Gekommen, um zu bleiben

Hallo, gut dass du hier bist - wir sind schon neugierig auf dich!

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Gekommen, um zu bleiben

Beitragvon DrastischFantastisch » Do 19. Dez 2013, 10:51

Guten Tag.

In der Verlegenheit mich vorzustellen, wähle ich meistens den Weg, mich über das zu definieren, was mir am teuersten ist: die Kunst. Ich bin geradezu hoffnungslos in das verliebt, was früher war - unerhört besessen davon, neues zu entdecken. Ob Literatur, Film, bildende Kunst... ganz gleich, nichts flasht mich mehr im Leben, als die Kunst. Für mich ist damit alles über mich selbst gesagt. Freilich ist mir bewusst, dass das, was für mich funktioniert, nicht unbedingt auch das ist, was für den anderen funktioniert. Deshalb gehe ich hier mal eben einen anderen Weg der Selbstkundgabe. Um mich Euch vorzustellen, wähle ich eine Art, die vielleicht den Anklang virtueller Poesiealben wie Facebook besitzt. Genauer gesagt jedoch der Idee des Schweizer Verlages Diogenes entspringt, in welcher sich Menschen durch das, was sie mögen und durch das, was sie nicht mögen, vorstellen. Im Anschluss an diese Vorstellung möchte ich etwas mehr in die Tiefe gehen und illustriere Euch, wie mich Hochsensibilität betrifft und welche Intention mich in Euer Forum geführt hat. Einverstanden? Let´s go..

(Mag ich) Achtsamkeit / Moleskine Notizbücher / Die Goldberg Variationen, gespielt von Glenn Gould / Rap und Hip Hop / Die Stille, wenn es schneit / Empathie und Hilfsbereitschaft / ´The Wire´ und andere HBO Serien / Laufen und Kraftsport / In Abgründe schauen / Eloquenz / Durch Museen flanieren / Der Humor bei Kafka / Vegetarische Ernährung / Surrealismus / Nonsens / Grelle Schundfilme / Die süße Melancholie der Peanuts / Geheimnisse / Zu Fuß gehen / Cat Power / Der Geruch von frisch gemähtem Gras und gemahlenen Kaffeebohnen / ´Seven Samurai´ / Das Klavierspiel von Martha Argerich / Briefe schreiben / Hartgekochte Romane aus der Feder von Raymond Chandler / Aufziehendes Gewitter und Nebel / ´Zärtlich ist die Nacht´ von Fitzgerald / Zivilcourage / Schöne Stimmen / Gedichte / ´Drei Farben: Rot´ / Zärtlichkeit und Sehnsucht / Nächtliche Gespräche / Calvin und Hobbes - Echo meiner Kindheit / Gangsterfilme / Franz Ferdinand, The Kills und Phoenix / Leere Kinos / Videospiele, bevorzugt Retro und Shooter / Der Geruch alter Bücher / Nouvelle Vague und die neue Berliner Schule / Die Klavier Sonaten von Beethoven / Blaubeeren / Dass ich ohne Auto und Mobiltelefon auskomme / John Coltrane / Die Stimmen von Theodor W. Adorno, Vincent Price und Alexander Kluge / Harley Quinn und der Joker / David Lynch / Die Filme vom Studio Ghibli / ´Die Brüder Karamasow´ / Früh aufstehen / Nicole Krauss / Die blaue Stunde / Kaffee und Zigaretten / Velvet Underground / Nicht aufgeben / Alleinsein / Freundschaft / Ernst Lubitsch und Billy Wilder / Anmutige Frauen / ...

(Mag ich nicht) Gesichtskreisenge / Gutgemeintes / Das Besetztzeichen / Fußball / Fremdenfeindlichkeit / Privatfernsehen / Synchronisierte Filme / Sehr heißes Wetter / Das Wort Muss / Menschenmengen / Richard Wagner / Bürokratie / Realitätsverniedlichung / Unpünktlichkeit / Supermärkte und Gefängnisse / ...

Mit dem Thema Hochsensibilität kam ich erst vor kurzem in Berührung - obgleich es mich, so stelle ich es jetzt im Rückblick fest, schon mein Leben lang begleitet. Das erste Buch, das ich las, war ein bisschen so, als würde ich durch das Spiegelkabinett meiner Persönlichkeit lustwandeln. Es gab schon früher Anklänge davon. Ich fand mich etwa sehr im ´Steppenwolf´ wieder, war auf eigentümliche Art eingenommen von Nietzsche, der in seinen Werken grollte und polterte, in seinen Briefen an Freunde und Frauen jedoch solch durchdringende Feinfühligkeit illustrierte, dass mir das Donnern in den Werken eher als Gestus erschien, als eine Art sich selbsterfüllende Abhärtung. Das Buch über Hochsensibilität verdichtete nun zarte Ahnungen in eine treffende Diagnose, die nicht nur angetan ist, meine gesamte Biographie zu erklären, sondern mir, so meine Hoffnung, auch Werkzeuge in die Hand gibt, die mich final zu dem werden lassen, der ich bin.

Ich habe das große Glück, in meinem Beruf meine Berufung gefunden zu haben. Und mit dem Wissen darum, hochsensibel und ein INFJ Persönlichkeitstyp zu sein, ergibt es jetzt auch mehr Sinn, dass nicht ich den Beruf, sondern der Beruf mich gefunden hat. Ich kann hier meine Bedürfnisse, hilfsbereit, empathisch und perfektionistisch zu sein, auf wundervolle Art ausleben und werde zudem damit belohnt, Hand in Hand mit Menschen an ihrer individuellen Entwicklung arbeiten zu dürfen. Überdies leite ich Fortbildungen, was den besonderen Reiz enthält, dass ich vor Gruppen sprechen und mit diesen arbeiten darf - da mich solches irritiert, sequentiell gar überfordert, wachse und gedeihe ich geradezu famos an dieser Aufgabe.

Was mich an diesem Forum reizt, ist die Vorstellung, mit hochsensiblen Menschen in den Dialog zu treten, ein zartes Netz zu spannen, in welchem wir gemeinsam explorieren, uns nicht zu verstellen, sondern wie es uns gelingt, das Potenzial unserer Begabung zu entfalten. Ganz besonders interessieren mich Eure Erfahrungswerte in der Liebe. Wenn ich mir vorstelle, eine hochsensible Frau zu lieben, verpasst mir das einen intensiven, warmen Schauer. Ich kenne bisher nur einen hochsensiblen Menschen. Ihm verdanke ich das Glück, mit dem Thema in Berührung gekommen zu sein. Mit ihm zu sprechen, kommt stets einem kleinen Zauber gleich - insofern denke ich, dass eine Partnerschaft mit einer hochsensiblen Frau etwas sein könnte, nachdem ich schon immer gesucht habe. Das als Gedanke. Wie denkt Ihr darüber? Vielleicht besitzt ihr Erfahrungswerte und könnt mir von diesen berichten. Groucho Marx sagte mal, er möchte keinem Club angehören, der Mitglieder wie ihn aufnimmt. Augenbrauen runter, Marx ist Komiker. Aber etwas in diesem Bonmot macht mich auf eine Art betroffen, die auch zu diesem Thema zu gehören scheint.

Genug von mir...
DrastischFantastisch
 

Re: Gekommen, um zu bleiben

Beitragvon bortas » Do 19. Dez 2013, 11:31

Fantastisch geschrieben, ich verneige mich vor deiner sprachlichen Ausddrucksfähigkeit iwikx

Was ist denn dein Beruf? Und kennst du den Rapper Curse?
Ich glaube, dass du hier sehr viele tolle Kontakte finden wirst !

sm_06
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Re: Gekommen, um zu bleiben

Beitragvon DrastischFantastisch » Do 19. Dez 2013, 12:06

bortas hat geschrieben:Fantastisch geschrieben, ich verneige mich vor deiner sprachlichen Ausddrucksfähigkeit iwikx

Was ist denn dein Beruf? Und kennst du den Rapper Curse?
Ich glaube, dass du hier sehr viele tolle Kontakte finden wirst !

sm_06


Hallo Bortas und Dankeschön für die Blumen 647&/

Ich arbeite als [entfernt.]. Was auf für mich amüsante Weise mit Deiner zweiten Frage korrespondiert. Den Rapper Curse kenne ich durch die inzwischen eingestellte Talkshow ´Roche und Böhmermann´, in welcher er auf seine musikalische Karriere zurückblickte und davon sprach, gerade eine Ausbildung zum Coach zu absolvieren.

Ihn kenne den Mensch Curse somit ein klein bisschen - seine Musik hingegen nicht. Beim Explorieren des deutschen Raps wurde er mir als intellektuell vorgestellt. Deswegen habe ich seine Musik nicht erkundet. Zwar habe ich durch Leute wie Talib Kweli und Mos Def durchaus Begegnungen mit conscious rap sammeln dürfen, mich treibt jedoch eher eine Richtung des Raps an, die so ein bisschen die Poesie der Straße transportiert. Grelle, schundige, hartgekochte Urban-Folklore zwischen großkalibrigen Faustfeuerwaffen und augenzwinkerndem Sexismus. Als Spiel, als ironische Überzeichnung, als sprach-artistische Energie. So ein bisschen wie das, was Susan Sontag als Camp definiert hat - alle Feuilleton Leser sehen mir diesen Vergleich bitte nach. Hmmm, meine eigene Darstellung wirkt (selbst) mir etwas verschwurbelt, vielleicht zähle ich einfach ein paar der MCs auf, die jenen Rap produzieren, der mir gefällt:

Roc Marciano
Clipse
Quasimoto
Ghostface Killer
Kool Keith
Der frühe Jay-Z
Der späte Notorious B.I.G.

Unmittelbar hat mich im deutschen Sprechgesang nur der Track "Neongelb" von King Kool Savas angesprochen - und da mir von diesem Herrn sonst nichts gefällt, könnte das im Einfluss von Johann Sebastian Bach, der sozusagen die Beats liefert, verankert liegen. icon_winkle
DrastischFantastisch
 

Re: Gekommen, um zu bleiben

Beitragvon bortas » Do 19. Dez 2013, 13:32

DrastischFantastisch hat geschrieben:Ich arbeite als [entfernt]. Was auf für mich amüsante Weise mit Deiner zweiten Frage korrespondiert. Den Rapper Curse kenne ich durch die inzwischen eingestellte Talkshow ´Roche und Böhmermann´, in welcher er auf seine musikalische Karriere zurückblickte und davon sprach, gerade eine Ausbildung zum Coach zu absolvieren.

Interessant ! Gibt's das vielleicht online irgendwo zum Anschauen?
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