Covid-19

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Covid-19

Beitragvon Anima (Lufthauch) » Sa 4. Apr 2020, 09:10

Hallo zusammen, :-)

das Thema Covid-19 finde ich nicht nur aus persönlichen Gründen wichtig, sondern es interessiert mich auch, wie dieses Virus wissenschaftlich angepackt wird und welche Erkenntnisse man daraus für das politisch-gesellschaftliche Umgehen mit ihm gewinnt.

Hier im Wissenschafts-Unterforum möchte ich das Corona-Thema
1. auf all so was beziehen, was wir in der nächsten Zeit an aktuellen Infos/Daten/Fakten bekommen, und worüber man sich vielleicht hier gerne gegenseitig informieren und austauschen möchte.

2. was ggf. an Un- oder Pseudowissenschaftlichem oder auch Falschinformationen in der Auseinandersetzung mit der Corona-Krise herumgeistert. Denn in Krisenzeiten haben Verschwörungs- und Bestrafungs-Theorien und selbst ernannte Experten Hochkonjunktur.
Ich denke, dass die Meinungsfreiheit solche Äußerungen selbstverständlich als Meinungen zulässt – problematisch ist, dass diese Äußerungen aber nicht als subjektive Meinungen kenntlich gemacht, sondern im Sinne von objektiven Fakten dargestellt werden.

Wenn also beispielsweise Corona-verharmlosende oder schlicht falsche Thesen aufgestellt werden, ist das kontraproduktiv und irreführend, weil sie vor allem dazu dienen, Zweifel an wissenschaftlichen Fakten und an politisch notwendigen Entscheidungen zu säen. Unsinnige Behauptungen, Spekulationen, Schuldzuweisungen und Fantastereien sind einfach völlig fehl am Platz, weil sie die angespannte Situation weiter verschärfen (aber so ein „Unkraut“ icon_winkle sprießt ja leider an vielen Stellen und bei vielen Themen und erst recht, wenn es um existentielle Krisen und Zeiten von Unsicherheit und Angst geht.)

Ein Anliegen wäre also auch, seriöse und reelle Information von Fake zu trennen.

Immerhin: Das HS-Forum ist ja noch drei Monate aktiv :-) – und dieses Virus wird uns leider schon auch noch eine Weile begleiten, so schätze ich mal ...

Eine aktuelle Frage:
es werden in Wissenschaft und Politik mit Handy-Tracking (siehe z. B.: https://netzpolitik.org/2020/diese-hand ... usbremsen/) oder Schutzmaskenpflicht in Supermärkten und in Öffis (siehe bereits in Österreich) zusätzliche Maßnahmen zur Virus-Eindämmung diskutiert. Zu letzterem finde ich übrigens interessant, dass die Mundschutz-Kultur in Asien weniger dazu dient, dass man sich selbst vor der Ansteckung durch andere schützt, sondern dass es ein Zeichen der Höflichkeit ist, dass man selbst die anderen nicht in Gefahr bringt. Und in der Weise könnte das ja dann auch hier seinen Zweck erfüllen.

Was haltet ihr von Handy-Tracking oder Mundschutz?

Grüße an alle! :-)
Anima
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Re: Covid-19

Beitragvon jules1976 » Sa 4. Apr 2020, 11:17

Hallo Allerseits!

Anima hat geschrieben: was ggf. an Un- oder Pseudowissenschaftlichem oder auch Falschinformationen in der Auseinandersetzung mit der Corona-Krise herumgeistert. Denn in Krisenzeiten haben Verschwörungs- und Bestrafungs-Theorien und selbst ernannte Experten Hochkonjunktur.
Ich denke, dass die Meinungsfreiheit solche Äußerungen selbstverständlich als Meinungen zulässt – problematisch ist, dass diese Äußerungen aber nicht als subjektive Meinungen kenntlich gemacht, sondern im Sinne von objektiven Fakten dargestellt werden.

Ich untersage hiermit jegliche Diskussion über Verschwörungstheorien und "alternative Fakten " zu Corona und Covid19 in diesem Forum.
Wenngleich eine positive Absicht dahinterstecken mag- ich biete hier keinerlei Plattform oder Bühne um Verschwörungsstheorien dazu zu verbreiten.

Zuwiederhandlungen werden entfernt und der entsprechende User gesperrt.
Mit freundlichen Grüssen jules1976
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Re: Covid-19

Beitragvon DesdiNova87 » Sa 4. Apr 2020, 11:37

Hallo Anima,

Anima (Lufthauch) hat geschrieben:Immerhin: Das HS-Forum ist ja noch drei Monate aktiv :-) – und dieses Virus wird uns leider schon auch noch eine Weile begleiten, so schätze ich mal ...


Ja, ich befürchte auch, es wird noch länger ein Thema sein das uns begleitet. Vor allem wegen der globalen Ausbreitung, so dass es immer wieder auftauchen kann.

Anima (Lufthauch) hat geschrieben:Was haltet ihr von Handy-Tracking oder Mundschutz?


Mit Handy-Tracking habe ich mich noch nicht so ausgiebig beschäftigt. Kürzlich war am Fernsehen zu sehen, wie in Israel Quarantäne-Brecher mittels Handy-Tracking aufgespürt werden und wieder in Gewahrsam genommen werden.

Die ganze Sache hat aus meiner Sicht eine ganz große Schwachstelle: Wenn ich nicht gefunden werden möchte, lasse ich mein Handy einfach zuhause. Es ist ja kein Geheimnis, dass bei jedem mit Android Handy (oder iOS) und WhatsApp drauf, bereits eine Überwachung möglich ist. Da würde zumindest mir der gesunde Menschenverstand schon sagen, ich ziehe ohne Handy los. Ich würde aber auch nicht auf den Gedanken kommen, aus der Quarantäne auszubrechen.

Vielleicht denken die meisten aber auch nicht so weit, wie man an den Fällen in Israel gesehen hat, wo das Tracking ja seinen Zweck (die Gemeinschaft vor einem Infizierten zu schützen) erfüllt hat.

In dem verlinkten Artikel wird ja noch das Projekt beschrieben, was aktuell von der Bundeswehr vorangetrieben wird.

Es ist nicht so, dass ich die Idee oder den Gedanken dahinter nicht zu schätzen weiß. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es in Deutschland gut funktionieren wird. Jedenfalls nicht solange die App nicht verpflichtend ist und es auch eine Pflicht gibt, sein Handy zu tragen.

Aus mehreren Gründen:
- viele Menschen sind nicht so technik-affin und bekommen es gar nicht erst hin, die App manuell zu installieren. Die müsste dann wie gesagt schon bei allen automatisch aufgespielt werden. Um das zu untermauern, ich kenne außer mir niemanden in meinem Umfeld und darüber hinaus, der die Warn-App NINA vom BBK auf dem Handy hat. Dabei sollte die eigentlich jeder drauf haben, um bei Katastrophen rasch reagieren zu können.

- die zahlenmäßigste stärkste Risikogruppe der deutlich älteren Menschen hat in sehr vielen Fällen gar kein Handy

- die Leute die sich mit Technik beschäftigen, sind in vielen Fällen auch die Leute, welche sich vor Überwachung und Aktivitätenverfolgung so gut wie möglich schützen und werden die App vermutlich nicht unbedingt installieren.

Das nur ein paar erste Gedanken von mir dazu...


Das Thema Mundschutz wird ja momentan sehr intensiv diskutiert. Da habe ich meine Meinung, wie ich sie vor gut einem Monat im Pandemie-Thread äußerte auch nochmal überdacht.

Meine Tante hat für mich einen Mund-Nasenschutz genäht, wo ein Fach für ein Küchentuch drin ist, dass man austauschen kann. Bisher habe ich den ehrlich gesagt noch nicht getragen, aber ich möchte das nicht mehr ausschließen. Momentan fühle ich mich auch durch Spuckschutz und Abstandsband einigermaßen geschützt beim Arbeiten.

Was mich etwas nervt sind die sehr unterschiedlichen Einschätzungen, die momentan von der WHO und ähnlichen Institutionen kommen.
Sowas führt auf jeden Fall zu Verunsicherung; meine Arbeitskollegin bekommt sowas immer alles erst verzögert mit und hat z.B. gestern noch allen lautstark erzählt, dass Mundschutz tragen nicht empfohlen wird, weil es nichts bringt.

Mein Bauchgefühl sagt mir, wenn Arzthelferinnen und Krankenschwestern alle Mundschutz tragen, ist das für die normale Bevölkerung vermutlich auch nicht so verkehrt. Allerdings muss die Versorgund des medizinischen Personals mit Schutzausrüstung absolute Priorität haben und es darf nicht passieren, dass "Zivilisten" dem medizinschen Personal die Schutzausrüstung wegkaufen.

Rein subjektiv noch die Beobachtung, dass diese Woche bereits sehr viele Menschen in unserer Stadt Mundschutz tragen, während das letzte Woche noch absolute Einzelfälle waren. Und wir verkaufen jetzt auch selbst Basis-Mundschutz bei uns im Geschäft, die auch gekauft werden.

LG DesdiNova87
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Re: Covid-19

Beitragvon Jamania » Sa 4. Apr 2020, 12:04

DesdiNova87 hat geschrieben:Was mich etwas nervt sind die sehr unterschiedlichen Einschätzungen, die momentan von der WHO und ähnlichen Institutionen kommen.
Sowas führt auf jeden Fall zu Verunsicherung; meine Arbeitskollegin bekommt sowas immer alles erst verzögert mit und hat z.B. gestern noch allen lautstark erzählt, dass Mundschutz tragen nicht empfohlen wird, weil es nichts bringt.

Mein Bauchgefühl sagt mir, wenn Arzthelferinnen und Krankenschwestern alle Mundschutz tragen, ist das für die normale Bevölkerung vermutlich auch nicht so verkehrt.


Genau so geht es mir auch!
Ist das nur meine verdrehte Logik oder hält das, was auf der einen Seite nicht (oder nur gering) durchlässt, nicht auch auf der anderen Seite auch (wenn auch nicht total) ab, was durch will?

Dass es einen Zusammenhang zwischen Bestand und hoher Nachfrage gibt, dass manche Menschen mehr Anspruch auf einen Mundschutz haben, als andere..., alles nachvollziehbar, aber dazu möchte ich nicht mit einer hanebüchenen Erklärung abgefertigt werden, sondern mit dem Zugeständnis: "wir waren nicht vorbereitet und schaffen es auch in der Situation nicht, die Strukturen schnell zu schaffen, um den Bedarf zu decken"

Dasselbe galt für mich für die Kriterien des Testens, die mittlerweile ja auch verändert wurden.
Die Institutionen haben für mich damit demonstriert, dass sie auf ein solches oder ähnliches Szenario nicht gerade gut vorbereitet waren.

Was das Handy-Tracking angeht: würde ja auch erst dann Sinn machen, wenn vollständige Quarantäne herrscht, oder?
Zum momentanen Zeitpunkt wäre das doch ein heilloses Durcheinander, wir dürfen uns ja noch frei bewegen, Blumengeschäfte, Post, Gartenmärkte, Wochenmärkte, Zeitschriftenläden, Supermärkte, etc sind ja noch auf und man trifft dort aufeinander.
Wer überwacht denn, wo wer den Abstand von 1,5 m unterschreitet oder wo sich Menschen näher stehen, die nicht einer Familie angehören?
Könnte man den Bedarf an Arbeitsplätzen, der da entsteht, nicht lieber bei der Ernte decken? icon_winkle

Bei Verordnung von strikter Quarantäne muss ich zugeben, dass ich keine Angst hätte, wenn dieses potentielle Mittel zur Generalüberwachung eingesetzt würde, dass es für politische Zwecke bei uns missbraucht wird.
Noch nicht.
Der Unmut darüber, dass die Technologien überhaupt geschaffen wurden, und zwar, um unser Kaufverhalten zu überwachen und uns zu manipulieren, ist bei mir momentan noch weit größer
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Re: Covid-19

Beitragvon Lampe » Sa 4. Apr 2020, 13:57

Hi DesdiNova87,

nein, nicht die Bundeswehr entwickelt diese App (Du hast geschrieben, die Bundeswehr treibe dieses Projekt voran), sondern hat sie lediglich in einem Feldversuch getestet. Dieser Test hat bereits stattgefunden, denn der Artikel auf netzpolitik.org wurde offensichtlich vor der Durchführung dieses Tests erstellt. Ich habe vor ein paar Tagen in der Tagesschau Bilder von diesem Test mit mehreren Bundeswehrsoldaten gesehen.

Du hast einige Gründe genannt, warum Du der Meinung bist, dass die Nutzung einer solchen App im großen Maßstab nicht funktionieren würde. Ich habe einen weiteren Grund:

Nicht jede(r) hat ein Smartphone in Deutschland. Es gibt auch Leute, die wollen kein Smartphone haben, sondern ein althergebrachtes Handy, mit dem man nur telefonieren und SMS-Nachrichten schreiben kann.

Ich bin so jemand, vor allem aus Gründen des Datenschutzes. Mein Handy kann zwar 4G (das ist der aktuelle, modernste Mobilfunkstandard, auch LTE genannt; der zukünftige Standard wird der bereits anderswo hier im Forum erwähnte 5G-Standard sein). Mein Handy hat zwar auch einen einfachen Internet-Browser und andere Features. Aber auf dem Handy sind keine üblichen Apps installiert. Das Betriebssystem meines Handys ist auch nicht iOS oder Android. Folglich hat mein Handy auch keinen Zugriff zu irgendeinem AppStore. Und mein Handy hat einen Festplattenspeicher von mickrigen 512 MB oder so. Und es hat richtige Hardware-Tasten.

Auf meinem Handy könnte ich also nicht so eine Covid-19-Tracing-App installieren.

Für die nahe und mittlere Zukunft gehe ich davon aus, dass diese Covid-19-Tracing App nicht von jeder Person, die sich in Deutschland aufhält, installiert werden muss. Ich kann mir zurzeit wirklich nicht vorstellen, dass die Exekutive uns Bürger zwingen wird diese App zu installieren.

Und deswegen werde ich mir kein Smartphone kaufen, auch wenn diese Covid-19-Tracing-App für alle Personen, die sich in Deutschland aufhalten, zum Installieren bereitgestellt wird.

Ich kann mir in diesem Zusammenhang aber auch nicht vorstellen, dass die Exekutive mir die Anschaffungskosten für ein Smartphone ersetzen würde.

Aber so wie ich die Funktionsweise dieser Covid-19-Tracing-App laut dem Artikel auf netzpolitik.org verstanden habe, muss ich zum jetzigen Zeitpunkt davon ausgehen, dass diese App mein Recht auf informationelle Selbstbestimmung nicht beschneiden würde, außer in einem einzigen Punkt:

Falls ich mich infiziert hätte, ohne dies zu wissen, und ich hätte daraufhin jemand anders infiziert, würde diese andere Person - nur wenn ich dies wollte - davon erfahren, dass sie mit mir in Kontakt stand und diese andere Person sich idealerweise in 14tätige Quarantäne begeben sollte. Ohne dass diese andere Person meinen Namen erfahren würde. Und ich auch nicht den Namen dieser anderen Person.

Gruß

Lampe
Lampe
 

Re: Covid-19

Beitragvon Lampe » Sa 4. Apr 2020, 14:29

Hi Jamania,

Jamania hat geschrieben:Was das Handy-Tracking angeht: würde ja auch erst dann Sinn machen, wenn vollständige Quarantäne herrscht, oder?
Zum momentanen Zeitpunkt wäre das doch ein heilloses Durcheinander, wir dürfen uns ja noch frei bewegen, Blumengeschäfte, Post, Gartenmärkte, Wochenmärkte, Zeitschriftenläden, Supermärkte, etc sind ja noch auf und man trifft dort aufeinander.
Wer überwacht denn, wo wer den Abstand von 1,5 m unterschreitet oder wo sich Menschen näher stehen, die nicht einer Familie angehören?
Könnte man den Bedarf an Arbeitsplätzen, der da entsteht, nicht lieber bei der Ernte decken? icon_winkle

Bei Verordnung von strikter Quarantäne muss ich zugeben, dass ich keine Angst hätte, wenn dieses potentielle Mittel zur Generalüberwachung eingesetzt würde, dass es für politische Zwecke bei uns missbraucht wird.
Noch nicht.
Der Unmut darüber, dass die Technologien überhaupt geschaffen wurden, und zwar, um unser Kaufverhalten zu überwachen und uns zu manipulieren, ist bei mir momentan noch weit größer.


Die Funktionsweise dieser Covid-10-Tracing-App, so wie ich sie verstanden habe, habe ich vorhin in meinem Beitrag kurz gegenüber @DesdiNoa87 erläutert. Ergänzend hierzu:

Diese App misst, ob ich mehr als 15 Minuten lang einen Abstand von unter 2 m hatte zu einer anderen Person. Steht so in dem Artikel auf netzpolitik,org, den @Anima verlinkt hatte. Bei dieser Messung werden keine personenbezogenen Daten zwischen den beiden Personen ausgetauscht. Im Falle der Benachrichtigung der anderen Person darüber, dass ich zu einem späteren Zeitpunkt an Covid-19 erkrankt bin, auch nicht.

Und wie ich bisher das Konzept dieser Covid-19-Tracing-App verstanden habe, soll diese App keine Bewegungsprofile ihrer Nutzer erstellen. Diese App soll nur die Kontakte zwischen Personen speichern (und zwar lokal auf jedem Smartphone, nicht im Internet), die mehr als 15 Minuten lang einen Abstand von unter 2 m zueinander hatten. Deswegen ist der Begriff "Tracking-App" in diesem Zusammenhang meiner Meinung nach nicht korrekt.

Ob dies alles tatsächlich der Fall sein wird in puncto Datenschutz, überlasse ich Überprüfungen durch vertrauenswürdige Organisationen wie dem Chaos Computer Club zur gegebenen Zeit.

Der CCC und andere Organisationen haben sich diesbezüglich bereits in allgemeiner Form zu einer solchen App geäußert auf:

https://www.ccc.de/de/updates/2020/pand ... chenrechte

Ich interpretiere die aktuelle Nachrichtenlage rund um die Covid-19-Tracing-App und der möglichen Lockerung der Ausgangsbeschränkungen so:

In einem ersten Schritt soll die so genannte Dunkelziffer bzw. der Grad der Herdenimmunität durch Hochrechnung der Ergebnisse aus zwei repräsentativen Befragungen/Untersuchungen ermittelt werden. Hierzu sind zwei lokale Befragungen/Untersuchungen durchgeführt worden oder werden es gerade: einerseits in Heinsberg, andererseits in München:

https://www.br.de/nachrichten/wissen/co ... lt,Rv5QNxe

Steht die hochgerechnete Dunkelziffer bzw. der hochgerechnete Grad der Herdenimmunität fest (wie viel Prozent der Bevölkerung Deutschlands ist bereits immun gegen Covid-19?), wird in einem eventuell zweiten Schritt überlegt, ob die Ausgangsbeschränkungen teilweise bzw. stufensweise gelockert werden können, kombiniert mit dem Einsatz der hier im Thread genannten Covid-19-Tracing-App und einer noch größeren Zahl an durchzuführenden Corona-Testverfahren.

Zu Vorschlägen über die stufenweise Lockerung der Ausgangsbeschränkungen unter diesen Voraussetzungen siehe:

https://www.tagesspiegel.de/politik/aus ... 13670.html

Die Covid-19-Tracing-App soll also nicht nur bei Leuten zum Einsatz kommen, die sich in Quarantäne befinden. Sondern auch bei Leuten, die sich im öffentlichen Raum bewegen.

Viele Grüße

Lampe
Lampe
 

Re: Covid-19

Beitragvon Anima (Lufthauch) » Sa 4. Apr 2020, 15:04

Jamania hat geschrieben:Ist das nur meine verdrehte Logik oder hält das, was auf der einen Seite nicht (oder nur gering) durchlässt, nicht auch auf der anderen Seite auch (wenn auch nicht total) ab, was durch will?

Dass es einen Zusammenhang zwischen Bestand und hoher Nachfrage gibt, dass manche Menschen mehr Anspruch auf einen Mundschutz haben, als andere..., alles nachvollziehbar, aber dazu möchte ich nicht mit einer hanebüchenen Erklärung abgefertigt werden, sondern mit dem Zugeständnis: "wir waren nicht vorbereitet und schaffen es auch in der Situation nicht, die Strukturen schnell zu schaffen, um den Bedarf zu decken"


Ich versuche mal, das Durcheinander zum Mundschutz ein bisschen aufzudröseln, wie ich es verstanden habe:

Es gibt den einfachen Mund-Nasenschutz und professionelle Atemschutzmasken für medizinisches Personal. Letztere sind auch wirklich für den Alltagsgebrauch nicht zu verwenden, da man nur sehr schwer durch die Filter Luft einsaugen kann, außerdem müssen diese dem medizinischen Personal vorbehalten bleiben, da diese Menschen ja sehr eng an infizierten Patienten arbeiten.

Wir sprechen hier also vom Mund-Nasenschutz (den man sich ggf. auch selbst nähen kann).
Warum dieser in die eine Richtung (Schutz für den anderen, falls man infiziert ist) wirkungsvoller ist als in die andere Richtung (Schutz vor dem anderen, der infiziert ist)?

Ich denke, das hat mit der Tröpfchengröße des Aerosols zu tun. Je weiter die Tröpfchen vom Aussender weg sind, desto mehr zerstäuben sie, verteilen sich in der Luft und werden kleiner.

Habe ich das Ding beim Sprechen oder gar beim Niesen und Husten direkt vor Mund und Nase, bleiben die ausgesendeten großen Tröpfchen in dem Stoff hängen und ein großer Teil der Viren landet im Filter und nicht in der Luft und beim Gegenüber. Da schützt die Maske den anderen.

Umgekehrt: sendet jemand seine Aerosol-Tröpfchen in die Umgebung, verteilen die sich in der Luft, werden insgesamt kleiner und haben leichteres Spiel, durch das Gewebe meiner Schutzmaske zu dringen. Deshalb hat die Maske da keine oder nur eine geringe Schutzwirkung.

Meine Schlussfolgerung: Will man also Infektionsketten durch weitere Maßnahmen unterbrechen, wird durch einen enganliegenden Mundschutz, den man selbst trägt, die Viruslast, die man ggf. anderen zumutet, verringert.

Da die Zahl der infizierten Menschen nun immer weiter zunimmt, könnte dieser Mund-Nasen-Schutz als zusätzliche Kontakt- „Barriere“ im öffentlichen Raum durchaus einen Sinn haben.

Lampe hat geschrieben:In einem ersten Schritt soll die so genannte Dunkelziffer bzw. der Grad der Herdenimmunität durch Hochrechnung der Ergebnisse aus zwei repräsentativen Befragungen/Untersuchungen ermittelt werden. Hierzu sind zwei lokale Befragungen/Untersuchungen durchgeführt worden oder werden es gerade: einerseits in Heinsberg, andererseits in München:

Da bin ich auch schon drauf gestoßen und bin sehr gespannt, was bei rauskommt. - Die Studie in Heinsberg hat vor ein paar Tagen begonnen und umfasst eine begrenztere Fallzahl-Stichprobe, daher soll es bereits Ende nächster Woche schon erste Ergebnisse geben.
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Re: Covid-19

Beitragvon DesdiNova87 » Sa 4. Apr 2020, 22:41

Eher zufällig bin ich vorhin auf den Artikel zur Pandemie bei der englischsprachigen Wikipedia gestoßen. Dieser ist enorm umfangreich und der Wissenstand mit über 900 Quellenangaben belegt.

https://en.wikipedia.org/wiki/2019%E2%8 ... s_pandemic
(2019–20 coronavirus pandemic)

Dort habe ich auch folgende Grafik gefunden, welche den angestreben Nutzen der aktuellen Maßnahmen nochmal veranschaulicht:

https://en.wikipedia.org/wiki/File:Covi ... hic-01.gif

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Re: Covid-19

Beitragvon Jamania » So 5. Apr 2020, 11:41

Anima (Lufthauch) hat geschrieben:Wir sprechen hier also vom Mund-Nasenschutz (den man sich ggf. auch selbst nähen kann).
Warum dieser in die eine Richtung (Schutz für den anderen, falls man infiziert ist) wirkungsvoller ist als in die andere Richtung (Schutz vor dem anderen, der infiziert ist)?
Ich denke, das hat mit der Tröpfchengröße des Aerosols zu tun. Je weiter die Tröpfchen vom Aussender weg sind, desto mehr zerstäuben sie, verteilen sich in der Luft und werden kleiner.


Danke dir. :-)

Ja, das macht ja auch Sinn.
Dennoch: machen nun Masken (also die herkömmlichen) gar keinen Sinn, weil die zerstäubten Tröpfchen sowieso durchgehen oder gibt es zumindest eine Eindämmung, bei der nur ein Kontingent an Tröpfchen durchgeht?

Da scheint sich ja die Expertenmeinung von "nein, bieten überhaupt keinen Schutz" zu "machen doch Sinn" gedreht haben.

Auch in den Arztpraxen, beim Tierarzt, in Apotheken, etc. habe ich die herkömmlichen Masken (kein schweres Gerät) bei den Mitarbeitern gesehen.
Vielleicht ja nur eine Vorsichtsmaßnahme, um den Menschen (also vor allem, den dort arbeitenden) Sicherheit zu geben?
Im Moment geht es ja viel um Gefühl, speziell das Gefühl von Sicherheit.
Ich fände es auch besser eine Maske zu haben für bestimmte Einkäufe.
Ich würde keine tragen, wenn ich mit dem Hund in den Wald gehe, dort andere treffe und mit ihnen im Sicherheitsabstand bleibe.

Übrigens haben wir gemerkt, dass der Sicherheitsabstand je nach persönlicher Lage sehr variiert.
Bei 2 Gesunden kommt man sich immer mal näher als die 1,5 m, merkt es, korrigiert wieder, weil draußen ein anderes Sicherheitsgefühl herrscht.
Bei einer älteren Dame wurde immer exakt derselbe 1,5 m Abstand eingehalten.
Bei jemandem, der gerade eine Chemo überstanden hatte, musste der ganze Weg dazwischen liegen.
Also im Moment alles Gefühlssache, wie so viel.
Und (hier bei uns zumindest) gilt das Recht des Ängstlicheren.
Der größte gewünschte Abstand zählt und das ist für alle ok so.
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Re: Covid-19

Beitragvon Anima (Lufthauch) » Mo 6. Apr 2020, 08:45

Jamania hat geschrieben:Dennoch: machen nun Masken (also die herkömmlichen) gar keinen Sinn, weil die zerstäubten Tröpfchen sowieso durchgehen oder gibt es zumindest eine Eindämmung, bei der nur ein Kontingent an Tröpfchen durchgeht?

Da scheint sich ja die Expertenmeinung von "nein, bieten überhaupt keinen Schutz" zu "machen doch Sinn" gedreht haben.

Was diese Expertenmeinungen angeht, kann ich es so nachvollziehen, dass halt beides stimmt:

1. „Sie machen doch Sinn“, liegt daran, dass eben eine Eindämmung der Virus-Aktivitäten durch eine Maske in Bezug auf den Fremdschutz stattfindet. Wenn sich daran alle halten, erhöht sich auch für dich als Gesunde im Endeffekt dein Schutz.
Was ich dabei halt auch wichtig finde: es gibt auch präsymptomatische oder asymptomatische Virenträger, also solche, die noch keine Symptome (wie Husten oder Halsweh) haben oder gar keine merkbaren Symptome bekommen, aber sie sind trotzdem infektiös für andere. - Da macht der Maskenschutz im Generellen also schon Sinn.

Auch Ärzte, die im OP normalerweise eben auch diese (einfachen) Mund-Nasen-Schutzmasken tragen, tragen diese nicht, um sich selbst vor Infektionen zu schützen, sondern um ihre Patienten vor eigenen Tröpfcheninfektionen zu schützen.

Für mich ist es auch in Ordnung, dass man diese professionell-genähten Mund-Nasen-Schutzmasken dem medizinischen und dem Pflege-Personal überlässt, die brauchen ja auch Massen davon jeden Tag.
Schutz für andere im Alltag und in der Öffentlichkeit bieten auch selbstgenähte Masken (mittlerweile jede Menge Anleitungen im Netz, DesdiNova hat ja auch schon so ein Teil geschenkt bekommen).

2. „Sie bieten keinen Schutz“ – das liegt darin begründet, dass diese Masken, wie schon gesagt, für kleine Virentröpfchen nicht dicht sind. Andere Hygienemaßnahmen und physische Distanzierung sind da viel wichtiger. Hat jemand eine Maske auf, könnten diese wichtigen Maßnahmen (auch unbewusst) vernachlässigt werden aus einem Sicherheitsgefühl heraus, das allerdings leider trügerisch ist.

Jamania hat geschrieben:Ich würde keine tragen, wenn ich mit dem Hund in den Wald gehe, dort andere treffe und mit ihnen im Sicherheitsabstand bleibe.

Stimmt völlig, brauchste draußen nicht: Wind und UV-Strahlung sollen die Virentätigkeit reduzieren, und ein guter Abstand ist ohnehin essentiell.

Jamania hat geschrieben:Übrigens haben wir gemerkt, dass der Sicherheitsabstand je nach persönlicher Lage sehr variiert.

Das ist ja eine interessante Selbsterfahrung! :-)
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