Hochsensibilität + Zusammenhänge?

Was gibt es neues und interessantes? Diskussionen zum Ursprung von Hochsensibilität!

Moderatoren: Hortensie, Eule, jules1976

Ich sehe Zusammenhänge zwischen HS und:

AD(H)S
13
5%
Ängsten
41
17%
Asperger
11
5%
Depression
34
14%
Hochbegabung
30
12%
Introversion
39
16%
Körperlichen Beschwerden (Psychosomatik)
33
14%
Persönlichkeitsstörungen
11
5%
Trauma-Folgestörungen
19
8%
Sonstiges?
8
3%
Nein, keine Zusammenhänge mit HS
3
1%
 
Abstimmungen insgesamt : 242

Re: Hochsensibilität + Zusammenhänge?

Beitragvon Anima (Lufthauch) » So 8. Jul 2018, 09:18

Hallo cindy, hallo zusammen, :-)

Traumafolgestörungen – ja, das finde ich einen wirklich sehr interessanten Aspekt, danke dir fürs Einbringen! :-)
Diese haben ja auch in der Umfrage einen recht hohen Wert erreicht.

Für mich ist es absolut naheliegend, dass traumatische Erfahrungen all das, was du beschrieben hast, und sicher auch noch andere Persönlichkeits- und Verhaltens-Merkmale, in starkem Maße beeinflussen. Es ist schwer vorstellbar, dass Traumata ohne seelische Erschütterungen bleiben, und aus denen können sich dann in der Folge genau die von dir genannten Probleme entwickeln. – Insofern denke ich eben auch, dass das HS-Konzept Menschen mit diesen Belastungen erreicht und anspricht.

Ich möchte hier auch gerne noch mal den Absatz aus Träumerles Beitrag zitieren, da er ganz gut hierhin passt:

Träumerle hat geschrieben:Trauma-Folgestörungen

Habe ich ausgewählt, denn ich gehe mal davon aus, du meinst damit die Spätfolgen eines Traumas und deren Auswirkungen auf die Psyche. HSP's brauchen länger um aufregende Situationen zu verarbeiten, seien es positive oder negative. Bei einem Trauma müsste es dann ja gleich verlaufen, das Geschehnis nimmt eine HSP in der Regel mehr mit als andere Menschen und so könnte es sein, dass viele Menschen, die so ein Trauma erlitten haben, hochsensibel sind, natürlich aber auch nicht alle.


Man geht davon aus, dass sich zwischenmenschliche Unterschiede in den Ausprägungen von Persönlichkeitsmerkmalen etwa zur Hälfte durch den Einfluss der Gene und zur Hälfte durch Umwelt- und Lernerfahrungen erklären lassen.

So würde ich mal annehmen:
Wachsen Menschen z. B. mit einem Persönlichkeitsmerkmal für erhöhte Erregbarkeit/Emotionalität (nach meiner Meinung der eine Teil vom HS-Konzept) in einem stabilen Umfeld und auch ohne traumatisierende Lernerfahrungen auf, dann dürfte dieses Merkmal vermutlich durchaus erkennbar sein, aber ohne sehr tiefgreifende Auswirkungen bleiben.

Gibt es jedoch bereits eine relativ starke Ausprägung davon in der genetischen Prädisposition, dann dürfte eine traumatische Erfahrung da erst recht starke Reaktionen in der Folge hervorrufen.

Im weiteren Schlussfolgern: wäre das Merkmal von genetischer Seite nicht so stark ausgebildet, dürften auch traumatische Erfahrungen nicht so massive Auswirkungen haben (hängt dann aber sicher auch noch zusätzlich von der Art des Traumas ab).
In der Resilienzforschung zeigen sich jedenfalls in der Tat Unterschiede in der Bewältigung von traumatischen Erfahrungen. Z. B. reagieren Menschen sehr unterschiedlich auf Gräueltaten im Krieg oder auf der Flucht, nicht alle entwickeln dabei eine Posttraumatische Belastungsstörung.

Ich finde es wirklich sehr spannend, das Modell der Hochsensibilität von allen Seiten auszuleuchten. Schaut man sich an, was es an Zusammenhängen dazu gibt, bleibt die Frage:
ziehe ich all diese Zusammenhänge ab, was bleibt dann als valider HS-Kern übrig? Was meint ihr?

Es ist toll, dass ihr bei der Umfrage und auch mit euren Beiträgen hier mitgemacht habt!! danke2

Liebe Grüße! :-)
Anima
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Re: Hochsensibilität + Zusammenhänge?

Beitragvon cindy sun » So 8. Jul 2018, 18:04

Den Link stelle ich hier jetzt mal rein. Es geht um die Vererbbarkeit von Depressionen, wo eben auch ein Zusammenhang im Umgang mit Traumata gesehen wird. Dachte, das passt zum Thema.
http://www.depression-behandeln.de/depression-gene.html

Wenn ich noch Zeit finde, schreibe ich vielleicht noch mehr dazu. Gerade die letzten Fragen finde ich sehr spannend, Anima.


LG, cindy
.
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Re: Hochsensibilität + Zusammenhänge?

Beitragvon sissipha » Do 16. Aug 2018, 12:49

Hallo Anima,
ganz neu hier bin ich; und dieses ist meine erste Antwort.
Da ich bereits über siebzig bin, habe ich eine lange Erfahrung mit diesen "Befindlichkeiten". Namen dafür gab es
früher nicht, nur Diskriminierungen.
Bei meinen Recherchen fand ich heraus, dass meine Mutter bereits darunter "litt".

Ich erkenne an mir, dass körperliche Befindlichkeiten mit der Senibilität zusammenhängen.
Bei Gesprächen mit Freunden fand ich heraus, dass auffällig viele z. B. Tinitusgeräusche haben und zu chronischen
Schmerzen im Alter neigen.
Ich weiß um meine Hochsensibilität seit etwa 25 Jahren und kenne die "Geschichte der Medizin und der ganzheitlichen Ansätze und die schwierige Suche... nach....ich weiß nicht genau was.... ziemlich gut, da ich als Psychotherapeutin gearbeitet habe und selbst.
Meine Zufriedenheit in meinem Leben finde ich immer wieder in kreativen Arbeiten, Meditation und "im Flow" sein.
Über eine Antwort freue ich mich sehr....
Gruß Sissipha _schf_
smop Jenseits von richtig und falsch gibt es einen Ort, dort treffen wir uns (Rumi) smop
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Re: Hochsensibilität + Zusammenhänge?

Beitragvon Anima (Lufthauch) » Do 16. Aug 2018, 20:28

Hallo Sissipha,

es freut mich, dass du da bist. Und ich hoffe sehr, es gefällt dir hier! :-)

Das Thema HS und Zusammenhänge finde ich insofern bemerkenswert, als doch sehr viel an „Befindlichkeiten“ (wie du so schön in Anführungszeichen gesetzt hast) in dem HS-Konstrukt Platz findet. So dass ich manchmal den Eindruck habe, es lässt sich eigentlich nur schwer eine exakte, klar umrissene HS-Schnittstelle bei alledem ausmachen.
sissipha hat geschrieben:Da ich bereits über siebzig bin, habe ich eine lange Erfahrung mit diesen "Befindlichkeiten". Namen dafür gab es
früher nicht, nur Diskriminierungen.


Ja, das mit der Diskriminierung psychischer Belange sehe ich genauso.

Allerdings, wenn ich da jetzt noch aus einer anderen Warte drauf schaue, kommt es mir immer wieder so vor, als würde das Pendel nun auch zuweilen in die konträre Richtung/Extrem ausschlagen – ich meine: mit einer sehr starken Fokussierung aufs Befindliche, aufs Sensible, aufs Ich/Ego-Bewusstsein. Und mir scheint es so, dass andere Umstände oder Notwendigkeiten dadurch vielleicht aus dem Blick geraten könnten, die eigentlich ebenfalls eine „sensible“ Aufmerksamkeit benötigen würden? _gruebel_

sissipha hat geschrieben:Ich erkenne an mir, dass körperliche Befindlichkeiten mit der Senibilität zusammenhängen.

Ja, körperliche Effekte kann ich auch von mir bestätigen: wenn ich mich mit anderen in meinem Umfeld vergleiche, bin ich schmerzempfindlicher, brauche mehr und längere Erholungsphasen für Körper und Geist, mein Schlaf ist störungsanfälliger.

Viele Grüße und eine gute Zeit! :-)
Anima
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Re: Hochsensibilität + Zusammenhänge?

Beitragvon sissipha » Sa 18. Aug 2018, 11:18

Nun habe ich diesen Strang gelesen und kluge Argumente gefunden und frage euch...
vielleicht bin ich einfach zu unbedarft...(bitte vorsorglich um Nachsicht) wozu dienen alle diese
Überlegungen?
Ist es ein Ringen um gesellschaftliche und gesundheitspolitische Anerkennung? Ist es ein Bemühen, eine persönliche
Mitte zu finden? (was immer das heißen mag)?
All diese Zuordnungen, Zuschreibungen oder ein Aberkennen von ...
Mir hat das in meinem Leben nie weitergeholfen, eher einen "heißen, vollen Kopf bereitet".
Mein ganz persönlicher Zusammenhang zu meiner " filigranen Lebenswahrnehmung" liegt eher in der Qualität
dieses "So - Seins". Natürlich : wenn ich die Freude habe, intensiv zu erleben, dann erlebe ich eben auch die
Schattenseiten intensiv.
Diese Suche, allem ein Etikett, ein Label zu verpassen, ist das auch typisch für HS ?
Eine verzweifelte Suche nach Halt?
Um eine ernsthaft Antwort bittet euch
Sissipha _flov_
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Re: Hochsensibilität + Zusammenhänge?

Beitragvon Velvet » So 19. Aug 2018, 06:03

Hallo und herzlich Willkommen hier, sissipha :-),

ich fürchte, ich kann deine Fragen auch nicht beantworten, sondern wollte dir nur sagen, dass ich es für mich ähnlich empfinde, wie du es hier von dir erzählst:

All diese Zuordnungen, Zuschreibungen oder ein Aberkennen von ...
Mir hat das in meinem Leben nie weitergeholfen, eher einen "heißen, vollen Kopf bereitet".
Mein ganz persönlicher Zusammenhang zu meiner " filigranen Lebenswahrnehmung" liegt eher in der Qualität
dieses "So - Seins". Natürlich : wenn ich die Freude habe, intensiv zu erleben, dann erlebe ich eben auch die
Schattenseiten intensiv.



Vielleicht bekommst du ja noch Antworten von denen, denen es wichtig ist, sich dieser Thematik auf ganz andere Weise zu nähern :-).

Viele Grüße
Velvet
.Einfachheit ist das Resultat der Reife. Friedrich Schiller (1759- 1805)
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Re: Hochsensibilität + Zusammenhänge?

Beitragvon Jamania » So 19. Aug 2018, 07:39

Hallo sissipha, :-)

zuerst mal meine volle Zustimmung:
sissipha hat geschrieben:Mein ganz persönlicher Zusammenhang zu meiner " filigranen Lebenswahrnehmung" liegt eher in der Qualität
dieses "So - Seins". Natürlich : wenn ich die Freude habe, intensiv zu erleben, dann erlebe ich eben auch die
Schattenseiten intensiv.

Sehe ich ganz genauso!
Ich kann nur versuchen, mit dem, was ich bin und was in mir angelegt ist, so nutzbringend und mit mir selbst im reinen wie möglich zu leben.
Das heraus zu finden, was mich ausmacht und die entsprechenden Strategien zu suchen, die man sich oft eben nicht von anderen einfach abschauen kann, ist dabei die größte Herausforderung.
Und ich habe gemerkt, dass sich dahingehend die Menschen unterscheiden.
Es gibt die, die scheuen diese Herausforderung und die, die nehmen sie auf sich und akzeptieren, dass es auch immer differenzierter wird, je genauer man hinschaut.

Andere hängen sich an Konzepte, schon vorhandene Lebenspläne und -anschauungen und brauchen so viele Eckdaten wie möglich von außen, damit nicht alles zusammen stürzt, weil sie in ihrem Inneren eben keine stabile Überzeugung haben wer und wie sie sind.

Das Konstrukt HS kann alles sein: Hilfe, um mehr über sich heraus zu finden, sowie ein passgenaues Konzept mit Eckdaten, das sich jemand komplett überstülpen kann, damit er etwas "Eigenes" hat.
Jeder macht das, was er will damit, aber angelegt wurde es von seinen Erfindern und Verbreitern als passgenaues Konzept mit wissenschaftlichem Hintergrund, Anspruch auf validen Untersuchungen aufgebaut zu haben und der Motivation eine Einteilung für Menschen zu bieten.

Hier, in einem HS-Forum findet dieser Punkt genauso Platz wie die eigene Sinnfindung durch so Faktoren wie Überreizung, Schüchternheit, Introvertiertheit, etc.
sissipha hat geschrieben:Nun habe ich diesen Strang gelesen und kluge Argumente gefunden und frage euch...
vielleicht bin ich einfach zu unbedarft...(bitte vorsorglich um Nachsicht) wozu dienen alle diese
Überlegungen?

sissipha hat geschrieben:Mir hat das in meinem Leben nie weitergeholfen, eher einen "heißen, vollen Kopf bereitet".

Bei mir: letzendlich genau dazu, diese differenzierte Gefühlslandschaft eben genau dadurch zu erforschen, dass ich bestimmtes für mich Angenommene auch wieder in Frage stelle und die persönliche Empfindung abgleiche mit der allgemeinen, mit anderen Meinungen oder einer vorgefertigten Konstrukthülse.
Das sind bei mir alles Prozesse, die dazu dienen, dem, was tatsächlich in mir ist, immer näher zu kommen.

Ich mag oft den "heißen Kopf", wenn ich selbst entscheide, dass ich ihn haben will.
Wenn er mir von außen aufgezwungen wird, kann ich ihn nicht leiden.
Aber in einem Diskussionsforum bin ich es ja, die entscheidet wo, wann und wie oft ich mich einbringe oder wo ich eben nicht mitlese.
sissipha hat geschrieben:Diese Suche, allem ein Etikett, ein Label zu verpassen, ist das auch typisch für HS ?

Ja, es ist, finde ich, durchaus in der Interpretation des Konstrukts so angelegt.
Wenn man sich einordnet, dann gibt man sich erst mal direkt eine Vielzahl von Eigenschaften mit, die einfach dazu gehören und die man erst mal nicht großartig in Frage stellt, weil sie so gut zu passen scheinen und so Dinge wie Sinnsuche (mehr als die Normalen), Gerechtigkeitsgefühl (mehr als die Normalen) und geistige Tiefe (mehr als die Normalen) werden im HS-Konstrukt ohne jeglichen Beweis angenommen und es wird daraus auch geschlussfolgert, dass z.B. das Bedürfnis nach Sicherheit und Klarheit größer ist (als bei den Normalen)

Erst mit der Zeit fängt man vielleicht an, die unterschiedlichen Attribute, die HS ausmachen sollen, auf den Prüfstand zu stellen und findet vielleicht heraus, dass vieles eben ganz anderen Ursprung hat.

Dazu dient z.B. ein solcher Thread ganz gut, aber er wird eben nur von denen angenommen, die genau das wollen.
Abgelehnt wird er von denen, die das Konstrukt nicht angetastet sehen können, weil sie es eben vollständig haben wollen oder durch Kritik am Gerüst ihre darauf gebaute Stabilität verlieren.

_Mij_
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Re: Hochsensibilität + Zusammenhänge?

Beitragvon Anima (Lufthauch) » So 19. Aug 2018, 08:30

Hallo Sissipha und alle, :-)

ich versuche mich mal daran, deine wichtigen Fragen (Danke!) aus meiner Sicht und Erfahrung „ernsthaft“ icon_winkle zu beantworten.

sissipha hat geschrieben:wozu dienen alle diese Überlegungen?
…..
All diese Zuordnungen, Zuschreibungen oder ein Aberkennen von …


Mein Eindruck in meinem bisherigen Leben ist der, dass wir Menschen uns Identitäten schaffen (müssen?, ich glaube schon, ein Stück weit) - damit meine ich, dass wir uns, wie du sagst, „Etiketten, Labels“ geben. Und dafür erhalten wir auch jede Menge Angebote, uns zuzuordnen, uns damit zu identifizieren, sie für uns zu verwenden.

Insofern finde ich es für mich interessant, herauszufinden, wie denn der Hintergrund dieser Angebote aussehen mag, wem sie nützen, ob ich sie sinnvoll für mich nutzen kann, oder auch wie sie sich für mich und andere auswirken könnten.

Zum HS-Thema/Label ist es – seit ich hier im Forum bin – mit anderen hier zu vielen wirklich erhellenden Gesprächen gekommen, und ich habe viel dazu gelernt.
Tatsächlich war ich auch sehr „unbedarft“ in meiner HS-Zuordnung hier aufgelaufen. Zu meinem Glück gab es dann aber auch früh kritische Stimmen, die so Manches am Konstrukt hinterfragt haben. (Ja klar, ich gebe zu, das Zweifeln und Hinterfragen liegt mir tendenziell mehr als das Glauben, insofern hat mich da wohl einiges auch zügig erreicht. :-) )

Was ich gelernt habe, ist:
a) dass es keine fundierten, wissenschaftlichen Forschungsergebnisse zu HS gibt (oder kennst du da welche, oder ist das für dich vielleicht auch nebensächlich?),
b) es mag sich wohl um ein soziales Konstrukt handeln, das eine Gruppe von Menschen für sich als Identifizierung festgelegt hat,
c) und nicht zuletzt, es ist ein clever vermarktetes Konzept, von dem so manch einer, materiell gesehen, profitiert.

Nun, das alles für sich genommen ist mir schon mal nicht so total sympathisch.

Aber was für mich persönlich das Wichtigste ist:
Warum soll ich mich auf ein Label festlegen? Alles gehört für mich zu einem Spiel mit meinen Möglichkeiten oder auch Unmöglichkeiten. Ich mag mir die Leichtigkeit bewahren, mich möglichst wenig in eine exklusive Schublade zu stecken, sondern ja genau: nach Lust und Laune „Zuordnen, Zuschreiben oder Aberkennen“, Alternativen erwägen, andere Theorien konstruieren, die Konsequenzen, Vor- und Nachteile bedenken ... (so wie in diesem Strang :-) )

sissipha hat geschrieben:Mir hat das in meinem Leben nie weitergeholfen, eher einen "heißen, vollen Kopf bereitet".


Puh, ja, einen „heißen, vollen Kopf“ habe ich manchmal schon, aber ich für meinen Teil kann da nicht sagen, dass mir das in meinem Leben nie weitergeholfen hätte.
Es ist eher so, dass mir manchmal der Kopf qualmt und raucht, aber wenn sich das Ganze dann verzieht, strahlt das verändert und oft auch klarer als zuvor, was ich dann sehe. Und das mag ich sehr (es ist vielleicht so was wie Entwicklung? :-) ).

Euch allen einen schönen Sonntag! _sprint_
Anima
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Re: Hochsensibilität + Zusammenhänge?

Beitragvon sissipha » So 19. Aug 2018, 09:35

Ooohhhh, bei euch bin ich, glaube ich, sowas von richtig.....kann aber gerade nur überfliegen, es ist
ein sonniger Tag, ich habe liebe Gäste und entscheide mal später, wann ich antworte, aber meine Gedanken
purzeln und in meinem Gesicht lacht ein breiter Mund, das hat wohl mit euch zu tun....
und es ist mein Geheimnis......
einen wunderbaren Tag wünscht euch
sissipha
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Re: Hochsensibilität + Zusammenhänge?

Beitragvon sissipha » Di 21. Aug 2018, 06:43

Guten Morgen,Ihr...

nun habe ich den Besuch verabschiedet, die Kristallgläser stehen wieder glänzend im Schrank ( smuup ich besitze gar keine), habe 11 Stunden
geschlafen wie im Koma und nun, mit einem ruhigen Blick auf die Pferdewiese unter meinem Fenster ist die Kraft wieder da, mich den wichtigen Dingen meines Lebens zuzuwenden, diesem Thread zum Beispiel.
Und das scheint mir schon eine halbe Antwort auf eure Gedanken.
Diese Sehnsucht, dieser Schmerz, doch endlich irgendwie dazuzugehören, und gleichzeitig weit weg, in einer Höhle, auf dem Berg, als Eremitin vielleicht?
Ich hinterfrage alles, wirklich alles, besonders auch mich selbst. Das hat mich auf einen spirituellen Weg getrieben, ich hatte keine Wahl.
Jede Schachtel, ob sie nun HSP, ADHS, Donnerkopf oder Britzel - Britzel heißt wird von mir untersucht, auf Schlupflöcher geprüft und alles, was
meine persönliche kreative Freiheit einschränkt, wird gnadenlos verworfen....
Und doch... Schachteln und Schubladen geben Halt und Orientierung, die ich oft so bitter nötig habe.
Wie nun also mit diesem Paradox leben?
Meine Lösung, na ja, klingt gut, aber das Ringen, was auch ihr gut kennt bleibt natürlich, ist das "sowohl als auch".
Das klingt so banal, beschäftigt mich aber sehr intensiv.
Es ist ein Erleben aus dem ZEN : nur dieser Augenblick zählt, ihn betrachte ich aufmerksam und entscheide :
will ich jetzt gerade Erbsen zählen und kritisch hinterfragen oder will ich ohne Sinn und Verstand dahinfließen.
Nach vielen Jahren des "Übens" gelingt es mir damit mehr und mehr, ausgiebige Runden von Gelassenheit zu schnuppern.

Da plaudere ich so vor mich hin. Bin ich noch beim Thema???
Eure Antwort wird mich lehren oder....leeren?

Einen wunderbaren Tag wünscht euch
Sissipha [*] /=\
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