Hier möchte ich etwas von mir erzählen

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Hier möchte ich etwas von mir erzählen

Beitragvon KleineWolke » Mo 3. Jun 2013, 22:41

Guten Abend _Mij_

Ich habe mich zu aller erst einmal hier ein wenig durchs Forum gelesen, bevor ich dann den Mut aufbringen konnte mich vorzustellen )/898u

Zu meiner Person:

Ich heiße Denise und bin 22 Jahre alt und komme aus Schleswig-Holstein. Ich bin jetzt mit meiner 2 jährigen Ausbildung zur Sozialpädagogischen Assistentin fertig :) Außerdem bin ich seit 13 Monaten mit meinem Freund zusammen, der in Niedersachsen nähe Göttingen lebt. Ich werde nächstes Jahr im Sommer zu ihm runter ziehen und deshalb bewerbe ich mich auch erst im Janaur für einen Kitaplatz :) Aus persönlichen Gründen bin ich momentan nicht in der Lage hier mit der Arbeit in einer Kita zu beginnen. Um nicht ganz ohne was da zu stehen, bin ich auf der Suche nach kleinen Nebenjobs, um zumindest ein wenig Geld für mich zu haben und auch um meinen Freund besuchen zu können. Momentan lebe ich noch bei meiner Mutter und meinen beiden Brüdern( 17 und 6 ) zusammen.

Wie ich hier her gefunden habe, war ein merkwürdiger Zufall, ich hatte vorher eigentlich im Internet etwas über meine Magenprobleme gesucht und kam dann zu dem Thema Hochsensibilität und da mir ja schon vorher bewusst war, das schon immer etwas sensibler war, als andere, las ich mich durch das Thema und da machte es "klick"! Mir kam vieles vertraut vor und ich hatte das Gefühl als wenn dieses Thema genau das ist was ich immer gesucht habe, praktisch die Antwort auf meine Fragen und ich suchte dann direkt nach einem Forum wo ich eventuell auf Menschen treffe, die vllt genauso denken und fühlen wie ich und ich muss sagen ich bin mir nicht sicher, ob ich nun wirklich Hochsensibel bin oder nicht. Ich habe den Test hier im Forum gemacht und fasst alle Aussagen konnte ich mit "Trifft zu" beantworten aber..ich bin mir nicht sicher..wer kann es einen sagen? Ist es etwas das man für sich selbst entscheiden muss und kann oder ist es etwas was andere dir sagen oder muss es ein Arzt feststellen?

In einigen Beiträgen habe ich gelesen das es vielen so ergeht wie mir, das sie schon immer gefühlt haben, das sie anders waren, als andere. Auch ich wusste es, ich glaube als Kind war es mir zuerst gar nicht so wirklich bewusst..ich litt ständig unter Magenschmerzen, teilweise waren sie so stark das ich nur am weinen und schreien war..wir waren oft beim Arzt oder eher bei meheren Ärzten, niemand wusste Rat..das eine Mal hatte ich mit 6 oder 7 Jahren ein ganz furchtbare Nacht mit andauernden Magenkrämpfen, am nächsten Tag kam mein Kinderarzt und schickte mich ins Krankenhaus..ich musste eine Woche lang dableiben..ohne Ergebnisse..niemand wusste was los war, wobei ich im Krankenhaus ja auch keine Schmerzen mehr hatte...Ich aber weiß, das ich vor dieser Nacht mich mit meiner Mutter gestritten hatte und ohne uns zu versöhnen, musste ich schlafen gehen..ich weiß nicht ob es daran lag aber Magenschmerzen und Magenkrämpfe und auch Kopfschmerzen habe ich beinahe tagtäglich, sie sind ein Teil von meinem Leben geworden und es fällt mir immer schwerer damit zu leben..Auch gestern Nacht hatte ich unglaublich starke Krämpfe, die ganze Nacht war ich wach, weinte und war total verzweifelt..ich fühlte mich hilflos, rief meinen Freund aus dem Schlaf um seine Stimme zu hören und nach den Anruf weinte ich weil ich mich schuldig fühlte, das ich ihm den Schlaf raubte nur weil ich nicht mit meinen Schmerzen klar kam, ich ging auch irgendwann runter zu meiner Mutter und bat um Hilfe, die ich leider nicht bekam, sie war sehr erbost darüber das ich sie geweckt hatte..ich weiß nicht wieso aber es tat mir weh..als ich wieder in meinem Zimmer war, saß ich auf meinem Bett und weinte und fühlte mich wieder wie ein kleines Kind..hilflos und allein..Ich weiß das ich anders bin..ich fühle mich allein, allein in einer Welt die so riesig ist das ich mich immer wieder drin verliere. Ich fühle mich unverstanden...Oft höre ich meinen Freunden ( Insgesamt habe ich 4 Freunde, wobei nur 2 von ihnen mir alles bedeuten ) bei ihren Problemen zu und versuche so gut wie es geht ihnen zu helfen. Oft bekomme ich dann auch zuhören, das ich eine gute Zuhöherin bin, das ich ihnen immer helfen kann und ja alles sehr positives halt. Doch jedes Problem das sie haben geht mir unglaublich nah..besonders die Probleme von meinem Freund oder die meiner besten Freunde. Oft weine ich dann in der Nacht, fühle mich hilflos und habe das Bedürfnis ihnen ihren Schmerz weg zu nehmen und sie vor allem schlechten beschützen zu wollen..mein bester Freund hat Depressionen..er nimmt Tabletten und es ist schon besser geworden außerdem versucht er immer mich zu schonen, aber auch wenn er es nicht ausspricht, so fühle ich es doch innerlich das er leidet und dieses Leiden erfüllt auch mich und Sätze von außerhalb, wie "Du darfst nicht alles an dich ran lassen", "es sind ihre Probleme und nicht deine!", höre ich so oft aber sie bringen nichts. Ich kann es nicht an und abschalten! Wenn es doch nur so einfach wäre..oder als mein Vater verstarb..ich wurde gerade 6 Jahre alt, er hatte einen Autounfall und sein Herz versagte einen Tag nach meinem Geburtstag..es war hart aber irgendwie kam ich damit klar.. das schlimmste für mich war, meine Mutter nachts weinen zu hören, auch wenn sie irgendwann aufhörte zu weinen, manchmal höre ich es noch immer und ich wünschte damals ich könnte ihren schmerz nehmen..so geht es oft zu..auch in anderen Bereichen fühle ich mich anders..in der Schule war ich immer oft abgelenkt, unkonzentriert bin ich noch heute, lernte zu langsam, war in allen dingen zu langsam, verstand zu langsam..und ich war immer im Hintergrund zu leise um aufzufallen. Oft bekam ich zuhören ich sei dumm, ich könne nichts..es sind dinge die andere so nebenbei sagten aber es sind auch dinge die man nie mehr vergisst...was mir auch aufgefallen ist, ist das mich kleinigkeiten unglaublich faszinieren können..wenn die Sonne ins Zimmer scheint. also einen kleinen Spalt hindurch und in der Luft sind Staubpartikel und die haben mich ne gute Stunde lang so intensiv beschäftigt )/898u die tanzten )/898u in der luft und schimmerten in allen möglichen Regenbogenfarben..ich fand es atemberaubend schön..ich konnte ihre Richtung mit einer Handbewegung durcheinander bringen dann wirbelten sie wild durcheinander..ich erzählte meinem Freund davon und der schaute mich nur so komisch von der Seite an und meinte: "Aha ehm das ist nur Staub! Das heißt lediglich nur das du dein Zimmer besser sauber machen musst!" ich weiß was es war, aber denn noch fand ich es unglaublich schön, genauso wie Regentropfen in Spinnennetze oder die Linien auf einem Blatt oder wie sich die Blätter in den Bäumen bewegen, oder die Linien auf den Händen oder allgemein die ganzen Linien, Risse auf der Haut..wunderschön und so faszinierend..kennt das jemand? Ich liebe es auch Dinge zu berühren, sie anzufassen, verschieden Oberflächen zu berühren..wenn ich draußen sparzieren gehe, dann ist das manchmal so das ich mich um schaue und alles systematisch durch gehe..schaue mir z.b. den boden an..1. Teerstraße: dann stell ich mir im kopf vor wie sich das anfühlt, dann kommt 2. Der Sand, dann wieder das passende Gefühl, 3. Das Gras, 4. der Stängel einer Pusteblume, 5. Die Blätter davon, 5. die einzelnen Pustedinger dann kommt meinetwegen die Rinde von einem Baum und so weiter und so fort, damit kann ich mich die ganze zeit beschäftigen, fehlt mir ein Gefühl ein, gehe ich hin und berühre es und speichere es ab. Das hört sich bestimmt an als würde das ewig dauern und man würde gar nicht vorwärts kommen, aber das täuscht, das geht unheimlich schnell, das geht im Kopf zack zack zack...ich könnte noch wahnsinnig viele Dinge aufzählen..aber es ist schon spät und wahrscheinlich habe ich schon viel zu viel geschrieben O___O !! Tut mir leid! Ich neige immer dazu zu viel zu schreiben.. )/898u ich hoffe ich bin hier richtig...und mich würde sehr interessieren wie ihr so denkt und gerne versuche ich auch euch bei etwas zu helfen, wenn ich es kann :) Danke wenn ihr meinen Beitrag gelesen habt. Gute Nacht erstmal _müh_ :)
LG
KleineWolke
KleineWolke
 

Re: Hier möchte ich etwas von mir erzählen

Beitragvon Sarriette » Mo 3. Jun 2013, 23:28

Herzlich Willkommen!

Vielen Dank für deine ausführliche Vorstellung.
Ob du hier generell "richtig bzw. angekommen oder gut aufgehoben" bist oder nicht, kannst nur du selbst entscheiden. Da HS keine Krankheit ist, die diagnostiziert werden kann, ist das manchmal wirklich schwierig.
Ich persönlich habe zunächst auch gedacht, dass ich mir alles einbilde, um endlich eine Antwort auf meine Fragen zu haben und war dann bei einer spezialisierten Therapeutin, um das herauszufinden.
Erst durch den Austausch mit "Betroffenen" konnte ich meine Zweifel ablegen.

Ich glaube daran, dass körperliche Symptome seelische Ursachen haben können.
Im Fall von Magen-/ Bauchschmerzen schlägt dir vielleicht buchstäblich etwas auf den Magen, vielleicht unterdrückst du Gefühle oder kannst noch nicht angemessen mit ihnen umghen.
Deine Frage nach einem Zusammenhang finde ich daher sehr berechtigt!

Ich rufe auch ungern Freunde/ Familie an, wenn es mit schlecht geht.
Meiner Fam teile ich am liebsten Tasachen mit, inzwischen können wir auch ansatzweise Probleme erörtern (schwierige gemeinsame Vergangenheit mit Scheidung, Misshandlungen etc.), aber bestimmt keine tiefgründigen!
Und meine Freunde möchte ich halt nicht belasten. Denke, das HSP oft zu viel Rücksicht nehmen. Ist ja auch viel schöner, wenn sie der Angerufene gar nicht erst belästigt fühlen kann...Inzwischen versuche ich bei guten Freunden die Wahrheit zu sagen (Wie geht's dir? - Nicht so gut, weil.../ Ich bin traurig, denn...) und merke -besonders bei einer besimmten Freundin-, dass sie tatsächlich interessiert ist und sich gar nicht belästigt fühlt. Ich wünsche dir auch diese Erfahrung! Dein Freund hört dir bestimmt auch gerne zu - ich glaube, dass niemand gerne geweckt wird, aber wenn's dir schlecht geht, möchte er bestimmt für dich da sein!

Viel Spaß hier und liebe Grüße,
Sarriette
Sarriette
 

Re: Hier möchte ich etwas von mir erzählen

Beitragvon KleineWolke » Di 4. Jun 2013, 11:51

Danke für die lieben Worte :) Ja mein Freund meinte selber zu mir, das es ihm gefiel das ich angerufen hatte. Er sagte er mochte das Gefühl das er gebraucht wurde. Das ich ihn brauche, wenn es mir schlecht geht. Zwar kann er mir durch die Ferne nicht wirklich helfen aber ich darf ihn ruhig immer an rufen, das ist ein schönes Gefühl finde ich, aber auch etwas woran man sich erstmal gewöhnen muss, also das es okay ist das ich ihn mitten in der Nacht anrufe.
KleineWolke
 



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