Gehöre ich wirklich dazu? Oder rede ich mir das nur ein?

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Gehöre ich wirklich dazu? Oder rede ich mir das nur ein?

Beitragvon Eliniell » Di 31. Jan 2012, 11:33

Hallo ihr Lieben

Ich bin inzwischen 19 Jahre alt, lebe in der Schweiz und bin auf der Suche nach mir selbst.
Seit ich denken kann, war ich immer das "Sensibelchen". Ich war als Kind sehr ruhig und zurückgezogen, hatte oberflächlich schon ein paar wenige Freunde, aber niemanden, dem ich mich wirklich verbunden fühlte.
Ich hatte bereits als kleines Mädchen das Gefühl, dass etwas mit mir nicht stimmt und dass ich in dieser Welt keinen Platz habe. Aber ich habe immer versucht, mich anzupassen und mit den anderen "mitzuhalten". Ich denke auf eine Weise ist mir das relativ "gut" gelungen. Die Folge ist jedoch, dass ich das Gefühl habe zwei Menschen in mir zu haben. Jetzt, wo ich ein bisschen älter bin, versuche ich mir selbst treu zu sein - aber ich habe den Bezug zu mir selbst irgendwie verloren. Oft bin ich einfach nur durcheinander, aber manchmal habe ich das Gefühl auch wieder ganz nahe bei meinem Selbst zu sein. Es ist sehr verwirrend und mir fehlen die Worte zu beschreiben, was ich empfinde.
Irgendwann bin ich auf den Begriff "Hochsensibilität" gestossen. Ich habe das Buch "Zart besaitet" gelesen und mich in sehr, sehr vielen Dingen wiedergefunden

Mich quält nun jedoch eine Frage.
Den Test zur Hochsensibilität habe ich breits drei Mal im Abstand von mehreren Monaten gemacht und jeweils eine Punktzahl von 280 erreicht. Den Test habe ich gemacht, weil meine Ärztin und eine Psychologin mich auf das Thema Hochsensibilität gebracht haben. Wir waren damals auf der Suche nach dem Grund für meine Magersucht. Wenn man also das Testergebnis anschaut, dann wäre es glaube ich vollkommen klar, dass ich hochsensibel bin.

Ich getraue mich jedoch noch nicht, das auch wirklich für mich anzunehmen, weil ich Angst habe, dass ich mir das nur einrede. Es ist nämlich so, dass es auch Tage gibt, an denen mir Lärm oder grelles Licht nichts ausmachen. Ich habe bereits sehr lange das Gefühl, dass ich um mich herum eine Art Mauer gebaut habe, die mich vor gewissen Dingen schützen soll. Es ist nun aber so, dass die nicht ganz wirkt. Viele Dinge, vor allem negative Gefühle im Umfeld usw., dringen trotzdem zu mir herein. Und dennoch habe ich manchmal das Gefühl ein kalter Klotz zu sein, weil ich meine Gefühle nach aussen kaum zeigen kann.
Je nachdem wie es mir gerade geht, fällt es mir leichter oder schwieriger Gefühle zu zeigen oder mich der Welt zu öffnen.

Ist das normal? Kann es sein, dass ich im Laufe der Jahre einfach gelernt habe mein wahres ICH zu unterdrücken? Und gibt es Hochsensible, die manchmal auf Umweltreize nicht sehr stark reagieren, weil sie gelernt haben sich gegen die Welt abzuschotten?

Vielleicht beschreibe ich mich kurz?

1. Perfektionistisch, im Sinne davon, dass ich mir selbst enorme Ansprüche stelle. Ich muss alles IMMER richtig machen, Fehler sind nicht erlaubt.
2. Nie zufrieden mit mir selbst, kann Lob nicht wirklich annehmen.
3. Ich komme mit Lärm und Trouble z.b in Städten nicht klar. Ich bekomme sehr schnell Kopfschmerzen, ich fühle mich sehr unwohl, die Menschenmassen machen mir Angst, die Gerüche verursachen eine innerliche Abstossung in mir, ich will so schnell wie möglich nach Hause. Aber trotzdem gehe ich hin und wieder in einer grösseren Stadt einkaufen, war auch schon in Paris (Sprachaufenthalt) und Vancouver (die letzten Tage meiner Kanada-Reise). Also da ging es mir nicht besonders, aber ich habe versucht das Beste daraus zu machen (oft hilft mir dabei die Naturstimmungen wie Sonnenlicht oder schöne Bilder und Sequenzen in der jeweiligen Stadt zu betrachten oder meine positiven Gefühle aufrecht zu erhalten (z.B wenn ich mich darauf gefreut habe mit meiner Mutter einzukaufen oder neue Bücher suche)
4. Ich fühle mich unglaublich unwohl an Partys, in Clubs, an Familienfeiern usw.
5. Ich bin eher eine Einzelgängerin. Obwohl ich es merkwürdigerweise mit allen Menschen gut habe und die mir auch praktisch alles über sich erzählen, bin ich lieber alleine, weil mir Kontakt mit anderen Menschen schnell zu viel wird.
Ich spüre immer diese feinen Nuancen und fühle mich allgemein sehr unwohl, wenn ich mit jemandem Small-Talk halten muss, weil ich immer das Gefühl habe Fehl am Platz zu sein.
6. Wenn ich einen Raum betrete oder einen Menschen anschaue, dann merke ich sehr schnell was vorgeht oder wie es ihm geht. Leider ist es so, dass ich meist vor allem die negativen Dinge spüre, egal wie winzig sie sind. Manchmal ist es auch so, dass ich klitzekleine Emotionen spüre, denen sich mein Gegenüber erst bewusst wird, wenn ich frage was los ist und dann noch nachhake. Ich habe glaube ich eine Art Radar für negative Gefühle.
7. Ich bin extrem schnell verletzt. Die kleinsten Fehler meinerseits bringen mich breits aus der Fassung und ich fühle in mir eine ohnmächtige Trauer. Wenn mich jemand ausnahmsweise einmal tadelt, dann reisst mir das beinahe ein Loch in die Brust. Die winzigsten Kleinigkeiten gehen mir noch tagelang nach und Fehler kann ich mir kaum verzeihen.
8. Ich habe extreme Emotionen, die ich leider kaum nach aussen zeigen kann, weil ich im Laufe der Jahre eine Art 2. Hülle um mich gebaut habe. Aber Gefühle verspüre ich innerlich sehr stark. Trauer zum Beispiel, erstickt mich beinahe, ich bekomme dann wirklich das Gefühl jemand zerquetsche meine Lungen und mein Herz. Wenn ich verletzt wurde oder einen Fehler gemacht habe, zieht sich in mir alles auf einen winzigen Punkt zusammen, so als wolle mein Körper und meine Seele von dieser Erde verschwinden. Wenn ich mich freue, dann fühle ich mich plötzlich ganz frei und leicht und unglaublich dankbar und glücklich, ich habe das Gefühl zu schweben.
9. Ich habe extreme Verlustängste.
10. Veränderungen in meinem Leben werfen mich komplett aus der Bahn. Das kann soweit gehen, dass bereits eine Planänderung an einem Tag, mich total umwirft und ich mich kaum davon erholen kann. Mir geht es am besten, wenn ich genau weiss, was auf mich zukommt und ich mich dementsprechend darauf vorbereiten kann. Wenn z.B ein Ausflug oder ein Fest ansteht, dann muss ich das vorher wissen, damit ich mich seelisch darauf vorbereiten und abgrenzen kann.
11. Mir fallen viele Dinge auf, die andere Menschen nicht sehen oder bemerken.
12. Kleinigkeiten, die mir schön erscheinen, können mich sehr tief bewegen. Z.b wenn ich morgens an der grossen Wiese vorbei gehe und die Tautröpfchen auf den Halmen in der Sonne glitzern.
13. Ich bin sehr wetterfühlig.
14. Ich habe (oder hatte) einen besonderen Draht zu Tieren und kann z.b etwas denken und das passiert dann auch. Leider hatte ich mit meinem Pferd einen Unfall, bei dem ich mir den Lendenwirbel gebrochen habe. Seitdem habe ich das Gefühl, dass ich an meine eigenen Gefühle v.a gegenüber den Pferden nicht mehr so gut rankomme. Das belastet mich sehr, weil ich immer ein Mädchen war, das jedes Pferd händeln konnte. Ich denke das hängt auch mit meinem Perfektionismus und meinem Kontrollzwang zusammen, ich habe einfach Angst einen Fehler zu machen und traue mir nun nichts mehr zu.
15. Ich bin leicht verletzlich und schnell krank. Ich bekomme von den kleinsten Schlägen gleich blaue Fletschen, habe sehr schnell Kopfschmerzen, ansonsten beinahe überall Schmerzen. Auch den Lendenwirbel habe ich mir sehr schnell gebrochen, obwohl der Sturz eigentlich gar nicht schlimm war.
16. Ich MUSS helfen. Selbst wenn es mir beschissen geht, kann ich nicht einfach liegen oder sitzen bleiben und nicht helfen. Wenn jemand ein Problem hat, dann wird das auch zu meinem Problem und raubt mir manchmal den Schlaf, weil ich nach einer Lösung suche.
17. Ich habe Schlafstörungen seit ich ein Baby bin und auch heute noch schlafe ich sehr schlecht.
18. Ich bin in meinem Leben eigentlich sehr erfolgreich. Ich habe tolle Noten, ohne allzu grossen Aufwand (mit denen ich nicht zufrieden bin, weil ich ja nie mit mir zufrieden bin), ich habe schon einige Preise für Texte oder Arbeiten gewonnen, mir stehen beruflich alle Türen offen, ich habe einen hohen IQ, ich komme mit allen Menschen (oberflächlich) aus, ich habe eine liebevolle Familie, usw. Aber dennoch zweifle ich IMMER an mir selbst. Ich halte mich für die grösste Versagerin, die dümmste Tollpatschin, usw.
19. Ich vergleiche mich immer mit anderen Menschen und fühle mich schlecht, weil ich nicht so sein kann wie sie. Ich kann nicht einfach leben und das Leben geniessen, weil da viel zu viele Dinge sind, die mich "belasten" und ablenken.
20. Ich bin übervorsichtig und sehr ängstlich, ich erschrecke leicht und habe manchmal das Gefühl, dass irgendetwas mich beobachtet oder mich erdrückt.


Ohje, und ich schreibe zu viel. ;-)

Tut mir leid. Ich will eigentlich nur wissen, ob ich in dieser Welt auch irgendwo dazu gehöre und ob es Menschen gibt, die ähnlich sind wie ich.
Ich bin nur auf der Suche nach einem Platz in dieser Welt und danach, dass ich mein Leben endlich in den Griff kriege.


Ich hoffe ich bin euch nicht auf die Nerven gefallen mit meinem langen Text. Aber das Schreiben ist eigentlich die einzige Möglichkeit, wie ich meine Gefühle ausdrücken kann. Und das musste jetzt einfach einmal alles raus.

Ich würde auch gerne mit meiner Mutter über das Thema Hochsensibilität reden, haben wir eigentlich bereits einmal und bei ihr ist beim Test auch eine sehr hohe Punktzahl herausgekommen. Ich bin ihr gefühlsmässig sowieso unglaublich ähnlich, wir sind manchmal wie Zwillinge, obwohl sie meine Mutter ist.
Aber sie hat auch gesagt, dass ich mich nicht in etwas hineinsteigern soll. Darum bin ich auch so unsicher, ob ich mir nicht etwas vormache mit der Hochsensiblität.

Ich hoffe ihr könnt mir helfen, da wäre ich unglaublich froh.


Alles Liebe

Eliniell
Eliniell
 

Re: Gehöre ich wirklich dazu? Oder rede ich mir das nur ein?

Beitragvon Kopfkino » Di 31. Jan 2012, 12:14

Hallo Eliniell und herzlich willkommen! sm_06

Ich kann so viel von dem was Du schreibst so gut nachvollziehen und habe mich gerade in den letzten Tagen mit ein paar Begrifflichkeiten beschäftigt, und zwar:

Introversion
Hochsensibilität
Trauma

und
einem speziellen Persönlichkeitsmuster, welches zu einer Persönlichkeitsstörung auswachsen kann, jedoch nicht muß. Hast Du schonmal von der schizoiden Persönlichkeit gehört? Ich möchte Dich nicht verwirren mit zusätzlichen Begriffen, aber ich für mich habe in der Beschreibung sehr viele Erklärungen für mich gefunden. Grundsätzlich sollte man sich nie zu sehr mit solchen Begriffen identifizieren, sondern es eher als Orientierungshilfe sehen, die einem dabei hilft "seinem eigenen Wesen zum Durchbruch zu verhelfen". icon_winkle Auf irgendeiner Seite zum Thema HS steht, in Bezug auf die Stimmigkeit ob man hochsensibel ist oder nicht, dass wenn es Dich anspricht es grundsätzlich was mit Dir zu tun hat und dass man sich aus eigenem Interesse deswegen näher damit beschäftigen sollte. Das würde ich auch unterschreiben. Man sollte aber immer eine gewisse Distanz bewahren um Abweichungen zu erkennen und diese ganzheitlich zu überprüfen. Ich hoffe ich habe jetzt nicht zu wirr geschrieben. Ein Forum wie dieses, hilft einem sehr dabei, dahingehend Reflexion zu betreiben.

In diesem Sinne... icon_winkle

Lieben Gruß,

KOpfkino
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Re: Gehöre ich wirklich dazu? Oder rede ich mir das nur ein?

Beitragvon wind-und-wellen » Di 31. Jan 2012, 12:19

Hallo Eliniell!

Willkommen im Forum!

Da ich noch nicht so lange mit der Thematik rund um die Hochsensibilität beschäftige, weiß ich nicht, wie "richtig" ich mit meiner Antwort liege. So rein fachlich gesehen. Dem gegenüber steht aber meine Wahrnehmung. Und ich habe für mich die Erfahrung gemacht, wenn ich etwas so und so wahrnehme, dann nehme ich es auch so wahr - ob es auch wirklich objektiv so ist, ist dadurch noch nicht geklärt.

Und wenn du für dich sowohl den HS-Test als auch die Charakteristika einer HSP bei dir wahrnimmst, dann ist das auch so. Bei HS ist es ja so, dass sie sich gerade eben nicht in irgendeine Schublade packen lässt. HS ist auch nicht gleich HS - bei jedem kann sie sich anders ausprägen.

Vielleicht ist geteiltes "Leid" halbes "Leid" - mir geht es ähnlich... Durch jahrelanges Unterdrücken meiner sensiblen Seite habe ich mir verschiedenste Verhaltensweisen angewöhnt. Welche, die mich nach außen hin sicher erscheinen lassen. Welche, die mir dabei helfen, diese vielen Reize abzuschotten. Genau so, wie du das auch beschrieben hast.

In meinen Augen ist das dann kein Wunder, wenn innnerlich einiges durcheinander kommt, weil die eigene Konstellation nicht so gelebt wird, wie es eigentlich gedacht ist. Und Zweifel sind ein mögliches Zeichen dafür. Zweifel, ob das so sein darf. Zweifel, ob du so sein darfst. Aber du bist doch SO - genau so. Weil du deine sensible Seite nun mehr betrachtest, die ja im scheinbaren Gegensatz zum Bisherigen steht.

Gib dir doch ein bisschen Zeit, dich mit dem Gedanken der HS anzufreunden. Veränderung und Wandlung brauchen ihre Zeit...
Liebe Grüße von wind-und-wellen

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Re: Gehöre ich wirklich dazu? Oder rede ich mir das nur ein?

Beitragvon Sven1895 » Di 31. Jan 2012, 12:24

Hallo Elinell,

also ich denke mal, die Frage, ob Du hochsensibel bist, hast Du bereits ausreichend selbst beantwortet ... Herzlich willkommen. Und toll, daß Du bereits mit 19 Jahren "auf dem Weg" bist. Dir stehen alle Türen offen. Und wir sind tatsächlich wertvolle Menschen, wir haben etwas, was vielen Menschen in einer entfremdeten Welt verloren gegangen ist. Diese Welt braucht aber Sensibilität: die Menschen untereinander vermissen sie und auch die Natur vermißt sie. Man braucht nur die Augen zu öffnen, um zu erkennen, daß sich die moderne Gesellschaft in eine Idee der Angstfreiheit und des Überflusses verrannt hat. Wir können den Menschen einen Ausweg zeigen: Empathie mit Mensch und Umwelt.
Auch meine Mutter hat mir immer wieder gesagt, ich solle nicht alles so ernst nehmen, nicht so sensibel sein usw. Aber ich habe da leider keine Wahl, es sei denn ich schotte mich emotional ab, z.B. mit einer Sucht (was ich oft genug versucht habe). Sucht und Flucht klingen nicht nur so ähnlich ...
Therapeuten konnten mir nur sehr begrenzt helfen. Erst vor einem Jahr, als ich eine Hypnose-Therapie aufsuchte, bei der ich quasi Ausflüge in mein Innenleben unternahm, konnte ich einen Nutzen daraus ziehen. Ich sah, daß da in meiner Seele gar nicht alles schwarz ist - im Gegenteil! Was ich sah, war Sommer, Wiesen, Frieden, freundliche Menschen ..... Hört sich ziemlich kitschig an, aber so war es.

Liebe Grüße
Sven
Sven1895
 

Re: Gehöre ich wirklich dazu? Oder rede ich mir das nur ein?

Beitragvon Eliniell » Di 31. Jan 2012, 13:20

Kopfkino hat geschrieben:Hallo Eliniell und herzlich willkommen! sm_06

Ich kann so viel von dem was Du schreibst so gut nachvollziehen und habe mich gerade in den letzten Tagen mit ein paar Begrifflichkeiten beschäftigt, und zwar:

Introversion
Hochsensibilität
Trauma

und
einem speziellen Persönlichkeitsmuster, welches zu einer Persönlichkeitsstörung auswachsen kann, jedoch nicht muß. Hast Du schonmal von der schizoiden Persönlichkeit gehört? Ich möchte Dich nicht verwirren mit zusätzlichen Begriffen, aber ich für mich habe in der Beschreibung sehr viele Erklärungen für mich gefunden. Grundsätzlich sollte man sich nie zu sehr mit solchen Begriffen identifizieren, sondern es eher als Orientierungshilfe sehen, die einem dabei hilft "seinem eigenen Wesen zum Durchbruch zu verhelfen". icon_winkle Auf irgendeiner Seite zum Thema HS steht, in Bezug auf die Stimmigkeit ob man hochsensibel ist oder nicht, dass wenn es Dich anspricht es grundsätzlich was mit Dir zu tun hat und dass man sich aus eigenem Interesse deswegen näher damit beschäftigen sollte. Das würde ich auch unterschreiben. Man sollte aber immer eine gewisse Distanz bewahren um Abweichungen zu erkennen und diese ganzheitlich zu überprüfen. Ich hoffe ich habe jetzt nicht zu wirr geschrieben. Ein Forum wie dieses, hilft einem sehr dabei, dahingehend Reflexion zu betreiben.

In diesem Sinne... icon_winkle

Lieben Gruß,

KOpfkino


Hallo liebe KOpfkino

danke, dass du dir die Zeit genommen hast mir zu antworten. Ich habe gleich einmal nachgeschaut, worum es sich bei einer schizoiden Persönlichkeitsstörung handelt. Einige Dinge treffen da schon auf mich zu, aber wie du gesagt hast, sollte man sich nicht zu fest in etwas hineinsteigern.
Ich mache es eigentlich auch so, wie du. Ich achte auf die Dinge, die mir helfen können mich selbst zu finden und mir bei meinen Problemen zu helfen. Mit dieser Methode habe ich bereits viel erreicht, aber ich habe immer noch viel Arbeit vor mir. Für mich ist es einfach wichtig, dass ich mich selbst immer mehr kennenlerne und vor allem akzeptieren kann. Lange Zeit habe ich mich selbst verleugnet und versucht jemand anders zu sein - ich denke das dies sicherlich auch einen Anteil daran hat, dass ich in die Magersucht gerutscht bin. Auch darum möchte ich mich mit solchen Themen auseinandersetzen. Weil ich immer noch nicht genau weiss, was eigentlich der Auslöser dafür war.

Und schlussendlich möchte ich lernen so zu leben, wie es für mich stimmt und wie es mich weiter bringt.
Ich bin da schon sehr lange dran, schon seit ich in die Pubertät gekommen bin - mal gelingt es mir besser, mal schlechter. Aber ich bin immer dankbar, wenn ich wieder eine "Erleuchtung" hatte und eine neue Möglichkeit finde, um mit mir selber und mit meinem Leben besser klar zu kommen.

Danke nochmals für deine Antwort und alles Liebe!

Eliniell
Eliniell
 

Re: Gehöre ich wirklich dazu? Oder rede ich mir das nur ein?

Beitragvon Eliniell » Di 31. Jan 2012, 13:32

Hallo Wind-und-Wellen

Ja, eigentlich hast du Recht. Ich sollte auch einfach meiner Wahrnehmung trauen. Aber ich habe ein bisschen Angst davor, dass ich auf Ablehnung stosse, wenn ich mich selbst einfach als "Hochsensible" bezeichne. Ich weiss auch nicht woher das kommt.
Und das mit den Schubladen stimmt natürlich auch.. Gerade eben habe ich auch gelesen, dass nicht bei allen die gleichen Dinge vorwiegen, sondern dass es bei allen anders ausgeprägt ist.

Ich habe mir auch viele Dinge angewöhnt, um mich selbst zu schützen. Hast du das z.B auch, dass du dich eigentlich nach Nähe sehnst (mal in den Arm genommen werden, einen Kuss auf die Stirn bekommen, etc.), aber wenn dich dann jemand wirklich anfassen will, du dann auf Abstand gehst und dich gegen die Zärtlichkeit und Nähe abschottest? Das ist einfach mal ein Beispiel.

Du hast das sehr schön gesagt und eigentlich arbeite ich wirklich daran mich selbst anzunehmen. Aber im Augenblick fällt mir das wieder sehr schwer. Das ist aber immer so, wenn ich unter Druck stehe. Zum Glück habe ich jetzt eine Woche Schulferien und nicht viel vor. Da habe ich mir einfach vorgenommen mich wieder aufzurappeln und z.B wieder mit EFT oder Affirmationen anzufangen. Das habe ich durch eine Therapeutin gelernt und ich habe dadurch wirklich viel in meinem Leben bewegen können.

Hm, mit dem Gedanken, dass ich hochsensibel bin kann ich mich eigentlich sehr gut anfreunden und ich denke auch, dass es mir im Leben einiges leichter machen kann, wenn ich sinnvoll mit diesem Wissen umgehe.
Ich habe mehr Angst davor, dass ich mit niemandem darüber reden kann und niemand mir glaubt. Aber ich könnte mir gut vorstellen, dass das bloss wieder so ein Schreckgespenst ist, das ich sooft sehe.

Ich schweige einfach zu viel, vielleicht sollte ich das Schweigen wieder einmal brechen. Das hat mir ja die Krankheit beigebracht - dass ich lernen muss zu reden und mich auszudrücken, damit die anderen die Chance haben mich zu verstehen.

Danke für deine Antwort und ich wünsche auch die alles Gute.

Alles Liebe

Eliniell
Aber naja, du kennst das sicherlich auch. Manchmal will man im Kopf und im Herz alles besser machen und endlich wieder loslegen, aber irgendwie schafft man es einfach nicht wirklich anzufangen, obwohl man es sich innerlich immer vornimmt.
Eliniell
 

Re: Gehöre ich wirklich dazu? Oder rede ich mir das nur ein?

Beitragvon Eliniell » Di 31. Jan 2012, 13:51

Hallo Sven1895

hm, ja irgendwie ist mir das beim Schreiben auch klar geworden. Aber ich bin trotzdem unsicher - obwohl unsicher bin ich immer, von dem her.. ;-)
Du sprichst mir aus der Seele mit dem was du über die Menschen, die Welt und die Sensibilität sagst. Ich denke schon seit ich ein Kind bin sehr viel über die Welt, das Leben und Streben der Menschheit und über die Natur und Umwelt nach. Meist für das zu einem starken Anfall von Weltschmerz. Aber nur dasitzen und im Schmerz versinken bringt nichts. Ich für mich habe mir einfach vorgenommen, wenigstens vor meiner Tür zu kehren und ein so guter Mensch zu sein, wie es mir möglich ist. Ich mache sicherlich nicht alles besser, als andere, aber ich versuche bewusst und dankbar mit dem zu leben, was uns Menschen gegeben wird. Ich versuche zu helfen und ein bisschen Liebe und Anteilnahme in die Welt zu bringen. Und ich denke mir einfach: Auch wenn ich nur ein Tropfen auf einem heissen Stein bin, so heisst es dennoch: steter Tropfen höhlt den Stein.
Es ist schön, wenn ich Menschen treffe, die so denken und fühlen wie ich. Und ich bin dankbar dafür, dass meine Eltern mich zu einem dankbaren Menschen erzogen haben - wobei ich aber auch zugeben muss, dass ich vielleicht auch den "richtigen" Charakter dazu habe. Nicht, dass ich etwas Besseres bin, als z.B meine Geschwister, aber nun ja, anders bin ich trotzdem. Und ich denke dieses Anders-sein hat auch dazu geführt, dass ich so über die Welt und die Menschen denke.

Hm, das ist jetzt verwirrend gesagt. Tut mir leid, das Thema ist so weitläufig und lässt sich so lange diskutieren, dass ein kleiner Ausschnitt manchmal vielleicht einen falschen Eindruck hinterlässt. Sagen wir es so: Ich wünsche mir einfach eine friedlichere Welt, in der die Menschen einander nehmen wie sie sind, in der sie sich einfach nur dass nehmen, was sie zum leben brauchen und sich nicht am Leid anderer ergötzen. Und ich versuche mich dafür einzusetzen.

Bei meiner Mutter ist es glaube ich mehr die Angst, dass ich mich zu sehr in etwas hineinsteigere und es mir dann wieder schlechter geht, was das Essen angeht. Sie ist selbst sehr sensibel, aber sie verleugnet sich seit ich denken kann. Sie hängt sich beinahe auf für die Arbeit und die Familie und vergisst dabei sich selbst.
Aber auch bei mir ist es so. Ich habe halt immer gedacht ich sei falsch wie ich bin, obwohl meine Eltern mich immer unterstützt haben - aber du hast Recht, ich habe auch viele Male gehört "Ach du bist zu sensibel" oder "Sei doch nicht immer so ein Angsthase", aber ich glaube das haben sie nicht wirklich so gemeint. Sie haben vielleicht einfach versucht mir zu helfen, nur leider auf eine Art, bei der ich mich selbst verleugnen musste.
Lange konnte mir niemand helfen, dann stürzte ich in die Magersucht und plötzlich erkannten die anderen, dass wirklich was mit mir nicht "stimmt" und dass ich Hilfe brauche. Aber schlussendlich helfe ich mir selbst. Die Therapeuten, die ich hatte, waren total darauf versteift mich in irgendeine Schublade zu stecken. Das hat mich nicht weitergebracht, darum habe ich selber weitergemacht und versucht mich an den Haaren aus dem Sumpf zu ziehen. Ich habe dann aber bei einer Psychokinesiologin eine sehr gute Therapie gemacht, bei der ich so sein konnte, wie ich war. Ich war fünf Mal dort und es hat mich um Galaxien nach vorne katapultiert. Und das was ich dort erreicht habe, ist alles immer aus mir selbst heraus gekommen. Ich habe es sozusagen von selbst aus dem Loch geschafft, aber die Kinesiologin hat mir die Unterstützung gegeben und mir einige Tricks gezeigt, die mir helfen konnten.

Es ist sehr schön, was du gesagt hast. Bei mir wahr es ähnlich. Lange Zeit habe ich mich für mein Anders-sein gehasst. Aber irgendwann, auch schon im Verlauf meiner Pubertät, habe ich begriffen, dass ich innerlich unglaublich reich bin - und dass nur ich selbst mir im Wege stehe, damit alles in mir sich entfalten kann.

Daran arbeite ich jetzt seit langer Zeit. Aber die Geschwindigkeit spielt keine Rolle.

Es gibt da so einen wunderbaren Spruch von .. ich glaube es war Laotse ...

"Es kommt nicht darauf an, wie schnell du gehst, solange du nicht stehenbleibst."

Somit wünsche ich dir auch alles Gute und herzlichen Danke für deine Antwort.


Alles Liebe

Eliniell
Eliniell
 

Re: Gehöre ich wirklich dazu? Oder rede ich mir das nur ein?

Beitragvon wind-und-wellen » Di 31. Jan 2012, 16:12

Liebe Eliniell!

Für mich ist ein Forum wie dieses hier eine sehr gute Gelegenheit, sich mit anderen Gleichgesinnten auszutausen, ohne quer durch die Welt reisen zu müssen - zumindest nicht physisch ;). Weil ich aber nur das Geschriebene sehen kann und mir das Gegenüber mit Haut und Haaren fehlt, bin ich oft unsicher, ob ich das Gelesene zwischen den Zeilen richtig interpretiere. Daher hoffe ich, dass ich deine Zeilen nun nicht falsch interpretiere. Also, bitte nimm es nicht persönlich... Ich versuche auch mal mit Smilies meine Gefühle zum Ausdruck zu bringen, falls es dir genauso wie mir gehen sollte. :)

In deinen Zeilen fällt mir immer wieder auf, wie du berichtest, dass du noch viel Arbeit vor dir hast. Joa, genau genommen hat das jeder - denn kaum ist ein Knoten geplatzt, kommt vielleicht ein anderer... ;) Aber ich bin mir sicher, dass du auch schon viel Bewältigtes hinter dir gelassen hast! *aufdieschulterklopf* Also, wenn dir wieder auffällt, wieviel noch vor dir liegt, gebe auch schon dem "Geschafften" Raum. Und darauf darfst du auch stolz sein! :)

Eliniell hat geschrieben:Ja, eigentlich hast du Recht. Ich sollte auch einfach meiner Wahrnehmung trauen. Aber ich habe ein bisschen Angst davor, dass ich auf Ablehnung stosse, wenn ich mich selbst einfach als "Hochsensible" bezeichne. Ich weiss auch nicht woher das kommt.


Hm, kommt mir bekannt vor... Die Sache mit der Ablehnung. :-/ Tja, Ablehnung wird es wohl immer wieder im Leben geben. Mir hat es sehr geholfen, die "Alternative" zu betrachten: Was wäre denn, wenn ich Ablehnung vermeiden könnte. Was müsste ich tun, um nicht abgelehnt zu werden. Aber da bin ich wieder bei meinem persönlichen Thema: Wie krumm kann ich mich für andere machen, um angenommen zu werden. Dabei gehe allerdings ich selbst bei drauf - zumindest ist es für mich sehr ungesund.

Vielleicht liegt es auch daran, dass ich als HSP sehr dazu neige, vieles persönlich zu nehmen. Aber wenn mir genau das auffällt, dass ich mal wieder was zu persönlich genommen habe, bin ich schon einen Schritt weiter - WEIL es mir aufgefallen ist. Und dann habe ich selbst die Wahl, ob ich den alten oder den neuen Weg gehe.


Eliniell hat geschrieben:Ich habe mir auch viele Dinge angewöhnt, um mich selbst zu schützen. Hast du das z.B auch, dass du dich eigentlich nach Nähe sehnst (mal in den Arm genommen werden, einen Kuss auf die Stirn bekommen, etc.), aber wenn dich dann jemand wirklich anfassen will, du dann auf Abstand gehst und dich gegen die Zärtlichkeit und Nähe abschottest? Das ist einfach mal ein Beispiel.


Ein mir sehr bekanntes Beispiel. Ich habe keine Ahnung, was du bis jetzt erlebt hast... bei mir sind es die Erfahrungen, die ich mit anderen Menschen gemacht habe - in Momenten, in denen ich mich geöffnet habe, eiskaltes Ausnutzen erfahren. Gewalt zu erleben. Erleben wie das ist, wenn sich ein Mensch nicht mehr unter Kontrolle hat. Mir fällt da das Beispiel eines Hundes ein, der schon öfter erlebt hat, dass und wie eine menschliche Hand zuschlagen kann. Auch wenn der Hund vorher vielleicht keine Angst vor menschlichen Händen hat - ein paar Schläge, und er hat andere Erfahrungen gemacht. Alles, was ihn nun von diesem Moment an an ähnliche Situationen erinnert, löst ein Verhalten bei ihm aus. Vielleicht beißt er zu und verteidigt sich - vielleicht zieht er sich auch scheu zurück. Und letzteres kenne ich auch an mir nur zu gut - selbst wenn ich die Person vor mir kenne. Es schwingt immer die Angst mit, dass genau solche Personen auch irgendwann mal "zuschlagen" könn(t)en. Insofern kann ich dein Beispiel anhand meiner gemachten Erfahrungen gut verstehen...

Eliniell hat geschrieben:Du hast das sehr schön gesagt und eigentlich arbeite ich wirklich daran mich selbst anzunehmen. Aber im Augenblick fällt mir das wieder sehr schwer. Das ist aber immer so, wenn ich unter Druck stehe. Zum Glück habe ich jetzt eine Woche Schulferien und nicht viel vor. Da habe ich mir einfach vorgenommen mich wieder aufzurappeln und z.B wieder mit EFT oder Affirmationen anzufangen. Das habe ich durch eine Therapeutin gelernt und ich habe dadurch wirklich viel in meinem Leben bewegen können.


Genau - mach das, was dir gut tut! :)

Eliniell hat geschrieben:Hm, mit dem Gedanken, dass ich hochsensibel bin kann ich mich eigentlich sehr gut anfreunden und ich denke auch, dass es mir im Leben einiges leichter machen kann, wenn ich sinnvoll mit diesem Wissen umgehe.
Ich habe mehr Angst davor, dass ich mit niemandem darüber reden kann und niemand mir glaubt. Aber ich könnte mir gut vorstellen, dass das bloss wieder so ein Schreckgespenst ist, das ich sooft sehe.

Ja, Schreckgespenster säumen unseren Weg - entscheide selbst, wem du mehr glaubst: Dir selbst oder dem Schreckgespenst. ;)
Dieses Gefühl, dass niemand einem was glaubt, kenne ich nur zu gut. Glaubst du dir denn selbst? (Gut, diese Frage ist mitunter sehr provokativ, weil mir im gleichen Moment einfällt, woher dieses Gefühl des Nicht-Glaubens bei mir kommt: Aus meiner frühesten Kindheit. Es ist sehr frustrierend, wenn genau die Eltern, die ihrem Kind, welches die eigene Wahrheit spricht, glauben sollten, und es nicht tun. Wenn sie ihr Kind, welches in seiner kindlichen Wahrheit lebt und sich äußert, wie einen Erwachsenen von sich stoßen und maßregeln. )

Eliniell hat geschrieben:
Aber naja, du kennst das sicherlich auch. Manchmal will man im Kopf und im Herz alles besser machen und endlich wieder loslegen, aber irgendwie schafft man es einfach nicht wirklich anzufangen, obwohl man es sich innerlich immer vornimmt.

Selbst die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt: Auf gehts!

Alles liebe für dich! _hello_
Liebe Grüße von wind-und-wellen

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Re: Gehöre ich wirklich dazu? Oder rede ich mir das nur ein?

Beitragvon Eliniell » Do 2. Feb 2012, 11:07

[quote="wind-und-wellen"]Liebe Eliniell!
Liebe wind-und-wellen
Du hast natürlich Recht, was das Einschätzen des Geschriebenen anbelangt. Das ist keine einfache Sache und deshalb empfinde ich es manchmal auch als sehr schwierig mich so auszudrücken, damit ich eben richtig eingeschätzt werde. Wir sind doch innerlich von solch einer Fülle, dass es eigentlich unmöglich ist, den anderen genau zu verstehen. Vor allem wenn man ihn nicht direkt vor sich hat. Und ehrlich gesagt: ich selbst weiss auch nicht immer wer ich eigentlich bin.

Das wegen der Arbeit hat mich zum Schmunzeln gebracht, denn natürlich liegst du auch hier richtig. Ich denke ich schreibe so viel davon, weil ich im Augenblick auch wieder mehr mit mir zu kämpfen habe und viele Dinge in den Griff kriegen will. Und weil im Alltag halt auch viel Stress dazukommt. Aber es stimmt, dass ich eigentlich einmal stolz sein sollte auf mich, denn wenn ich zurückschaue, was ich alles erreicht habe, dann darf ich das auch sein. (Danke für die Anregung ;-))

Ich glaube Ablehnung lässt sich kaum vermeiden. Es gibt immer jemanden, der ablehnend gegen dich ist. Manchmal vielleicht nicht einmal gegen dich persönlich. Aber wie du gesagt hast, liegt das "Problem" (und somit auch der Schlüssel zur Lösung) bei uns, weil wir so sensibel reagieren und immer alles persönlich nehmen. (Ich zumindest). Ich denke deshalb, dass das ein Punkt ist, an dem man gezielt arbeiten kann. Lernen zu unterscheiden zwischen persönlichem "Angriff" oder "Angriff" aus einer bestimmten Begebenheit heraus. Ich denke da kann uns wiederum die Sensiblität helfen zu lernen den Unterschied zu sehen - aber natürlich fällt das schwer, weil man erst einmal einfach diese Gefühl der Ablehnung spürt und es dann schwer wird sachlich darüber nachzudenken.

Hm, ich hoffe du verstehst, was ich sagen wollte ;-) Ist ein bisschen verwirrend geschrieben.

Was die Erfahrungen mit anderen Menschen angeht ging es mir wohl ähnlich wie dir. Gewalt habe ich zwar nicht erlebt, aber sehr viele Fälle in denen ich mich sehr ausgenutz, wertlos, leer und auch missbraucht gefühlt habe. Sowohl von Freundinnen, für die ich wirklich alles gemacht hätte (das ist auch so eine Eigenschaft von mir, ich gebe mich für Menschen, die ich liebe ziemlich auf, früher noch mehr als heute - und das obwohl ich eigentlich eher einzelgängerisch bin. Das ist einfach merkwürdig ;-)) Das Beispiel mit dem Hund ist wirklich sehr schön.
Bei mir war es eigentlich auch jedes Mal so, dass wenn ich mich geöffnet habe und z.B auch versucht habe zu erklären, was ich fühle, die Menschen mich nicht verstanden oder mir sehr, sehr wehgetan haben.
Einerseits bin ich jetzt sehr misstrauisch, aber irgendwie bin ich trotzdem noch immer total vertrauensvoll. Das ist auch nicht sinnvoll, aber ich kann das nicht abschalten. Ich sehe irgendwie immer das Gute in den Menschen und versuche gut mit ihnen auszukommen und Freundschaft zu schliessen. Und weil ich so gutgläubig bin, rassle ich dann immer wieder einmal in den einen oder anderen Schlamassel. Und das obwohl ich eigentlich ein feines Gespür für den Charakter eines Menschen habe. Ich weiss nicht wieso ich das tue, aber ich will immer versuchen das Gute aus dem Menschen herauszukitzeln und ihn glücklich zu machen. Naja. Das ist eigentlich alles noch viel komplizierter, als geschrieben und ich verstehe es selbst nicht. Ich hoffe du verstehst was ich meine.

Danke für den lieben Anstoss.

Alles Liebe

Eliniell
Eliniell
 

Re: Gehöre ich wirklich dazu? Oder rede ich mir das nur ein?

Beitragvon Kopfhaus » Do 2. Feb 2012, 15:38

Hallo,

ich habe mich soeben selbst vorgestellt und es ist ähnlich lang geworden ;-). Zuerst wollte ich eigentlich schauen, was die anderen User so geschrieben haben.. Doch dann dachte ich mir : "Ich bin ja nicht die anderen ":-)) . Nun freue ich mich darüber , dass auch du so einen langen Text verfasst hast. In diesem Sinne, auch als Selbst-Neuling ein herzliches Willkommen :)

LG
Kopfhaus
 

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