Radiobeitrag zum Thema HSP

Was gibt es neues und interessantes? Diskussionen zum Ursprung von Hochsensibilität!

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Radiobeitrag zum Thema HSP

Beitragvon Jersey » Fr 27. Dez 2013, 12:20

Hört euch mal den Radiobeitrag rechts oben im Fenster an.
Er beginnt ganz harmlos, aber was die Psychologin an Ende des Beitrags da von sich gibt....
Mir ist schlecht so verärgert bin ich gerade.

http://www.dradiowissen.de/hochsensibil ... _id=217834
Jersey
 

Re: Radiobeitrag zum Thema HSP

Beitragvon Fabian90 » Fr 27. Dez 2013, 12:24

Könntest du das kurz zusammenfassen? Bei mir ists gerade schlecht mit anhören.
Fabian/23/Student

Naturfakt des Monats: Eine Grillenart auf Hawaii wird bedroht durch einen Parasiten, der von den Balzrufen der Männchen angelockt werden. So kommt es dazu, dass nur noch stumme Männchen zum Zug kommen. mehr hier -> http://sciencev1.orf.at/science/news/145783

Leitsätze des Lebens: -Jedes Lebewesen hat sein Daseinsbegründigung.
-Freund der Kompromisse, Gegner der Extreme!
-Ekel und so manche Ängste sind nur Zerrbilder der Logik!
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Re: Radiobeitrag zum Thema HSP

Beitragvon ulikat » Fr 27. Dez 2013, 12:33

_%_ die hat ja mal voll den Durchblick die gute Frau..

Laut der Psychologin oder was die gute Frau die zum Schluss redet auch immer ist soll es reine Geldmache sein das Thema Hochsensibilität.

*kopfschüttel* _bash_
ulikat
 

Re: Radiobeitrag zum Thema HSP

Beitragvon Puck » Fr 27. Dez 2013, 13:39

Recht hat sie!
Die Dame bringts auf den Punkt.

Da muß nichts kategorisiert oder typisiert werden, die Psychologin spricht mir aus der Seele - Menschen sind unterschiedlich, also auch unterschiedlich sensibel - Fertig.

Und nicht jeder kann ein Mozard, Gandhi oder Picasso sein - schon gar keine 20%!

Was ich beobachtet habe ist, dass die Mehrzahl der angebl. Hochsensiblen wirklich einfach nur wehleidig und gar nicht übermäßig sensibel ist.
Oder sie wollen unbedingt etwas ganz Besonderes sein (oder "größer" sein weil die Welt sie angeblich "klein" macht) - ungefähr so "...alle Menschen sind gleich, aber einige sind eben ein bisschen gleicher."

Es ist ein Hype, ganz klar - Geldmacherei steckt zur genüge dahinter (dieses Forum klar ausgenommen)...

Ist ja recht schmeichelhaft, welche tollen Eigenschaften diesen ganz besondereren Menschen, schon im Test von Aaron, zugeschrieben werden - wer identifiziert sich nicht gern damit: besonders tiefgründig, besonders viel Fantasie und Kreativität (leider hier im Forum meiner Beobachtung nach eher spärlich gesäät, sorry), Gerechtigkeitssinn, empathisch, analytisch... etc. - Mannomann, die perfekte Herrenrasse...
Das Negative daran ist ja auch nichtmal etwas wirklich Schlechtes, sondern nur die Begleiterscheinung soz. "der Preis" den diese besonderen Kinder Gottes dafür zahlen müssen.

Jegliches Gehabe mit "Hoch", "Hyper", "Nieder"-sensibel mündet in Bestrebungen Richtung Apartheit, Ausgrenzung und schlussendlich in Arroganz und Abwertung der Fremdgruppe.

Letzteres ist das, was ich für mich persönlich aus dem Lesen in diesem Forum gelernt habe!

Wünsche allen einen guten Rutsch
Puck iwikx
Puck
 

Re: Radiobeitrag zum Thema HSP

Beitragvon ja » Fr 27. Dez 2013, 14:12

ja puck,
sicherlich hast du mit deinem posting recht

es ist einfach zu sagen: ich bin HS - also nehmt rücksicht - statt ich brauche dringend professinelle psychische hilfe!
genauso wie es eben einfacher ist zu sagen: ich bin ein underarchiver (nicht erkannter hochbegabter), statt ich bin eher minderintelliegent
oder ähnliches.


doch so ziemlich jeder kommt hier auf 'wunden knien' an und ist froh nicht alleine zu sein
und sicherlich ist es gut möglich das die zahl der menschen mit hs wesentlich geringer ist,

doch warum die these gleich komplett ablehnen? oder sich voll zorn abwenden.

ist doch letztlich immer eine frage des glaubens und ob nun religiöse, politische oder psychisches
kommt doch immer auf das individum an was es daraus macht.

_flov_
ja.
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Re: Radiobeitrag zum Thema HSP

Beitragvon ulikat » Fr 27. Dez 2013, 14:55

..also aus der sichtweise wie du uns HSP siehst Puck hab ich mich noch nicht betrachtet um ehrlich zu sein..
Ich bin vor ein paar Tagen zufällig darauf gestoßen dass es sowas wie Hochsensibilität überhaupt gibt und war (bin) einfach nur glücklich verständnis zu finden und nicht "hurra ich bin was besonderes" eher: "hurra ich bin doch normal und hab noch alle Tassen im Schrank"
ja ok, ich hatte/habe tatsächlich vor mir Bücher zu kaufen und somit unterstütze ich den Kommerz und die angebliche "Geldmacherei" aber wenns mir hilft? wenn ich mich wirklich besser dadurch fühle und mich selbst besser kennenlerne, warum nicht?
Natürlich hat die Frau recht wenn sie sagt Hochsensibilität ist keine Krankheit und muss nicht behandelt werden.. aber wer zum Teufel hat sowas jemals behauptet? Wie kommt sie darauf dass dies eine Krankheit sein könnte?
Ich versuche auch viele Sachen und Tatsachen erstmals zu hinterfragen bevor ich juhu schreie.. aber die Menschen hier sprechen mir einfach so aus der Seele dass ich kaum daran zweifel habe dass es eben sehr sensible Menschen gibt die "anders" sind! Was ja auch gar keine Wertung sein soll.. im Prinzip ist ja jeder Mensch anders ganz klar.. jeder hat seine Schwächen und seine Begabungen.. aber es ist schlimm wenn man sich sein lebenlang als Aussenseiter fühlt und nicht mal sagen kann warum weil man eigentlich gar nicht anders sein will! Nur ist da nunmal diese Empfindlichkeit und diese tausend Gedanken und die haben mir zumindest schon viele Freunde gekostet.. was vielleicht nicht so gewesen wäre wenn ich mich selber besser gekannt hätte..

Ich gebe dir zum einen Recht und verstehe deine Sicht aber ich finde eine Psychologin oder Leiterin einer Psychatrischen Anstalt oder was genau sie ist, sollte mit solchen Äusserungen vorsichtig sein.. für mich kommt es so rüber als ob sie gar keinen Bock hätte sich mit sowas zu beschäftigen und deswegen einfach mal behauptet die Leute würden sich das nur einreden! Und dann hat sie meiner Meinung nach ja mal voll den Beruf verfehlt.. oder nicht?!

LG
Uli
Zuletzt geändert von ulikat am Fr 27. Dez 2013, 15:01, insgesamt 1-mal geändert.
ulikat
 

Re: Radiobeitrag zum Thema HSP

Beitragvon EmptyHSP » Fr 27. Dez 2013, 16:17

Ich habe mir das Radiointerview nicht gänzlich angehört, aber was die Psychologin von der Charité Berlin sagt klingt für mich nicht falsch.

1.: Elaine Aron verdient sich mit ihren Büchern eine goldene Nase. Sie beschreibt darin eine von ihr selbst definierte Persönlichkeitseigenschaft (ob nun wissenschaftlich fundiert oder nicht), der Rest ist das übliche sinnlose Selbsthilfe-Wischiwaschi von dem es schon eine ganze Industrie gibt.

2.: Auf die Frage zu welcher medizinischen Kategorie Hochsensibilität gehört antwortet Heuser: Zu gar keiner, weil es keine Krankheit ist. Es ist ein Persönlichkeitszug. Was ist daran falsch?

3.: Heuser sagt Menschen unterscheiden sich und Aron sagt nun es gibt Menschen die sind sensibler. Das klingt für mich auch nach einer Tautologie.

4.: Sie sagt, dass Menschen aufgrund von zu vielen physischen Reizen (über alle Sinne) keinen Leidensdruck entwickeln würden. (Hier bin ich mir nicht sicher ob ich sie da richtig verstanden habe, da sie hier ziemlich gestottert hat)
Dazu bin ich etwas zwiespältig und das nicht nur, weil ich mir nicht sicher bin was sie eigentlich gesagt hat.

ulikat hat geschrieben:Wie kommt sie darauf dass dies eine Krankheit sein könnte?

Weil das einleitende Thema der Sendung war "Selbsthilfegruppen für hochsensible Personen" und so wie die anonymen Alkoholiker eine Selbsthilfegruppe für Alkohol-Kranke ist, ist die Selbsthilfegruppe für HSP eine Selbsthilfegruppe für HS-Kranke (zumindest wäre das ein logischer Schluss)?
Und, dass ist vielleicht noch viel wichtiger: Weil Elaine Aron ja gezielt Selbsthilfe-Bücher für HSPs verkaufen will und auch wenn sie selbst immer sagt HS sei keine Krankheit, vermarktet sie doch das Gegenteil (HS ist keine Krankheit, aber viele HSP tendieren zu bestimmten Krankheiten).

ulikat hat geschrieben:aber es ist schlimm wenn man sich sein lebenlang als Aussenseiter fühlt und nicht mal sagen kann warum weil man eigentlich gar nicht anders sein will!

Als ich vor Jahren über den Myers-Briggs Type Indicator (MBTI) gestoßen bin mit seinen 16 Persönlichkeitstypen und vor nicht so langer Zeit beim HSP-Test war das auch eine befreiende Erfahrung. Es gibt tatsächlich Menschen die haben etwas mit mir gemein und die sind vollkommen in Ordnung so wie sie sind, also bin ich auch vollkommen in Ordnung und ich bin nicht alleine in meinem "Anders-sein". Eine Mischung aus "Es ist schön/okay anders zu sein" und "Es ist schön etwas mit anderen gemein zu haben."

Und auch wenn ich dieses Gemeinschaftsgefühl auch genieße ist es doch irrelevant. Jeder hat mit vielen etwas gemeinsam und unterscheidet sich von vielen anderen. Eine wichtige Erkenntnis, aber sie definiert einen Menschen nicht.

ulikat hat geschrieben:Und dann hat sie meiner Meinung nach ja mal voll den Beruf verfehlt.. oder nicht?!

Sie hat in dem Interview doch selbst gesagt, dass sie die Leute ernst nimmt die zu ihr kommen. Warum sollte sie vorsichtig sein bei dem was sie sagte? Sie sagte, was in Arons Büchern, die man für einiges Geld erwerben kann, auch drin steht: Jeder Mensch ist anders und das ist vollkommen normal und bedarf eigentlich keiner Erwähnung (außer bei denen, die es vergessen haben).

In diesem Sinne möchte ich Puck an vielen (vielleicht den meisten) Stellen zustimmen und ergänzen: Das ist bei Hochbegabung nichts anderes.

MfG
EmptyHSP
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Re: Radiobeitrag zum Thema HSP

Beitragvon originalC » Fr 27. Dez 2013, 22:56

Sie schien recht aufgebraucht, die Frau Psych. U72(

Musste schmunzeln und mir vorstellen, wie ein Patient zur ersten Sitzung kommt und auf die Frage :"Was denken Sie, wobei Sie Hilfe brauchen?" mit "Ich bin Hochsensibel!" antwortet.

Ich denke ebenso wie Puck und auch EmptyHSP, dass sie nicht viel falsches sagte. Brauch ich ja nicht nochmal wiedergeben.

EmptyHSP hat geschrieben:4.: Sie sagt, dass Menschen aufgrund von zu vielen physischen Reizen (über alle Sinne) keinen Leidensdruck entwickeln würden. (Hier bin ich mir nicht sicher ob ich sie da richtig verstanden habe, da sie hier ziemlich gestottert hat)
Dazu bin ich etwas zwiespältig und das nicht nur, weil ich mir nicht sicher bin was sie eigentlich gesagt hat.


Ging mir auch so.

Sich darüber klar zu werden diesen Wesenszug in eigener Ausprägung zu haben ist eine Sache. Es fördert sie Selbstfindung ungemein. Aber mögliche andere, medizinisch relevante, vielleicht aus HS resultierende Erkrankungen behandeln lassen zu wollen ist etwas ganz anderes. Das muss man einfach trennen. Und da hat sie recht - HS ist keine Krankheit.
Manchmal muss man sich seine Gedanken einfach aus dem Kopf schütteln!!! _headbang_
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Re: Radiobeitrag zum Thema HSP

Beitragvon Wasserhund » Sa 28. Dez 2013, 12:52

Ich habe nur gedacht: "Frau Heuser ist möglicherweise nicht hochsensibel."

...

Sie hat sicherlich mit vielem Recht. Ich kann das auch verstehen (Geldmacherei, Hype). Bloß, wenn ein Mensch mit etwas nicht zurecht kommt und medizinisch oder psychologisch laut Lehrplan keine Hilfe braucht, heißt das ja nicht, daß er gar keine Hilfe braucht.

Hochsensible haben Probleme mit der Wahrnehmung. Leider gibt es keinen "Wahrnehmorologen". Der eine geht zum Arzt, der ihm eine Brille mit getönten Scheiben verschreibt, der andere geht zum Psychologen und möchte gern wissen, wie er sein Verhalten verbessern kann, das sich durch die Überforderungssituation negativ auswirkt. Das ist nur natürlich und sinnvoll. Es gibt sicherlich Menschen, die gern zum Arzt oder Psychologen gehen, um mal mit jemandem zu reden, aber ich meine, daß die Mehrheit der Betroffenen dort eine Hemmschwelle hat und diese auch nur überschreitet, wenn die Belastung zu groß ist und damit auch ein Leiden im Raum steht. Ich denke mal, woran sich hier gerieben wird, ist, daß dafür jetzt ein Überbegriff gefunden wurde, der alles in einen Topf wirft. Das ist immer schwierig, denn so etwas wird gern zwechentfremdet.

Ich frage mich, warum Frau Heuser so aufgebracht war. Gab es ein nervenaufreibendes Vorgespräch zum Interview, in dem immer wieder das Wort Krankheit fiel?

Übrigens sind Krankheiten ebenfalls in ihrer Art weit gefächert. Schauen wir uns Asthma an: Belastungsasthma, Asthma wegen Streß, Asthma wegen Schadstoffen. Trotzdem steht der Überbegriff Asthma. Das Leiden ist unterschiedlich. Die Behandlung auch, wenn man sich's im Detail anschaut. Ist doch alles letzenendes individuell. Auch Krankheiten, die relativ gut erforscht sind. ;)
Wasserhund
 

Re: Radiobeitrag zum Thema HSP

Beitragvon Jamania » Sa 28. Dez 2013, 13:23

Wasserhund hat geschrieben: Übrigens sind Krankheiten ebenfalls in ihrer Art weit gefächert. Schauen wir uns Asthma an: Belastungsasthma, Asthma wegen Streß, Asthma wegen Schadstoffen. Trotzdem steht der Überbegriff Asthma. Das Leiden ist unterschiedlich. Die Behandlung auch, wenn man sich's im Detail anschaut. Ist doch alles letzenendes individuell. Auch Krankheiten, die relativ gut erforscht sind. ;)


Ich glaube, hier hinkt der Vergleich.

Asthma lässt sich sehr wohl nachweisen und kategorisieren, auch wenn jede Ausprägung und jeder Verlauf dann wieder hochindividuell sein mag.

Als Vergleich mit HS und der Schwierigkeit, die viele damit haben, fände ich da die Referenz zum großen Komplex der "Belastung" viel besser.

Wo fängt Belastung an, wo ist sie gut, wer braucht wieviel..., man stelle sich mal vor, es würde sich eine Gruppe der "Hochbelasteten" bilden, die mit einem Selbsttest festlegen, dass sie in Situationen, in denen andere noch gut funktionieren, weniger belastbar sind oder mehr Rücksicht brauchen.
Und alle, die sich durch Job, durch Krisen, durch Krankheit, aber eben auch durch mangelnde Fähigkeit, Geltungsdrang oder Bequemlichkeit überlastet fühlen, werden zu einer homogenen Gruppe zusammengefasst, die - unabhängig von den Ursachen - diese Hochbelasteten abhebt von den "Anderen" und ihnen suggeriert, es sei doch eine Gabe, dass man schneller zumacht und eben nicht funktioniert - zeugt von Weitsicht, Strukturen durchschauen und viel mehr spüren als eben die "Anderen" - vollkommen unabhängig davon, was für eine Geschichte hinter der Überlastung steht!

Im Einzelfall ist es für mich eine sehr gute Sache, seine Belastbarkeitsgrenze zu kennen und zu lernen, positiv mit ihr zu leben, genauso wie es eine gute Sache ist, zu wissen, ab wann man wo und wie überreizt ist, denn das ist etwas absolut Natürliches, dass man ab irgendeinem Punkt Reize als nicht mehr bereichernd wahrnimmt, sondern als störend.
Genauso wie Belastung ab einem bestimmten Punkt nicht mehr gut tut, aber da sollte man nicht die Belastung nehmen und sie pauschalisieren, sondern sie in den großen Zusammenhang von Ursache-Wirkung, eigenen Vorgaben, Lernarbeit, Entwicklung, uvm. stellen.
Mit der Überreizung, bzw. Hochsensibilität geht es mir ganz genauso, von daher verstehe ich den Ärger
Jamania
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