Hallo erstmal ;)

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Hallo erstmal ;)

Beitragvon Enny » Di 10. Mär 2020, 13:30

Hallo an alle Hochsensiblen, Hochsensitiven, Hochbegabten und alle die nicht in eine Schublade passen :).
Und genau um das geht es glaub ich besonders bei mir. Ich bin jetzt 34 Jahre alt, beschäftige mich seit Jahren immer mal wieder mit diesen Themen, aber so richtig angekommen bin ich nicht.
Vielleicht eben, weil ich nicht ausschließlich in eine Kategorie passe, vielleicht sind es ja mehrere.
Zusätzlich würde ich sagen, dass ich irgendwie eine innerliche Abneigung dagegen habe hochsensibel oder ähnliches zu sein. Denn das ist doch der Punkt, man wurde für viele dieser Eigenschaften abgelehnt. Man sei doch zu empfindlich, fühlt zu viel etc.. Da wünscht man sich doch irgendwie, einfach genau so zu sein wie alle anderen. Mir ist auch durchaus klar, dass das das Schlimmste ist, was man sich selber antun kann, sich eben selbst ablehnen. Aber ganz ehrlich, wie soll man ein gutes/stabiles Selbstwertgefühl entwickeln, wenn man keine positive Spiegelung erhält. Kein "gutes" Feedback für seine Persönlichkeitseigenschaften.
Seit ich klein bin habe ich mich anders gefühlt. Was mich oft sehr einsam gemacht hat und oft depressiv. Ich habe mir nicht erklären können, warum ich so bin.
Vielleicht ist das auch das wirkliche Problem, dieser verankerte Glaubenssatz. "Irgendwas stimmt mit mir nicht..."
Scheußlich irgendwie.
Meine schulische "Laufbahn", sowie meine Arbeitswelterlebnisse waren mühsam bis furchtbar.
Ich habe einige Freunde/Bezugspersonen/Familienmitglieder verloren, entweder durch "Wegtrennungen" oder Tod.
Ich bin ein introvertierter Mensch, der viel Zeit für sich braucht, aber auch sehr viel intensive Nähe braucht. Ich komme in Gruppen schwer klar, weil mich die ganzen Gefühlslagen der anderen verwirren bzw. zu stark beeinflussen. Bei einzelnen Menschen entsteht häufig sehr schnell eine Verbindung, und finde es mega spannend ihre Geschichte zu hören.
Ich wurde in einer Großstadt geboren und bin auch dort aufgewachsen. In meiner Kindheit war meine Familie aber über Jahre im Sommer auf einem Bauernhof. Das war meine Welt. Die Natur und die Tiere. Der Tagesrhythmus, die frische Luft und der Platz für Abenteuer.
In meinem ganzen Leben habe ich mir oft gedacht: Wo gehöre ich hin? Wo ist mein Platz?
Gefühlstechnisch war dieser urige Bauernhof, mein Zuhause.
Vor zirka zwei Jahren habe ich mich mal intensiver damit auseinandergesetzt, wer ich eigentlich bin. Was tut mir gut und was möchte ich in meinem Leben tun, unabhängig davon, was andere von mir erwarten.
Ich kam zum Schreiben. Das was ich schon immer gemacht habe, um alles mögliche zu verarbeiten, kam jetzt wieder zum Vorschein. Ich habe begonnen einen Blog zu schreiben, einfach mal für mich, um mir einen Raum zu schaffen, der erstens nur mir gehört und zweitens fix in der Welt draußen ist. Nach dem Motto: Ich existiere, genau so, und was jetzt!?
Das hat mich richtig beflügelt. Bis ich wieder in den Stress kam, was ich denn eigentlich beruflich machen soll? Phasen von Arbeitslosigkeit haben mich immer wieder begleitet, die sehr an mir genagt haben, weil ich mich dafür geschämt habe. Aber wenn ich dann doch irgendeinen Job angenommen habe, war ich nach kurzer Zeit wie ein Zombie, leblos, lustlos. Das reinste Dilemma.
Zusätzlich war ich in einer Lebenskostellation "gefangen", die mir keine Lösungen anbot. Mein Umfeld machte mich down.
Irgendwann dachte ich mir: Fuck jetzt reichts. Ich habe Jahre damit verbracht zu recherchieren was alles mit mir nicht stimmt, so kann das auch nicht wahr sein. Was ist, wenn ich einfach ein anderes Umfeld brauche? Und dann habe ich zum Chatten begonnen. Mich mal mit ganz unterschiedlichen Menschen austauschen, ganz unbefangen und anonym. Da war ich dann richtig überrascht, wie gut ich eigentlich ankam.
Denn ich hatte echt alles durch, Bücher studieren, Psychotherapie, HSP Selbsthilfegruppe, beruflicher Perspektivwechsel, blablabla.
Was aber nicht weg ging, war der Gedanke falsch zu sein. Anders funktionieren zu müssen, um richtig zu sein. Wenn man es genau nimmt, dann habe ich das mit meinen hochgradigen Bemühungen sogar noch verschlimmert.
Leider.
Erst, als ich nur auf mich geachtet habe und für mich ausprobiert habe, da kamen plötzlich sinnvolle Sachen raus.
Teilweise Berauschende, teilweise Zerreißende.
Ich habe mein ganzes Leben komplett umgekrempelt. Und mir selbst geschworen, dass ich es jetzt anders mache. Dass ich mehr auf mich schaue und meine Bedürfnisse ernst nehme. Auch wenn sie nicht "normal" sind, sind sie trotzdem meine, Ende.
Ich kann zwar jetzt nicht behaupten, dass es mir jetzt super gut geht. Meine Selbstzweifel suchen mich noch immer regelmäßig auf. Aber es hat sich was grundlegend verschoben.
Ich habe z.B. auch darüber nachgedacht, ob ich hier überhaupt etwas schreiben soll. Denn irgendwie ist es doch eine doofe Situation. Einerseits geht es genau darum, dass man sich ohne äußeres Feedback annehmen kann. Auf der anderen Seite braucht man umbedingt dieses Feedback, um nicht "verrückt" zu werden.
Wir sind soziale Wesen, und brauchen also das Erkanntwerden von anderen Menschen. Aber kann das überhaupt wer? Also jetzt Fremde? Niemand kennt mich so gut, wie ich mich selber. Und zum Verflixtwerden kann ich mir diese Selbstbestätigung nicht geben. Oder nicht ausreichend, oder was weiß ich :).
In einem HSP-Buch steht drinnen, dass wenn man diese Rückmeldung bekommen hat, plötzlich eine Veränderung eintritt. Man ruht in sich und kommt an. Man möchte sich nicht mehr vergleichen und akzeptiert, dass man ein einzigartiger Mensch ist. Ängste verschwinden und man beginnt zielstrebig seinen Weg zu gehen.
Hört sich mega geil an. Überhaupt das "angstlos".
Ein bisschen habe ich mir schon was von diesen Kuchen erarbeiten würde ich sagen, aber bin noch weit entfernt von dem Zielzustand.
Und jetzt die große Frage: Wer hier ist schon dort? Und wie hast du das erreicht?
Bin schon sehr gespannt auf eure Antworten!
Ganz liebe Grüße
Enny
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Re: Hallo erstmal ;)

Beitragvon Oxytocinchen » So 26. Apr 2020, 20:48

Danke für deine Ehrlichkeit!!!! Ich bin selbst neu und kann dich nicht wirklich willkommen heißen, aber ich kann dir sagen: ich verstehe dich. Ich denke auch, das „erkennen“ anderer und gleichsam wieder „gesehen“ zu werden ist etwas höchst erfüllendes. Es ist wundervoll und gleichzeitig denke ich, dass das Gegenüber dabei auch immer sich selber ein Stück mehr erkennt und spiegelt.
Dieser Prozess ist spannend und irgendwie Teil unserer „Natur“ meiner Meinung nach.
Oxytocinchen
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