Nordlicht im Rhein-Main-Gebiet

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Nordlicht im Rhein-Main-Gebiet

Beitragvon lara » Mo 2. Sep 2013, 02:10

Hallo! iwikx

Ich bin schon eine Weile hier angemeldet und lese still mit, aber langsam wird es Zeit, dass ich über meinen Schatten springe und mich traue, auch mal etwas zu schreiben... Also... Hallo! )/898u

Öffentliches Schreiben im Internet ist normalerweise zu aufregend für mich. Ich habe so viel in mir, was ich mitteilen wollen würde, aber die Angst, es nicht rüberbringen und gut ausdrücken zu können, hält mich oft zurück. Mein blöder Perfektionismus bringt mich um so einiges, habe ich manchmal das Gefühl...
Allerdings habe ich mir heute Abend ein halbes Gläschen Wein gegönnt (ich vertrage überhaupt nichts und merke schon nach einem Schluck den Alkohol) und werde mich euch jetzt todesmutig vorstellen! icon_winkle

Ich bin 30 Jahre alt, gebürtige Niedersächsin und des Studiums wegen im Rhein-Main-Gebiet gelandet. Schon immer habe ich gewusst, dass ich sensibler bin als andere und war mir eigentlich auch immer der Vor- und Nachteile dessen bewusst. Ein richtiges Aha-Erlebnis diesbezüglich gab es bei mir nicht, daher auch nie das Gefühl von Erleichterung, das andere beschreiben, wenn sie von HS erfahren. Dennoch ist es faszinierend für mich zu sehen, dass es viele Menschen gibt, die eine ganze Sammlung von Eigenschaften, die ich immer sonderbar an mir fand, teilen. Der ausgeprägte Gerechtigkeitssinn, der manchmal auch Formen annimmt, die einem selbst im Grunde schaden, der Perfektionismus, das Mitgefühl mit Gegenständen, das Verkennen ironischer Bemerkungen etc...
Spannend fand ich auch, herauszufinden, dass es sowas wie HSS gibt. Laut einem Test zähle ich deutlich dazu. Im HSP-Test von der Zart besaitet-Seite (glaube ich), habe ich 305 Punkte. Kein Wunder, dass ich bei diesen gegensätzlichen Wünschen und Bedürfnissen oft reizüberflutet bin... Mein Studium ist ein gutes Beispiel für den HSS-Teil in mir. Es hat mich für ein Auslandsjahr nach London geführt und für Feldforschungen nach Afrika. Es war das, was ich immer wollte, aber es gab immer wieder Zeiten, in denen ich mich komplett zurückziehen musste. Die richtige Balance zwischen Rückzug und "Mitmischen" zu finden wird wohl eine Lebensaufgabe für mich. freüde

Mein Freund ist das Gegenteil von mir. Er hat das Asperger Syndrom und ist mein "Emotionsfels" in der Brandung. Man könnte auch sagen, er sei ein unsensibler Holzklotz icon_winkle , aber ich sehe seine von anderer Leute Emotionen unbeeindruckte Art mittlerweile sehr positiv. Ich selbst werde ständig von den Stimmungen anderer überrollt und mitgerissen, während er für Mitgefühl erst einmal Hintergrundinformationen braucht und es nicht intuitiv und ständig und sofort entwickelt. Irgendwie wirkt sich seine analysierend-rationale Aura manchmal wie Balsam auf meine Seele aus und gibt mir einen Moment lang Ruhe vor dem "permanenten (Mit-)Fühlen". Ich hoffe, das ist einigermaßen nachvollziehbar beschrieben.
Gleichzeitig hat er durch das AS ebenfalls Erfahrung mit Reizüberflutung und versteht mich. Dennoch ist es nicht immer leicht, weshalb ich auch gern wissen würde, ob es hier evtl noch andere Frauen mit AS-Partnern gibt. Falls ja, würde ich mich über einen Austausch sehr freuen.

Über das Asperger Syndrom habe ich haufenweise Bücher gelesen, um meinen Freund besser verstehen zu können und unsere Beziehung zu stärken. Irgendwann habe ich gedacht, dass ich vielleicht den gleichen Aufwand auch für mich selbst betreiben sollte und versuchen, mich selbst und meine Bedürfnisse besser kennenzulernen... Vor kurzem habe ich mir deshalb "The Highly Sensitive Person's Workbook" von Elaine Aron gekauft (Zusammen mit "The Highly Sensitive Person"). Hat damit jemand Erfahrung? Darin wird empfohlen, es in einer Gruppe zu bearbeiten. Ich habe keine Ahnung, ob es das für mich besser oder schlechter machen würde. Gäbe es hier denn Leute, die Lust auf eine zeitgleiche Bearbeitung und Austausch darüber hätten?

Auf jeden Fall ist es toll, dass es dieses Forum gibt! _thum_

Liebe Grüße
Lara
lara
 

Re: Nordlicht im Rhein-Main-Gebiet

Beitragvon Stimmungsaufhellerin » Mo 2. Sep 2013, 10:05

Hallo Lara,

smwk

was du schreibst, finde ich sehr interessant. Besonders von deinem "Emotionsfels in der Brandung"!
Auch hier im Forum habe ich schon einmal von einer Partnerschaft zwischen HSP und Asperger gelesen .
Vielleicht ist das gar nicht so selten.

Herzlich Willkommen!

Schöne Morgengrüße,

Stine
Glücklich ist, wer vergisst,
was doch nicht zu ändern ist.
aus: Die Fledermaus, Johann Strauß
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Re: Nordlicht im Rhein-Main-Gebiet

Beitragvon Grognak_theBarbarian » Mo 2. Sep 2013, 13:46

HSP-Asperger-Beziehung?
smasz

Auch ein herzliches Willkommen von mir!
~ Grog

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Re: Nordlicht im Rhein-Main-Gebiet

Beitragvon lara » Di 3. Sep 2013, 13:36

Hallo,

danke schön für die liebe Begrüßung! :)
lara
 

Re: Nordlicht im Rhein-Main-Gebiet

Beitragvon originalC » Di 3. Sep 2013, 14:19

smwk
Manchmal muss man sich seine Gedanken einfach aus dem Kopf schütteln!!! _headbang_
originalC
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Re: Nordlicht im Rhein-Main-Gebiet

Beitragvon Ährengast » Di 3. Sep 2013, 18:36

Hallo Lara,

smwk

Oft ist ja das
was man schreibt,
durchaus Öffentlichkeitstauglich.
Schau Dir mal die Beiträge der anderen Schreiberlinge unter diesem Aspekt an. :-)

Der Perfektionismus ist "nur" auf Dich selbst bezogen?
Von der Warte her kenn ich das
- in relativ milder Form _lüpe_ -
nämlich von/bei mir auch.
Ährengast
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Re: Nordlicht im Rhein-Main-Gebiet

Beitragvon lara » Do 12. Sep 2013, 00:34

Lieben (verspäteten) Dank noch für eure Begrüßungen! :)

Genau, Ährengast, der Perfektionismus beschränkt sich auf mich.. Danke für deinen Hinweis bezüglich der Öffentlichkeitstauglichkeit. :)
lara
 



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