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Kleine Geschichten aus dem Alltag

BeitragVerfasst: Sa 7. Sep 2013, 20:58
von Ährengast
Eine ältere Frau erzählte mir heut, dass sie sich furchtbar ärgere:

Vor einigen Tagen kam ein Händler zu ihr, der auch sie schon seit Jahren hin und wieder aufsuche, um Waren anzubieten. Diesmal konnte sie nichts gebrauchen, kaufte nichts.

Der Mann trat daraufhin mit einer besonderen Bitte (um eine Leihgabe von 50 EUR bis zum übernächsten Tage "für Benzin", sonst könne er nicht einmal mehr heimfahren) an sie heran. Irgendwann ließ sie sich erweichen, sie, die, wie sie sagte, gerne hilft.

Jener maßgebende übernächste Tag kam, verstrich. Und der Händler kam nicht. Und da die 50 EUR nicht allein den Weg nach Hause finden, wusste sie, dass sie das gutmütig "verliehene" Geld abschreiben konnte.

Sie haderte über ihre vermeintliche "Dummheit" und damit, dass
sie mit der Geldgabe einen "großen Fehler" gemacht habe.
Ich widersprach ihr, sagte: "Nein, Sie nicht - den großen Fehler hat der Mann gemacht."
Und es schien mir, als ob diese Worte sie etwas Frieden schließen lassen haben mit der Situation.
Auch für mich wohltuend.

Re: Kleine Geschichten aus dem Alltag

BeitragVerfasst: Sa 7. Sep 2013, 21:04
von herzblut
doof immer nur für ehrliche Menschen sowas .. _thum_

wäre ich die Frau, ich würde nächstens Mal trotzdem helfen - aber nur nen 10er leihen sdj9

Re: Kleine Geschichten aus dem Alltag

BeitragVerfasst: Sa 7. Sep 2013, 21:07
von herzblut
Meine kleine Geschichte von heute:

ich unterhielt mich mit einem Obdachlosen Mann bei mir vorm Lädchen über Gott und die Welt,

kam darauf, dass ich ja schon so lange Vegetarier bin - 28 Jahre nämlich.

Er lachte - er sei 58 Jahre und hätte noch nie Fleisch gegessen smuup

Bei all den gemeinnützigen Speisungen, die er so aufsucht, lässt er sich immer nur fleischfreies geben smasz

Das hat mir imponiert.

Re: Kleine Geschichten aus dem Alltag

BeitragVerfasst: Sa 7. Sep 2013, 22:09
von coconut
Meine kleine Geschichte:

Wir waren die Tage in einem Park spazieren, in dem es eine große Anlage für Rehe gibt und man die Möglichkeit besitzt sie mit Wildfutter zu füttern. Mein Freund nutzte die Gelegenheit, kaufte eine kleine Schachtel Wildfutter und lief superschnell mit Vorfreude zu den Rehen zum Füttern hin.

Dort stand schon eine Mutter mit ihrem Jungen, der versucht hat die Rehe mit abgerissenem Gras anzulocken. Klappte nicht so ganz, worauf er traurig den Grasball in seiner Hand fallen ließ. Als er meinen Freund mit der Wildfutter-Schachtel sah, bat er seine Mutter ebenfalls Wildfutter zu kaufen, aber die lehnte ab - hätte kein Geld für sowas...
Mein Freund, gerade mit noch mehr Freude am Öffnen der Schachtel, stoppte in seiner Bewegung, forderte den Kleinen auf die Hände zu öffnen und schüttete ihm die Hälfte vom Wildfutter in die Hände. Der Kleine fing sofort an zu strahlen und fütterte mit meinem Freund zusammen die Rehe.. die Mutter hingegen hielt sich weiter hinten auf und war am Handy, hat sich nachher nicht mal verabschiedet. Aber kleine Junge hat gestrahlt, dass fand ich sehr rührend und imponierend! Machmal sind's die kleinen Dinge :)

Re: Kleine Geschichten aus dem Alltag

BeitragVerfasst: Mo 23. Sep 2013, 15:08
von schnuffel
Mir tut irgendwie den Kleinen leid, dass die Mutter so ist. Dass sie nicht mal sich bedankt hat für die Freude ihres kleinen. Also echt jetzt. Wäre ich die Mutter wäre ich sowas von Gerührt dass es nette Menschen gibt.

Aber eine tolle Geschichte :D

Re: Kleine Geschichten aus dem Alltag

BeitragVerfasst: Mi 25. Sep 2013, 12:48
von safranise
vor einigen Wochen trödelte ich gutgelaunt über einen kunsthandwerkermarkt. kaufte mehrere kleine dinge für kleines Geld und warf einem saxophonspielenden "straßenmusikanten" auch was in seinen (geigen!)kasten. daraufhin gab es einen kurzen freundlichen blickwechsel, er winkte er mich heran, zog eine papierne cd-hülle mit cd hervor und überreichte mir diese. iwikx

die hülle war bestempelt mit verschiedenen botschaften: "liebe soll regieren", "hier eine Auswahl meiner musik" u.a.
danke, ralf himmel ... _Mij_

für mich wieder mal mehr ein Beispiel für NOMEN EST OMEN

Re: Kleine Geschichten aus dem Alltag

BeitragVerfasst: So 7. Sep 2014, 16:58
von Augenblick
Ich schnappe ja immer wieder, wenn auch ungewollt, die Gesprächsfetzen und Dialoge meiner Mitmenschen auf,
wenn ich so unterwegs bin.
Kürzlich bin ich allerdings in einen ganz besonderen Genuss gekommen, der mich „inspiriert“, aber auch daran erinnert hat,
dass ich offensichtlich nun doch schon in die Jahre gekommen bin und der Kommunikation zwischen Teenagern teilweise
nicht mehr ganz folgen kann…

Ort des Geschehens:
Ein Einkaufscenter in der Berliner Innenstadt.
Zwei weibliche Teenager hinter mir auf der Rolltreppe im Dialog.

Teenager A: „Gibt es hier eine Sparkasse in der Nähe?“

Teenager B: „Nein!“

Teenager A: „Das kann doch gar nicht sein. Hier gibt es bestimmt irgendwo einen Geldautomaten.“

Teenager B: „Warum fragst du mich denn dann überhaupt?“

Teenager A: „Ich dachte, du sagst JA!“


Dann herrschte Schweigen, die rollende Fahrt war zu Ende und unsere Wege trennten sich.

Ich gebe zu, ich habe diesen Dialog noch ca. eine Minute nachwirken lassen, bin dann aber zu der Erkenntnis gekommen,
wie befreiend es ist, wenn man nicht immer alles und jeden verstehen muss… U72(