Traumdeutung

Was gibt es neues und interessantes? Diskussionen zum Ursprung von Hochsensibilität!

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Re: Traumdeutung

Beitragvon Idefix » Do 8. Jan 2015, 13:47

Bitte gern, liebe Stimmungsaufhellerin *kleineSonnehinmal
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Re: Traumdeutung

Beitragvon Aniger » Do 8. Jan 2015, 17:36

Idefix hat geschrieben:Liebe Aniger,

oh ja, Vertrauen ist ein Thema, manchmal auch verkleidet als Verlässlichkeit, dann jedoch oft in Projektion... daher "spiele" ich mit dem Wort... was mir vertraut ist... ob ich mich traue... usw. bis hin zu Überlegungen hinsichtlich meines mir selbst trauen könnens, Integrität, meines an mich selbst glauben könnens...

Selbst - Mut - Glaube... Vertrauen führt mich dort hin. Wissen tu ich das schon, fühlen nicht immer.

Lieben Gruß



Wenn du magst und du dich traust....da gibt es dieses Kleid des " Beschütztseins ", sogar passend in deiner Größe, quasi maßgeschneidert für dich !
Es wird dich ganz wundervoll kleiden. _magic_

Lieben Gruß
Aniger
 

Re: Traumdeutung

Beitragvon Idefix » Do 8. Jan 2015, 17:44

... hi, ich und Kleider...

Ich glaube, es liegt am Selbstvertrauen. Kann ich mir selbst Vertrauen, dann kann ich auch anderen vertrauen.
Na ja und am Selbstschutz... wo ich ja wieder bei den Grenzen angekommen wäre... wie soll ich etwas schützen, wenn ich mir seiner (meiner) Grenzen nicht bewusst bin... also noch mehr Bewusstheit...

Ok, dann hätte ich gern ein Kleid Bewusstsein, in das ich mich jederzeit eingehüllt weiß und fühle _yessa_

... und hab ich dann auch genug Mut ?

Ich fühl es genau, die Antwort ist in mir... sie wartet nur darauf... tja, auf was eigentlich?
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Re: Traumdeutung

Beitragvon Manja72 » Fr 13. Nov 2015, 11:03

Hallo,

ich habe diesen Beitrag gerade entdeckt und da ich letzte Nacht einen beklemmenden und einen merkwürdig-morbiden Traum hatte, möchte ich beide hier kurz schildern.

Diese Art der Träume ist das erste Mal aufgetreten. Und ich bin insgesamt verunsichert und würde objektives Input dazu sehr schätzen. :-)
________________________
Traum Nr. 1:
Ich bin irgendwo unterwegs bzw. von irgendwoher nach Hause gekommen und froh darüber. Plötzlich fällt mir siedendheiß ein: Mein Baby! Ich habe mein Baby vergessen, vernachlässigt und es nicht gefüttert. Bestimmt ist es tot.
Dann überlege ich wo es ist und mir fällt ein, dass es bei einer sehr guten Freundin in der Wohnung ist, die aber gerade im Urlaub ist. Jedenfalls versuche ich mehrmals erfolglos hinzukommen. Endlich schaffe ich es, bin in der Wohnung, renne ich Schlafzimmer und dort liegt das Baby. In einem Pappkarton, aufgebahrt wie zu einer Beerdigung, abgedeckt mit einem dünnen Schleier, bereits etwas mumifiziert und der Bauch ist ganz verfault.
Ich denke im Traum, oh Gott ich habe mein Kind vergessen und verhungern lassen, was bin ich nur für ein Mensch. Gleichzeitig fühle ich mich sehr verstört, entsetzt, mutlos und trotzdem sogar etwas erleichtert (!).

Ich wache völlig durcheinander auf und muss mir erstmal klar machen, dass ich gar kein Kind habe und es nur ein Traum war.

________________________

Ich hatte ähnlich gelagerte Träume in der Vergangenheit. Da ging es aber um Haustiere, die ich vergessen und verhungern lassen hatte. Und das Gefühl war ähnlich: verstört, entsetzt und irgendwie erleichtert. Ich bin normalerweise sehr fürsorglich und verantwortungsbewusst, daher muss das irgendeine Angst ausdrücken. Ich hatte vor kurzem die Erkenntnis, dass ich keine Kinder haben will. Weil ich denke, dass mich das überfordern würde und auch weil ich meine Unabhängigkeit nicht für ein Kind opfern möchte und ich Angst habe, dass die Mutterschaft und das damit verbundene Gefühl der Verbundenheit und Abhängigkeit mich kaputt machen würde, da ich Liebe (außer Freundschaft) bisher immer nur als vereinnahmend, erstickend oder zerstörend erlebt habe. Alles auch Themen, die mich in Beziehungsdingen nicht zum Ziel kommen lassen bzw. ich diesen Konflikt bisher nicht auflösen konnte. Vielleicht hat das was damit zu tun.
Aber so was habe ich noch nicht geträumt und ich bin einigermaßen erschrocken. Vor allem über den verfaulten Bauch des Babys. Was will mir mein Unterbewusstsein mitteilen?

________________________
Traum Nr. 2:

Weil es so schön war, geht es gleich mit dem Tod weiter. Ich bin also wieder eingeschlafen und träume
n von Friedhöfen.
Konkrekt bin ich auf einem wunderschönen Friedhof, der mehr aussieht wie ein sehr schönes und idyllisches Bergdorf mit leicht mediterranem Einschlag. Dort ist es sehr voll und viele Leute sind unterwegs, um sich ihre Gruft auszusuchen.
Ich bin wohl auch da, um eine Familiengruft zu kaufen oder zu bekommen. Ein Kaufvertrag wird nicht geschlossen, es geht mehr darum, dass ich dann plötzlich eine Familiengruft habe und darin stehe.
Sie ist vollkommen leer und sieht eigentlich total anheimelnd aus. Alles ist in einem warmen orangefarbenen Ton oder Licht gehalten und ich denke, ist ja ganz gemütlich hier. Hier kann man es im Notfall auch einfach mal so aushalten.
Dann plötzlich Schwenk. Ein anderer Friedhof. Diesmal komplett mediterran, aber mitten in einer hektischen Stadt. Es kam mir vom Flair vor wie Nizza an der Strandpromenade.
Auch auf diesem Friedhof ist viel los und es ist ganz wichtig, dass jeder eine möglichst schicke und wichtige Gruft bekommt. Ich bin dort mit einem Paar, dass ich nicht kenne, dass mich aber an die Geißens erinnert. _help_ Vor allem sie redet auf mich ein, ich soll jetzt einfach mal loslaufen oder so. Jedenfalls animiert sie mich dazu, mich zu überwinden und etwas zu tun. Ich glaube es war über einen eisernen Zaun zu klettern. Dann bin ich plötzlich wieder in einer Gruft, die sich dann als meine herausstellt. Wieder sehr hübsch und in einem warmen Orange, mit Fenstern, nur diesmal schicker, pompöser.
Dann ist sie wieder da - blond, braungebrannt und irgendwie billig neureich, laut und polternd - die mich dazu animiert rauszugehen. Und dass das ja jetzt sehr schickt wäre und es wichtig ist, dass man eine gute, repräsentative Gruft hat. Also gehe ich raus und auf einmal ist die schöne anmutende Umgebung ausgefüllt mit Gefahren. Z.B. sind auf einem üppigen Blumenstrauch Fliegen mit wunderschönen azurblauen Flügeln, die fast wie zusätzliche Blüten aussehen. Die stürzen sich aber auf mich und entpuppen sich als eine Art Stechmücken. Ich werde zwar gestochen, aber ohne Folgen. Dann laufe ich weg davon und sehe auf einmal wieder die reichen Leute, die von Pavianen angegriffen werden. Danach löst sich meine Erinnerung etwas auf. Ich bin zumindest weggekommen und wurde nicht angegriffen. Es gab auch noch mehr Details und andere Personen, eine dunkelhaarige Frau glaube ich, aber auch daran erinnere mich kaum noch.
__________________________________

So etwas habe ich noch nie geträumt und finde es doch ziemlich skurril und auch beklemmend. Sorry für den langen Text. Vielleicht hat jemand eine Idee dazu. Danke. :-)
Manja72
 

Re: Traumdeutung

Beitragvon Walrun » Fr 13. Nov 2015, 20:23

Puh, solche Träume behält man länger in Erinnerung.
Ich habe mich nur am Rande mit Traumdeutung (eigentlich nur mit meinen eigenen) beschäftigt und kann dir nur ein paar Stichpunkte liefern. Ob die passen, weißt du sicher besser als ich.

Ich könnte mir vorstellen, dass das Baby einen Teil von dir selbst darstellt. Vielleicht auch in Verbindung mit dem Kinderkriegen.
Kann es sein, dass du deine intuitive Seite (der verrottende, eingefallene Bauch) vernachlässigst?
Ist da vielleicht ein Teil in dir, der eigentlich gerne Mutter werden würde, wenn da nur nicht diese Angst vor der Liebe - bzw dem nicht geliebt werden - wäre?

Der Tod und das Grab in deinem zweiten Traum würde ich als Aussicht auf einen Neubeginn deuten. Es steht aber noch eine Entscheidung an.
Lässt du dich von der dummen Blondine (möglicherweise ein Frauenbild, von dem du vermutest, dass andere (Männer?) dich lieber hätten?), Mücken (Blutsauger - Menschen oder Dinge, die dir Kraft stehlen) und Affen (nervige Normalos? ;) ) terrorisieren und herumschubsen, um am modernen und angesagten Leben in der Stadt teil zu nehmen / bzw Teil davon zu sein.(Wie es Heute als erstrebenswert angepriesen wird)
Oder möchtest du vielleicht doch lieber in das gemütliche Dorf, in dem du du selbst sein darfst und dich wohl fühlst?
Dabei geht es natürlich nicht um einen Umzug, sondern um die Entscheidung, wie du leben willst - da sehe ich auch wieder die Sache, mit der sich viele Hochsensible beschäftigen. (Vermeindlich) Dazu gehören, oder sie selbst sein?

Das mit dem Eisenzaun klingt auch interessant. Eisen mögen viele Wesenheiten nicht... Vielleicht treibt dich das Gefühl "dazu gehören zu wollen" auch über deine Grenzen?
Wenn du magst, kannst du vor dem Schlafen gehen versuchen, etwas über die dunkelhaarige Frau heraus zu finden, in dem du dir "einfach" (bei mir will es nicht klappen, aber andere sind damit wohl recht erfolgreich) sagst, dass du Heute von dieser Frau träumen möchtest, um mehr darüber zu erfahren.

Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen helfen - ich würde mich freuen, wenn du mir sagen könntest, ob ich in einigen Punkten richtig lag.
Wenn es dir hier zu offen ist, auch gerne per p.m.

Liebe Grüße,

Walrun
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Re: Traumdeutung

Beitragvon Manja72 » Fr 13. Nov 2015, 22:14

Hallo Walrun,

danke für die tolle Antwort. Ich habe dir per PN geantwortet.:-)
Manja72
 

Re: Traumdeutung

Beitragvon Sonnenblume_SS » Sa 14. Nov 2015, 17:52

Ich hab nicht alles gelesen jetzt, aber ich habe eine Frage:

wie sieht es bei euch aus, gibt es Träume die euch bis ins reale Leben begleiten?

Was ich damit konkret meine:

Mittlerweile kam es zum zweiten Mal vor, dass ich einen Traum hatte, der danach mein Leben beeinträchtigte. Bzw. habe ich es dazu kommen lassen. Ich träume beispielsweise von einem Menschen den ich kenne und schätze, der hinter meinem Rücken böse über mich redet. Sehr böse. Oder ein Mensch, der mich küssen will, aber ich will das gar nicht und uns verbindet auch keine romantische Beziehung. Ich bin nach solchen Träumen, die eben Menschen beinhalten die ich tatsächlich kenne, sehr verstört. Ich befürchte dann, die Handlungen im Traum werden wahr. Deswegen ziehe ich mich im realen Leben von diesen Menschen zurück - ohne, dass die wüssten, was passiert sei.

Meine Angst vor diesen Träumen basiert darauf, dass ich mal etwas geträumt habe, was dann leicht abgewandelt tatsächlich wahr wurde, ohne dass ich es hätte vorher ahnen können. Seitdem habe ich das Geüfhl, damit rechnen zu müssen, dass ein Traum sich bestätigt.
Aber ich sollte andere Menschen ja nicht auf Basis eines Traumes anders behandeln als vorher? Wohlmöglich sogar abweisen?

Verwirrt.
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Re: Traumdeutung

Beitragvon Manja72 » Sa 14. Nov 2015, 20:10

Hallo Sonnenblume,

ich denke generell musst du dir da keine Sorgen machen.

Ich träume oft sehr intensiv und bunt, wie man oben lesen konnte *lol*, und kann mich an die meisten dieser Träume auch erinnern. Selbst wenn sie viele Jahre zurückliegen.
Dabei sind z.B. auch Träume in denen ich Sex mit Leuten habe, denen ich im realen Leben nie so nah gekommen bin und auch nicht kommen würde oder wollte. Ich denke das ist eine Verarbeitung des Unterbewussten, weil es z.B. eine latente Anziehung gibt, die man aber nicht in die Realität transportieren möchte. Also vielleicht manchmal verwirrend, aber nichts was ich als beunruhigend bezeichnen würde.
Oder ich habe schon geträumt, dass eine sehr liebe und enge Freundin gehässig und gemein zu mir ist. Das war sehr unangenehm und ich war traurig beim Aufwachen. Das sind jedoch eher Ängste oder manchmal nimmt man auch die Stimmungen der anderen unterbewusst stark auf und verarbeitet das dann. Wir haben sogar darüber gesprochen und sie war auch ganz traurig und sehr mitfühlend.

Ich hatte jedoch auch öfter schon Träume, die prophetisch waren. Da ich solche Eingebungen aber auch im Wachzustand habe, also dass ich Dinge plötzlich mit Gewissheit weiß und die dann auch so passiert sind, ist das wohl einfach Teil meiner Gabe. Einen Teil, den ich oft genug beunruhigend oder unheimlich finde.

Ich kann das also gut nachvollziehen, dass dir das Angst macht. Rückzug ist aber der falsche Weg. Man kann sich nicht vor Schmerz oder sonstigem Ärger oder Stress schützen. :-) Das gehört zum Leben dazu.
Auch wenn wir uns da sicher schwerer tun als andere Menschen, die das leichter nehmen können, so halte ich es nicht für gut, wenn du dich dann von den Personen zurückziehst. Es sei denn natürlich, dass du wirklich auch im Wachen ein schlechtes Gefühl ihnen gegenüber hast, sie dir etwa nicht gut tun oder dir anderweitig die Energie wegsaugen.

Also Kopf hoch. Die Verwirrung wird vergehen, wenn du dich z.B. etwas intensiver damit beschäftigst, was der Grund sein könnte für diese Träume statt dich davon einschüchtern zu lassen. _yessa_ Und manchmal sind es einfach nur Träume. icon_winkle
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Re: Traumdeutung

Beitragvon Sonnenblume_SS » Sa 14. Nov 2015, 23:19

Danke, wenn ich weiß ich bin damit nicht alleine, gehts es schon besser :)

Beim ersten Mal habe ich mich tatsächlich unbewusst von der Person zurückgezogen. Ich wusste ja vorher nicht, dass mein Traum prophetisch war. Erst als das Ereignis dann so eintrat, habe ich gemerkt, warum ich eine solche Distanz aufgebaut hatte. Jetzt bin ich da natürlich schlauer als vorher und merke deutlich, wenn ich den Drang verspüre, vor dem Traum und der darin vorkommenden Person wegzurennen.

Ich weiß ja auch grundsätzlich, dass wegrennen keine Lösung ist.

Manchmal habe ich den Eindruck, es gibt die "das sind alles nur Träume!" und die "deine Träume zeigen deine Ängste oder Wünsche"-Sparte. Und man müsse sich einer Sparte zuordnen: ich glaube an tiefere Bedeutungen oder eben nicht. Dass ich von Traum zu Traum sagen kann "war doch bloß n Traum" oder "da steckt mehr dahinter", war mir so nicht bewusst..
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Re: Traumdeutung

Beitragvon ufo » So 15. Nov 2015, 00:52

Ich habe früher einmal eine Zeit lang ein Traumtagebuch geführt, nachdem ich ein Buch über luzides Träumen gelesen hatte. Mein Ziel war damals, Klarträume herbeizuführen, also Träume, in denen man sich bewusst ist, dass man träumt, so dass man in das Traumgeschehen bewusst eingreifen kann. Durch dieses bewusste Eingreifen soll es möglich sein, die Handlung von Albträumen in eine positive Richtung umzulenken. Man kann dann zum Beispiel eine feindlich gesinnte Traumfigur danach fragen, warum sie so feindselig handelt. Dadurch soll eine Konfliktlösung innerhalb des Traums ermöglicht werden.

Ich bin mit meinen Klartraum-Bemühungen damals nicht sehr weit gekommen. Ich kann mich aber an ein Erfolgserlebnis erinnern: In einem Albtraum wurde ich von einem Hund angefallen und ins Handgelenk gebissen. Ich konnte den Hund besänftigen, so dass er plötzlich seinen Kiefer ganz locker gelassen hat. Er hat sich dann von mir streicheln lassen und war völlig zahm und zutraulich.

Das Aufschreiben der Träume hatte bei mir zunächst den gewünschten Effekt, dass die Erinnerungen an die Träume immer detaillierter wurden. Ich schrieb von Tag zu Tag mehr auf und verbrachte zunehmend Zeit damit. Dann habe ich mich tagsüber intensiv mit meinen Traumerinnerungen auseinandergesetzt. Heute mit meinem Wissen, dass ich HSP bin, verstehe ich, warum mich meine eigenen Träume so intensiv beschäftigt haben. Damals haben mich irgendwann meine eigenen Träume und mein Nachdenken darüber derart überfordert, dass ich gazwungen war, die intensive Beschäftigung damit aufzugeben. Ich dachte mir damals, dass unsere menschliche Natur uns wohl aus gutem Grund unsere eigenen Träume vergessen lässt, aber ich wusste ja noch nichts über Hochsensibilität.

Auch ohne Traumtagebuch erinnere ich mich manchmal an intensive Träume. Eigentlich bin ich dankbar über jeden Traum, auch wenn es sehr beängstigend war. Ich denke alle negativen Emotionen gehören mit zu unserem Mensch-Sein und jeder kann lernen, auch mit den negativen Emotionen gut umzugehen. Ein erster Schritt besteht darin, sie als Teil von uns selbst zu akzeptieren. C.G. Jung nannte das den "Schatten". Normalerweise projizieren wir die negativen Aspekte von uns selbst auf andere. Ich glaube, dass das auch oft in unseren Träumen geschieht. D.h. der Hund, der mich in meinem Traum angefallen hat, das war eigentlich ein Teil von mir selbst, den ich nicht wahrhaben wollte. Ich wollte mir mein eigenes aggresives Verhalten nicht eingestehen und habe unbewusst die Figur eines Hundes dafür erfunden. (Also eigentlich nicht erfunden, sondern eher verwendet. Als Kind hatte ich Angst vor Hunden). Der Hund in meinem Traum ist nicht ein Sinnbild für einen echten Hund, sondern er ist vielmehr ein Sinnbild für mich selbst, oder besser gesagt, für einen aggresiven Teil von meiner eigenen Persönlichkeit. Das ist bei menschlichen Traumfiguren genauso. Mein Bruder, der in einem Traum auftaucht, steht nicht tatsächlich mein Bruder, sondern ich spiegele unbewusst einen Teil meines eigenen Wesens auf das Bild meines Bruders. Es ist für mich erträglicher, die negativen Aspekte auf andere abzuwälzen, das dient meinem Selbstschutz. Mit solchen Träumen richtig umzugehen heisst für mich, dass ich diese Spiegelung durchschaue und akzeptiere, dass es tatsächlich ich selbst bin, der mir in meinen Träumen begegnet. Das heisst für mich, dass ich lerne, liebevoll mit meinen eigenen Schwächen umzugehen. Es hilft mir dabei, wenn ich mich zum Beispiel selbst als trotziges Kind vorstelle, das vor lauter Wut nicht vernünftig sein kann. Ich kann dieses trotzige Kind nicht umstimmen, wenn ich es nicht voll und ganz akzeptiere.

Die Sache mit der Traum-Konfliktlösung hat also für micht noch immer etwas faszinierendes. Ich bin immer wieder überrascht von der ungeheuren Kreativität, die wir in unseren Träumen entwickeln. Ich kann mir vorstellen, dass gerade HSPs darin besonders kreativ sein können. Träume sind für mich daher wie ein Geschenk. Ich glaube nicht, dass eine Interpretation von aussen möglich ist, sondern mann muss selbst seine eigenen Träume deuten, da sie so individuell und persönlich sind. Ich denke die Entschlüsselung ist nur möglich, wenn man lernt, die Träume anzunehmen und sich mit ihnen anzufreunden. "Reframing" ist das entsprechende Stichwort, das auch Elaine Aron verwendet. Ich habe mal gelesen, dass die erfolgreichsten psychotherapeutischen Techniken allesamt Reframing-Techniken sind. D.h. man verwandelt ein negatives Gefühl in ein positives Gefühl, oder eine negative Erinnerung in eine positive Erinnerung. In dem Buch über das Klarträumen, das ich früher als Jugendlicher gelesen habe, ging es letztendlich auch um Reframing. Den Durchbruch hatte ich persönlich damit vor 3 Jahren mit The Work von Byron Katie. Es gibt verschiedene Wege, aber jeder muss selbst ausprobieren, was gut funktioniert.

LG
ufo
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Registriert: Do 17. Okt 2013, 10:34

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