Ein herzliches Hallo

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Ein herzliches Hallo

Beitragvon free thinker » So 19. Apr 2015, 14:03

Hallo zusammen,

ich bin männlich, 21 Jahre alt und bin vor ein paar Wochen auf das Thema Hochsensibilität gestoßen. Auslöser war eine sehr anstrengende Familienfeier zu Ostern. 8 Stunden zusammengepfercht mit Verwandten und Freunden, keine Möglichkeit mich zurückzuziehen und ständiger Input waren zu viel. Ich war für zwei Tage zu nichts mehr zu gebrauchen, konnte wegen Überreaktion auch nicht richtig schlafen.

Ich hatte solche Zustände nach extremer nervlicher Überspannung schon öfter. Interessanterweise traten diese immer nur in Situationen mit viel sozialer Interaktion auf. Nach der oben beschriebenen Situation habe ich angefangen ein bisschen das Internet zu durchstöbern, ob es etwas geben könnte, dass erklärt, warum ich so anfällig für Überbeanspruchung bin. So stieß ich auf das Thema Hochsensibilität.

Da viele der im Internet beschriebenen Punkte gut auf mich zutrafen, habe ich mir das Buch „Sind Sie hochsensibel“ von Elaine Aron gekauft und während ich dies gelesen habe, habe ich viele Übereinstimmungen mit meiner eigenen Persönlichkeit festgestellt.

Ich bin mir allerdings nicht 100% sicher, ob ich wirklich hochsensibel bin, einige Punkte treffen nicht wirklich zu. So kann ich z.B. recht gut mit beruflichem Druck umgehen und habe keine allzu großen Schwierigkeiten damit auf fremde Menschen zuzugehen oder auch mal in eine Disco oder auf ein Konzert zu gehen. So wie ich es verstanden habe, sind diese Dinge für die meisten HSP eine ziemliche Tortur.
Die verschiedenen Tests, die es im Internet zu dem Thema gibt, sprechen allerdings eine recht eindeutige Sprache und bestätigen eine Hochsensibilität. Vielleicht ist sie bei mir einfach nur nicht stark ausgeprägt (wenn so etwas möglich ist).

Naja, als Konsequenz dachte ich mir, ich melde mich mal hier an und trete mit ein paar Menschen in Kontakt, die dieselben Schwierigkeiten haben. :-)

Gruß,
Free Thinker
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Re: Ein herzliches Hallo

Beitragvon Augenblick » So 19. Apr 2015, 14:26

Hallo free thinker! iwikx

Ein Herzliches Willkommen hier im Forum.

Deine beschriebene Situation mit der Familienfeier kann ich sehr gut nachfühlen.
Zuletzt ging es mir auf einer Geburtstagsfeier eines guten Freundes so.

Da ich selbst auch eine HSS-Seite (High Sensation Seeker) an mir habe und grundsätzlich die Stimmung auch gut war, habe ich den Zeitpunkt jedoch verpasst, rechtzeitig zu gehen, also bevor ich völlig reizüberflutet war.
So blieb ich sozusagen bis zum „bitteren Ende“ und es hat einige Tage gebraucht, bis ich all die „Reize“ verarbeitet und mich davon erholt hatte.

Das Buch von Elaine Aron habe auch ich damals gelesen und es hat mir ein stückweit dabei geholfen, mich von dem Gedanken lösen zu können, dass ich irgendwie „falsch verkabelt“ bin.
Ich fühle mich zwar heutzutage immer noch ab und an wie ein E.T. auf Erden, aber ich kann mittlerweile besser damit umgehen und weiß, dass es eben ein Teil von mir ist und bleiben wird, aber dass ich auch völlig in Ordnung bin, wie ich eben bin. _yessa_

Ich wünsche dir hier einen schönen und bereichernden Austausch und hoffe, du kannst hier Kontakte herstellen, die dir gut tun und dir weitere Impulse geben können.

Wünsche dir eine tolle Zeit und eine gute „HSP-Reise“ zu dir selbst. _yessa_

Liebe Grüße
Augenblick _flöwer_
Das lineare Kausalitätsdenken liefert schon lange keine Erklärungen mehr:
Auf A muss nicht B folgen.

~Paul Watzlawick~

Lachen und Lächeln sind Tor und Pforte, durch die viel
Gutes in den Menschen hineinhuschen kann.

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Re: Ein herzliches Hallo

Beitragvon free thinker » So 19. Apr 2015, 20:06

Hallo Augenblick!

Vielen Dank für die nette Begrüßung und die freundlichen Worte :-) Schön zu hören, dass ich nicht der Einzige bin, der sich manchmal fühlt als sei er auf dem falschen Planeten gelandet.

Ich habe den Ausdruck High Sensation Seeker in Zusammenhang mit Hochsensibilität noch nie gehört, kannst du mir vielleicht kurz erklären wie sich das ausdrückt und was das genau bedeutet? Ich dachte immer hochsensible Persönlichkeiten meiden Risiken, weil sie Angst vor Reizüberflutung haben.

Liebe Grüße,
Free Thinker
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Re: Ein herzliches Hallo

Beitragvon Augenblick » So 19. Apr 2015, 20:55

Hallo free thinker!

Ich höre und lese immer wieder, dass HSS in Verbindung mit ausgeprägter Risikobereitschaft und dem sog. Nervenkitzel im Sinne von „Gefahrensituationen“ (insbesondere Sportarten etc.) gebracht wird.
Ob dem so ist und es diesen „Automatismus“ in diesem Kontext gibt, vermag ich nicht zu beurteilen, kann dir nur sagen, dass es auf mich bezogen damit nix zu tun hat.

Im Groben lässt es sich für mich wohl so beschreiben, dass ich eben -entgegen der ruhebedürftigen HSP-Seite- ab und an auch ganz bewusst nach neuen „Reizen“ strebe und diese suche (und brauche), im Sinne von neuen Impulsen, Menschen, Erfahrungen, Emotionen und Inspirationen.
Und das kann dann natürlich die HSP-Seite immer wieder mal in eine Reizüberflutung stürzen.

Das eine schließt das andere aber eben nicht aus und die Kunst liegt nun (für mich)darin, eine Brücke zwischen diesen beiden -sehr gegensätzlichen- Welten (HSP und HSS) zu bauen und beiden Seiten möglichst gerecht zu werden und eine gute Balance zu finden.
Letztendlich sehe ich es aber auch als Bereicherung, denn es ermöglichst mir auch immer wieder neue Blickwinkel, Erfahrungen und Augenblicke, die ich nicht missen möchte.

Ich hoffe, du kannst mit meine Zeilen etwas anfangen.

Liebe Grüße
Augenblick _flöwer_
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Re: Ein herzliches Hallo

Beitragvon princess » Mo 20. Apr 2015, 01:19

Hi free thinker,

auch von mir ein herzliches Welcome von mir.

Ich selbst hab manches schon ganz tief in mir selber wahrgenommen und hab schon unbewußt typische Dinge gemacht. Auch ich hab mich lange Zeit nicht selber verstanden (bzw. hab an mir selber vorbei gelebt) und es geht mir bis Heute immer noch teilweise so, auch ist mir einiges noch nicht selbst bewußt. Aber je mehr ich mich damit auseinandersetze und meinen momentanen unstillbaren Wissenshunger (oder meine "Reise" zu mir selbst) versuche (die Scannerpersönlichkeit in mir) auszuleben, desto mehr und mehr werden mir viele Dinge bewußt (schmerzhafte, aber endlich auch schöne, die mir neue Sichtweisen und ganz neue Wege zeigen / eröffnen...)! Ich hab z.B. letzte Woche durch meine Recherchen herausgefunden, daß ich die sogenannte (sehr seltene) Form von HSP habe und dadurch 3 "Luxusprobleme" (Hochsensibilität, Sensation Seeking und eine Höchstbegabung) in mir trage, von denen ich bis zu diesem Zeitpunkt noch gar nichts wußte bzw. überhaupt davon was ahnte. Ich stehe jetzt genauso erstmal verblüfft, perplex da u. weiß noch gar nicht wohin mit alldem Wissen!

Mir werden einige Dinge auch in meinen allgm. Beziehungen, aber auch bisherigen Partnerschaften bewußt, warum manches so gelaufen ist, wie es gelaufen ist. Aber selbst dabei ist wird mir immer beim Nachdenken (mein emotionales verarbeiten - auch wenn manche Dinge schon Jahre zurück liegen) bwußt, daß ich eigentlich schon ganz intuitiv Dinge wußte bzw. getan habe, bevor ich überhaupt von alldem ganzen großen Themen überhaupt ne Ahnung hatte...

Ich hatte wirklich teilweise super harmonische Partschnerschaften, welche die schön anfingen, aber beschissen geendet haben und dann voll das Gegenteil, da hätte ich schon von Anfang an auf meine Sensible Seite aufpassen müssen, die mir erst jetzt so richtig bewußt geworden ist und ich sie von daher auch besser schützen kann - auch wenn ich in dieser Hinsicht die ersten paar Male gestolpert und hingefallen bin, aber im Grunde bin ich sofort wieder aufgestanden und bin weiter gelaufen. Und dadurch hab ich gemerkt und gelernt, daß es gar nicht so schlimm ist, in manchen Lebensbereichen zu stolpern, hinzufallen. Ich darf einfach nicht liegenbleiben, sondern einfach aufstehn und weiter gehn, denn nur "dadurch" (durch das wieder aufstehn), werde ich von mal zu mal kräftiger und stärker!

Aber durch die Erkenntnis, daß ich jetzt auch die High Sensation Seeker Seite habe und dadurch auch Chaos in mein Umfeld bzw. Verwirrung bei meinen Mitmenschen auslöse bzw. die Scannerpersönlichkeit (mit einem Nähe u. Zuneigung Bedürfniss, aber vor allem auch immer wieder nen ungemeinen Freiheitsdrang in mir habe), allein das hilft mir jetzt erstmal. Manchesmal habe ich superscharfe Augen / Konzentration und bekomme "alles" mit oder ich bin in meinem Flow (sog. Hyperfokus - hab aber kein ADHS!) drin, wo ich noch nicht einmal Kleinigkeiten mitbekomme und jeden Reiz automatisch (unbewußt bzw. unwillkürlich - ich hab darauf kein Einfluß bzw. keine Kontrolle) ausblende, ich bek. es einfach schlicht nicht mit! Das heißt konkret, das neben mir ein Baum umfallen kann und ich bekomme es nicht mit (jemand ruft mich, schickt mir übers Handy ne Message, mein Telefon klingelt usw.)! Und das sowas bei meinem Mitmenschen für Verwirrung führt, weil sie nie ganz genau wissen, wo sie bei mir dran sind bzw. was ich jetzt tatsächlich mitbekommen habe und was nicht, das kann ich sehr gut nachvollziehn.

Womit ich mich gerade rumkämpfe ist, die Sache mit der eigenen inneren Balance (also zwischen Ruhe u. Action), den schmalen Grat zu finden bzw. jetzt das "Umlernen". Ich muß bzw. möchte jetzt lernen, damit umzugehn und das ist für mich noch gar nicht so leicht...Weil...ich muß mich jetzt damit abfinden, daß ich eben auch diese HSS habe und dadurch ein "normaler", aber extremer Mensch bin!

Soweit erstmal von mir.
LG, bis bald u. schöne Grüße an meine Heimat
princess
princess
 

Re: Ein herzliches Hallo

Beitragvon free thinker » Mo 20. Apr 2015, 12:18

@Augenblick
Vielen Dank für die Beschreibung, das klingt doch tatsächlich sehr nach mir selbst. Ich wusste bisher überhaupt nicht, dass eine Hochsensibilität und ein HSS-Charakterzug gemeinsam in einer Person existieren können.

Ich habe gerade hier im Forum einen Test gefunden, der bei mir ziemlich eindeutig darauf hinweist, dass ich auch so eine HSS-Seite an mir habe. Jetzt weiß ich auch, woher dieses Gefühl kommt, ständig etwas Neues ausprobieren und meine Grenzen austesten zu wollen, obwohl ich weiß, dass das langfristig einfach zu anstrengend wird.

Vielleicht kommt auch daher dieser frustrierende Zustand, der einem den Eindruck gibt, man könnte sein volles Potential nicht entfalten. Auf der einen Seite möchte man sich ins Leben stürzen und alle möglichen Dinge ausprobieren und auf der anderen Seite macht einem die eigene Sensibilität einen Strich durch die Rechnung.

Dann habe ich heute wohl etwas Neues über mich selbst gelernt _yessa_

@princess
Ich kann mir vorstellen, dass das keine einfache Situation ist, gleich auf drei verschiedene Arten „anders“ zu sein als der Durchschnitt. Aber ich denke man muss es positiv sehen, auch wenn es sehr schwer ist: Es sind alles sehr besondere Begabungen, die neben den negativen Seiten auch viele positive bergen.

Meine Eltern haben mich selbst sehr früh auf eine Hochbegabung testen lassen, der Psychologe hat aber nur eine positive Tendenz abgegeben, ich war zu jung für einen „richtigen“ IQ-Test. Habe mich bis heute irgendwie nicht überwinden können, einen echten Test zu machen, aus Angst vor einer Enttäuschung icon_winkle

Ich denke das mit der Balance muss ich auch irgendwie lernen hinzubekommen, ist wahrscheinlich ein Weg der viel Anstrengung erfordert. Ich habe vor etwas mehr als einem Jahr mit autogenem Training und MBSR angefangen, vielleicht wäre das auch was für dich um zur Ruhe zu kommen. Mir hat es schon in einigen Situationen geholfen. So konnte ich mit AT meine Probleme einzuschlafen (resultierend aus einem unruhigen Geist aufgrund von zu viel Input) auf ein Minimum reduzieren.

Danke für die freundliche Begrüßung _yessa_
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