Neu und unsicher

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Neu und unsicher

Beitragvon Senekha » So 13. Jan 2019, 11:20

Hallo Leute,

bin erst seit kurzem hier und möchte mich nun mal kurz vorstellen.

Ich bin 49, männlich und mein Leben verlief bis vor ein paar Jahren ziemlich unspektakulär. Das einzige was mich mit zunehmender Unruhe erfüllte war die Tatsache, dass es bei mir mit einer Partnerschaft einfach nicht klappen wollte. Was ich damals nicht wusste, ich habe massive Probleme meine Gefühle auszuleben bzw. zu zeigen, habe immer alles in mich "hinein gefressen". Wirke nach außen immer eiskalt und beherrscht obwohl ich innerlich kurz vorm verbrennen bin und manchmal am liebsten losheulen könnte.

Ich kann gar nicht mehr genau sagen wann, aber irgendwann traten dann einige für mich merkwürdige Phänomene auf, es fing damit an, dass ich einige Filmszenen nicht mehr aus dem Kopf bekommen habe und tagelang danach nicht schlafen konnte. Hinzu kam der Zwang alles ganz genau nachzurecherchieren mit Kritiken möglichen Fortsetzungen usw. Außerdem gab es einige "merkwürdige" Begebenheiten, ich war bei einem Kumpel zu Besuch und wusste plötzlich ganz einfach, dass seine Freundin schwanger war. Ich habe keine Ahnung wie und woher ich das wusste denn zu sehen war noch nichts, dafür war es viel zu früh. Dementsprechend ungläubig fiel auch die Reaktion meines Kumpels aus. Kurzum, reden konnte ich mit niemandem darüber.

Durch die Ablehnung bzw. das Unverständnis meier Umgebung habe ich mich dann immer mehr zurückgezogen, was natürlich das Gefühl der Einsamkeit nicht kleiner gemacht hat. Vor ca 2 Jahren dann der Schock nervlicher Zusammenbruch, Diagnose vom Hausarzt: Depression mittel bis schwer, Überweisung in eine Tagesklinik, selbe Diagnose mit anschließendem 8 wöchiger Aufenthalt. Irgendwie habe ich der Diagnose von Anfang nicht so recht vertraut, da für mich einiges nicht so recht zusammenpasste. So konnte ich mich selbst in der schlimmsten Phase immer noch aufraffen meinen Hobby's Snooker spielen und Fotografie, nachzugehen.

Anfang dieser Woche dann wieder ein unangenehmes Ereignis, Auslöser war wieder mal eine Filmszene auf die ich sehr emotional sehr heftig reagiert habe, dabei habe ich dann auch körperliche Symptome wie Puls rasen und zittern am ganzen Körper. Meine Therapeutin meinte daraufhin, ich wäre ein sehr sensibler Mensch und muss lernen mit meinen Gefühlen umzugehen.

Das Chaos in meinem Kopf wurde dadurch natürlich nicht kleiner, irgendwie kommt mir die neue Diagnose "Hochsensibel" fast schon zu einfach vor, obwohl sich damit einiges in meinem bisherigem Leben plausibel erklären lässt. Ich habe dann auch mehrere Tests auf HS absolviert und alle waren positiv, trotzdem bin ich sehr unsicher und weiß nicht genau was ich davon halten soll.

Ich hoffe hier im Forum die Antworten zu finden, die mir fehlen und vielleicht einen Weg zu finden mit meinen negativen Emotionen so umzugehen, dass sie nicht mehr so extrem belastend für mich sind. Ich hoffe, ich habe mich einigermaßen verständlich ausgedrückt, bei Unklarheiten einfach nachfragen.

LG Senekha
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Re: Neu und unsicher

Beitragvon Kallisto » So 13. Jan 2019, 16:54

Hallo Senekha,
herzlich willkommen im Forum. Ich bin auch noch relativ neu hier. Mir ging es so wie dir, hatte erst heftige Zweifel ob ich denn wirklich hochsensibel bin.
Ich wollte mein Leben lang stark sein und das passte nicht so recht ins Bild. Habe auch einige Tests gemacht und lese inzwischen das vierte Buch über Hochsensibilität.
Ich bin mir mittlerweile vollkommen sicher hochsensibel zu sein. Es erklärt so vieles.
Ich hoffe du findest hier im Forum einen guten Austausch und vielleicht die Antworten nach denen du suchst.
LG Kallisto
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Re: Neu und unsicher

Beitragvon Senekha » Mi 16. Jan 2019, 14:56

Hallo Kallisto,

vielen Dank für dein freundliches willkommen, ich melde mich erst heute wieder, weil ich in der Zwischenzeit schon mal das Buch "Hochsensibel Was tun?" von Sylvia Harke gelesen habe. Leider hat mich das kein Stück weitergebracht, da dort das Thema Kindheit ziemlich viel Raum einnimmt. Meine Kindheit war aber soweit ich mich erinnern kann ziemlich normal, ich hatte sehr liebevolle Eltern und auch sonst gab es kaum Auffälligkeiten. Meine Problem fing eigentlich erst später an, als ich arbeitsbedingt weit weg ziehen musste, da war ich ziemlichem Mobbing ausgesetzt und habe mir da wohl eine Art Schutz zugelegt, der sich dann irgendwann verselbstständigte und sich im weiteren Verlauf gegen mich selbst gerichtet hat. Kurz gesagt ich habe niemanden mehr an mich heran gelassen und so gut wie alle Gefühle unterdrückt.

Die Sache mit meiner hohen Empathie hat diesen Zustand natürlich nicht besser gemacht. Dazu kam dann noch das Gefühl, dass sich nie wirklich jemand dafür interessiert hat wie es mir wirklich ging mit Ausnahme von meiner Mutter, deren Tod ich bis heute nicht verarbeitet habe. Ich musste immer irgendwie funktionieren Und nun bin ich extrem verunsichert ob ich mir das mit der Hochsensibilität nicht einfach nur einbilde, weil es viele Probleme nahezu perfekt erklärt. Ich hatte schon immer Probleme mit vermeintlich einfachen Lösungen und mein Hang alles zu hinterfragen und meine Selbstzweifel sind da leider keine Hilfe. Das schlimmste an der Sache ist, dass ich seit dem Tod meiner Mutter vor etlichen Jahren niemanden mehr zum reden hatte. Wenn ich es im Freundeskreis versucht hab, gab es entweder nur Unverständnis oder schlimmer noch dumme Sprüche, so dass ich das irgendwann gelassen habe. Ich werde jetzt erst mal eine Weile die Beiträge hier im Forum studieren, vielleicht werde ich dann etwas schlauer und sicherer.

LG Senekha
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Re: Neu und unsicher

Beitragvon izmi » Mi 16. Jan 2019, 15:11

Naja, HSP ist halt ein Erklärungsmodell. Insbesondere wird nichts davon besser, wenn Du Dich als HSP bezeichnest oder es lässt.Aber es gibt Dir halt die Chance, Teile von dir selber mit neuen, liebevolleren, Augen zu sehen und so verdrängtes integrieren zu können. Wenn Dir das gelingt, dann ist es doch auch egal, wie es nun heißt, oder? icon_winkle
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Re: Neu und unsicher

Beitragvon Senekha » Fr 18. Jan 2019, 11:48

Hallo Izmi,

vielen dank für deine Nachricht, so habe ich das bisher noch gar nicht gesehen, aber ja es stimmt, HSP ist, zumindest für mich, eine mögliche Erklärung für einige Probleme in meinem bisherigen Leben. Da passen einige Puzzleteile auf einmal sehr gut zusammen, die vorher partout nicht passen wollten. Ich werde jetzt erst mal versuchen mir klar zu werden wie man das Potential positiv nutzen kann anstatt es als Belastung zu empfinden. Der erste Schritt wird sein mich als das zu akzeptieren was ich bin, statt das zu unterdrücken und mit "Gewalt" jemand anders sein zu wollen.

LG Senekha
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