Hochsensibilität + Zusammenhänge?

Was gibt es neues und interessantes? Diskussionen zum Ursprung von Hochsensibilität!

Moderatoren: Hortensie, Eule, jules1976

Ich sehe Zusammenhänge zwischen HS und:

AD(H)S
5
4%
Ängsten
24
17%
Asperger
7
5%
Depression
20
14%
Hochbegabung
15
11%
Introversion
24
17%
Körperlichen Beschwerden (Psychosomatik)
19
13%
Persönlichkeitsstörungen
6
4%
Trauma-Folgestörungen
14
10%
Sonstiges?
5
4%
Nein, keine Zusammenhänge mit HS
2
1%
 
Abstimmungen insgesamt : 141

Hochsensibilität + Zusammenhänge?

Beitragvon Anima (Lufthauch) » Fr 29. Jun 2018, 12:57

Hallo zusammen,

ein bisschen HS-„Erforschung“:
habt ihr dazu vielleicht mal wieder Lust auf eine Umfrage? :-)

HS wird hier im Forum (nach meiner Beobachtung) in vielen Strängen und Beiträgen immer wieder mit anderen Phänomenen, Persönlichkeitsmerkmalen und Diagnosen in Verbindung gebracht. So werden Zusammenhänge genannt zu sozialen und anderen Ängsten, traumatischen Erfahrungen, Depressionen, AD(H)S, Asperger, Persönlichkeitsstörungen, körperlichen Beschwerden oder auch zu Merkmalen wie Introvertiert-sein oder Hochbegabung.

Welche Zusammenhänge/Überschneidungen zur Hochsensibilität könnten demnach bestehen? Oder: gibt es ein gleichzeitiges Auftreten von bestimmten persönlichen Merkmalen und HS, und welche dieser Merkmale könnten dann auch gehäuft mit HS zusammen auftreten?

Deshalb diese Umfrage: welche Zusammenhänge nehmt ihr wahr (sowohl bei euch selbst, oder auch was ihr generell vermutet)?

Mehrfachnennungen sind möglich (Liste der möglichen Merkmale in alphabetischer Reihenfolge).

Vielen Dank für euer Interesse, eure Erfahrungen (ggf. auch für eure „Theorien“ _thum_ ) und fürs Mitmachen.

Liebe Grüße an euch alle! :-)
Anima
Benutzeravatar
Anima (Lufthauch)
Hero Member
 
Beiträge: 863
Registriert: Do 27. Apr 2017, 20:05

Re: Hochsensibilität + Zusammenhänge?

Beitragvon Träumerle » Fr 29. Jun 2018, 22:34

Hallo Anima :-)

Eine interessante Umfrage. Habe exakt die Hälfte, also fünf der zehn Dinge angeklickt. Ich gehe jetzt einfach mal Absatz für Absatz durch, um meine Antworten zu begründen:

AD(H)S

Habe ich nicht ausgewählt, denn ich bin der Meinung, dass AD(H)S kein Zusammenhang mit HS darstellt. In meiner Schule sind selbst einige von ADHS betroffen, die niemals hochsensibel sind. Zudem verstehe ich HS eher so, dass HSP's einen guten Blick für Details und folglich auch eine bessere Konzentrationsspanne haben. Sicher kann beides zusammen auftreten, aber nicht verstärkt.

Ängste

Habe ich ausgewählt, da ich immer wieder auf HS in Zusammenhang mit Ängsten gestoßen bin. Da HSP's eher wenig risikofreudig sind, sondern eher vorsichtig, denke ich, könnte da was dran sein. Ich bin selbst nicht gerade der Mutigste und glaube, das könnte daran liegen, dass HSP's eine Gefahr viel bedrohlicher wahrnehmen als andere, eben genau nach dem selben Muster wie im Alltag, denn auch dort werden Reize als intensiver empfunden. Hier muss man aber ganz klar die HSS ausklammern, da diese ja gerne mal ein Risiko eingehen.

Asperger

Habe ich nicht ausgewählt, denn unter Asperger verstehe ich in erster Linie Menschen, die zwar sehr ins Detail gehen, allerdings eher im logischen und analytischen Bereich zu Hause sind und ihnen Gefühle eher schwer fallen. Es muss sich nicht zwingend ausschließen, aber Zusammenhänge gibt es definitiv nicht. Hier im Forum habe ich bisher auch nur von ganz wenigen mit Asperger gelesen, das müssten viel mehr sein, gäbe es entsprechend Zusammenhänge.

Depression

Habe ich ausgewählt, ohne lange zögern zu müssen. Neben der Tatsache, dass ich mit solchen Zuständen bereits Bekanntschaft gemacht habe, gehe ich davon aus, dass HSP's häufig ein melancholisches Temperament haben, ergo sie neigen zu Trübsal, zu intensivem Nachdenken und nehmen sich vieles zu Herzen. Und von Usern, die ebenfalls bereits depressiv waren oder sind, lese ich hier schon fast regelmäßig.

Hochbegabung

Habe ich nicht ausgewählt, denn ein hoher IQ hängt nie im Leben mit HS zusammen. Auch wenn es im Forum vereinzelt Hochbegabte gibt, es gehört für mich nicht zusammen. Zwar kann es eben auch gebündelt vorkommen, aber nicht überdurchschnittlich oft.

Introversion

Habe ich ausgewählt und da bestehen eigentlich keine Zweifel, immerhin ist die Mehrheit der HSP's (ca. 70 %) introvertiert, obwohl die Statistiken bei der Bevölkerung insgesamt relativ ausgeglichen sind. Viele, aber nicht alle Merkmale von Introvertierten lassen sich auch auf HS übertragen, sie stimmen miteinander ein. Ich kann als introvertierte HSP auch sagen, dass ich schon Situationen hatte, in denen ich entsprechend reagiert hatte und nicht sagen konnte, ob ich wegen meiner HS oder meiner Introversion so reagiert habe. Die beiden Eigenschaften sind, so wie ich sie in mir selbst wahrnehme, eine sehr gut miteinander vereinbare Kombination, da sich die Bedürfnisse von Introvertierten und HSP's oftmals decken (Ruhe, Zeit für sich selbst, Natur, lesen, etc.) Doch es gibt natürlich auch Introvertierte Nicht-HSP's und extrovertierte HSP's.

Körperlichen Beschwerden (Psychomatik)

Habe ich nicht ausgewählt, aber man kann eine Antwort ja entweder anklicken oder nicht anklicken und dazwischen gibt es nichts. Die "Dazwischen"-Option hätte ich gerne gewählt. HSP's sind schmerzempfindlicher, ich meine, auch schon mal über ein schwächeres Immunsystem in Kombination mit HS gelesen zu haben, bin da selber aber skeptisch. Ich bin kaum mal krank und sowieso spielt sich HS ausschließlich im Gehirn und nicht im Kreislauf ab, bin mir aber sicher, dass HSP's bei extremem Wetter oder Stress schneller mit Kopf- oder Bauchschmerzen reagieren. Ich würde also "teilweise" antworten.

Persönlichkeitsstörungen

Habe ich nicht ausgewählt, einfach, weil ich mich zu dem Thema nicht so gut auskenne. Schizophrenie und Co. klingen für mich aber in erster Linie nicht zwingend so, als wären sie eine häufige Begleiterscheinung von HS. Da ich mich hierbei nicht zu weit aus dem Fenster lehnen möchte, habe ich es sicherheitshalber nicht ausgewählt, mein Bauchgefühl hat das so entschieden. :-)

Trauma-Folgestörungen

Habe ich ausgewählt, denn ich gehe mal davon aus, du meinst damit die Spätfolgen eines Traumas und deren Auswirkungen auf die Psyche. HSP's brauchen länger um aufregende Situationen zu verarbeiten, seien es positive oder negative. Bei einem Trauma müsste es dann ja gleich verlaufen, das Geschehnis nimmt eine HSP in der Regel mehr mit als andere Menschen und so könnte es sein, dass viele Menschen, die so ein Trauma erlitten haben, hochsensibel sind, natürlich aber auch nicht alle.

Sonstiges

Habe ich ausgewählt, denn ich habe da sofort an Burn-Out gedacht. Geht zwar in Richtung Depressionen, aber ist dann doch nicht dasselbe. Die Begründung passt aber zu der für die Depressionen, durch dieses Hineinsteigern in Gedanken und eben auch Pflichten kann es bei einer HSP schneller zu einem Burn-Out kommen und das nehme ich auch selbst so wahr. Wenn mir viel schulische Arbeit bevorsteht, gerate ich auch schon mal in diese Zustände und das ist alles andere als schön. Ich nehme es als hoffnungslos wahr, so als gäbe es keinen Ausweg, ehe man nicht alles komplett abgearbeitet hat.
Und natürlich könnte ich hier noch Weltschmerz mit einbeziehen, aber das ist ja schon fast ein Steckenpferd vieler HSP's und wird grundsätzlich damit in Zusammenhang gebracht.

Keine Zusammenhänge

Habe ich nicht ausgewählt, weil das widersprüchlich wäre. icon_winkle

Ich bin natürlich kein Fachmann, sondern habe nur das Forum und zwei Bücher als Informationsquelle. Außerdem bin ich nur einer von vielen.

Ich hoffe, du konntest mit meiner Abstimmung und meiner Antwort trotzdem etwas anfangen und wünsche dir ein schönes Wochenende. :-)

Liebe Grüße,
Träumerle
Ich weiß, ich bin ein HSP,
da ich die Welt ganz anders seh'.
Ich tue dies auf meine Weise,
nämlich ruhig und auch sehr leise.

Für mich ist's eine große Gabe,
wenn ich's auch nicht immer leicht habe.
Drum nehmt euch's nicht zu Herzen,
Ewig sind nicht mal die schlimmsten Schmerzen.

~Träumerle :-)
Träumerle
Hero Member
 
Beiträge: 716
Registriert: Mi 5. Apr 2017, 16:22

Re: Hochsensibilität + Zusammenhänge?

Beitragvon Anima (Lufthauch) » Sa 30. Jun 2018, 16:52

Hi Träumerle, :-)
Träumerle hat geschrieben:Ich bin natürlich kein Fachmann, sondern habe nur das Forum und zwei Bücher als Informationsquelle. Außerdem bin ich nur einer von vielen.

Ich hoffe, du konntest mit meiner Abstimmung und meiner Antwort trotzdem etwas anfangen


Ja, danke dir, auf jeden Fall! _yessa_

Das ist ja, denke ich, genau der Punkt, dass es auf dem HS-Gebiet kaum allwissende „Fachleute“ geben kann, da HS bislang noch nicht ausreichend überprüft und verifiziert ist. - Also, ich will damit sagen, dass diejenigen, die sich Fachleute nennen, sicher nicht mehr wissen als du (aus zwei Büchern und dem Forum als Informationsquelle icon_winkle ). – Insofern ist hier für mich jeder, der sich über all das Gedanken macht, ein "Experte"! )/898u

Ein Gutes hat das Ganze ja auch noch: es gibt herrlich viel Raum (und Spaß) her für Spekulationen und Theorien.
Wie eben auch das Thema hier, ob und inwiefern es Zusammenhänge und Verbindungen von HS zu den im Forum häufig erwähnten oben genannten Merkmalen gibt.

Und ja: die Abstimmung dazu finde ich bislang schon mal ganz schön interessant! – Allen, die sich beteiligt haben, lieben Dank! :-)

Einen schönen Sommer-Abend allerseits!
Anima
Benutzeravatar
Anima (Lufthauch)
Hero Member
 
Beiträge: 863
Registriert: Do 27. Apr 2017, 20:05

Re: Hochsensibilität + Zusammenhänge?

Beitragvon Jamania » Di 3. Jul 2018, 06:37

Hallo zusammen, :-)

ich habe alles angekreuzt, weil ich mittlerweile davon überzeugt bin, dass jede "Störung" im Rahmen der Reizerhöhung oder gesteigerter Reizoffenheit interpretiert werden kann.

Und somit von der HS-Seite diese Perspektive auch immer eingenommen werden kann.

Denn das Konstrukt macht genau da ja zu, wo es um Ursachen geht.

Also bedeutet das: jemand fühlt sich empfindlicher, ungeschützter oder verletzlicher (verletzter) als andere und kann das auf die Reize zurück führen - weiter braucht es nicht zu gehen.
Wenn man im Einzelfall weiter forschen würde, könnte man aus meiner Sicht wahrscheinlich im jeweiligen Fall auf jede der oben genannten Möglichkeiten stoßen können.

Viele Grüße, _Mij_
Jamania

Ach, hatte ich noch vergessen icon_winkle
Die Menschen, die sich von dem Konzept im wesentlichen sehr bis vollständig angezogen fühlen, kommen m.M. nach hauptsächlich aus den Bereichen Ängste, Introversion und Trauma, manchmal mit Überschneidungen.
Ich vermute, dass das mit der Aufstellung und Präsentation des Konstrukts zu tun hat, denn diese Fälle werden schon vom Test an den Haken geholt und dann mit "angenehmen" Erklärungen für ihr Verhalten weiter hinein gelotst.

Was AD(H)S, nicht erkannte oder falsch gelebte HB, Asperger, etc. angeht, finden sich eher Einzelfälle.
Könnte s damit zu tun haben, dass sie sich auf der psychologischen Selbstfindungs- und Bestätigungsschiene nicht so wohl fühlen wie z.B. introvertierte oder Angstpersönlichkeiten?
Trauma finde ich wieder einen eigenen Bereich, was das angeht.
Aber auch hier wieder, die Menschen, die gerne und intensiv Innenschau betreiben, jede kleine Gefühlsregung gerne mit Deutung hinterlegen kommen eher zu HS, die anderen vermeiden oder suchen andere direkte Wege, um mit ihren Problemen umzugehen.
Jamania
Rat der Weisen
 
Beiträge: 952
Registriert: Mi 13. Jul 2011, 16:02

Re: Hochsensibilität + Zusammenhänge?

Beitragvon Anders » Di 3. Jul 2018, 08:45

Anima (Lufthauch) hat geschrieben:Welche Zusammenhänge/Überschneidungen zur Hochsensibilität könnten demnach bestehen?

Hallo Anima. Ich finde, das kann man so generell nicht sehen.
Eine verminderte Reizfilterung (z.B. Reizfilterstörung/-Schwäche genannt) muss nicht automatisch Hochsensibilität sein. Manche Wissenschaftler gehen z.B. davon aus, das bei Asperger-Autismus oder auch bei ADHS eine Reizfilterschwäche mit ein Grund für das jeweilige Krankheitsbild ist.

Hochsensibilität ist nach meiner Auffassung aber mehr, als nur ein Problem mit der Filterung von Reizen zu haben.

Sogar manche körperlichen Erkrankungen bringen als Symptom eine erhöhte Sensibilität z.B. gegenüber Gerüchen oder Lärm mit sich.

Genauso kann es umgekehrt sein, das eine Person "nur" Hochsensibel ist. Aber auf Grund dessen erst psychische Erkrankungen oder seelische Verletzungen dazu bekommt. Wie Depression, Ängste, Traumatas, etc. Sicher kann es genauso Hochsensible geben die extrovertiert sind und wegen ihrer Sensibilität keine psychischen Probleme dazu bekommen haben, die vielleicht belastbarer sind von ihrer Persönlichkeit. Aber meistens suchen sich eher die Menschen Hilfe (z.B. im Internet) die leiden und deshalb wird man Hochsensible ohne weitere Probleme weniger online antreffen als jene, die Probleme dadurch haben.

Im psychischen Bereich gibt es einige Erkrankungen, die oft als Komorbidität vorkommen. Depression ist so ein Beispiel, wie auch Ängste, Persönlichkeitsstörungen.
Jemand mit HS kann im Prinzip jede psychische Erkrankung bekommen (abgesehen angeborener Defekte, wie bei Autismus vermutet wird) was auch jemand ohne HS bekommen kann.
Hallelujah
Benutzeravatar
Anders
Full Member
 
Beiträge: 113
Registriert: Do 24. Aug 2017, 08:25

Re: Hochsensibilität + Zusammenhänge?

Beitragvon Jamania » Mi 4. Jul 2018, 07:09

Hallo Anders, :-)
Anders hat geschrieben:Hochsensibilität ist nach meiner Auffassung aber mehr, als nur ein Problem mit der Filterung von Reizen zu haben.

Damit würdest du also konform gehen mit einer HS-Persönlichkeit, die bestimmte Charaktereigenschaften hat, wenn ich das richtig verstehe?
So wie Aaron & Co. das erstellt haben?

Anders hat geschrieben:Sogar manche körperlichen Erkrankungen bringen als Symptom eine erhöhte Sensibilität z.B. gegenüber Gerüchen oder Lärm mit sich.

Das lässt sich ja überprüfen, nicht wahr?

Anders hat geschrieben:Genauso kann es umgekehrt sein, das eine Person "nur" Hochsensibel ist. Aber auf Grund dessen erst psychische Erkrankungen oder seelische Verletzungen dazu bekommt. Wie Depression, Ängste, Traumatas, etc. Sicher kann es genauso Hochsensible geben die extrovertiert sind und wegen ihrer Sensibilität keine psychischen Probleme dazu bekommen haben, die vielleicht belastbarer sind von ihrer Persönlichkeit. Aber meistens suchen sich eher die Menschen Hilfe (z.B. im Internet) die leiden und deshalb wird man Hochsensible ohne weitere Probleme weniger online antreffen als jene, die Probleme dadurch haben.

Das hier lässt sich wiederum nicht überprüfen.
Wie könnte man z.B. die Merkmale einer Angstpersönlichkeit oder einer Intraversion von denen isolieren, die eine HS mit sich bringt?

Möglich ist alles.
Aber solange das nicht machbar ist, finde ich es besser den Blick weiter offen zu halten und vieles in Betracht zu ziehen, als reine Mutmaßungen bezüglich eines Konstrukts wie HS zu validen Ergebnissen zu machen.

Viele Grüße, _Mij_
Jamania
Jamania
Rat der Weisen
 
Beiträge: 952
Registriert: Mi 13. Jul 2011, 16:02

Re: Hochsensibilität + Zusammenhänge?

Beitragvon Anders » Mi 4. Jul 2018, 07:27

Hi,
Klar lässt sich z.B. eine körperliche Ursache für eine erhöhte Sensibilität prüfen. Das setzt aber voraus, das der Betroffene dies auch abklären lässt. Wie Aron oder sonst jemand das sehen weiß ich nicht, wie geschrieben, es ist meine persönliche Auffassung darüber.

Auch letzteres mit Komorbiditäten lässt sich relativ problemlos prüfen. Wenn sich jemand aber beispielsweise lieber auf seinen Diagnosen ausruht, die HS gerne für eine Sonderbehandlung nutzt oder sich am Krankheitsgewinn festhält, wird es unmöglich. Bei allem hängt es letztlich von der Eigeninitiative ab.
Hallelujah
Benutzeravatar
Anders
Full Member
 
Beiträge: 113
Registriert: Do 24. Aug 2017, 08:25

Re: Hochsensibilität + Zusammenhänge?

Beitragvon Jamania » Mi 4. Jul 2018, 07:56

Hallo Anders, :-)

Anders hat geschrieben:Auch letzteres mit Komorbiditäten lässt sich relativ problemlos prüfen. Wenn sich jemand aber beispielsweise lieber auf seinen Diagnosen ausruht, die HS gerne für eine Sonderbehandlung nutzt oder sich am Krankheitsgewinn festhält, wird es unmöglich. Bei allem hängt es letztlich von der Eigeninitiative ab.


_yessa_ ja genau so ist es!

Und wie wir ja hier alle schon miterlebt haben, hat das Konstrukt anscheinend so was wie einen eingebauten psychologischen Sicherheitsmechanismus, der verhindert, dass sich mit diesen Gedanken weiter auseinander gesetzt werden darf. icon_winkle
Das gilt dann als übergriffig und derjenige wird meist schnell aus dem kuschligen HS-Kreis ausgeschlossen.
Und dann darf wieder alles so sein, wie jeder es sich eben wünscht.

Das finde ich das eigentlich spannende an der ganzen Geschichte.
Die Diskussion darüber, was das Konzept tatsächlich hergibt oder nicht, ist ja schnell geführt - nämlich noch gar nichts, nur persönliche Empfindung oder - wie jemand so schön treffend bemerkte - ein soziales Konstrukt, das seinen Wahrheitsgehalt daraus bezieht, dass ein paar Menschen sich darauf einigen können.
Egal welche Menschen, egal aus welchen Gründen...

Deshalb finde ich diesen Strang hier mal wieder großartig, denn er weicht genau diese willkürlich festgelegten Grenzen auf. :-)

_Mij_
Viele Grüße,
Jamania
Jamania
Rat der Weisen
 
Beiträge: 952
Registriert: Mi 13. Jul 2011, 16:02

Re: Hochsensibilität + Zusammenhänge?

Beitragvon Anima (Lufthauch) » Mi 4. Jul 2018, 09:39

Hallo ihr, :-)

das ist jetzt aber schon witzig, dass Jamania alles an Zusammenhängen angekreuzt hat und Anders überhaupt nichts an Zusammenhängen mit HS sieht. icon_winkle

Jamania hat geschrieben:Wenn man im Einzelfall weiter forschen würde, könnte man aus meiner Sicht wahrscheinlich im jeweiligen Fall auf jede der oben genannten Möglichkeiten stoßen können.


Dennoch frage ich mal: wenn HS mit all den genannten Merkmalen ohne Not (oder sogar zwingend) in Verbindung gebracht werden könnte, müssten sich dann hier im Forum nicht viele mehr Tausende als Mitglieder eintragen? – Denn das Genannte kommt doch sicher in Hunderttausend-facher Form in Deutschland vor.
Und doch scheint HS eine spezielle Anziehungskraft als Unter- oder Über- oder Kombinations-Merkmal auszuüben?

Liegt das vielleicht daran?

Jamania hat geschrieben:Die Menschen, die sich von dem Konzept im wesentlichen sehr bis vollständig angezogen fühlen, kommen m.M. nach hauptsächlich aus den Bereichen Ängste, Introversion und Trauma, manchmal mit Überschneidungen.
Ich vermute, dass das mit der Aufstellung und Präsentation des Konstrukts zu tun hat, denn diese Fälle werden schon vom Test an den Haken geholt und dann mit "angenehmen" Erklärungen für ihr Verhalten weiter hinein gelotst.


Oder auch daran?

Anders hat geschrieben:Hochsensibilität ist nach meiner Auffassung aber mehr, als nur ein Problem mit der Filterung von Reizen zu haben.


Also meine Theorie ist ja folgende:

Aron hat mit „HS“ einfach eine Kombination aus den beiden (übrigens gut erforschten) Persönlichkeitsfaktoren Introversion und emotionale Instabilität (auch Neurotizismus genannt) zusammengebastelt.
Denn: Liest man Beschreibungen von Introversion, klingen die doch sehr nach Beschreibungen von HS (niedrigere Reizschwelle, eher Erholung in reizarmen, ruhigen Umgebungen und Aufmerksamkeit eher auf innere Vorgänge). Und Neurotizismus-Beschreibungen sind gut vergleichbar mit Arons Postulaten einer größeren emotionalen Intensität und Über-Erregbarkeit bei HS.

Sehr interessant für mich von daher auch die bisherigen Ergebnisse der Umfrage: Introversion und Ängste mit den höchsten Werten (aber kann sich natürlich noch ändern, dann gibt es eben neue Überlegungen … _%_ ).

Anders hat geschrieben:Aber meistens suchen sich eher die Menschen Hilfe (z.B. im Internet) die leiden und deshalb wird man Hochsensible ohne weitere Probleme weniger online antreffen als jene, die Probleme dadurch haben.


Nur nebenbei: wäre nicht auch möglich, dass sich eher Introvertierte online (z. B. auch hier) treffen, weil man hier so schön nachdenken kann, sich einfach rausziehen kann, wenn man die Reize nicht haben will, die Kontaktmenge so steuern kann, wie man es gern hat? – Finde ich jetzt eigentlich erst mal völlig un“problematisch“. (Introversion statt HS?!)

Euch allen noch einen schönen Tag! :-)
Anima
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Noch kurz:

Hallo Anders, :-)

Anders hat geschrieben:Wie Aron oder sonst jemand das sehen weiß ich nicht, wie geschrieben, es ist meine persönliche Auffassung darüber.


Darf ich fragen, was genau du selbst unter HS (eben unabhängig von den genannten Merkmalen und unabhängig von Arons Konstrukt) verstehst? (Ist nicht ironisch gemeint, sondern interessiert mich wirklich! :-) )

Viele Grüße!
Anima
Benutzeravatar
Anima (Lufthauch)
Hero Member
 
Beiträge: 863
Registriert: Do 27. Apr 2017, 20:05

Re: Hochsensibilität + Zusammenhänge?

Beitragvon Eving » Mi 4. Jul 2018, 10:04

Hallo Anima

deine Theorie ist interessant.

Das man aber so ein Forum wählt, weil man die Kontaktmenge steuern könnte ... halte ich eher für einseitig. Die Kontaktmenge hängt von der Frequentierung hier ab. Du kannst lediglich bestimmen, worauf du aktiv reagierst. Wenn du die Antworten liest oder zumindest schaust ob Antworten vorliegen, kannst du eine (nennen wir es) passive oder unwillkürliche Reaktion gar nicht mehr verhindern.

Habe Introversion und "körperliche Beschwerden" ausgewählt.

Körperlich Beschwerden, da HSP offener sind für Emotionale Schläge (was nicht mit Traumata unbedingt gleichzusetzen ist), woraus sich eben eine mehrzahl von körperlichen Beschwerden ergibt.
Eving
Neuling
 
Beiträge: 26
Registriert: So 1. Jul 2018, 13:41

Nächste


Ähnliche Beiträge


Zurück zu Wissenschaft und Forschung

Wer ist online?

0 Mitglieder

cron