Von der inneren Zerrissenheit

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Von der inneren Zerrissenheit

Beitragvon Liandri » Mi 5. Nov 2014, 12:30

Hallo Ihr Lieben,

seit Wochen befasse ich mich damit ob ich und sowohl Familienmitglieder Hochsensitiv und Hochsensibel sind.

Doch bezeichnet ist eher, dass ich schon seit meiner Teenagerzeit danach immer wieder suche, was so anders bei mir ist. Gleichzeitig, obwohl ich immer das bohrende Gefühl hatte von Andersartigkeit, herrschte in mir immer nur Gedanke "Ich will einfach nur normal sein".

Vor etwa 10 Jahren erlebte ich einen totalen Knock-out. Ich wurde körperlich und psychisch sehr krank, bis dahin das nichts mehr ging und ich mir klinische Hilfe besorgte. Ich versuchte mich selber zu analysieren und mich in eine Schublade zu stecken. Las Fachbücher über Depressionen, Burn-Outs und Angststörungen um mich zu verstehen.

Ich erlebte durch meine damalige Therapeuten sehr große Hilfe und erst seit Monaten ist mir klar was es wirklich alles bedeutet....

Schon damals versuchte ich, das Andere mir einen Stempel aufdrücken und mir endlich sagen was den zum Kuckuck nicht mit mir stimmt. Tja sie setzte aber noch einen drauf und meinte das ich zwar depressive Verstimmungen habe, das kommt aber daher das ich mich selbst nicht annehme und eine Empathin bin. Na toll! Ich konnte ehrlich gesagt nicht soviel damit anfangen, denn ich dachte einfach, das jeder Mensch doch einfühlsam ist, ansonsten könnten wir doch gar nicht miteinander umgehen. Trotz allem habe ich mich darauf eingelassen und fing mit ihr an das Besondere in mir anzunehmen.
Ich denke das sie ein Mensch war, die schon wusste was so anders bei mir ist, dadurch das aber wohl die Begriffe HSP und HSS nicht soweit verbreitet sind und damals waren, hatte sie es einfach unter Empathie zusammengefasst.

Seit dieser Therapie vor 10 Jahren gelingt es mir teilweise mich innerlich mehr anzunehmen, jedoch oftmals mit ganz großen ABERS!!! Meistens fühlt es sich so an als würde ich irgendwie ein Doppelleben führen. Einerseits möchte ich mich gerne im Außen anpassen, lande damit aber ganz schnell in Erschöpfungsphasen. Andererseits bin ich einfach so wie ich bin.

Was mir schon immer Probleme bereitet ist die Tatsache das ich sehr viel Zeit und Raum für mich brauche. Sosehr das ich mich immer wieder gefragt hatte ob ich wieder depressiv bin oder gar eine soziale Phobie habe. Meistens ernte ich vom Umfeld auch noch Unverständnis...wie kann man denn gerne soviel allein sein, und du bist seltsam, du bist so still, du bist so introviert...ach ich könnte gerade endlos so weiterschreiben was den Leuten alles so einfällt und das es immer wieder so einen negativen Touch hat und nur dazu führt mich mehr zu verstecken bis dahin mich selbst zu verleugnen oder auch zu denken...ihr könnt mich alle mal gern haben _läch_

Als ich dann auf die Begriffe gestossen bin, da purzelte nicht nur ein Stein von meiner Seele sondern eine ganze Lawine und ich habe stundenlang einfach nur geheult. Trotzdem befinde ich mich im Zwiespalt, denn ich bin meine Andersartigkeit immer wieder so angegangen mich zu ändern und jetzt stelle ich fest es ist bei mir angeboren ist und das ich für immer damit leben muss.

Im Moment sehe ich hauptsächlich nur die negativen Punkte. Denn wenn ich zurückblicke auf meine vergangenen 34 Jahre, dann ist es durchzogen von Ablehnung. Diese Andersartigkeit oder Besonderheit macht mir Probleme im Beruflichen und auch in Partnerschaften und der Alltag fühlt sich oft an wie ein Spießrutenlauf....und wie ein Fluch.

Doch was noch vorrangiger ist, ist der Wunsch sich mit Gleichgesinnten zu unterhalten und mir endlich ALLES von der Seele zu schreiben und ich denke das ich in diesem Forum genau richtig bin!!

Entschuldigt wenn der Text zu lange für die Vorstellung wurde, aber ich hab definitiv Redebedarf 647&/

Liebe Grüße
Liandri
 

Re: Von der inneren Zerrissenheit

Beitragvon Waldtänzerin » Mi 5. Nov 2014, 12:44

Hallo Liandri,

sm_06 und schön, dass du da bist.


Der Wunsch nach Austausch mit Gleichgesinnten hat auch mich damals hierher verschlagen; und ich konnte genau das auch hier finden. _yessa_


Entschuldigt wenn der Text zu lange für die Vorstellung wurde, aber ich hab definitiv Redebedarf
... und ich hatte wohl definitiv Lesebedarf und mich haben deine Worte berührt, da ich mich teils dort wiedergefunden habe. Danke dafür. _flöwer_


Viel Spaß beim Stöbern und einen guten Austausch wünsche ich dir. iwikx
Waldtänzerin
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Re: Von der inneren Zerrissenheit

Beitragvon Octopus » Mi 5. Nov 2014, 23:42

Also ich bin auch gut "durch gekommen" ;) Schön, dass du her gefunden hast! Und ich wünsche dir, dass du damit auch die Freude an deiner Andersartigkeit entdeckst. Kein Wunder, wenn man sich jahrelang aus Mangel an einer Erklärung nur an den negativen Seiten reibt. Aber vielleicht wird es ja Zeit für die Positiven! :)

Liebe Grüße vom Octopus!
Octopus
 

Re: Von der inneren Zerrissenheit

Beitragvon atemlos » Do 6. Nov 2014, 11:48

Hallo Liandri sm_06
Es kommt mir sehr bekannt/vertraut vor, was du schreibst. Die Spießrutenanalogie habe ich auch zeitweise (in meinem Kopf) benutzt -> NICHT GUT! Aber ich verstehe leider warum sich diese einem aufdrängen kann.

Viel Spaß beim Stöbern im Forum.. LG

PS.: Irgendwie traurig WIE oft die Menschen (speziell im Vorstellungsbereich) von diesem Alien-Gefühl / Andersartigkeit berichten und wie lange sie damit kämpfen oder darunter leiden. *kopfschüttelt* Denn das müsste nicht so sein..
atemlos
 

Re: Von der inneren Zerrissenheit

Beitragvon be_happy » So 9. Nov 2014, 11:07

Hallo Liandri :)
u s
ich bin auch neu hier und froh hier Leute zu finden, denen es ähnlich geht wie mir. Diese innere Zerissenheit zwischen sich anpassen wollen aber im Endeffekt nicht können weil es zu sehr erschöpft kommt mir sehr sehr bekannt vor. Ich hab vor gut 2 Jahren von dem Begriff HSP das erste mal gehört und mir is auch ein Stein vom Herzen gefallen. Gleichzeitig wurde mir aber genau wie dir dadurch auch klar, dass ich wohl mein ganzes Leben lang damit klar kommen muss. Seit ich es jedoh weiß, fällt es mir leichter mich zu verstehen, zu verstehen warum ich was tue und warum andere das nicht tun. Trotzallem komme ich immer noch nicht sehr gut damit klar und mache häufig dieselben Fehler, was mir dann leider aber immer erst bewusst wird wenn es zu spät ist. Bei mir ist ein großes Problem, dass ich immer sehr schnell eine Bindung zu anderen Menschen aufbaue, die diese Menschen aber nicht spüren. Ich klammere mich dann zu sehr an diese Menschen bis ich kapiere, dass sie diese Verbindung nicht spüren und dann zerbricht alles und ich stehe alleine da mit dem Bewusstsein, dass ich schon wieder denselben Fehler gemacht habe.
Ich denke es braucht viel Zeit und die richtige Einstellung um sein Leben als HSP gut hinzubekommen und um nicht in der Gesellschaft unterzugehen, die stetig an Menschlichkeit verliert.
Ich wünsche dir sowie auch allen anderen hier, die mit Problemen auf Grund des HSP-Daseins kämpfen, alles Gute und viel Kraft :)
be_happy
 

Re: Von der inneren Zerrissenheit

Beitragvon Liandri » Mo 10. Nov 2014, 18:48

Hallo Ihr Lieben _hih_

Vielen Dank für die herzlichen Willkommensgrüße!!!

Ich fang dann mal an Schritt für Schritt mich durchs Forum zu lesen und zu stöbern ;)

Das kann etwas dauern, vorallem weil ich mich in so vielen Dingen wiederfinde.

Wir lesen uns...

Liebe Grüße
Liandri
 


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