Narzisst als HSP ?

Was gibt es neues und interessantes? Diskussionen zum Ursprung von Hochsensibilität!

Moderatoren: Hortensie, Eule, jules1976

Re: Narzisst als HSP ?

Beitragvon Source » Sa 9. Jun 2018, 12:50

Hallo Velvet,

mit Bildung meinte ich etwas, das uns gesellschaftlich vermittelt wird und das Hochsensiblen - und allen anderen Menschen - helfen kann, mit Problemen umzugehen. Um mit den von dir beschriebenen Problemen umzugehen kann es helfen, sie im Zusammenhang mit Hochsensibilität zu deuten. D. h. ich brauche dazu erst einmal ein Wissen, dass es so etwas wie HS gibt, welche Kriterien ich erfüllen muss, um in diese Kategorie eingeordnet zu werden und ich kann lernen, was ich tun kann, um diese Probleme vor dem Hintergrund eine HS zu bewältigen. Dazu benötigt man auch Intellekt, den unterstelle ich meinen Mitmenschen einfach. Vor allem aber benötige ich neben diesem Wissen jemand oder etwas, der mir dieses Wissen vermittelt - und leider ist der Zugang zu solchen Instanzen ungleich verteilt.
Wenn ein Mensch mit NPS seine Bildung nicht nutzt, um seine Probleme zu bewältigen, dann hat er einen guten Grund dafür. Dann ist er vielleicht wiederum so gut gebildet, dass er andere Deutungsmodelle für seine Probleme finden kann. Das ist die Schattenseite der Bildung ;-)

Viele Grüße
Source
Source
Gold Member
 
Beiträge: 353
Registriert: So 8. Okt 2017, 15:10

Re: Narzisst als HSP ?

Beitragvon Source » Sa 9. Jun 2018, 13:10

Hallo Jamania,

Jamania hat geschrieben:auch an dich die Frage:
inwieweit sollte sich ein öffentlicher Raum wie z.B. ein Forum für ein unbewiesenes Konstrukt wie HS auf diese Ebene des Schutzes des geschädigten Individuums durch z.B. Leugnung, Vermeidung, Vereinheitlichung, Vereinfachung, etc. kollektiv einlassen?


Interessante und vielschichtige Frage. Ich drösel mal auf:
"öffentlicher Raum": Genau, es handelt sich hier um einen öffentlichen Raum, in dem jeder einzelne User seine eigenen Standpunkt vertritt und seine eigenen Meinungen hat. Deswegen entscheidet jeder einzelne User selber, ob und inwieweit er oder sie sich auf die Einlassungen anderer einlässt.
"unbewiesenes Konstrukt": Ich sehe HS als soziales Konstrukt. D. h. solange sich eine Gruppe von Menschen darauf einigen kann, dass es so etwas wie HS gibt, dann gibt es HS auch. Dafür benötige ich keinen Beweis. Und da hier in diesem Forum "Treffpunkt HS" einige Menschen angemeldet sind, die offenbar zumindest teilweise auch davon ausgehen, dass es HS gibt, stellt sich diese Frage für mich nicht.
"Schutz des geschädigten Individuums": Mag sein, dass es hier Menschen gibt, denen Schaden zugefügt wurde - sehr wahrscheinlich sogar. Und sehr wahrscheinlich wurden diese Menschen von anderen Menschen geschädigt, was das Problem zu einem sozialen Problem macht. Und da kann dann jeder selber entscheiden, ob und inwieweit er diese Menschen schützen will, kann, muss - oder auch soll. Hier wird's moralisch. Und weil Solidarität mir ein ganz wichtiger Wert ist, versuche ich, zu helfen - und schütze dabei meine eigene Grenzen.
"Leugnung etc.": Darauf möchte ich jetzt nicht antworten, weil ich den Eindruck habe, dass ich den Teil deiner Frage nicht verstanden habe. Vielleicht beantworten meine anderen Standpunkte diese Teil?

Viele Grüße
Source
Source
Gold Member
 
Beiträge: 353
Registriert: So 8. Okt 2017, 15:10

Re: Narzisst als HSP ?

Beitragvon Source » Sa 9. Jun 2018, 13:16

Hallo Anima,

Anima (Lufthauch) hat geschrieben:Das finde ich einen richtigen Gedanken: Zugang zu Bildung, zu Therapie, zu Literatur usw. als soziale Rahmenbedingungen, die den individuellen Umgang mit den eigenen Problematiken erheblich beeinflussen können. - Ja, muss man definitiv mit einbeziehen!


Schön, dass wir mal einer Meinung sind :-)

Viele Grüße
Source
Source
Gold Member
 
Beiträge: 353
Registriert: So 8. Okt 2017, 15:10

Re: Narzisst als HSP ?

Beitragvon Anima (Lufthauch) » Sa 9. Jun 2018, 18:13

Source hat geschrieben:Hallo Anima,

Anima (Lufthauch) hat geschrieben:Das finde ich einen richtigen Gedanken: Zugang zu Bildung, zu Therapie, zu Literatur usw. als soziale Rahmenbedingungen, die den individuellen Umgang mit den eigenen Problematiken erheblich beeinflussen können. - Ja, muss man definitiv mit einbeziehen!


Schön, dass wir mal einer Meinung sind :-)

Viele Grüße
Source


Hallo Source,

aber ja, warum denn nicht?! :-)

Nur am Rande: Ich sehe Gedanken-Austausch tatsächlich wie in einem Raum, in dem sich Gedanken verknüpfen können oder sich auch abstoßen.
(Aber klar: Mit manchen gelingt die Verknüpfung fast immer mühelos, genauso wie es mit anderen einfach immer null und nicht klappt, weil zu viel Abstoßung zwischen allen Gedanken/Haltungen besteht, und mit manchen wiederum ist es mal so, mal so. – Das ist im rl so und auch hier, ist doch interessant.)

So kann ich jetzt allerdings deiner geäußerten Annahme (hier auf HS bezogen), dass allein dadurch, dass eine Gruppe von Menschen etwas für wahr hält das somit dann auch wahr sei, leider nicht zustimmen.
Dann bräuchte man immerhin doch auch keine Bildung mehr icon_winkle , denn man bräuchte einfach nur auf das hören, was eine soziale Gruppe so festlegt? - Und so könnte dann halt eben auch das Benannte „kollektive Leugnung, Vermeidung, Vereinheitlichung, Vereinfachung, etc.“ eine zu große Rolle mit spielen. Das fände ich jetzt nicht so erstrebenswert.

Viele Grüße zurück! :-)
Anima
Benutzeravatar
Anima (Lufthauch)
u.n.e.n.t.b.e.h.r.l.i.c.h.
 
Beiträge: 1006
Registriert: Do 27. Apr 2017, 20:05

Re: Narzisst als HSP ?

Beitragvon Source » Sa 9. Jun 2018, 18:40

Hallo Anima und alle, die noch mitlesen,

nur kurz zu Sozialkonstruktivismus und Bildung: Man braucht Bildung auch und vor allem, wenn Wirklichkeit sozial konstruiert wird. Wie sollte denn den Menschen sonst Wissen darüber vermittelt werden, was gerade Konsens ist? ;-) Psychiatrische Diagnosen beispielsweise sind auch sozial konstruiert. Früher hätte man einen psychotischen Menschen in unserem Kulturkreis für besessen gehalten und den Exorzisten gerufen. Heute ruft man den Psychiater und therapiert ihn. Früher galt das eine als wahr und wirklich, heute das andere. Früher hatte man für HS sicherlich andere Kategorien, heute spricht man eben über HS. Morgen gibt es eine andere Kategorie dafür.
So what? :-)

Viele Grüße
Source
Source
Gold Member
 
Beiträge: 353
Registriert: So 8. Okt 2017, 15:10

Re: Narzisst als HSP ?

Beitragvon Anima (Lufthauch) » Sa 9. Jun 2018, 21:04

Source hat geschrieben: Früher hatte man für HS sicherlich andere Kategorien, heute spricht man eben über HS. Morgen gibt es eine andere Kategorie dafür. So what? :-)

Na also, Source, wenn das doch sooo beliebig ist, dann braucht man das HS-Konstrukt doch nun auch nicht für unwiderlegbar, wahr und schlüssig halten. icon_winkle

Allen einen schönen Abend!
Anima
Benutzeravatar
Anima (Lufthauch)
u.n.e.n.t.b.e.h.r.l.i.c.h.
 
Beiträge: 1006
Registriert: Do 27. Apr 2017, 20:05

Re: Narzisst als HSP ?

Beitragvon Fuchur » Sa 9. Jun 2018, 23:39

iwikx
Source hat geschrieben:Interessante und vielschichtige Frage. Ich drösel mal auf:
"öffentlicher Raum": Genau, es handelt sich hier um einen öffentlichen Raum, in dem jeder einzelne User seine eigenen Standpunkt vertritt und seine eigenen Meinungen hat. Deswegen entscheidet jeder einzelne User selber, ob und inwieweit er oder sie sich auf die Einlassungen anderer einlässt.
"unbewiesenes Konstrukt": Ich sehe HS als soziales Konstrukt. D. h. solange sich eine Gruppe von Menschen darauf einigen kann, dass es so etwas wie HS gibt, dann gibt es HS auch. Dafür benötige ich keinen Beweis. Und da hier in diesem Forum "Treffpunkt HS" einige Menschen angemeldet sind, die offenbar zumindest teilweise auch davon ausgehen, dass es HS gibt, stellt sich diese Frage für mich nicht.

Hier wird oft Bildung ins Spiel gebracht, gleichzeitig wird von Meinung geredet. Ich dachte, bei Bildung und Intellekt geht es nicht nur um Sozialkompetenz im Sinne von rhetorischem Duktus, um beruflich, intellektuell und sozial weiter zukommen, sondern um Fakten und Wissen?

Es beklagen Lehrer, Ausbilder und Dozenten, dass es an Wissen mangelt, sich die schöngeredete "Sozialkompetenz" besonders auf die hohe Anzahl an Akademikerkindern beschränkt, die sich aufgrund ihrer Herkunft mit geschickter Ausdrucksweise verkaufen können. Es geht also nicht wirklich um Bildung, sondern um Herkunft und eine Form des Ausdrucks, wie Sozialkompetenz und Bildung suggeriert wird.

Jedem mit einem Realschulabschluss aus den 90er-Jahren, der in Mathe nicht völlig geschlafen hat, wird nach einiger Zeit auffallen, dass das HS-Modell nicht valide ist. Mit Meinung hat diese Erkenntnis nicht zu tun, sondern mit Bildungsfakten auf durchschnittlichem Schulniveau. Dass das Bildungsniveau immer mehr sinkt, ist auch kein Geheimnis. Sorry für diese Randbemerkung, aber genau hier hinkt nach meiner Auffassung die inkonsistente Vermischung von Meinung, Wissen und Intellekt. 647&/
I love Thomas Bernhard _roseboy_

Das Leben ist meist Träumerei
Die Wahrheit ist eher selten dabei

Und hättest du mich nicht gefragt
Hätte ich auch nichts gesagt

Andreas Dorau; Wir Sind Keine Freunde; Ich bin der eine von uns beiden; 2005
Fuchur
Fleißiges Mitglied
 
Beiträge: 62
Registriert: Fr 20. Apr 2018, 10:26

Re: Narzisst als HSP ?

Beitragvon Jamania » So 10. Jun 2018, 06:34

Hallo an alle,

bezüglich des sozialen Konstrukts wurde ja schon viel geschrieben, und folgendes bringt meine Meinung auf den Punkt:
Anima (Lufthauch) hat geschrieben:So kann ich jetzt allerdings deiner geäußerten Annahme (hier auf HS bezogen), dass allein dadurch, dass eine Gruppe von Menschen etwas für wahr hält das somit dann auch wahr sei, leider nicht zustimmen.
Dann bräuchte man immerhin doch auch keine Bildung mehr icon_winkle , denn man bräuchte einfach nur auf das hören, was eine soziale Gruppe so festlegt?

Nur vielleicht das noch: ich finde es eine gute Weiterentwicklung, das heutzutage soziale Konstrukte, Gruppendynamiken, Trends, etc, auch mehrheitlich NUR als das gesehen werden und nicht als DIE Wahrheit.
Wir haben so viel mehr an Informationen, an Wissen, an kollektiver Erfahrung, um Dingen mehr auf den Grund zu gehen und NÄHER an das zu kommen, was dahinter liegt und stehen als Gesellschaft eher auf dem Standpunkt, dass viele Einzelteilchen aus allen möglichen Bereichen (eben AUCH aus dem der sozialen Konstrukte, aber nicht ausschließlich) eher dahin führen als das sklavische Verfolgen einer Methode, die sich ein Jahrzehnt später als Irrweg heraus stellt.

Deshalb habe ich eben Probleme damit, wenn Individuen es heute doch wieder versuchen und vollkommen Unbewiesenes oder Unbeweisbares als "Wahrheit" oder wissenschaftlich untersuchte Tatsache verkaufen wollen wie eben HS und es damit über den Status heraus heben, der ihm zusteht.

Und zwar mit genau diesem Argument, dass jeder das Recht auf seinen Wissensstand, seine Meinung, seine Entwicklungsstufe und seine Interpretation der Welt hat und das eine persönliche Wahrheit ist.
Womit auch das, woran man glaubt die, bzw. eine Wahrheit sein muss...

Es gibt ganz fiese Irrungen und Verwirrungen - verschuldet und unverschuldet, aus Böswilligkeit, Faulheit, aus Unvermögen.
Bei der Schlussfolgerung, dass aber alles gleich viel wert ist, weil jeder Mensch so einzigartig wunderbar ist, steige ich aus.
Denn das stimmt nicht.
Jeder hat das Recht nicht verstoßen zu werden und hat auch den Anspruch auf Hilfe und darauf in seinem Zustand ernst genommen zu werden, es gibt auch Gründe und Ursachen, die mit einfließen können und sollen.
Aber er hat nicht den Anspruch diese persönliche Irrung als gleichberechtigte Wahrheit anderen Menschen aufzuzwingen, die sie als "Wahrheit" zu akzeptieren haben, da sie sonst rücksichtslos sind.
Nein! Geht gar nicht.

Er kann's aber trotzdem machen, das ist wiederum freier Wille und das darf ihm keiner verbieten!
Aber genauso gut muss er mit den Konsequenzen leben, dass das eben nicht unterstützt wird, auch mit Kritik, Abgrenzung und Ablehnung, so wie jeder andere Mensch mit seinen Ideen und Vorstellungen auch.

Auch, wenn er dazu nicht in der Lage ist, die Verantwortung dafür zu übernehmen, sehe ich sie doch bei ihm verortet und nicht bei allen Gegenübern, die nur auf Zehenspitzen um ihn herum gehen sollen, damit seine Weltsicht nicht angetastet wird.

Viele Grüße,
Jamania
Zuletzt geändert von Jamania am So 10. Jun 2018, 07:24, insgesamt 1-mal geändert.
Jamania
Rat der Weisen
 
Beiträge: 1006
Registriert: Mi 13. Jul 2011, 16:02

Re: Narzisst als HSP ?

Beitragvon Jamania » So 10. Jun 2018, 07:01

Hallo Velvet,

danke für deine Erklärungen! :-)
Velvet hat geschrieben:Ich meine alles, was nach deinem "oder" kommt. Es geht mir hier nicht nur um das Trauma an sich, sondern die Veränderungen im Hirn, die durch Traumatisierung stattfinden und die dein Denken und Tun in Folge beeinflussen. Und das meist ohne, dass du dir darüber selbst und nicht ohne Hilfe von Außen bewusst werden kannst. Ein blinder Fleck sozusagen, dem du dir, auch vor dem Spiegel, nicht gewahr werden kannst.

Verstehe _yessa_
Velvet hat geschrieben:Selbst- Reflektieren kann ja jeder nur sich selbst. Kann man das wem aufzwingen? Meinst du die Folgen des Unvermögens, sich selbst erkennen zu können? Man kann ja niemandem etwas aufzwingen, der sich nichts aufzwingen lässt.

Nein, die persönliche Ebene meinte ich eben wieder nicht.
Jeder arbeitet in seinem Radius - JEDER hat seine Begrenzungen und Beschränkungen und blinden Flecken.
Klar gibt es Menschen, die mehr Glück hatten oder robuster sind als andere, aber jeder trägt sein Päckchen und muss damit klar kommen.

Heißt: er muss auch mit dem Außen klarkommen und mit dem, was das mit ihm macht und kann nicht versuchen, das Außen seinem Zustand gemäß zu formen und ihm Verhaltensmaßregeln aufzwingen.

Was soziale Konstrukte angeht: früher war es so, dass mehrheitlich vermutlich nicht so viel über sich und seinen Zustand reflektiert wurde, in der heutigen Zeit könnte (?) es schon an Stellen dahin gehen, wo es zuviel ist.
Und da wäre für mich HS z.B. ein soziales Konstrukt, das die Gesellschaft dahin gehend geformt werden soll, dass persönliche Sensibilitäten einen sehr hohen Stellenwert kollektiv erhalten mit seiner klaren Verurteilung von normalem unsensiblen Verhalten vs. den moralisch höher gestellten hs Attributen.
Velvet hat geschrieben:Jeder hat das Recht, sich zu täuschen so viel und wo er will. Mal davon abgesehen, dass auch du und jeder andere sich täuschen kann.

Ja, das stimmt!
Und ich lebe da, wo ich zwar einerseits mich wichtig nehme und mein Ding machen möchte, es aber durchaus in Betracht ziehe, wenn mir z.B. mit Menschen draußen immer wieder dasselbe passiert.
Z.B. dass sie mir etwas vorwerfen oder dass Freundschaften immer wieder ähnlich auseinander gehen....
Dann würde ich z.B. darauf schauen wollen.

Wer das nicht möchte, auch ok. Hat er jedes Recht der Welt zu.
Beklagt er sich aber bei mir immer und immer wieder über dasselbe, das er nicht versteht wie andere so böse sein können, dann ist der Ofen bei mir schnell aus.
Ja, es könnte Unvermögen sein.
Allerdings liegt es auch sehr nahe, dass jemand bequem ist, denn das sind wir Menschen nun mal häufig.
Ja, er könnte kognitiv nicht dazu fähig sein, diese Verknüpfung zu machen.
Allerdings gehört das mittlerweile zu unserem kollektiven Wissen innerhalb dieses sozialen Konstrukts der persönlichen Psychohygiene und ist wirklich überall zugänglich.
Es ist also keine Meisterleistung diesen Gedanken mal zu denken, auch wenn man ihn gefühlsmäßig noch nicht umsetzen kann....

Und diese Unterschiede würde ich alle machen, wenn ich mit jemandem zu tun habe und mir mein persönliches Bild machen, mit dem der andere genauso so leben muss wie ich mit dem Bild, das er von mir hat.
Velvet hat geschrieben:Was man nicht einfordern kann ist, mMn, dass die anderen, die eine andere Sicht der Dinge haben, ihre der eigenen anpassen. Kulissen schieben und Theater spielen, damit derjenige nicht ent- täuscht wird. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass sich jeder nur selbst ent- täuschen kann, so er sich getäuscht hat. Das ist eine enorm wichtige Erfahrung im Leben, die man niemandem nehmen kann und sollte. Die muss er selbst herbeiführen oder zwangsläufig erleben, um die Konsequenz auch glauben und aus ihr lernen zu können- im besten Fall.

Ja, da bin ich komplett bei dir und genau das meinte ich eben im Thema.
Velvet hat geschrieben:Außerdem, denke ich gerade, was dem einen wie eine Täuschung anmutet, kann aus Sicht des anderen auch als Original gesehen werden. Es kommt vielleicht auch darauf an, worum es jedem Einzelnen jeweils gerade geht.

Na klar, Individualität, Exzentrik.... finde ich auch wunderbar. :-)
Ich denke aber der Unterschied ist der Leidensdruck.
Ein Exzentriker, der mit sich im Reinen ist, verspürt vermutlich nicht den Druck, dass die böse Umwelt ihn nicht so annimmt wie er ist...
Velvet hat geschrieben:Es geht hier, glaube ich, eher darum, dass niemand beurteilen kann, was ein anderer warum tut oder sein lässt. Ich sehe die Übergriffigkeit lediglich darin, unterschwellig oder auch offen einem anderen Menschen vermitteln zu wollen: ich weiß besser über dich Bescheid, als du selbst! Und das in diesem Rahmen hier, in dem man lediglich Schrift voneinander kennt. Keiner weiß vom anderen, wo er sich tatsächlich täuscht, ob diese Täuschung im Moment für ihn lebensnotwendig oder Vorstufe einer wichtigen Ent-Täuschung ist, oder ihm Hilfe oder was auch immer. Dafür muss sich niemand rechtfertigen oder dafür verteidigen. Es ist eine sehr persönliche Entwicklung.

Und das ist jetzt der Knackpunkt!
Der empfindliche "hochsensible" oder geschädigte Mensch wird doch vermutlich innerhalb eines sozialen Konstruktes, das darauf aufbaut, genau darin bestärkt, sich für alles angegriffen zu fühlen.
Das geht im HS-Rahmen ja so weit, dass jemand noch nicht mal angesprochen wurde, aber seine blauen oder blinden Flecken berührt sah und forderte, dass das "übergeordnete" Denken und Diskutieren darüber eingestellt wurde, weil dieses Denke seine Sicht in Frage stellte oder seine Gefühle verletzte. _gruebel_

Viele Grüße, _Mij_
Jamania
Jamania
Rat der Weisen
 
Beiträge: 1006
Registriert: Mi 13. Jul 2011, 16:02

Re: Narzisst als HSP ?

Beitragvon cindy sun » So 10. Jun 2018, 15:42

Hallo zusamen,

so interessant die Richtung der letzten Beiträge hier im Thread auch sein mag, möchte ich euch doch bitten, zum eigentlichen Thema zurückzukommen bzw. was das Konstrukt HS angeht die bereits dafür vorhandenen Themen zu nutzen.

Danke,
cindy
.
Ich bin nicht egoistisch - ich passe nur auf mich auf! _yessa_

--- Ich nehme mein Leben zu dem Preis, den es mir gekostet hat und noch kosten wird. --- H.G. Nobis
Benutzeravatar
cindy sun
Moderator
Moderator
 
Beiträge: 4797
Registriert: Fr 4. Jan 2013, 13:07
Wohnort: im Nordwesten

VorherigeNächste

Zurück zu Wissenschaft und Forschung

Wer ist online?

0 Mitglieder

cron