Hi ihr Lieben :)

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Hi ihr Lieben :)

Beitragvon Serenity89 » Mi 2. Nov 2016, 01:25

Mir ist schon länger klar, dass ich zu dem anderen Menschenschlag gehöre. Die Erkenntnis kam, als ich verzweifelt im Internet gegoogelt habe vor 1 1/2 Jahren. Ich empfand es nicht normal, wie ich Dinge empfand, weinte viel, weil ich mich unverstanden fühlte und konnte einfach nicht glauben, dass ich die Einzige auf der Welt damit bin. Dann bin ich auf einige Seiten gestoßen und habe mich grob nur mit dem Thema befasst.
Ich arbeite im Gesundheitswesen in einem Krankenhaus. Der traurige Alltag besteht aus Fließbandarbeit, Personalmangel, schlechte Stimmung im Team, schlecht gelaunte Patienten. Man muss hart im Nehmen sein und sich durchsetzen können, hohe Leistung erbringen, das Leid der Patienten ertragen. Es herrscht die Hektik, Überstunden und Pause machen ist nicht drin. Das ist jedenfalls alles nicht das, was ich mir nach der Ausbildung vorgestellt habe, die ich 2015 erfolgreich beendete. Ich merke immer mehr, dass das nichts für mich ist. Ich habe versucht es zu ignorieren und habe mir Jahre lang eingeredet, dass ich das schon lernen werde mit dem Alltag umgehen zu können. Ich habe an mich sehr hohe Anforderungen und gebe immer 100%. Umso enttäuschter bin ich, wenn ich merke, dass ich es nicht hinbekomme und aber die Anderen ja doch.. Warum kann ich das nicht so schnell wie sie? Warum kann ich mir das alles nicht merken, so wie sie? Warum bin ich so schnell überfordert und kann nach der Arbeit nicht dies und das machen wie sie? Warum nehme ich alles so persönlich und kann nicht abblocken wie sie? Warum kann ich meine Tränen nicht so verbergen wie sie? Warum finde ich alles so uninteressant was sie reden, warum gibt es niemanden in der Hinsicht auf meiner Wellenlänge? Ich werde immer als der "Ruhepol" des Teams bezeichnet, der das Gleichgewicht hält.
Vor einem Jahr bekam ich Panikattacken, die mein Leben veränderten. Ich schlafwandelte und vor einem halben Jahr beschäftigte ich mich immer mehr mit dem Thema HSP, las ein Buch und verstand immer mehr. Ich habe die Abteilung gewechselt, aber ich kann diesem Alltag nicht entkommen und stehe immer als ruhiges, langsames Dummchen da, weil ich einfach nichts mehr im Kopf behalten kann... Die ganzen Eindrücke von allen Seiten überfordern mich und lassen mich in unangenehme Situationen kommen.. Ich bin dafür nicht geschaffen. Das wird mir nun klar, weshalb ich mich auch jetzt an Euch wende. Ich habe Angst zu einem Psychologen zu gehen. Erstens, weil ich Angst habe vor einer Diagnose einer psychischen Erkrankung.. Ich habe Angst, dass ich mir eine Erkrankung einreden könnte... Ich habe totalen Respekt vor der Psyche, was sie alles schaffen kann. Wegen den Panikattacken musste ich ein paar mal in die Notaufnahme, als noch nicht klar war, dass es psychisch ist. Seit dem habe ich einfach Angst, dass sich das wiederholen könnte, wenn ich vor der Anspannung stehe (die die Panikattacken ausgelöst hatten) zu einem Psychologen zu gehen.. Zweitens, möchte ich natürlich dass der Psychologe sich auch mit HSP beschäftigt hat und das ernst nimmt. Ich denke mal sojemanden findet man eher selten..
Ich weiß auch, dass es besser für mich wäre den Beruf zu wechseln, aber ich habe Angst davor... Davor nochmal eine Prüfung abzulegen :( Es hat mich an meine Grenze gebracht, als ich die Prüfung absolvierte. Das war eines der schlimmsten Situationen meines Lebens. Davor und danach...Danach bin ich zu Hause weinend zusammengebrochen und habe einfach nur geschlafen...Mein Herz fängt bei Kleinigkeiten schon an zu rasen... Ich habe echt Angst, dass mein Herz das nicht nochmal aushält... Ich versuche mich mit allen logischen und beruhigen Gedanken usw in solchen Situationen zu beruhigen, aber es geht einfach nicht..
Bei Vorträgen in der Schule habe ich es irgendwie oft geschafft drum herum zu kommen.. Es ist die Hölle für mich einen Vortrag zu halten... Mein Herz fängt schon an zu rasen, wenn ich mich gerne melden würde und es auch tat...
Ich bin einfach total verzweifelt und befinde mich in einem Teufelskreis...
Vielleicht hat jemand eine ähnliche Erfahrung gemacht oder kann mir einen guten Rat geben.

Liebe Grüße
Serenity89
Serenity89
 

Re: Hi ihr Lieben :)

Beitragvon EarlGrey » Mi 2. Nov 2016, 11:07

ging mir früher in der schule ähnlich. verbunden noch mit sprachstörungen.denke der rückzug in die beobachterrolle ist für uns ein reflex - aber man kann lernen ihn zu überwinden. hatte ich früher schon 1 woche vor meinen exponierten auftritt für 5 min gezittert halte ich heute als bildungsreferent auch mal marathonvorträge von 8 h x 5 d. nicht das ich vorher weniger angst habe - aber es fällt mir leichter sie zu überwinden und mich trotz der angst in den öffentlichen raum zu stellen um mich dort zu behaupten . mittlerweile kann ich es auch geniessen wenn ich dank meines mandats die möglichkeit habe die kommunikation der gruppe strukturieren zu können. früher verbot ich es mir präsent zu sein - jetzt ist es meine legitimierte aufgabe dort die präsenz zu sein... dank meiner begabung zur intuitiven erfassung eines themas und dessen inhalte kann ich diese aufgabe auch gut erfüllen und kann mich auch darauf verlassen . während ich früher in gruppen meist innerlich über meine passive beobachterrolle vs präsenz zerissen war kann ich mich heute viel öfter auch mal entspannt zurücklehnen und meine verantwortung über die situation zurücknehmen oder eben gegebenfalls auch mal die verantwortung willentlich zu übernehmen. was ich sagen will - es lohnt sich den herausforderungen eines in die welt gestellt werdens zu stellen und das beste daraus zu machen - wer wenn nicht wir .....
EarlGrey
 

Re: Hi ihr Lieben :)

Beitragvon selpie » Mi 2. Nov 2016, 11:09

Hallo Serenity89,

du sprichst mir aus der Seele . Aufgrund der beruflichen Anforderungen habe ich inzwischen auch Panikattacken. Einzig verlief bei mir der "Krankheitsverlauf" anders. Ich war zuerst in mehrfacher psychosomatischer (Depressionen)-Behandlung - was summa sumarum nicht besonders zufriedenstellend lief. Erst jetzt bin ich auf HSP gestoßen und habe bei Aron gelesen, dass HSP leichter zu Depressionen (incl. Panikattacken) führen kann, aber nicht muss. Leider scheinen die Psychologen - soweit ich sie kennengelernt habe - das Thema HSP nicht wirklich ernst zu nehmen, was aber auch daran liegt, dass das nicht als Krankheit geführt wird und man deshalb nicht krankgeschrieben werden kann.

Ob ein Wechsel des Berufs hilft, bezweifle ich ein wenig. Der kapitalistisch-ökonomische Verwertungsdruck herrscht überall. Ich glaube, dass man versuchen muss bei sich anzufangen - zunächst sich versuchen zu akzeptieren wie man ist. Dann sind halt die anderen besser, es können nicht alle gleich sein. Vermutlich haben wir dann andere bessere Qualitäten in anderen Bereichen, auch wenn diese im Beruf nicht gefragt sind.

Mir hat es viel geholfen die Bücher von Aron zu lesen, werde in eine HSP-Behandlung gehen, aber gleichzeitig die psychotherapeutische Unterstützung auch in Anspruch nehmen, denn ein paar gute Tipps bekommt an schon.

Leider sind das nicht wirklich Ratschläge, aber vielleicht helfen die meine Gedankengänge. Oder wie siehst du das?

Gruß, Selpie.
selpie
 

Re: Hi ihr Lieben :)

Beitragvon FreieSeele » Do 3. Nov 2016, 20:46

Serenity89 hat geschrieben:
Warum kann ich das nicht so schnell wie sie?
Warum bin ich so schnell überfordert und kann nach der Arbeit nicht dies und das machen wie sie?




Hallo Serenity,

Schön das Du den Weg hierher gefunden hast.

Dafür prägst Du Dir mehr ein und machst alles gewissenhafter wie die anderen, geht mir genauso. Klar, man wird sehr schnell als Streber angesehen. Aber lasse die anderen denken wie sie wollen. Du musst für Dich vorankommen und nicht für die anderen. Deshalb bist Du auch überfordert weil Du unbedingt den Rhythmus anderer sieht und Deinen vernachlässigst.

Mein Name ist Ingo, introvertiert und hochsensibel. Ich bin ein großer „Grübler“
Zum einen ist es ganz gut nachdenklich zu sein. Ich überlege mir jeden Schritt zehnmal durch und komme so zu einem mir angepassten guten Ziel. Ich schaue manchmal mürrisch drein. Auf der anderen Seite kann ich nett, zuvorkommend und sympathisch sein.

Auch interessiere ich mich nicht über Themen die für mich belanglos sind z. b. was gerade der Prominente A mit der Prominenten B macht.

Liebe Grüße
Ingo
FreieSeele
 



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