Wo soll man anfangen im unendlichen Raum?

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Wo soll man anfangen im unendlichen Raum?

Beitragvon posty » Fr 8. Jul 2016, 18:58

Hallo
ich freue mich sehr, dass ich diese Plattform gefunden habe. Mein Name ist Joé, ich bin derzeit 24 Jahre alt und bin in Luxemburg aufgewachsen. Ich wusste schon immer, dass ich irgendwie anders bin. Ich hatte dieses Gefühl schon als Kind und habe durch verschiedene Methoden, Bücher und Übungen versucht irgendwie klar zu kommen in meinem Leben. Vieles habe ich wieder verneint, jedoch nicht ohne den Schatz zu heben, der in allen Dingen steckt.

Letzte Woche, bei einem Besuch in Köln, habe ich meinen Freund Holger getroffen. Er ist ein großartiger Mensch, der mich in vielerlei Hinsicht inspiriert und weitergebracht hat. Er erzählte mir, er habe herausgefunden er sei hochsensibel und es gäbe noch mehr solcher Menschen. Ich war erleichtert zu wissen, dass ich nicht total daneben bin, sondern dass es einfach solche Menschen gibt, die mehr wahrnehmen. So konnte ich auch endlich den Komplex lösen zu glauben ich wäre verschieden oder besser als andere. Nein ich bin nur hochsensibel. Welch ein Geschenk diese Erkenntnis doch darstellt.

Ich musste in meinem bisherigen Leben sehr viel Leid durchstehen. Das fing bereits im Alter von 8 Jahren an, da man bei mir ADHS diagnostizierte und ich dann sehr lange Ritalin und CO genommen habe. 11 Jahre lang um genau zu sein. Das hat mir meine gesammte Kindheit und Jugendzeit geraubt. Es gab noch andere sehr harte Ereignisse in meinem Leben, die mich an den Rand des Todes brachten, doch ich habe mich stets für das Leben entschieden und wenn ich heute auf diese Geschichte zurückblicke fühle ich mich stark und verletzlich zu gleich. Für mich ist das Melancholie und das Schönste Gefühl das ich zu empfinden fähig bin. Ich bin einfach nur dankbar am Leben zu sein.
Vieles habe ich nur durch kreativen Ausdruck überstanden. Seit ich 13 bin schreibe ich Gedanken auf, Texte, Gedichte. Alles mögliche. Ich spiele Gitare und schreibe ab und zu Lieder. Auch sehr viele BIlder habe ich gemalt, doch diese existieren nicht mehr. (Falls jemand daran interessiert ist, einige dieser Texte zu lesen oder Lieder zu hören, dürft ihr mir gerne eine PN schicken)

Die letzten 4 Jahre habe ich ein Vagabundenleben geführt, da mich Einschnitte in meinem Leben aus jeglichem Kontext gerissen haben und ich mich entschieden habe, der hässlichen Welt den Rücken zu kehren. Auf dieser Wanderschaft durch die verschiedenen Welten der Menschen und Natur habe ich viel gelernt und heute versuche ich wieder etwas Fuss zu fassen. Trotzdem werde ich immer ein Wanderer bleiben.

Ich hoffe ich hole hier nicht zu weit aus. Ich habe einfach sehr stark das Bedürfnis mich mitzuteilen. In meinem derzeitgen Umfeld gibt es leider wenige Menschen, denen ich mich anvertrauen kann, da die meisten Menschen es "in meinem Schatten nicht aushalten" und ich will keinem Menschen schaden dadurch, dass ich ihm meine Gefühle offenbare. Dort ist sehr viel Schmerz, doch auch den habe ich gelernt anzunehmen und wie eine Mutter ihr kleines KInd, in den Armen zu wiegen.

Ich lebe, liebe und bin froh und gespannt auf euch alle hier im Forum

Joé/Posty
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Re: Wo soll man anfangen im unendlichen Raum?

Beitragvon Pyrola » Fr 8. Jul 2016, 20:09

Hallo und herzlich Willkommen hier, posty iwikx

Sehr interessanter Beitrag!

Wünsche dir eine angenehme Zeit hier!
Manche Menschen spüren den Regen, andere werden nur nass.
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Re: Wo soll man anfangen im unendlichen Raum?

Beitragvon Seelenheim » Sa 9. Jul 2016, 20:50

Es gab noch andere sehr harte Ereignisse in meinem Leben, die mich an den Rand des Todes brachten, doch ich habe mich stets für das Leben entschieden und wenn ich heute auf diese Geschichte zurückblicke fühle ich mich stark und verletzlich zu gleich. Für mich ist das Melancholie und das Schönste Gefühl das ich zu empfinden fähig bin. Ich bin einfach nur dankbar am Leben zu sein.

Dort ist sehr viel Schmerz, doch auch den habe ich gelernt anzunehmen und wie eine Mutter ihr kleines KInd, in den Armen zu wiegen.


Das finde ich u.a. sehr berührend.
Ich hoffe einfach, dass Du im Nachhinein mehr und mehr alte Wunden heilen kannst, (falls das nötig ist).
Paß immer gut auf Dein Herz auf.
Und ich wünsche Dir (was nicht heißt, dass ich das bei mir selbst gut kann), dass Du mehr und mehr erkennst, wer Du wirklich bist und immer warst.
Von Dir kann man sicher viel lernen.
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Re: Wo soll man anfangen im unendlichen Raum?

Beitragvon Strawberry2 » Sa 9. Jul 2016, 21:59

Herzlich willkommen
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Re: Wo soll man anfangen im unendlichen Raum?

Beitragvon posty » Sa 9. Jul 2016, 22:44

Seelenheim hat geschrieben:
Das finde ich u.a. sehr berührend.
Ich hoffe einfach, dass Du im Nachhinein mehr und mehr alte Wunden heilen kannst, (falls das nötig ist).
Paß immer gut auf Dein Herz auf.

:)
Wie Worte es niemals vermögen wahre Gefühle wiederzugeben. Doch ich werde es trotzdem versuchen. Die Wunden sind geheilt, die Schätze gehoben. Übrig bleiben Narben, die rrinnern und pregen ein Leben lang. Trauer und Freude liegen so nahe beieinander wie Leben und Tod auf einem Waldbden. Ich danke dir aus den tiefsten meiner Seele, dass du dies erkannt und für dich nachempfinden kannst. Damit gibts du meiner Realität etwas mehr an Festigkeit. Das zeigt mir, dass wir uns in dieser Hinsicht gleichen.
Da die Wunden geheilt und nur noch Narben da sind, ist es meine Lebensaufgabe auf mein Herz acht zu geben, es niemals zu verschließen und Freude wie Schmerz in vollen Zügen zu genießen. Danke, dass du mich daran erinnerst :)
Leider gibt es kein Wort dies zu sagen, aber ich denke du verstehst....

Und ich wünsche Dir (was nicht heißt, dass ich das bei mir selbst gut kann), dass Du mehr und mehr erkennst, wer Du wirklich bist und immer warst.
Von Dir kann man sicher viel lernen.


Danke auch für diese Erinnerung. Ich will dir sagen, auch (aber nicht nur) im Bezug auf deinen Letzten Satz:
Man kann in anderen nur erkennen was man in sich selber trägt. Alles was man nicht erkennen kann, da man es nicht selber trägt ist mystisch. Der Teil, den du da erkannt hast bedankt sich dafür bei dir in tiefster Ehrfurcht. Das können nicht viele sehen.

Danke.


Auch allen Anderen will ich danken für das Gefühl, was ihr mir gebt. Ich hatte heute einen wundervollen Tag und ihr seid die Krönung, die Kirsche oben drauf sozusagen :D
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Re: Wo soll man anfangen im unendlichen Raum?

Beitragvon Seelenheim » Mo 11. Jul 2016, 12:39

posty hat geschrieben: Ich will dir sagen, auch (aber nicht nur) im Bezug auf deinen Letzten Satz:
Man kann in anderen nur erkennen was man in sich selber trägt.

Das hatte ich irgendwie vergessen. Es stimmt.

Damit gibts du meiner Realität etwas mehr an Festigkeit.

Ging mir auch so bei dem, was Du in der Vorstellung geschrieben hast. Realität ist eben nicht nur das, was heute gekocht wird. Auch.
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Re: Wo soll man anfangen im unendlichen Raum?

Beitragvon posty » Mo 11. Jul 2016, 13:00

Seelenheim hat geschrieben:
Damit gibts du meiner Realität etwas mehr an Festigkeit.

{...] Realität ist eben nicht nur das, was heute gekocht wird. Auch.


Nun ich denke, es gibt soviele Realitäten, wie Menschen. Soviele Welten in einer, dass man nur leise erahnen kann wie weit, tief und groß der Kosmos denn ist.
Wir erschaffen unsere Realität durch handeln, denken und fühlen. Wenn es resoniert gibt es das Gefühl der Verbundenheit und dieses wiederrum das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Die Welt wird dann irgendwann zu Erde. Wird Fest und bietet innerlichen Grund und Boden.

In diesem Satz von dir schwingt etwas schweres mit, habe ich den Eindruck. Täusche ich mich oder ist das so?

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Re: Wo soll man anfangen im unendlichen Raum?

Beitragvon Seelenheim » Mo 11. Jul 2016, 13:15

Du hast Recht.
Mir wurde bewußt, dass die unsichtbare Welt nicht zu unterschätzen ist, wenn es um´s Glücklichsein geht.
Ich muß aber auch aufpassen, denn ich habe mich oft der sichtbaren Welt (wo man kocht :D) entzogen, weil es zu schmerzhaft war. Also beides verbinden.
Immer der ehrlichen Frage nach: was inspiriert mich wirklich und wovor habe ich Angst?
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Re: Wo soll man anfangen im unendlichen Raum?

Beitragvon posty » Mo 11. Jul 2016, 15:28

In welcher von beiden Welten bist du zu Hause?

Bei mir ist es die, wie du sie nennst, Unsichtbare. Ich nenne sie Innen.
Ich verlor früh mein Zuause, meine Familie und alles was sich in der "Sichtbaren", Äußeren Welt befand und musste nach Innen gehen.
Heute versuche ich in die Äußere zu gehen, dort festen Stand zu halten. Eine Herausforderung jeden Tag. Ich bin dankbar, diese Tür offen vorgefunden zu haben und kultiviere mich in ihr, auch wenn ich weiß wie vergänglich doch alles ist. Genau deßhalb kann ich genießen.
Doch aller Ursprung kommt für mich aus der Unsichtbaren, Inneren. Diese manifestiert sich nach erfolgreicher Kultivierung der Wesen, in einem, auch im Außen oder der Sichtbaren Welt in Form von Materie oder neuen Lebensumständen.
Die innere Welt ist für mich die primäre, dort gebe ich meine Fokus hin und benutze die Äußere um in der Inneren wachsen zu können. Ich denke dies bedeutet Beide zu verbinden.
Kannst du das verstehen?

Immer der ehrlichen Frage nach: was inspiriert mich wirklich und wovor habe ich Angst?

Auch dies spiegelt mir Innen(INspiration) und Außen(Angst, "Realität", Ansprüche und Herausforderung) wieder.
Das ist ein sehr schöner und inspirierender Satz.

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Re: Wo soll man anfangen im unendlichen Raum?

Beitragvon Seelenheim » Mo 11. Jul 2016, 17:37

Ich bin in der inneren Welt zuhause, aber da mischt sich oft Zeug rein und dann ist die innere Welt nicht mehr wirklich inspirierend. Somit ist dann innen und außen vergiftet. Nach innen zu gehen ist für mich einerseits natürlich, aber ich hatte auch nichts mehr im Außen, was irgendwie Sinn gemacht hat. (keine intakten Beziehungen, viel Unsicherheit, Probleme mit Autoritäten etc.) Dann muß man in sich etwas finden. Und dann die Kurve nach draußen wieder bekommen. Neu.
posty hat geschrieben:Doch aller Ursprung kommt für mich aus der Unsichtbaren, Inneren. Diese manifestiert sich nach erfolgreicher Kultivierung der Wesen, in einem, auch im Außen oder der Sichtbaren Welt in Form von Materie oder neuen Lebensumständen.

Und was heißt -> erfolgreiche Kultivierung der Wesen, in einem -> für Dich? Wahrscheinlich liegt dort der Schlüssel.
Die innere Welt ist für mich die primäre, dort gebe ich meine Fokus hin und benutze die Äußere um in der Inneren wachsen zu können. Ich denke dies bedeutet Beide zu verbinden.
Kannst du das verstehen?

Ja, es hört sich richtig an.
Was heißt es für Dich, Deinen Fokus nach innen zu geben? Wie sieht das aus im Alltag? Bekommst Du ständig Impulse von innen, die Dich leiten?
Und wenn Dich außen durcheinanderbringt, gehst Du nach innen..um dann wieder neu nach draußen zu gehen. So?
Seelenheim
 

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