Hallo, ich bin Ehefrau eines HSP-Mannes

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Hallo, ich bin Ehefrau eines HSP-Mannes

Beitragvon angehoerige » Mo 10. Feb 2020, 15:29

Liebes Forum,

ich hoffe, ich bin als Angehörige hier willkommen. Seit ich vor einiger Zeit über den Begriff HSP gestolpert bin, und mich etwas näher damit beschäftigt habe, bin ich ganz verblüfft, wie viele "Eigenarten" meines Ehemannes ich wiederfinde. Er hat sich noch nicht näher mit dem Begriff HSP beschäftigt, ist aber sehr reflektiert, was seine Empfindungen angeht und kann seine Bedürfnisse nach Rückzugsmöglichkeiten, Auszeiten, Ruhe, Struktur, etc. sehr klar formulieren und auch einfordern. Wir haben zwei kleine Kinder, sodass es bei uns manchmal recht turbulent zugeht.

Ich bemühe mich sehr, auf die Bedürfnisse meines Mannes Rücksicht zu nehmen. Ich finde, dass ich ihm sehr viel entgegenkomme, wenn es darum geht, ihm Auszeiten zu ermöglichen, ihn in den Strukturen, die er benötigt, zu unterstützen, etc. Ich glaube aber, dass ich dies insgeheim manchmal -- nicht immer -- eher aus Harmoniebedürfnis als aus wirklicher Empathie heraus tue, weil ich weiß, dass er, wenn es ihm zuviel wird, dazu neigt, in eine düstere, depressive Stimmung zu verfallen, in der er mich angreift und mir Vorwürfe macht. Wenn die Angst vor dieser Stimmung meine Hauptmotivation ist, es ihm Recht zu machen, dann neige ich dazu, ihn als egozentrisch und übertrieben anspruchsvoll wahrzunehmen und mich selbst als Opfer zu sehen. Dann habe ich wenig Verständnis dafür, wie es ihm gerade geht.

Ein typisches Beispiel sind Besuche meiner Eltern. Da stehe ich oft total zwischen den Stühlen. Mein Vater erzählt mir am Telefon, wie sehr er sich darauf freut, uns am Wochenende zu besuchen und die Kinder zu sehen und ich freue mich auch, dass er kommen möchte. Und mein Mann fordert von mir ein, dass ich den Besuch absage, weil er sich erschöpft fühlt und es ihm zu viel wird, wenn mein Vater mit seiner anstrengenden Art (er redet gerne laut und eindringlich auf seine Gesprächspartner ein, über Themen, die nur ihn interessieren) in unsere Wohnung einfällt und mein Mann sich in seinem eigenen Zuhause nicht wohlfühlt, obwohl er sich dann schon in sein Zimmer zurückzieht. Dann sage ich den Besuch ab, aber fühle mich schlecht und denke insgeheim, dass mein Mann sich zu wichtig nimmt (obwohl ich ihn verstehen kann).

Ich hoffe, dass mir das Forum dabei hilft, meinen Mann besser zu verstehen und ein Gleichgewicht zwischen ehrlicher, empathischer Rücksichtnahme (ohne Hintergedanken) und Beachtung meiner eigenen Bedürfnisse zu finden. Vielleicht kann ich im Gegenzug ja auch dabei helfen, die Angehörigenseite besser zu verstehen.

Alles Liebe von der Angehörigen
angehoerige
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Re: Hallo, ich bin Ehefrau eines HSP-Mannes

Beitragvon Moondream » Mo 10. Feb 2020, 17:17

Willkommen angehoerige,

ich selbst bin 53 und bin auf den Begriff HSP erst vor gut einem Jahr gestoßen und habe damit erstmals etwas gefunden, das meine Persönlichkeit, mein Verhalten und meine Probleme (z.B. mit größreren Menschengruppen auf Partys o.ä.) zumindest in großen Teilen erklär- und verstehbar macht. Es erklärt aber, zumindest bei mir, auch nicht alles.

HSP ist eben ein sehr weitreichendes und damit unscharfes Konstrukt, wodurch es immer noch auf viel Skepsis stößt. Und manchmal nicht ganz zu Unrecht, denn manche machen es sich auch zu leicht alles mit HSP erklären zu wollen. HSP kann aber auch sehr vielfältig sein.

Ich glaube allerdings daran, das es HSP's gibt, und sowohl ich als auch meine Frau dazugehören, auch wenn es sich bei uns doch durchaus unterschiedlich manifestiert.

In welchem Umfang das bei deinem Mann zutrifft (deiner Beschreibung nach halte ich das für durchaus möglich. Kann aber auch andere Erklärungen geben.), könnt ihr letzlich nur gemeinsam herausfinden. Eventuell auch ein Test. Ich denke da kann euch das Forum hier wirklich weiterhelfen, bei mir war es jedenfalls so. Vor allem kann man hier wirklich unvoreingenommen daüber reden und findet viel Verständnis. Ausserhalb habe ich diese Möglichkeit biesher nicht wirklich gefunden, zumindest nicht in diesem Maße.

Und...aus eigener Erfahrung. Männer tun sich, glaube ich, mit HSP noch viel schwerer als Frauen. Es gibt natürlich Ausnahmen, einige davon kannst du hier im Forum finden, denke ich.

LG
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Re: Hallo, ich bin Ehefrau eines HSP-Mannes

Beitragvon Pferdefreundin » Mi 12. Feb 2020, 12:31

Hallo angehoerige,
ich bin HSP und habe einen HSP Mann. Für ihn war es ein Angriff auf seine Männlichkeit als ich ihm versuchte verständlich zu machen, dass nicht nur ich sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit auch er HSP ist. Deshalb sei behutsam mit deinem Mann.
Ich finde es sehr löblich von dir, dass du ihm so viel Auszeit schenkst. Aber nur wenn er lernt mit HSP richtig um zugehen, ohne sich immer verstecken zu müssen, wird sich euer Problem verbessern.

Ich gratuliere dir, zu einem wundervollen Ehemann. Denn ich glaube es gibt nichts besseres. Auch wenn es manchmal anstrengend ist.
Bleib weiter hin so voller Verständnis zu deinem Mann. Aber sag ihn auch deine Bedürfnisse. Damit er deine Sicht der Dinge besser nachvollziehen kann.

Ich hoffe das dir diese Zeilen ein wenig helfen.

Wenn nicht ignoriere sie bitte einfach.
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LG
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Re: Hallo, ich bin Ehefrau eines HSP-Mannes

Beitragvon Velvet » Do 13. Feb 2020, 07:39

Hallo angehoerige,

es ist natürlich sehr heikel, sich aus den wenigen Infos über eine sicherlich vielschichtige Beziehung ein Bild zu machen. Das kann nur subjektiv werden, aber dennoch schreib ich dir mal ein paar meiner Gedanken dazu :).

angehoerige hat geschrieben:Ich bemühe mich sehr, auf die Bedürfnisse meines Mannes Rücksicht zu nehmen. Ich finde, dass ich ihm sehr viel entgegenkomme, wenn es darum geht, ihm Auszeiten zu ermöglichen, ihn in den Strukturen, die er benötigt, zu unterstützen, etc. Ich glaube aber, dass ich dies insgeheim manchmal -- nicht immer -- eher aus Harmoniebedürfnis als aus wirklicher Empathie heraus tue, weil ich weiß, dass er, wenn es ihm zuviel wird, dazu neigt, in eine düstere, depressive Stimmung zu verfallen, in der er mich angreift und mir Vorwürfe macht. Wenn die Angst vor dieser Stimmung meine Hauptmotivation ist, es ihm Recht zu machen, dann neige ich dazu, ihn als egozentrisch und übertrieben anspruchsvoll wahrzunehmen und mich selbst als Opfer zu sehen. Dann habe ich wenig Verständnis dafür, wie es ihm gerade geht.

Ich kann dich in deiner Reaktion sehr gut verstehen. Ihr habt zwei kleine Kinder, das bedeutet rund um die Uhr einen immensen Stress. Teilt ihr euch den? Macht sich dein Mann auch so viele Gedanken darüber, wie und wo er dich entlasten kann und dir Freiräume schaffen? Kannst du mit ihm auch über deine Bedürfnisse reden und auf so großes Verständnis stoßen, wie er bei dir?
Weißt du, hochsensibel zu sein ist ja kein Freifahrtschein dafür, sich ohne Rücksicht auf Verluste dem anderen zuzumuten und zu erwarten, dass einem permanent freudestrahlend und verständnisvoll entgegengekommen wird.

Dein Mann ist ein erwachsener Mensch und Vater zweier Kinder. Allein damit hat er- und auch für eure Beziehung- genauso viel Verantwortung übernommen wie du. Trägt er diese denn auch?
Wenn ich lese, dass du Angst vor seinen Launen und Vorwürfen hast, tut mir das sehr leid für dich. Weiß er das? Kannst du ihm von solchen Gefühlen in dir erzählen?

Ich kenne sowas auch ziemlich gut aus vergangenen Beziehungen. Und auch die Wut die irgendwann mal aufsteigt, weil man an einen Punkt kommt, an dem man heillos überfordert ist und sich wünschen würde, da käme auch mal Verständnis und Rücksichtnahme zurück. Erst diese Wut lässt einen dann endlich mal wieder für sich selbst einstehen, ja.
Ich hatte oft das Gefühl, auch noch Mutter für den Partner sein zu müssen, nicht aber ein Gegenüber zu haben, das sich für Kind und Beziehung genauso stark macht wie ich, an dem auch ich mal Orientierung, Halt, Verständnis oder Trost finden kann.

Ganz allgemein noch meine Meinung: Hochsensibilität ist keine Charaktereigenschaft und sagt nichts darüber aus, was ein Hochsensibler für ein Mensch ist, wie er mit anderen Menschen umgeht und ob er fähig dazu ist, eine gleichwürdige, liebe-und verständnisvolle Beziehung zu führen. Sie entschuldigt keine Egozentrik und auch kein Übermaß an Erwartungen an den Partner. Sie erklärt keine Depressionen oder andere psychische Veränderungen bis hin zu Störungen.
Darin sehe ich ein bisschen die Gefahr, eben auch für Angehörige, alles unter HS zu verbuchen und von sich selbst zu erwarten, Dinge hinzunehmen, die normalerweise nicht akzeptabel sind. Man sollte und muss da sehr genau differenzieren.

Ich wünsch´dir alles Gute!
Velvet



Hallo Pferdefreundin,

Pferdefreundin hat geschrieben:Ich gratuliere dir, zu einem wundervollen Ehemann. Denn ich glaube es gibt nichts besseres. Auch wenn es manchmal anstrengend ist.
Bleib weiter hin so voller Verständnis zu deinem Mann. Aber sag ihn auch deine Bedürfnisse. Damit er deine Sicht der Dinge besser nachvollziehen kann.


ich finde das sehr schön, dass du so einen wundervollen Mann gefunden hast :)

Eine Frage- nur wenn du antworten magst: Gehst du davon aus, dass alle Männer sind wie deiner?

Viele Grüße
Velvet
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Re: Hallo, ich bin Ehefrau eines HSP-Mannes

Beitragvon Pferdefreundin » Mi 18. Mär 2020, 22:13

Nein, ich glaube nicht das alle Männer mit Hochsensibilität gleich sind. Aber ich habe hier in meinem Haushalt 3 verschiedene Sorten dieser Gattung und jeder von ihnen ist etwas besonderes. Das eine Frau versucht ihren Mann zu verstehen und sich mit Dingen wie HSP auseinander setzt zeigt mir, dass auch dieser etwas besonderes an sich hat.


Jetzt wird es tiefsinnig, denn ich glaube jeder Mensch ist etwas besonderes.
Aber das schönste ist es doch jemanden zu finden der mit einem Innerlich Verbunden ist. Der versucht dir nahe zu sein.(Nicht nur Körperlich) Der versucht sich in dich hinein zu versetzen und mit dir fühlt. _klp_

Eine Ehefrau, die sich Gedanken darüber macht ob ihr Mann HSP ist, ist schon sehr tief mit ihm verbunden. Und so etwas ist ein wahres Geschenk, egal ob HSP oder nicht. _flov_
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Re: Hallo, ich bin Ehefrau eines HSP-Mannes

Beitragvon Velvet » Do 19. Mär 2020, 07:56

Hallo Pferdefreundin,

vielen Dank, dass du noch geantwortet hast :).

Wir sind da wahrscheinlich etwas verschieden in unseren Ansichten, ich finde interessant, deine Sicht dazu zu lesen. Nun muss das ja wirklich jeder so für sich leben, wie es ihm gut.

Für mich persönlich und auch auf "angehöriges" Text bezogen ist mir in Beziehungen außerordentlich wichtig, dass nicht nur einer der beiden sich engagiert, sich um Nähe bemüht, den anderen zu verstehen und zu entlasten versucht, Mitgefühl und Nachsicht hat und die Bedürfnisse des anderen erfüllt wo er nur kann. Denn auch die Frau in diesem Fall ist etwas "Besonderes", was auch immer das für jeden einzelnen bedeuten mag, und sollte doch auch dementsprechend genauso viel Zuwendung, Verständnis und Aufmerksamkeit von ihrem Partner erfahren wie der Mann- oder gibt es da einen Unterschied?

Das es Phasen gibt, in denen der eine mehr oder weniger geben kann- mal außen vor, grundsätzlich ist HS keine Krankheit und rechtfertigt, in meinem Leben zumindest, in keinem Fall das permanente Zurücknehmen des einen, zugunsten des anderen Partners. Meiner Erfahrung nach hat dies vor allem nachhaltige gesundheitliche Konsequenzen auf allen Ebenen für den, der stets versuchen muss, einen Ausgleich zu schaffen, wo eigentlich keiner möglich ist.

Viele Grüße
Velvet
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Re: Hallo, ich bin Ehefrau eines HSP-Mannes

Beitragvon Pferdefreundin » Do 19. Mär 2020, 10:15

Hallo Velvet,
ich gebe dir da vollkommen recht. Eine Beziehung besteht aus Geben und Nehmen von beider Seiten. Jeder sollte so gut er kann seinen Partner unterstützen. Ist es da nicht um so wichtiger offen mit einander über Gefühle sprechen zu können. _yessa_

Hochsensibilität ist keine Krankheit. _thum_
Das ist richtig. Deshalb finde ich es um so spannender, dass viele mit ihrer HS ihr ganzes Handeln begründen. Als wenn sie keine Kontrolle über dieses hätten.

Ich weiß ich bin HS. Mein Mann und meine Kinder sind es auch. U72(
Doch macht es uns zu besseren Menschen??? Ich glaube nicht.
Aber durch das Wissen um dieses können wir andere besser verstehen lernen. Und unsere Ansichten gegenüber anderen Menschen ändern. Indem wir uns in ihre Perspektive versetzen.(Es wenigstens versuchen)

Wenn also Menschen die nicht HS sind sich mit dem Thema auseinander setzen und es nicht von vornherein als Spinnerei ab tun. So wächst die Möglichkeit des Gegenseitigen Verständnis. Und das finde ich sehr positiv. _reschpekt_
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Re: Hallo, ich bin Ehefrau eines HSP-Mannes

Beitragvon Velvet » Sa 21. Mär 2020, 07:57

Hallo Pferdefreundin,

Pferdefreundin hat geschrieben:ich gebe dir da vollkommen recht. Eine Beziehung besteht aus Geben und Nehmen von beider Seiten. Jeder sollte so gut er kann seinen Partner unterstützen. Ist es da nicht um so wichtiger offen mit einander über Gefühle sprechen zu können. _yessa_

Ja, das sehe ich auch so.
Aus Angehöriges Beitrag hatte ich dazu jedoch ein Ungleichgewicht gelesen und hätte ihr aufgrunddessen nicht per se zu diesem "wundervollen Mann" gratulieren mögen, nur, weil der Begriff "HS" im Raum steht. Ich hatte nicht den Eindruck, dass es ihr gut geht in dieser Beziehung.
Leider hat sie sich ja nicht nochmal gemeldet, um vielleicht noch ein bisschen Genaueres erzählen zu können.

Pferdefreundin hat geschrieben:Hochsensibilität ist keine Krankheit. _thum_
Das ist richtig. Deshalb finde ich es um so spannender, dass viele mit ihrer HS ihr ganzes Handeln begründen. Als wenn sie keine Kontrolle über dieses hätten.

Ja eben :)

Pferdefreundin hat geschrieben:Ich weiß ich bin HS. Mein Mann und meine Kinder sind es auch. U72(
Doch macht es uns zu besseren Menschen??? Ich glaube nicht.
Aber durch das Wissen um dieses können wir andere besser verstehen lernen. Und unsere Ansichten gegenüber anderen Menschen ändern. Indem wir uns in ihre Perspektive versetzen.(Es wenigstens versuchen)

Wo kommt die Frage eigentlich überhaupt her, ob man als überempfindlicher Mensch, der sich vorrangig als schnell reizbar und vom normalen Alltagsgeschehen (Lärm, Gerüche, viele Menschen etcpp) als schnell überfordert beschreibt, ein "besserer Mensch" sein könnte?

Meinst du mit "wir" deine Familie oder insgesamt HSP? Ich kann mir gut vorstellen, dass deine Familienmitglieder sehr einfühlsam und verständnisvoll ihrer Umwelt gegenüber leben. Ich finde das sehr angenehm und liebenswert. :-)

Für mich persönlich hat das jedoch nicht ausschließlich mit HS zu tun, sondern vor allem mit Charakterbildung, emotionaler Intelligenz und sozialer Kompetenz. Ich persönlich könnte und würde bei HSP nicht vorraussetzen, dass sie sich nun alle besonders gut in andere hineinversetzen oder sie verstehen können und wollen. Dafür gehen mir u.a. zu viele psychische Erkrankungen (NPS, Depression z.B.) damit einher.

Ich bin der Überzeugung, dass "weniger sensible Menschen" (wie auch immer man das definieren soll), genauso viel ehrliches Interesse an ihren Mitmenschen haben und ebenso mitfühlend und verständnisvoll sind. Möglicherweise haben sie dafür sogar viel mehr Kraft und Weitblick, weil sie weniger stark unter Überforderung/Überreizung leiden und mit deren Kompensationen beschäftigt sind, sie sich besser abgrenzen können und ich sie in meinem persönlichen Umfeld als wesentlich handlungsfähiger erlebe, als mich selbst z.B. mit meinen arg begrenzten Kräfte-und Anforderungs-Spielraum.

...So zumindest meine losen Gedanken dazu :)...

Viele Grüße und ein gesundes Wochenende
Velvet
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Re: Hallo, ich bin Ehefrau eines HSP-Mannes

Beitragvon Velvet » Sa 21. Mär 2020, 09:42

Hallo Pferdefreundin, noch kurz : Ich möchte dich jetzt hier auch nicht in eine ellenlange Diskussion verwickeln...

Ich verstehe deine Sicht von HS gut, sehe es für mich halt nur etwas anders. Das liegt ganz sicher auch an unterschiedlichen, mehr oder weniger guten Erfahrungen insgesamt.

Liebe Grüße
Velvet
_Mij_
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Re: Hallo, ich bin Ehefrau eines HSP-Mannes

Beitragvon Pferdefreundin » Sa 21. Mär 2020, 16:27

Erfahrungen schaffen Sichtweisen. Daher finde ich den Austausch darüber so wichtig. Denn je mehr Sichtweisen und Erfahrungen man austauscht um so mehr kann man andere Verstehen. _gruebel_
Mit wir war meine Familie und ich gemeint. Es hilft uns im Alltag sehr, wenn wir uns Gedanken darüber machen"Warum jemand etwas tut" damit wir besser darauf reagieren können. Und nicht frustriert da sitzen und uns darüber ärgern, warum andere etwas tun was uns verletzt. Oder etwas nicht tun und der Umwelt schaden. U72(

Ich weiß nicht ob das alles zur HS gehört. Aber es gehört zu unserer Familie, dass wir Dinge im Alltag bemerken und darauf reagieren, die andere vielleicht nicht gesehen haben. _yessa_
Was andere nicht bemerken können, wie sollen sie dann darauf reagieren?? Also brauche ich mich nicht darüber ärgern, dass sie nicht reagieren, denn vielleicht haben sie es einfach nur nicht wahrgenommen und deshalb nicht reagiert. _%_ Jetzt hab ich wieder nen Knoten im Kopf.

Werde den "Grübelvorgang" abbrechen. _läch_

Danke, für den netten Austausch. _Mij_ iwikx
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