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Vorsorgevollmacht

BeitragVerfasst: So 27. Okt 2019, 12:09
von Hortensie
Hallo zusammen,

eigentlich ist das ein Thema, dass man nicht gerne angeht - die eigene Endlichkeit wird einem vor Augen geführt!
Hat sich überhaupt schon jemand damit beschäftigt?

Gerade weil ich eine solche Vollmacht für jemand anderen benötigte und dadurch gesetzlich alles geregelt war, lief die Abwicklung aller Angelegenheiten problemlos: das Kündigen von Verträgen bei Vermieter, Bank, Versicherung etc. pp.

Damit es auch für mich so läuft, habe ich mich endlich aufgerafft, alles zu sortieren bzw. eine Vorsorgevollmacht (und folgend auch eine Patientenverfügung) zu erstellen. Sollte einem etwas passieren und man hat nicht entsprechend per Vollmacht vorgesorgt, wird durch ein Amtsgericht ein rechtlicher Betreuer installiert - so habe ich es selber schon bei anderen erlebt. Ich möchte nicht, dass jemand Fremdes für oder über mich entscheidet, ich möchte schon, dass eine mir vertraute Person sich um mich kümmert. Die offizielle Empfehlung lautet, dass jeder Volljährige eine solche Vollmacht haben sollte.

Über das Bundesjustizministerium lassen sich solche Verfügungen erstellen:
https://www.bmjv.de/SharedDocs/Download ... e&v=21

Auch die Verbraucherberatungen können weiterhelfen.

LG, Hortensie

Re: Vorsorgevollmacht

BeitragVerfasst: Di 29. Okt 2019, 02:46
von Weltfremder
Hallo hortensie,

ich kenne das Thema, denn meine Oma hatte sowas in der Art schon vor Jahren auf meine Tante geschrieben, diese hat dann in den letzten Lebensjahren über ihre Mutter verfügt, was zum Nachteil der anderen Geschwister war. Keine Kontrolle, über die Jahre ist viel Geld verschwunden, sie führte ein Willkürregiment über Haus und Hof, wir haben unter diesen Zuständen sehr gelitten. Ich halte sowas für nicht empfehlenswert und auch generell ist doch dieses ganze Entmündigungssystem m.E. einfach nur widerwärtig bis hin zu kriminell. Noch schlimmer ist es natürlich, wenn einem dann die staatlichen Behörden offiziell jegliche Rechte nehmen, und einem womöglich einen "Berufsbetreuer" auf den Hals hetzen, das ist noch mal ein ganz anderes Kaliber, als wenn "nur" dominante Verwandte als Vormund eingesetzt werden. Ich habe schon krasse Berichte zu solchen Betreuungsfällen gelesen, z.B. ein Mann, offenbar der einzige Sohn, dessen entfernt lebende alte Mutter vom Amtsgericht einen Betreuer bekam, dieser hat dem Sohn völlig grundlos und willkürlich ein sofortiges Hausverbot erteilt und das Türschloss auswechseln lassen, damit der Sohn auch gar nicht mehr reinkommt. Oft gibt es dann auch Fälle, wo Leute direkt in ein ein Heim gesteckt werden, die Wohnung wird aufgelöst und verkauft, auch das gegen den Willen und ohne Information an die eventuell ja noch vorhandenen Angehörigen.

In einem anderen Fall hat der Betreuer dafür gesorgt, dass einer bettlägerigen Frau ihre lebensnotwendige Medikamente nicht mehr verabreicht wurden, woraufhin sie qualvoll zu Tode kam.

Ich glaube, diese Masche hat durchaus System. Häufig sind es Arztpraxen, die ein solches Betreuungsverfahren eröffnen lassen, und man kann nicht ausschließen, dass in machen Fällen auch Gelder dafür fließen. Wenn die Leute dann ins Heim gesteckt werden, fließt deren Geld ja auch letztendlich an den Staat oder staatsnahe Organisationen, oder zumindest in die Wirtschaft. Das ist alles sehr problematisch und man kann von Glück sprechen, wenn man mit so etwas nicht konfrontiert wird.

Daher ist es immer noch am besten, jemand aus der Familie macht es, und dann sollten besser mehrere Kinder oder Verwandte als gemeinsame Betreuer eingesetzt werden, denn wenn nur eines von mehreren Geschwister das macht, kann es zu Missbrauch kommen, wie ich ja in der eigenen Familie erlebt habe.

Bei meinen eigenen Eltern hoffe ich, dass sowas nicht sein muss, bzw. dass ich dann als Betreuer eingesetzt werde, eine Vorsorgevollmacht wollen sie mir eigentlich nicht geben und das wäre deiner Erläuterung zufolge auch ein finanzieller Aufwand. Allerdings entscheiden die Gerichte oft sehr willkürlich über den Betreuer, so wäre denkbar, dass man mich wegen Asperger nicht als Betreuer zulässt oder sogar generell weil ich Einzelkind bin.

Tja, und für mich persönlich wird sich die Frage nach der Vorsorgevollmacht wohl nicht stellen, denn wenn ich alt bin, wird es eigentlich niemanden mehr geben, der sich um mich kümmern will oder kann. Meine nächsten Verwandten, die dann noch leben würden, wären Cousins oder Cousinen oder sogar nur noch deren Kinder, und das sind alles Leute, zu denen ich kaum bis keinen Kontakt mehr habe oder je hatte, und die auch gar nicht hier in der Gegend wohnen.

Bis ich alt bin, falls ich es überhaupt werde, weiß man sowieso nicht, wie dann die Gesellschaft aussieht, aber falls es immer noch so geregelt sein sollte wie heute, hoffe ich wirklich, dass ich nicht entmündigt, entrechtet und dann in ein Heim eingewiesen werde, wo ich unter menschenunwürdigen und v.a. autistenunwürdigen Zuständen meine letzte Lebensphase qualvoll ertragen muss. Wenn man erst mal in so einem Heim ist, dann kann man wirklich froh sein, wenn man dort nicht mehr lange macht, es ist wirklich nicht schön dort. Bei meiner Oma war das auch traurig, wie sie dort die letzten Monate ihres Lebens verbringen musste und so sehr abbaute. Die Heime sind unterbelegt und auch vom Leistungsumfang her wird man dort nicht adäquat versorgt, wobei das Heim meiner Oma sogar noch relativ ok war.

Es gibt wirklich viele Leute, die auf keinen Fall ins Heim wollen, wir hatten z.B. eine alte Nachbarin, die jahrelang daheim betreut wurde, da sie dem Sohn sagte, wenn er sie ins Heim geben will, wirft sie sich vorher vom Balkon runter. Sie wurde aber daheim letztendlich auch nicht so gut versorgt von dem mobilen Pflegediensten usw. sie war am Schluss seit mehreren Jahren blind, völlig dement und bettlägerig und trotzdem fast den ganzen Tag allein, bis auf die paar Dienste, die da so kamen, wie Essen auf Rädern, Tabletten verabreichen, und eine Haushaltshilfe.
Meine Oma wollte auch nie freiwillig in ein Heim und als sie dann doch dort hin kam, hatte sie Tage, an denen sie nicht realisierte, dass sie sich im Heim befindet und wenn sie es doch mal wieder realisiert hatte, wollte sie, dass wir Besucher sie in ihr altes Haus zurückbringen.

Und leider ist davon auszugehen, dass solche Probleme in den kommenden Jahren massiv zunehmen werden, denn es gibt a) immer mehr alte Leute, die b) oft keine oder nur ein Kind haben, das c) oft woanders wohnt , zumal d) die Leute immer länger leben und die letzten Jahre oft als Pflegefall zubringen.

Re: Vorsorgevollmacht

BeitragVerfasst: Di 29. Okt 2019, 14:01
von Weltfremder
Nachtrag/Teil 2:
Es ist sogar noch viel schlimmer als man denkt, habe eben ein wenig recherchiert _panik_ :

Nur mal Google Suche, das allein reicht an sich schon: https://www.google.com/search?rlz=1C1CH ... dvbLG9RgUE

Hier ist ein perfides Verbrechersystem am Werk, und das mitten im ach so tollen Deutschland. Das Thema wird völlig unter den Teppich gekehrt. Und das schlimme ist, so etwas ist ja nur ein Beispiel von vielen, das ist nur die Spitze des Eisbergs! Aber ich will jetzt mal nur bei diesem Thema bleiben. Dieser Abgrund ist für sich allein schon tief genug!

Hier zu lesen: http://blog.justizfreund.de/betreuungsm ... 2-10-2010/

Da bleibt einem die Spucke weg!

oder hier:
http://berufsbetreuer.blogspot.com/

Da bringt einem auch die von dir vorgeschlagene Vorsorgevollmacht nicht viel, die wird ggf. von den Gerichten einfach unterschlagen!

Und diejenigen, die das abziehen, das sind Richter, Anwälte, Rechtspfleger, also Personen, die als seriös und hochqualifiziert gelten! Wenn sowas unsere intellektuelle, geistig-moralische Elite sein soll, dann braucht man sich über den Rest der Gesellschaft auch nicht mehr zu wundern!

Dieser Staat kooperiert mit Kriminellen! Ach was, dieser Staat IST kriminell!

Das sind doch Zustände wie in einer Bananenrepublik!

Am besten sollte man im Alter wohl auswandern, sofern noch nicht das Zeitliche gesegnet hat, bevor man jegliche Rechte durch den "Rechtsstaat" entzogen bekommt. Und die Ersparnisse sollte man abheben, solange das Bargeld noch nicht verboten wurde; und an einem sicheren und geheimen Ort bunkern, wenn man diese vor der Betreuungsmafia für sich selbst und seine Nachkommen retten will!

Re: Vorsorgevollmacht

BeitragVerfasst: Di 29. Okt 2019, 14:44
von jules1976
Hallo Weltfremder!

Ich denke, Du solltest mal schauen, ob Du Dich hier nicht gerade grundlos in Deine Schwarzseherei reinsteigerst.

Natürlich gibt es überall schwarze Schafe und alles kann zum eigenen Zweck mißbraucht und manipuliert werden.

Aber deswegen schreibt ja Hortensie auch, dass man mit einer Vorsorgevollmacht vorbeugen kann- besonders wenn man die Vollmacht auf jemanden Bekanntes/Familienmitglied überträgt.

Deine Links haben kein Impressum - keine Hinweise auf den Autor - das heisst, sie sind nicht im mindesten seriös.

Re: Vorsorgevollmacht

BeitragVerfasst: Di 29. Okt 2019, 18:01
von Weltfremder
Hallo Jules1976,

Wie dem auch sei, ich finde es auf jeden Fall schockierend, dass solche Sachen hierzulande abgehen, das übertrifft bei weitem das, was ich mir darunter vorgestellt habe.

Im übrigen gibt es auch Seiten, die man zweifelsfrei als sehr seriös bezeichnen kann, und die ebenfalls dieses schwerwiegende Problem ansprechen, wenngleich in nicht ganz so drastischer Form.

Hier z.B. in der Welt: https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... tigen.html

und auch in einer Pflege-Fachzeitschrift: https://pflege-prisma.de/2015/02/20/da- ... ngssystem/

Das Thema ist wirklich beängstigend, finde ich. Man kann nur hoffen, dass man davon nicht betroffen sein wird.

Und wie gesagt ist offenbar auch die Vorsorgevollmacht noch lange kein Rundum-Sorglos-Paket, wie man meinen könnte.

So scheint es gängige Praxis zu sein, dass häufig anstatt der Angehörigen völlig fremde Personen als Vormund eingesetzt werden, sogenannte Berufsbetreuer, was ein lukrativer Geschäftszweig zu sein scheint bei einem Stundensatz von fast 50€ (das liegt um ein vielfaches über dem Mindestlohn), pro Monat werden "nur" wenige Stunden veranschlagt, doch ist das für einen Rentner eine enorme finanzielle Belastung von mehreren hundert Euro. Das sollte m.E. der Staat übernehmen, wenn er schon den meisten Betroffenen gegen deren eigenen Willen so etwas aufzwingt. Ist das nicht eine Unverschämtheit, zu etwas gezwungen zu werden, das man nicht will und das auch noch aus eigener Tasche zu bezahlen? Auch die Krankenkassen könnten die Kosten der Betreuung übernehmen, schließlich gelten Betreute ja quasi als geistig behindert oder psychisch chronisch erkrankt.

Die Anteil der Berufsbetreuer an den gesetzlichen Betreuungen scheint enorm zu sein, es soll ca. 1 Mio. Betreute geben, wovon 600 000 einen Berufsbetreuer haben, das sind 60% und damit bestimmt nicht nur Leute, denen keinerlei Angehörige verblieben sind.

Das größte Problem ist eben, hier (und nicht nur hier) lässt der Staat große Freiräume, die zu Missbrauch geradezu einladen - "l' occasione fa il ladro" - Gelegenheit macht Diebe, ein uraltes, multinationales Sprichwort, und das nicht ohne Grund....

So braucht solch ein Berufsbetreuer auch keinerlei Qualifikation; laut dem, was ich bisher gelesen habe sogar noch nicht mal ein polizeiliches Führungszeugnis, es kann also de facto jeder machen. Das wäre bei einem Familienmitglied ja noch zu verstehen, aber Betreuer von Amts wegen sollten wie Beamte vereidigt werden oder bestenfalls sogar Beamte sein, oder sowas in der Richtung. Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist besser, und an der fehlt es. Die Betreuer haben oft den vollen Zugriff auf Einkommen und Vermögen und können nach Gutsherrenart vorgehen, genau so auch bei der "Umverlegung des Wohnsitzes" in ein Pflegeheim. Das sind wirklich Sachen, bei der Rücksprache mit den Angehörigen gehalten werden sollte, und der Betreute einverstanden sein sollte, sofern er noch halbwegs ansprechbar ist. Schließlich ist ja auch die Versorgung durch mobile Pflegedienste oder eine Pflegekraft aus Osteuropa möglich, was für den Betroffenen doch weitaus mehr Lebensqualität aufrechterhalten würden, und v.a. in den eigenen vier Wänden.

Es wären dringend politische Reformen notwendig, leider wird das Thema unter den Tisch gekehrt und sehr stiefmütterlich behandelt, nur von der Partei Die Linke meine ich mal irgendwann Kritik am Betreuungssystem vernommen zu haben, im Hinblick auf fehlende Selbstbestimmung usw. Wenn jemand im Alter Hilfe braucht, dann könnte ihm auch einfach jemand zugeteilt werden, der Behördengänge übernimmt und begleitet, u.ä., ohne Fremdbestimmung.

Außerdem sollte vermehrt auf ehrenamtliche Betreuer gesetzt werden, diese sind in Betreuungsvereinen engagiert und haben allein deshalb schon eine ganz andere Zielsetzung als die im Wachstum befindliche Betreuungsindustrie in der freien Wirtschaft.

Re: Vorsorgevollmacht

BeitragVerfasst: Di 29. Okt 2019, 19:35
von Nefertiri
Hallo Hortensie,

ich habe schon vor Jahren eine Vorsorgevollmacht und eine Patientenverfügung erstellt.

Da ich in eine Partnerschaft ohne Trauschein lebe ist das auch zwingend nötig. Sollte mir etwas passieren - es muss ja nur eine längere Bewußtlosigkeit sein - würde mein Partner ansonsten nicht einmal ein Auskunftsrecht über meinen gesundheitlichen Zustand haben. Ich möchte aber, dass der Mensch, der mir so nahe steht, volle Rechte genießt, auch ohne Trauschein und auch meinen Willen gegenüber Ärzten und Angehörigen durchsetzen kann.

Zudem möchte ich ihn nicht in eine finanzielle Schieflage bringen, wenn z. B. meine Anteile an Miete und Co. ausfielen, weil er keinen Zugriff auf meine Konten hätte, bei einer längeren Krankheit oder nach meinem Tod. Bei Todesfällen dauert es nämlich oft sehr lange, bis man ohne einen solche Vollmacht an die Konten Verstorbener wieder dran kommt. Deshalb ist eine Verfügung über den Tod hinaus in solchen Fällen sehr wichtig.

Bis vor kurzen war mir außerdem noch wichtig, dass für meinen Sohn eine Plegeverfügung besteht, sollte mir was passieren. Sei es kurzfristig bei Krankheitsfall oder langfristig nach meinem Tod. Mein Sohn lebt seit seinem 4. Lebensjahr mit mir bei meinem Partner, sein Vater ist verstorben und es wäre für ihn doppelt schlimm, wenn irgendwelche Anghörige - wahrscheinlich noch gut gemeint - ihn auch noch aus seinem Umfeld gerissen hätten. Ich hatte darüber mit ihm gesprochen und es war immer sein ausdrücklicher Wunsch bei meinem Partner bleiben zu drüfen, wenn etwas passiert. Jetzt ist er zum Glück volljährig und somit ist diese Sorge vom Tisch.

Zusätzlich habe ich auch noch ein Testament um zu regeln, was mit meinen wenigen Habseligkeiten passiert, wenn ich mal nicht mehr bin und sei es nur, um in unserem Falle zu verhindern, dass meine Kinder das Haus leer räumen - auch wenn ich ihnen das nicht zutraue, man weiß nie, was noch passiert. So ist klar geregelt was mit dem Hausstand, meinem Schmuck, meinem Barvermögen etc. passiert und auch, was ich für Wünsche für meine Beerdigung habe.

Ganz nebenbei habe ich noch die Organspendensache verfügt. Wenn man schon mal dabei ist, kann man das auch gleich mit erledigen.

Es mag seltsam erscheinen, dass ich mich schon so früh (bin noch keine 50 und es ist schon Jahre her) darum gekümmtert habe, aber ich habe schon zu oft erlebt, wie sehr junge Menschen ohne Vorwarnung aus dem Leben gerissen wurden. Meine beste Freundin ist mit 32 einfach gestorben, keiner weiß warum und meine Tante ist mit Mitte 50 eines Tages einfach nicht mehr aufgewacht. Ein guter Freund in meinem Alter hatte vor drei Jahren einen tödlichen Autounfall und die Freundin meiner Tochter hatte mit 14 Jahren eine Gehirnblutung, am Tag vorher hatten die Beiden noch telefoniert und dann war sie einfach tod. Das Leben ist nicht berechenbar, aber man kann zumindest ein wenig vorsorgen für den Fall der Fälle.

Das es in dem Bereich auch Mißbrauch gibt, will ich gar nicht ausschließen. Bei mir ist aber nicht genug zu holen dafür und ich habe eben auch erlebt wie schlimm es sein kann, wenn die Dinge nicht geregelt sind, wieviel unnötige Probleme dadurch entstehen können. Die meisten Dinge haben eben zwei Seiten.

LG

Nefertiri

Re: Vorsorgevollmacht

BeitragVerfasst: Mi 30. Okt 2019, 14:42
von Hortensie
Hallo zusammen,

ich weiß gar nicht, wo und wie ich anfangen soll. Erst einmal herzlichen Dank an Jules und Nefertiri, dir vor allem für deine ausführliche Schilderung (auch deiner persönlichen Beweggründe)!!

Es sind gerade auch die finanziellen Aspekte, die eine Vorsorgevollmacht wichtig machen: Ich möchte nicht, dass jemand für mich aufkommen muss, wenn er per Vollmacht Verbindlichkeiten von meinem Konto begleichen kann. Da liegt du also, Weltfremder, sehr daneben, wenn du schreibst ...

Weltfremder hat geschrieben:Bei meinen eigenen Eltern hoffe ich, dass sowas nicht sein muss, bzw. dass ich dann als Betreuer eingesetzt werde, eine Vorsorgevollmacht wollen sie mir eigentlich nicht geben und das wäre deiner Erläuterung zufolge auch ein finanzieller Aufwand.


Nicht der Bevollmächtigte zahlt, sondern derjenige, der die Vollmacht gegeben hat mit seinem Vermögen/Einkommen! Bevor du hier solche unqualifizierten Äußerungen aufstellst, bitte ich dich, dich vorher mit dem Thema zu befassen.

Auch dieser Beitrag von dir ist nicht gut durchdacht:

Weltfremder hat geschrieben:In einem anderen Fall hat der Betreuer dafür gesorgt, dass einer bettlägerigen Frau ihre lebensnotwendige Medikamente nicht mehr verabreicht wurden, woraufhin sie qualvoll zu Tode kam.


Ein rechtlicher Betreuer (wer auch immer dazu bestellt ist) muss auch entscheiden, ob z. B. eine Ernährung eingestellt wird oder Medikamente nicht mehr gegeben werden. Das gehört manchmal auch dazu! Besser noch ist in einem solchen Fall eine Patientenverfügung. Auch darüber solltest du dich informieren!

Weltfremder hat geschrieben:So scheint es gängige Praxis zu sein, dass häufig anstatt der Angehörigen völlig fremde Personen als Vormund eingesetzt werden, sogenannte Berufsbetreuer, was ein lukrativer Geschäftszweig zu sein scheint bei einem Stundensatz von fast 50€ (das liegt um ein vielfaches über dem Mindestlohn), pro Monat werden "nur" wenige Stunden veranschlagt, doch ist das für einen Rentner eine enorme finanzielle Belastung von mehreren hundert Euro.


Ein rechtlicher Betreuer ist kein Vormund, es wird keiner mehr entmündigt! Und nein, lukrativ ist das nicht, sondern eher sehr arbeitsintensiv. Mach dich schlau!

Gruß, Hortensie

Re: Vorsorgevollmacht

BeitragVerfasst: Mi 30. Okt 2019, 14:51
von Hortensie
Und noch etwas:

Weltfremder hat geschrieben:So braucht solch ein Berufsbetreuer auch keinerlei Qualifikation; laut dem, was ich bisher gelesen habe sogar noch nicht mal ein polizeiliches Führungszeugnis, es kann also de facto jeder machen. Das wäre bei einem Familienmitglied ja noch zu verstehen, aber Betreuer von Amts wegen sollten wie Beamte vereidigt werden oder bestenfalls sogar Beamte sein, oder sowas in der Richtung.


Berufsbetreuer werden ständig durch die Amtsgericht kontrolliert (Revisoren), da kann keiner machen, was er will.


Weltfremder hat geschrieben:Praxis zu sein, dass häufig anstatt der Angehörigen völlig fremde Personen als Vormund


Ja, genau das ist die Gesetzeslage. Wer selber keine Vollmacht erteilt (an wen auch immer), bekommt eine völlig fremde Person als "rechtlichen Betreuer" vor die Nase gesetzt.

Re: Vorsorgevollmacht

BeitragVerfasst: Mi 30. Okt 2019, 18:02
von cindy sun
Ich schiebe die Angelegenheit jetzt schon eine ganze Weile vor mir her.
Mein Problem ist nur, bei der Vorsorgevollmacht und, ich glaube auch bei der Betreuungsvollmacht, ist es sinnvoll, dass die eingesetzte Person in der Nähe wohnt.
Tja, da hapert es dann bei mir. Bis ich das gelesen habe, hatte ich meine Sohn dafür vorgesehen. Nur leider wohnt der weiter weg.
Ich habe keine Ahnung, wen ich sonst einsetzen könnte. Klar, irgendeinen Fremden meiner Wahl. Aber wohl fühle ich mich nicht bei dem Gedanken.

Vielleicht kann mir ja jemand sagen, welche Möglichkeiten es sonst noch gibt.

LG, cindy

Re: Vorsorgevollmacht

BeitragVerfasst: Do 31. Okt 2019, 14:45
von Hortensie
Hallo cindy sun,

der Bevollmächtigte kann durchaus weiter weg wohnen, auch von weitem lassen sich Dinge regeln. Vielleicht besprichst du das noch einmal mit ihm?
Ansonsten müsstest du überlegen, wen du einsetzen möchtest - eine enge Freundin, einen anderen Verwandten, eine Kollegin, eine Nachbarin ...

LG, Hortensie