soziale Kompetenz

Was gibt es neues und interessantes? Diskussionen zum Ursprung von Hochsensibilität!

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soziale Kompetenz

Beitragvon Anima (Lufthauch) » Sa 16. Mär 2019, 10:49

Hallo zusammen,

mein Eindruck ist, dass so etwas wie soziale Kompetenz zu den wichtigsten menschlichen Fähigkeiten gehört. (Oder?)

Denn wir leben nicht isoliert, sondern sind als Menschen auch "Rudeltiere" (ich denke auch als HSPs).
Meine Erfahrung mit mir selbst ist: Ich brauche zwar mehr Erholung nach sozialen Kontakten als so manch andere Leute, trotzdem habe ich aber täglich mit Menschen zu tun. – Das finde ich persönlich für mich auch wichtig, zwar schon auch oft mal nervig icon_winkle , aber auch oft bereichernd.

Und hier im Forum werden ja auch viiiiele Fragen zum Zwischenmenschlichen und zur Kommunikation gestellt:
Wie den Umgang mit unseren Mitmenschen leben und führen und gestalten?

Ich meine, da kommen dann eben auch immer wieder die sog. „sozialen Kompetenzen“ ins Spiel.

Bei Wikipedia steht was zu soziale Kompetenz:
Demnach setze sich die soziale Kompetenz aus zwei Komponenten zusammen, Konfliktfähigkeit und Kooperationsbereitschaft. Sozial kompetente Menschen verfügten demnach über die seltene Gabe, diese zwei eher gegensätzlich scheinenden Verhaltensweisen situativ so einzusetzen, dass es ihnen möglich wird, eigene Ziele innerhalb sozialer Beziehungen zu erreichen, ohne die Beziehung zu gefährden. Somit sei soziale Kompetenz als der optimale Kompromiss zwischen Selbstverwirklichung und sozialer Verträglichkeit zu sehen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Kompetenz


Was haltet ihr für sozial kompetentes Verhalten, oder auch was haltet ihr für sozial inkompetentes Verhalten?
Kann man diese Verhaltensweisen bei anderen beobachten, oder auch wie schätzt man bei sich selbst die Kunst seiner sozialen Fertigkeiten ein?
Seht ihr vielleicht auch Bezüge zur Hochsensibilität?

Danke für eure Gedanken dazu.

(Ich denke, das ist ein bisschen Menschen- (und Selbster-) „Forschung“ in diverse Richtungen, deshalb habe ich das Thema in dieses Forschungs-Unterforum gestellt.)

Viele Grüße! :-)
Anima
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Re: soziale Kompetenz

Beitragvon Träumerle » So 17. Mär 2019, 00:54

Hallo Anima :-)

Soziale Kompetenz... ja, was ist das? Für mich jedenfalls der Grundpfeiler eines angenehmen Verhältnisses mit meinen Mitmenschen, sowohl von meiner, als auch deren Seite. Ich glaube aber, es gehört noch weitaus mehr zur sozialen Kompetenz (im Folgenden mit s. K/k. abgekürzt) als "nur" Konfliktfähigkeit und Kooperativität. Freundlichkeit, Höflichkeit, Rücksicht und eben auch Empathie zählen für mich genauso dazu. Ein Mensch, der die eben genannten Eigenschaften besitzt, den würde ich als s. k. bezeichnen, wobei man sich auch fragen sollte, ob s. K. 24/7 garantiert ist oder auch mal "Pause macht". Da man eben nicht jeden Tag so gut gelaunt ist und auch Fälle hat, in denen soziale Situationen zu einer echten Zwickmühle werden können, ist sicher jeder von uns auch schon mal weniger s. k. aufgetreten, jedenfalls in diesem Moment. Meiner Meinung nach ist das, solange das nicht dauernd vorkommt, kein Grund zur Sorge, man sei nicht s. k. Es geht doch um das Grundsätzliche, nicht wahr? icon_winkle

Ja, der Mensch ist ein soziales Wesen und Begegnungen mit Menschen gehören zum Leben dazu wie Atmen. Hier stoßen wir schon auf das erste Klischee, das ja oft besagt, Introvertierte seien nicht s. k. Das geht so weit, dass es mich manchmal an meiner s. K. echt zweifeln lässt, obwohl ich im "Normalzustand" eigentlich immer der Meinung bin, ich sei s. k. Ganz falsch ist es wohl auch nicht, denn mir fallen schon soziale Situationen ein, die ich wegen meiner Introversion nicht meistern konnte, wäre das Ganze für Extrovertierte überhaupt kein Problem. Wenn ich von Menschen genervt, bzw. überreizt bin und auch noch ein kleines Missverständnis hinzukommt, ist der irrationale Teil in mir immer der festen Überzeugung, ich sei für andere Menschen gar nicht gemacht. Generell aber gehen mir Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft mehr als leicht von der Hand - wenn ich mich sicher fühle und nicht aus dem Konzept gebracht werde, versteht sich.

Dank meiner HS kann ich bei anderen schnell erkennen, wie weit die s. K. bei meinem Gegenüber ausgeprägt ist. Man darf sich nur nicht von der Größe des Freundeskreises oder des Geldbeutels irritieren lassen, denn "je größer die beiden, desto höher die s. K." ist meiner Erfahrung nach total falsch. Und letzten Endes hat es wohl auch viel damit zu tun, wie sympathisch eine Person mir ist. Vor allem, wenn die Meinungen über eine Person auseinandergehen ist das echt interessant zu beobachten, denn dann wird eine Person in ihrer s. K. ganz unterschiedlich eingeschätzt, sodass man nicht allgemein sagen kann, wie s. k. die Person denn jetzt ist. Ich kann aber auch die Entwicklung der s. K. beobachten, bei mir und auch bei anderen. Und die Entwicklung steigt meiner Ansicht nach, wenn die Person offener, zugänglicher und toleranter wird - eben wichtige Anteile der s. K.

HS habe ich auf jeden Fall so kennengelernt, dass s. K. mit ihr einhergeht. Das in Schwarz-Weiß zu betrachten ist jedoch auch nicht richtig - es mag zwar stimmen, dass HSP's im Umgang mit Menschen ihre feinen Antennen nutzen, um einen Eindruck von s. K. zu erwecken, doch es gibt auch so viele Nicht-HSP's, die wirklich umgänglich und somit s. k. sind, es vielleicht auf eine andere Art rüberbringen. Wenn ich hier im Forum lese und immer wieder von diesem freundlichen und respektvollen Umgangston begeistert bin, habe ich aber auch immer im Hinterkopf, dass die ganzen User auch normale Menschen mit einem Privatleben außerhalb des Forums sind. Ihr Verhalten im Privatleben lässt sich nur erahnen, aber es ist mit Sicherheit nicht immer so sanftmütig wie sich der Mensch als User präsentiert (s. erster Absatz). Auch eine HSP muss ihre s. K. erst erlernen und das Wundermittel dagegen ist eben Kontakt mit anderen Menschen. Wächst man in kompletter Isolation auf, schadet das der s. K. sehr, welche sich so überhaupt nicht entfalten kann, HS hin oder her. Ich glaube, auch dadurch, dass wir niemanden verletzen wollen, bauen wir diese Mauer der zaghaften, weichen Freundlichkeit im Alltag um uns herum auf. Das könnte der Grund sein, warum man HSP's oftmals so s. k. einschätzt, arbeiten ja auch viele von "uns" in sozialen Berufen.

Leider, und das kann ich als Schüler hervorragend beobachten, gibt es eine traurige Entwicklung in der Gesellschaft: Je jünger die Menschen, desto unwichtiger wird die s. K. Ältere Generationen legen einen großen Wert auf s. K. und vielen Jugendlichen ist diese relativ egal, da gibt es weitaus relevantere Faktoren, nach denen man sich seine Freunde sucht, z. B. die Aktivität in den sozialen Netzwerken (ja, da kommt auch das Wort "sozial" vor, aber hat damit eher weniger zu tun), die gemeinsamen Hobbies und die Menge an Wirbel um eine Person. Deshalb sind viele sozial problematische junge Menschen von Freunden ständig umringt, während total nette teilweise keinen Anschluss finden. Es muss sich an diesem Trend dringend etwas ändern, auch auf die Erziehung und Pädagogik bezogen, da die wahren wichtigen Werte an Bedeutung verlieren. Wenn dies gelingt, wird das Leben in der Gesellschaft ganz bestimmt wieder hochwertiger und einfacher. :-)

Gute Nacht und liebe Grüße,

Träumerle :-)
Ich weiß, ich bin ein HSP,
da ich die Welt ganz anders seh'.
Ich tue dies auf meine Weise,
nämlich ruhig und auch sehr leise.

Für mich ist's eine große Gabe,
wenn ich's auch nicht immer leicht habe.
Drum nehmt euch's nicht zu Herzen,
Ewig sind nicht mal die schlimmsten Schmerzen.

~Träumerle :-)
_____________
(Ich bin männlich...)
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Re: soziale Kompetenz

Beitragvon Jamania » So 17. Mär 2019, 09:56

Hallo zusammen und spannendes Thema :-)
Ich würde gerne tiefer eintauchen, aber schaffe das leider zeitlich gerade nicht.

Die erste Assoziation, die ich hatte, als ich das Thema gesehen habe:

Das, was soziale Kompetenz in der Wahrnehmung des Menschen ausmacht, unterliegt alleine in meiner Lebenszeit schon gewaltigen Veränderungen und stellt mich vor enorme Herausforderungen, denn für mich ist es an Komplexität kaum zu übertreffen.

Momentan sind wir dort, wo es in seiner jetzigen Form im Alltagsleben angekommen ist und in den meisten Gruppierungen und sozialen Verbänden auf der persönlichen Ebene eine Riesenrolle spielt!
Jeder scheint zu wissen, was genau diese Sozialkompetenz ist und kann in der Theorie darüber wunderbar philosophieren und in richtig und falsch einteilen.
Es gibt eine Wucht der Überzeugung und strenge Regeln, die aber von denen, die sie vertreten, meist als gar nicht so streng wahrgenommen werden, sondern als grundlegende Verbesserung zu dem, was vorher war.
In der praktischen Umsetzung gibt es dann aber ein heilloses Durcheinander und bei den meisten klappt es dann doch wieder nicht.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass dort, wo am wenigsten über solche Konzepte nachgedacht wird, das Miteinander eher besser funktioniert, dort, wo auf Laienbasis sehr viel Wert auf die "Formen" gelegt wird, oft eine Ich-machs-richtig-die-anderen-sind-noch-unterentwickelt-Haltung entsteht.

Nur noch mal deutlich:
Damit meine ich jetzt nicht hier das Forum, das ich als übergeordnete Ebene sehe, in der solche Themen Raum finden sollen und dürfen, sondern den privaten Raum, in dem jeder mittlerweile zum Alltagspsychologen geworden ist.
Einerseits eine Entwicklung, die ich begrüße, denn diese Dinge sind ja auch im privaten Raum wesentlich und es ist gut, dass wir uns damit beschäftigen.
Andererseits bin ich erschrocken darüber, wie sich Strömungen bilden und unterteilt wird in richtig oder falsch, wie schnell Kompetenz angenommen oder anderen abgesprochen wird, wie wenig auf das Gesamtbild geschaut wird und dennoch geglaubt wird, man hätte den Durchblick.
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Re: soziale Kompetenz

Beitragvon Erdbert » So 17. Mär 2019, 12:47

die grundsteine der sozialen kompetenz entwickeln sich im kindesalter. dafür hat die erziehung bzw. die eltern zu sorgen.
wenn sich einkind nicht geborgen und angenommen fült, trägt er enwicklungsschäden davon. das ist völlig unabhängig von HS, die gerne mit soziale inkompetenz verwechselt oder gleihgesetzt wird.

Träumerle hat geschrieben:Ja, der Mensch ist ein soziales Wesen und Begegnungen mit Menschen gehören zum Leben dazu wie Atmen. Hier stoßen wir schon auf das erste Klischee, das ja oft besagt, Introvertierte seien nicht s. k.

dieses klsicheee findet sich nach meiner auffassung besonders hier im forum als im rl, wo introvertierte gut klarkommen. diese ganzen vorurteile über introvertierte werden hier sogar geschürt, was wohl dran liegt wenn jemand von einer kleinen schlechten erfahrung aus der eigenen lebensgeschichte auf die gesamtmenschheit schliesst. hier sind wir dann an dem punkt, den ich oben schrieb: eltern haben das kind nie dazu ermutigt, sich bei schlechten erfahrungen durchzusetzen, keinen mut zugesprochen, keine hilfestellungen gegeben, das kind schlimmstenfalls emotional verwahrlosen lassen. so ist es nicht verunderlich dass jemand sozial inkompetent wird, voller vorurteile, klischees und stereotypem denken agiert und andrere dafür verntwortlich macht. viele verwechseln oder interpretieren ds dann als HS aber in wirklichkeit ist die ursche in der kindheit.
in unseerr (christlich-abendländischen) gesellschaft gilt kritik an den eltern und der erziehung noch immer als tabu, so wie auch die entsprechende psychotherapie, die alte beziehungsmuster aufbrechen könnte.
anstatt über psychotherapie und die eigene geschichte zu reflektieren wird verantwortung abgeschoben und projiziert. wenn man die erwartungen aus dem bereich "HSP und Freunschaften" nimmt, so fallen sofort eher "unerwachsene" bis unreife - und sogar romantisierende - ansprüche und wunchvorstellungen (der "seelenverwandschaft") an andere erwachsene menchen auf. es wirkt fast so, als wolle man einen freund als therapie- oder therapeutenersatz benutzen, der dann "tiefe Gespräche" über psychische besonderheiten führen soll, so als hätte der freund kein eigenständiges - und vo allem erwachsene - entwicklung durchlebt. es bleibt also auf einem jugenlichen niveau der orientierung an freunde anstatt selbst an seiner lage zu ändern. das urvertrauen scheint nicht vorhnden, denn es fallen scheinbar beiläufig bergriffe wie "vertrauen haben müsse" usw. so als wäre die wunschfreundschaft verantwortlich für den mngel an urvertrauen...

nirgndwo steht dass aron mit tiefen gesprächen alleine den austauch von eigenen psychischen beindlichkeiten meint. genausogut könnte sie den vielbegabten scnnertypus beschreiben, der tief gespräche über quantenmechanik, psychologie oder musikwissenschaft und allerlei forschung liebt. im rahmen von HSP geht aber fast immer um diese psychothemen in verbindung mit eigener mangelnder sozialkompetenz, wozu man gleichgesinnte sucht.

Auch eine HSP muss ihre s. K. erst erlernen und das Wundermittel dagegen ist eben Kontakt mit anderen Menschen. Wächst man in kompletter Isolation auf, schadet das der s. K. sehr, welche sich so überhaupt nicht entfalten kann, HS hin oder her. Ich glaube, auch dadurch, dass wir niemanden verletzen wollen, bauen wir diese Mauer der zaghaften, weichen Freundlichkeit im Alltag um uns herum auf. Das könnte der Grund sein, warum man HSP's oftmals so s. k. einschätzt, arbeiten ja auch viele von "uns" in sozialen Berufen.


dem zeiten teil des posts würde ich vertiefen. erstens tritt die klischeehafte verallgemeinerung von "uns HSP" gerade wieder auf, zweitens kann es genauso gut sein dass diese HSP aus erziehungsgedingten gründen ein helfersyndrom entwickelt hat und unbewust anerkennung durch hilfeleistungen im sozielen arbeitssektor sucht. unsichere menchen achten bsonders darauf andere nicht zu verletzen, weil sie in ihrer emotionalen struktur auf die emotionen und gefühle der anderen angewiesen sind um sich selbst gut und sicher zu fühlen - möglicherweise, weil sie es nicht anders kennen und nie anders gelernt haben. hier kommt dann wieder konfliktfähigkeit als sozialkometenz zum tragen.
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Re: soziale Kompetenz

Beitragvon Fräulein » So 17. Mär 2019, 12:56

Für mich stellt die soziale Kompetenz keine Kunst dar, sondern eine notwendige Fähigkeit, die das Überleben einer Gemeinschaft sichert. Das sind erstmal ganz grundlegende Fähigkeiten die beherrscht werden müssen. In der Hochsensibilität sehe ich keine gesteigerte Form, die das Überleben in der Gemeinschaft sichert.
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Re: soziale Kompetenz

Beitragvon Anima (Lufthauch) » So 17. Mär 2019, 14:31

Hallo ihr,

offensichtlich: soziale Kompetenz ist ein überaus vielgestaltiges, schillerndes Konstrukt!

Und es betrifft (naturgemäß :-) ) unser Leben in jeder Hinsicht: sowohl beruflich als auch privat, sowohl in Beziehungen auf Mikroebene als auch auf Makroebene. Und eben deshalb finde ich es so interessant, sich damit zu beschäftigen und auszutauschen.
Deshalb auch vielen Dank an euch für eure Beiträge! :-)

Ich denke auch, was jeweils unter sozialer Kompetenz verstanden wird und welche Bedeutung sie hat, scheint - auch über die Zeit - enormen Entwicklungen und Veränderungen unterworfen.

Hier mal was aus dem beruflichen Bereich: So habe ich von einer interessanten Studie gelesen, bei der sich zeigt, wie sich eben auch die Schwerpunkte, die im Berufsleben gefragt sind, mit den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedingungen wandeln.

Da wurden Personalentscheider und Vorstände zu den wichtigsten Hard und Soft Skills befragt, die in Deutschland heute und in zehn Jahren wesentlich sein sollen. Und es zeigte sich dabei folgendes:

1. Soft Skills (also soziale Kompetenzen) gewinnen zunehmend an Bedeutung gegenüber den Hard Skills (Fachkompetenzen) und werden verstärkt nachgefragt.
2. Und auffällig ist auch der Bedeutungswandel innerhalb der sozialen Kompetenzen, da verschieben sich die Prioritäten signifikant:
Gegenwärtig gelten noch Kritikfähigkeit, Entscheidungsstärke und Verhandlungsführung als die wichtigsten sozialen Fertigkeiten. - In zehn Jahren allerdings sollten funktionsübergreifende Kompetenzen den höchsten Bedeutungszuwachs haben, und auch interkulturelle Kompetenz und Mitarbeiterführung.

Fazit:
Das unterstreicht die zunehmende Nachfrage nach Mitarbeitern, die gut kommunizieren können - mit ihren Kollegen, mit Akteuren außerhalb des Unternehmens und über Sprachgrenzen hinweg. Auch kulturelles Feingefühl ist wichtig, um in der globalisierten Geschäftswelt erfolgreich zu sein.
https://www.tagesspiegel.de/advertorial ... 20254.html


Also wirkt die zunehmend globalisierte Welt sich so aus, dass „mit anderen reden können“ immer wichtiger wird - vielleicht sogar noch vor dem „was man da eigentlich miteinander redet“? _nüxweiss_ icon_winkle

Euch noch einen schönen Sonntag! :-)
Anima
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Re: soziale Kompetenz

Beitragvon sol » So 17. Mär 2019, 20:28

Hallo Zusammen,
welch ein interessantes Thema! Danke, @Anima, für´s Einbringen! _rosegirl_

Ja, die Wikipedia-Definition von Sozialer Kompetenz und von Sozialverträglichkeit finde ich als Arbeitsdefinition ganz gut. Und auch den gesellschaftlichen Bedeutungswandel, den Erziehungseinfluss sehe ich als sehr einflussstark.

Was immer gleich bleibt, da unser menschlicher Organismus evolutionär sich nicht so schnell verändert wie gesellschaftliche Wandel oder politisch-wirtschaftliche Organisations- und Herrschaftsformen wie Demokratie, Diktatur, Sozialismus, Kapitalismus u.a. ist unsere Natur als soziales Wesen, als Beziehungswesen.
Kinder verkümmern und sterben ohne Beziehung und Bindung, verzerrte und schädliche Formen der Beziehung und Bindung beim Aufwachsen in Krieg, Gewalt, Armut, Vernachlässigungen, extremer Verwöhnung, traumatischen Erfahrungen, gestörten und psychisch kranken Familienumfeldern uvm. erzeugen oft verzerrtes und schädliches sowie selbstzerstörerisches Denken, Fühlen und Verhalten bei den Heranwachsenden und dann Erwachsenen.

Die menschlichen sozialen Bedürfnisse und Instinkte, auch Gruppeninstinkte und Bedrohungswahrnehmungen im sozialen Umfeld lassen sich mitunter meiner Ansicht nach fast mit urzeitlichem Stammesverhalten der Jäger und Sammler noch eher erklären als mit modernen Erwartungen und Beschreibungen zur Sozialen Kompetenz.

Scheinbare Überreaktionen, durch unbewusste Prägungen, unterwandern oft die Bewusstseinskontrolle und führen zu Eruptionen von Bedrohungsszenarien, Aggressionen, Massenpanik, Massenmanipulationen uvm.

Ich denke, auf welche Frage ich hinaus will, ist: Wieviel der Sozialen Kompetenz kann ich bewusst einsetzen, indem mir meine Bewertung der Sozialen Situation bewusst ist wie auch meine Reflexion und mein Handeln?

Wieviel meiner Bewertungen und spontanen Reaktionen in einer sozialen Situation sind individuell erklärbar und wieviel kollektiv?

Ich selber, die ich mich selber als sozialverträglich im Umgang einschätzen würde und dies auch zurückgemeldet bekomme, bin nämlich in der Selbsterforschung in wahre Irrgärten und Stammhirnreflexbereiche sowie im Sinne des Schattenkinds zu alten Glaubenssätzen und Familienaufträgen geraten, die meine vermeintlich frei gewählte und solidarisch ausgerichtete Soziale Kompetenz sehr oft zu reinen R e a k t i o n e n machten, deren auslösende R e i z e ganz und gar nicht individuell und bewusst bei mir lagen oder wenn sie bei mir lagen, dann aber nicht m e i n e n Interessen dienend, sondern kollektiven, gesellschaftlichen, normierten, familiären.

Soweit erstmal lasse ich es mal mitten im Andenken dieses Aspektes stehen, der einfach mal eine Denkschneise öffnet in einem Gewirr von Verbindungen. [*]
„There‘s a crack in everything, that’s how the light gets in.“ Leonard Cohen
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Re: soziale Kompetenz

Beitragvon Anima (Lufthauch) » Mo 18. Mär 2019, 09:29

Hallo zusammen,

sol hat geschrieben:Ich denke, auf welche Frage ich hinaus will, ist: Wieviel der Sozialen Kompetenz kann ich bewusst einsetzen, indem mir meine Bewertung der Sozialen Situation bewusst ist wie auch meine Reflexion und mein Handeln?

Wieviel meiner Bewertungen und spontanen Reaktionen in einer sozialen Situation sind individuell erklärbar und wieviel kollektiv?

Ich selber, die ich mich selber als sozialverträglich im Umgang einschätzen würde und dies auch zurückgemeldet bekomme, bin nämlich in der Selbsterforschung in wahre Irrgärten und Stammhirnreflexbereiche sowie im Sinne des Schattenkinds zu alten Glaubenssätzen und Familienaufträgen geraten, die meine vermeintlich frei gewählte und solidarisch ausgerichtete Soziale Kompetenz sehr oft zu reinen R e a k t i o n e n machten, deren auslösende R e i z e ganz und gar nicht individuell und bewusst bei mir lagen oder wenn sie bei mir lagen, dann aber nicht m e i n e n Interessen dienend, sondern kollektiven, gesellschaftlichen, normierten, familiären.


„Denkschneise im Verbindungsgewirr“- was für eine obercoole Formulierung, sol! :-)

Deshalb fahre ich gern mal ein kleines Stück weit in die Schneise rein (vielleicht führt sie zu weiteren Verzweigungen?).

Das finde ich schon zwei sehr interessante Fragen, die da der sozialen Kompetenz zu Leibe rücken. (Und ja, du hast recht, auf beiden Ebenen können Probleme zur sozialen Kompetenz entstehen.)

a) Individuelle vs. kollektiv vorgegebene Bewertungen einer sozialen Sachlage? - Sehr spannend!! Und oft gar nicht so leicht aufzudröseln, da bei uns Rudelwesen ein sehr eng geschnürtes Paket ...

b) Dem individuellen vs. dem kollektiven Interesse dienendes Handeln?
Das würde ich für mich nun eher pragmatisch sehen, also im Sinne des Outcomes. Nämlich: Gibt es im Outcome längerfristig gesehen einen belastbaren Interessen-Ausgleich zwischen dem Individuellen und dem Kollektiven/bzw. dem anderen? – Wenn ja, alles klar. _zwr_
Wenn nein, müsste es zur Korrektur zurück in die Schleife deiner a)- und b)-Fragen.
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Re: soziale Kompetenz

Beitragvon Golbin » Di 19. Mär 2019, 01:08

Hallo Anima, hallo zusammen,

ich stelle mir noch eine weitere Frage: Wie viel soziale Kompetenz ist sinnvoll einzusetzen?

Ich gehe dabei bewusst von einer einfachen Defition aus: Soziale Kompetenz ist das Handeln in Sinne einer Gemeinschaft.

Ich habe dabie folgende Szenarien im Kopf:
- Wenn alle im Sinne der Gruppe handeln, gibt es keinen Individualismus mehr. DIe Gruppe lenkt. Ich denke dabei an die Borg auf Raumschiff Enterprise. Ich sehe die Gefahr der Absorption. Außerdem fehlt ein Antrieb, wenn ich meine eigenen Bedürfnisse immer zurückstelle.
- Wenn einige nach s.K. handeln und sich zurückstellen, andere nicht, ergibt sich ein Ungleichgewicht. Das führt früher oder später zu Spannungen, sowohl in deR Gruppe als auch im Individuum.
- Handel ich nie nach s.K., werde ich als Egoist gesehen oder härter noch als soziales Schwein.

Was ist aber der richtige Grad der sozialen Kompetenz?

Dazu kommt auch, dass die Gesellschaft (Gruppe) Druck ausübt. So ist heute das Tragen von Pelzen und das Rauchen von ZIgaretten in großen Teilen der Gesellschaft verpönt.
Ich selbst wiche zum Beispiel im Urlaub vonder s. K. ab.: Obwohl ich weiß, wie umweltscähdlich Kruezfahrten sind, mache ich sie gern.

Aus meiner Sicht entscheidet jeder slbst über seine s.K. und wird dafür von außen beurteilt. Die Frage ist dann, nach welcehn Maßstäben?

viele Grüße
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Toleranz ist zu akzeptieren, dass dieselbe Welt für uns unterschiedlich ist.
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Re: soziale Kompetenz

Beitragvon Jamania » Di 19. Mär 2019, 10:22

Hallo zusammen,

Golbin hat geschrieben:Soziale Kompetenz ist das Handeln in Sinne einer Gemeinschaft.

Ist sie das denn wirklich?
(siehe Animas Beitrag, in dem sie folgende Quelle zitiert):
Demnach setze sich die soziale Kompetenz aus zwei Komponenten zusammen, Konfliktfähigkeit und Kooperationsbereitschaft. Sozial kompetente Menschen verfügten demnach über die seltene Gabe, diese zwei eher gegensätzlich scheinenden Verhaltensweisen situativ so einzusetzen, dass es ihnen möglich wird, eigene Ziele innerhalb sozialer Beziehungen zu erreichen, ohne die Beziehung zu gefährden. Somit sei soziale Kompetenz als der optimale Kompromiss zwischen Selbstverwirklichung und sozialer Verträglichkeit zu sehen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Kompetenz

Nach der Definition wäre Sozialkompetenz moralisch eher wertneutral und nicht altruistisch.
Und haben wir (also die Gesellschaft) den Begriff nicht wieder mal gnadenlos im Alltagsgebrauch positiv moralisch befrachtet?

Grundsätzlich gibt es ja mehrere Aspekte in diesem Konstrukt, denn auch die Kompetenz mit den eigenen Gefühlen umzugehen, gehört dazu.
Und dann wäre "erfolgreich" weniger auf den Wert für die Gesellschaft ausgerichtet, als auf ein funktionierendes Gleichgewicht oder ein Ergebnis, in dem der Einzelne sich eben nicht hinter der Gemeinschaft zurückstellt, sondern gleichberechtigt seine Ansprüche geltend macht.

Ich finde das Kreuzfahrt-Beispiel dafür eigentlich ideal, denn es demonstriert so einen Fall, in dem die eigenen Bedürfnisse in den Kontext der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen gestellt und ausgewertet werden.
Das Ergebnis ist eine Sache, von der alleine man nicht ableiten kann, ob jemand über Sozialkompetenz verfügt oder eher nicht.
Es wird aber häufig gemacht - allerdings dann meist in die Richtung, dass Sozialkompetenz abgesprochen wird.
Golbin hat geschrieben:Aus meiner Sicht entscheidet jeder slbst über seine s.K. und wird dafür von außen beurteilt. Die Frage ist dann, nach welcehn Maßstäben?

Ja, so sehe ich das auch.
Es gibt aber bestimmte Strömungen, die sehr stark vorgeben, was angemessen ist und was nicht und daraus werden auch die entsprechenden Überzeugungen gebildet.
Daraus enstehen dann die Rahmenbedingungen für so Konstrukte wie soziale Kompetenz.

Wer welche dann wie gewichtet, ist wieder Privatsache (wie bei dem Kreuzfahrtbeispiel, dafür macht man halt anderes nicht, was der Gesellschaft schaden würde)
Aber da das alles so fragmentiert ist, kocht jeder daraus ein eigenes Süppchen.
Finde ich auch nicht weiter schlimm, es ist die logische Konsequenz, bei so vielen (berechtigten!) Anliegen, die uns in der Gesamtheit überfordern

Das Problem beginnt für mich da, wo das eigene Handeln als überlegen eingestuft wird, weil man rechts und links vergleicht und sieht, dass Menschen das mit Füßen zu treten scheinen, auf das man so großen Wert legt.
Die eigene soziale Kompetenz kann man sehen, nachverfolgen und evtl. Ausbrüche mit Gründen belegen, warum es gerade eben nicht geht.
Nach außen schaut man nur auf Verhalten und da wird oft unterstellt, dass andere sich diese Gedanken nicht machen und ihnen die Gesellschaft total egal ist,

Und das ist keine abstrakte Kritik.
Ich kann mich da sehr wieder finden und muss mich manchmal stark am Riemen reißen.
Und ich bin da nicht die einzige.
Dieses Phänomen fetzt seit einiger Zeit durch unsere Gesellschaft, verursacht Schuld- und Schamgefühl, ebenso wie Trotz und jetzt-erst-recht.
Und es lenkt die Energien dahin, wo sie eigentlich unnütz verschwendet sind angesichts der ja nun existierenden Probleme.
Jamania
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