er hochsensibel ist. Es ist eine wunderschöne, besondere Gabe.
Für mich ist es manchmal anstrengend. Ich muss noch lernen, damit umzugehen und mir viele Ruhepausen zu gönnen.
Das schlimme sind die Ärzte, die irgendwelche psychischen Erkrankungen diagnostizieren. Das widerspricht meiner Hochsensibilität.
Die Ärzte können oftmals mit dem Begriff HS nichts anfangen, und sagen, ich bilde mir nur ein, dass ich Dinge, Gefühle usw. stark wahrnehme.
Das sagt mir wiederum, sie kennen mich nicht und wissen garnicht, was das Beste für mich ist.
So, wie du es von deinem Sohn beschreibst...wunderschön!
Ich finde mich ganz genauso wieder. Es tut so gut. Und ich muss schmunzeln.

Wer hat bei deinem Sohn herausgefunden, dass er hochsensibel/ hochemphatisch ist?

Rituale helfen wirklich sehr gut und ein fester Tagesablauf mit Aufgaben, die ihm Spaß machen.
Malt er gerne? Vielleicht hilft ihm schöne entspannte Musik..., oder als Ritual jeden Abend eine Gute-Nacht-Geschichte erzählen oder vorlesen.
Ich finde es wichtig, den Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Bei einigen ist es das Malen, Zeichnen, Schreiben, Schauspielern oder Sport. Oder ein gemeinsamer täglicher Spaziergang in der Natur.
Mir hilft das Tanzen und Singen sehr.
Ich habe mal die progressive Muskelentspannung geübt. Das tat mir gut. Yoga auch. Ich hatte es nur etwas vernachlässigt... das wird wieder.

Über Gedankenaustausch würde ich mich auch freuen.

Ich wünsche euch einen schönen Abend!
Mit lieben Grüßen, Sunny
sunnyshine
 



Ähnliche Beiträge

Was bedeutet "zickig"?
Forum: Hochsensibilität Allgemein
Autor: Anonymous
Antworten: 17
Frau mit "Eigenheiten" stellt sich vor ;)
Forum: Vorstellungsrunde
Autor: Anonymous
Antworten: 5
"Mach dir nicht zu viele Gedanken, lebe!" - meine Mum
Forum: Hochsensibilität Allgemein
Autor: Steffee
Antworten: 20
"Hierher gefunden"
Forum: Vorstellungsrunde
Autor: Anonymous
Antworten: 2

Zurück zu Vorstellungsrunde

Wer ist online?

0 Mitglieder

cron