Ich stelle mich vor

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Ich stelle mich vor

Beitragvon Anna Katharina » Do 25. Dez 2014, 23:04

Ich freue mich sehr, in dieses Forum gefunden zu haben, ich kenne leider niemanden in meinem Umfeld, der genau so ein ,Sensibelchen' ist, wie ich es bin. Selbst meine eigene Familie kann es nicht nachvollziehen, wenn ich in Tränen ausbreche, nachdem ich unter Zwängen Stundenlang an einer Feier teilgenommen habe.

Jahrelang haben mich die Ärzte als psychotisch abgestempelt, depressiv, sogar als dissoziativ, ich habe starke Medikamente genommen, nichts hat gewirkt.
Habe vor ca. zwei Wochen meine Tabletten -Fluoxetin- abgesetzt und heute kam es wieder zu solch einem Emotionsausbruch. Ich habe seit ich 13 bin immer gehofft, dieses furchtbare ,Gedankenlesen' wie ich es genannt habe, zu überwältigen, muss auch heute noch sehr viel schlafen und meide angespannte Umfelder, Zwänge, schlimme Schicksale. Das Fluoxetin hat mir sehr geholfen, es beruhigt und hilft zu verdrängen.

Zuerst dachte ich, die Ruhe im Kloster zu finden, doch da erging es mir auch nicht viel besser. Mit 13/14 ergriff mich schon der Wunsch, mich den Zisterzienserinnen anzuschließen,
ich suchte Ordnung, Regelmäßigkeit, Ruhe und Einsamkeit.

Niemand den ich kenne, kann überhaupt verstehen, wie furchtbar es ist, mit den Gedanken aller umgebenen Menschen konfrontiert zu werden, deren Gefühle exakt mitzuerleben.
Es ist kein Segen für mich, es ist ein Fluch.
Lachen kann ich, mich freuen oder lieben wie sonst keiner, schöne Momente erlebe ich so unglaublich intensiv,
um einiges intensiver, als mit Tabletten. Aber dafür muss ich leider so oft weinen oder trauern.
Ich hasse es, nichts wirklich lange tun zu können, nicht in der Stadt sein zu können, keine Kritik zu ertragen, weil ich alles persönlich nehme..

Wisst ihr vielleicht einen Rat, welchen Beruf ich wählen kann, der in der Natur ist, mit wenig Menschen zutun hat und vor allem nicht in einem Büro stattfindet?
Ich suche seit Jahren danach, das kommende Jahr werde ich 20 Jahre alt und möchte gerne mein Leben geregelt bekommen. Aber mir hilft es nichts, dass man mir rät, etwas durchzuziehen. Mir würde nur ein Rat einer oder eines Gleichgesinnten helfen, der/die all' das selbst durchlebt hat und aus Erfahrung sprechen kann.


Frohe Weihnachten euch allen und gesegnete Festtage

Katharina
Anna Katharina
 

Re: Ich stelle mich vor

Beitragvon Eule » Fr 26. Dez 2014, 14:31

_klp_

Liebe Katharina,

da hast du wie viele hier innerlich schon viel erlebt, was andere "außen" nicht nachvollziehen können.

Hier ist der Ort, wo du dich mit anderen zu deinen Fragen austauschen kannst. Da man außer im Bett oft die meiste Zeit seines Lebens im Beruf verbringt, ist das natürlich eine wichtige Entscheidung. Hast du schon versucht, mal irgendwo ein Praktikum zu machen, das ist ja eine Möglichkeit, ein Umfeld zu testen.

Jetzt ist erstmal Weihnachten und ich wünsche dir, dass du in diesen Tagen die gewünschte Stille findest.

Lieber Eulengruß
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Re: Ich stelle mich vor

Beitragvon Jasmin » Fr 26. Dez 2014, 19:44

Hallo Katharina,

sm_06

freue mich, dass du die Medis abgesetzt hast, da ja keine psychische Krankheit vorliegt. Sei froh, dass du in so jungen Jahren deine HS erkannt hast; andere quälen sich jahrzehntelang, bis sie davon erfahren (mich eingeschlossen). Noch siehst du es als Fluch, aber das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass dich keiner in deinem Umfeld versteht. Ich für meinen Teil bin meistens froh, sensibel statt oberflächlich zu sein.

Als Beruf fiel mir sofort Förster ein, als ich einsam und Natur las. Aber es gibt gewiß noch andere Möglichkeiten. Dazu kann ich dir leider nicht mehr sagen, als das ich, als mein Sohn soweit war (ist allerdings schon 15 Jahre her), ein Buch gekauft habe, in dem zig Fragen gestellt wurden (Name des Buches weiß ich nicht mehr). Aufgrund des Ergebnisses ist er Zimmerer geworden - und hat es nie bereut. Ich fand dieses Buch (Test) sehr hilfreich.

Beim Arbeitsamt gibt es zwar auch Berufsberatung, aber da hatte ich den Eindruck, dass sie einem das einreden wollen, was zur Zeit am meisten gesucht wird. Aber da mag auch jedes Arbeitsamt anders sein.

In diesem Forum wirst du auf alle Fälle verstanden. du wirst viele Aha-Effekte erleben, und merken, dass du nicht alleine bist.

_wav_

Alles Gute

Jasmin
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Re: Ich stelle mich vor

Beitragvon Fishman » Sa 27. Dez 2014, 18:54

Hey Katharina,

wenn du schreibst "permanent mit den Gedanken aller umgebenen Menschen konfrontiert zu werden", dann kann ich das sehr gut nachvollziehen. Das ist wie "emotionale Abgase", die die Leute absondern, ohne es überhaupt zu merken.

Die Frage nach dem "richtigen" Beruf hab ich mir auch oft gestellt, leider auch ohne befriedigende Antwort.

Möglichst wenig Berührungspunkte mit anderen Menschen wär gut, nicht in Ballungszentren und vor allem nicht zu "abstrakt" bzw. Lebensfern. Leider gibt es da nicht soo viel, vor allem das mit den anderen Menschen wird schwer.

Da gäb es zb:

- Biologie studieren und dann Vogelwart im Wattenmeer werden
(die Hälfte des Jahres allein auf einer Insel leben und Vögel zählen klingt phantastisch)
- Forstwirt
- Berufskraftfahrer
- Schornsteinfeger
- freier Photograph

...aber am Ende wirst du vermutlich keinen Job finden, bei dem du vollkommen allein bist. Mir ist es nicht gelungen - im Gegenteil. Ich arbeite in einem Großraumbüro mit Finanzmathematik in einer Großstadt. Alles, was ich nicht wollte.

Am Ende kommt es meiner Erfahrung nach darauf an, wie die Menschen sind, mit denen man zu tun hat. Auch in einem vermeintlich "ruhigeren" Beruf können die Leute, mit denen man arbeiten muss völlig schlimm sein. Ob das ne Glückssache ist? Ich weiß es nicht.

Hast du mal über ein Studium nachgedacht? Das eröffnet einem am Ende viel mehr Möglichkeiten, seine Nische zu finden.

Dir auch einen guten Rutsch & liebe Grüße,
Fishman
Fishman
 

Re: Ich stelle mich vor

Beitragvon Mimi1966 » Sa 27. Dez 2014, 19:52

Hallo Katharina,

ich wollte mit 20 auch ins Kloster, weil ich wie du den Eindruck hatte, das wäre ein schönes Leben für mich - ora et labora.
So habe ich einige Zeit das für mich getestet und meine Seele entscheiden lassen. Das Umfeld war genau richtig und die viele Ruhephasen haben mich sehr angesprochen.

Aber, und das möchte ich dir auch auf deinen Weg mitgeben. Ich habe den Ruf nicht gehört und so war nur logisch, dass ich mein Leben nicht dort verbringen sollte. Und es hat sich nun nach fast 30 Jahren gezeigt, dass es eine richtige Entscheidung war. Ich habe mich auf meine Familie danach konzentriert und bereue es nicht, obwohl es nun wirklich nicht gerade den "easy way" bedeutet hat. Aber darauf kommt es nicht an.

Mein Rat ist, suche die netten Leute und höre auf deine innere Stimme, dann wird sich dein Weg schon zeigen. Da bin ich mir sicher, das wird sich auszahlen.
Vielleicht ist findest du dein Glück auch in einem anderen Teil der Welt. Es gibt so viele verschiedene Lebensformen und -weisen auf unserem Planeten, dass für dich bestimmt auch ein Platz vorgesehen ist.
Dafür brauchst du Mut, aber den hast du bestimmt. Viel Glück dabei. _klp_

Liebe Grüße
Michael
Wenn du Gedanken denkst, die Gefühle hervorbringen,
hast du Zugang zur Macht des Universums.
_klp_
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Re: Ich stelle mich vor

Beitragvon sonnenschein040167 » Sa 27. Dez 2014, 20:25

Hallo Katharina,

zunächst einmal herzlich willkommen.

Was Du schreibst, widerspricht sich:

Jahrelang haben mich die Ärzte als psychotisch abgestempelt, depressiv, sogar als dissoziativ, ich habe starke Medikamente genommen, nichts hat gewirkt.

Habe vor ca. zwei Wochen meine Tabletten -Fluoxetin- abgesetzt und heute kam es wieder zu solch einem Emotionsausbruch.

Das Fluoxetin hat mir sehr geholfen, es beruhigt und hilft zu verdrängen.


Warum hast Du das Fluxetin abgesetzt, wenn es Dir doch geholfen hat? Warum glaubst du, dass das Medikament eine Verdrängung bewirkt und nicht den Gehirnstoffwechsel in Ordnung bringt, der aus dem Gleichgewicht geraten ist. Denn dafür sind Antidepressiva da. Wenn Du keine Depressionen hättest, würde das Fluxotin eigentlich keine Wirkung zeigen. Hast Du es in Abstimmung mit Deinem Arzt abgesetzt? Macht Du begleitend eine Psychotherapie?

Ich bin etwas erschrocken, wenn ich das so lese, Hochsensibilität schließt Depressionen nicht aus und wir hier im Forum sind keine Ärzte....(sorry, wenn es doch den einen oder anderen Artz unter uns gibt und ich das hier so pauschal sage)

Viele Grüße
Patti
sonnenschein040167
 

Re: Ich stelle mich vor

Beitragvon Equilibrium » Sa 27. Dez 2014, 20:38

Ich denke du kannst lernen dich abzugrenzen und bist dann nicht mehr völlig ausgeliefert. Bei mir ist es ähnlich stark ausgeprägt und ich arbeite Stück für Stück daran.
Hier findest du mehr über Abgrenzungstechniken: http://www.treffpunkt-hochsensibilität.de/11590502nx46300/hochsensibilitaet-allgemein-f8/abgrenzung-wie-macht-ihr-das-t6345.html

Folgende Bücher haben mir am meisten weitergeholfen:
- Empathie - Ein Leben ohne Haut von Gitta Peyn
- Das Handbuch für Hochsensible: Ein Arbeitsbuch für die optimale Nutzung der Gabe Hochsensitivität von Sawitza & Piegsda
- Das befreite Herz von Safi Nidiaye (über den Umgang mit Fremdgefühlen)

Ansonsten gibt es Therapeuten die selbst hochsensibel sind, welche dir wahrscheinlich eine Hilfe wären. Einige davon sind Heilpraktiker, wenn du im Netz danach suchst oder zu einem Treffen von HS gehst und danach Fragst, wirst du bestimmt schnell jemanden finden :)

Beruflich ist mir das bewirten von ausschließlich zu Fuß erreichbaren Berghütten eingefallen (z.B. in den Alpen)

Lieben Gruß
Equilibrium
Findet euch selbst, seid ihr selbst, folgt euren eigenen Eingebungen und Impulsen, nichts und niemand anderem. Zerstört alle Bilder, die ihr euch von euch selbst, von den anderen und von den Rollen der Geschlechter gemacht habt, und vertraut dem Wildwuchs eurer eigenen Natur.
Safi Nidiaye


-->Ich bin hier nicht mehr aktiv. Du darfst mir jedoch gern eine Email schreiben. Ich bin offen für Austausch über das Nichtalltägliche.
Equilibrium
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Re: Ich stelle mich vor

Beitragvon Ragde » Sa 3. Jan 2015, 23:14

Ich war Maurer und lebte in 2 Welten . jetzt bin ich 80 und bin zu frieden das ich so sensibel bin .
Da durch bin ich dem geistigen viel näher ,
Ragde
 



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