Narzisst als HSP ?

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Narzisst als HSP ?

Beitragvon Bin auf meinem Weg » Mi 18. Mai 2016, 15:40

Klingt vielleicht etwas blöd....aber können nicht auch HS narzisstische Züge an sich haben ? Ist das wirklich so ein Widerspruch ? Kann es nicht sein, dass auch HSP durch eine narzisstische Mutter ihre Empathie zu fremden Menschen blockiert haben ? Weil sie zu der einzigen Bezugsperson ihre Empathie blockieren mussten, um zu überleben ? Diese Blockade aber bei Tieren nicht besteht b.z.w auch bei Kindern oder Menschen nicht besteht die es geschafft haben, durch die äußere Mauer die Gefühle zu erreichen. Im Gegenteil bei diesen Menschen schwappen dann (die vielleicht aufgestauten oder blockierten) Gefühle der Empathie über...
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Re: Narzisst als HSP ?

Beitragvon der bunte Tupfen » Mi 18. Mai 2016, 18:14

Ich denke jeder HSP kann auch jede Persönlichkeitsstörung ausbilden, weil es, wie Du schon geschrieben hast, im Kindesalter wichtig fürs Überleben ist. Nur legt man diese Verhaltensweisen als Erwachsener, wenn die Gefahr vorbei ist, nicht wieder ab.

Darüber hinaus heißt HSP nicht automatisch, dass man super Emotional ist. Emotionalität muss vom HS Anteil einer HSP gar nicht betroffen sein. Z.B. bei HSP, die vor allem Reizüberflutungen im Körperlichen Bereich erleben. Die klassische Prinzessin auf der Erbse z.B.
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Re: Narzisst als HSP ?

Beitragvon Lorenz » Mi 18. Mai 2016, 21:07

Für meine narzisstischen Züge mache ich mittlerweile ich vor allem meine kühle Mutter und meinen autoritären Vater verantwortlich. Ich habe diese Kombination, Narzissmus und HSP, auch eine Weile als unmöglich angesehen, bei mir bildet sich inzwischen da aber eine sehr deutliche Ursache für das schlechte Selbstgefühl heraus (was ich übrigens auch erst realisieren musste: dass Narzissten kein Gefühl für ihr eigenes Selbst entwickeln konnten, da in ihrer Kindheit nicht auf ihre Bedürfnisse eingegangen wurde und sie dann ein Schein-Selbst - möglichst ein gutes - konstruieren mussten). Die HSP musste ich ständig unterdrücken, dieses typische "stell dich nicht so an", "sei doch nicht so verweichlicht" etc. war einfach omnipräsent.
Seitdem ich wieder stärker in Kontakt mit meinen wahren Gefühlen und so auch meiner HSP komme, entschwinden auch immer weiter diese narzisstischen Züge, was ich als unheimlich erleichternd empfinde.
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Re: Narzisst als HSP ?

Beitragvon Bin auf meinem Weg » Do 19. Mai 2016, 02:28

Mir wurde gesagt dass mein Selbsthass, Perfektionismus, unmöglich hohe Anforderungen an mich selber (niemals an andere) stellen, sich keine Fehler verzeihen können, bei Kritik völlig am Boden zerstört zu sein Narzissmus wäre. Ich war völlig schockiert.
Aber diese Punkte werden ja auch bei HSP genannt, wenn man als Kind mit seiner Wesensart nicht akzeptiert wurde.
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Re: Narzisst als HSP ?

Beitragvon Bin auf meinem Weg » Do 19. Mai 2016, 02:37

Lorenz,Danke für deine Offenheit. _flov_
Es beruhigt mich, dass man wohl doch beides sein kann. Weil, wenn ich einiges so lese
hatte ich den Eindruck man könne nur entweder oder sein. Obwohl ich mich eigentlich nicht wirklich als Narzisst sehe. Dazu fehlt mit die große Eigenliebe. Bin ja schon froh mittlerweile soweit gekommen zu sein, dass ich mich halbwegs akzeptiere.
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Re: Narzisst als HSP ?

Beitragvon Lorenz » Do 19. Mai 2016, 02:46

Gerne! :)

Ich habe gerade ein wenig rumgestöbert und bin dabei auf einen Beitrag von dir gestoßen, aus dem Thread über den HSP-Test auf zartbesaitet, in dem ich mich richtig gut wiederfand:
Das verunsichert mich wirklich. Ich muss auch aufpassen mich nicht selber unter Druck zu setzen, so in der Richtung "Ich MUSS doch irgendwas überragend gut können !!!". Und mich dann mal wieder nieder mache, weil das nicht der Fall ist. )/898u

Das ist exakt bei mir auch der Fall. Dass ich mir beinahe permanenten Druck mache, dass ich die HSP-Kriterien in Bestnote erfüllen muss und mich dann richtig niedermache, wenn ich gerade nicht optimal funktioniere. Dieser Perfektionismus ist wirklich etwas Vermaledeites.. Konntest du denn noch intervenieren, bevor dein Perfektionismus auch dort Fuß fand?
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Re: Narzisst als HSP ?

Beitragvon Bin auf meinem Weg » Do 19. Mai 2016, 14:39

Intervenieren, ja, durch mehr Informationen. Den Ansatz/ Erklärung von Anne Heintze finde ich dazu sehr interessant.
Wobei ich jetzt zu meinem erwähnten Beitrag sagen muss, alles mit Bestnoten erfüllen zu müssen, das habe ich (hoffentlich) in Griff, solange ich nicht in für mich extreme Stresssituationen gerate, was ich tunlichst vermeide.
Nein, das ist jetzt einfach nur die Sorge, dass ich vielleicht trotz allem doch kein HSP bin, obwohl ich mir vom Bauchgefühl her ganz sicher bin und ja auch in den Tests punktemäßig sehr weit oben bin. Das fühlt sich an als hätte ich einen Schatz gefunden, zu schön um wahr zu sein. Vielleicht zu einfach...HSP /HSS ist bei mir die Antwort auf alles. Auf alles was noch nicht richtig zusammen passte. Quasi meine persönliche "42" auf alles wo ich mich einfach selber nicht verstehen, nicht einschätzen konnte. Ich habe wohl Sorge dass dieser Schatz nicht für mich sein kann....
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Re: Narzisst als HSP ?

Beitragvon Bin auf meinem Weg » Do 19. Mai 2016, 14:52

Aber du hast recht, es ist schrecklich dass wir das, was uns als Kind immer wieder eingeprügelt wurde, später selber weiterkultivieren und uns ein Leben lang selber damit weiterquälen, wenn wir nicht diesen Teufelskreis ganz bewusst immer wieder durchbrechen. Es gibt Bereiche, da kann ich nicht aus meiner Haut. Da ist es wirklich ein Zwang, den ich nicht abbrechen kann, ohne schreckliche Bauchschmerzen zu bekommen und mich tagelang dann dafür auf´s Verachtendste zu beschimpfen und richtig verzweifelt zu sein. So unnötig ! Diesen Bereich habe ich komplett aufgehört und werde auch ähnliches nicht mehr beginnen. Damit geht es mir ganz gut.
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Re: Narzisst als HSP ?

Beitragvon NaturFreundin » Do 19. Mai 2016, 23:45

Hallo Bin auf meinem Weg,

im ersten Moment denkt man, dass die beiden Begriffe bzw. Persönlichkeiten, die dahinter stecken, sich ausschließen.

Aber ich hatte auch schonmal ansatzweise ähnliche Gedanken wie du. Insbesondere, wenn ein Elternteil einer HSP starke narzisstische Züge hat(te).

Ich glaube, dass die Empathiefähigkeit eines der wesentlichen Merkmale bei hochsensiblen Menschen ist, und auch durch narzisstische Einflüsse nicht verschwindet. Was ich nur teilweise beobachte ist, dass durch Narzissmus beeinflusste HSP teilweise auch manipulative und sehr eigennützige Tendenzen haben können. Auch einen erschwerten Umgang mit Kritik - trotz vorhanderer Reflektionsfähigkeit - habe ich wahrgenommen.

Lieben Gruß

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Re: Narzisst als HSP ?

Beitragvon NaturFreundin » Do 19. Mai 2016, 23:47

Lorenz hat geschrieben:Seitdem ich wieder stärker in Kontakt mit meinen wahren Gefühlen und so auch meiner HSP komme, entschwinden auch immer weiter diese narzisstischen Züge, was ich als unheimlich erleichternd empfinde.



:-)

Ich freue mich für dich, Lorenz, das klingt gut.
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