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Seid gegrüßt.

BeitragVerfasst: Do 14. Mär 2019, 09:26
von Nico
Hallo alle miteinander!

Gerade wurde mein Account freigegeben, gestern habe ich dieses Forum gefunden, am Abend davor traf mich die erleichternde Information über die Hochsensitivität und zwar, weil ich am selben Tag meinen gerade erst erworbenen Job gekündigt hatte.
Wegen sozialer Überlastung, wer hätte das gedacht. -Schk_

Ich bin frische 22, mit der Erkenntnis der Hochsensibilität fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Irgendetwas hat bei der (Eigen- und Fremd-) Diagnose bisher immer gefehlt... Depression, Bordeline (aber warum?), substanziniziierte Psychose (weshalb bin ich so ein extremer Suchtcharakter, woher kommt diese Unausgeglichenheit?), ADHS, soziale Phobie (ich sehe doch auch mein soziales Talent oder täusche ich mich?)....
Nun habe ich endlich das passende Persönlichkeitsmodell gefunden, das all diese Faktoren sinnhaft vereinigen kann.

In diesem Sinne möchte ich mich schonmal für die Erstellung eines solchem Forums bedanken, aber auch für jedes bloße Beitreten, denn ihr habt alle die Vorarbeit geleistet.

Ich habe für meinen Teil die gesamte Thematik (Hochsensibilität, Hochsenitivität, Scannerdasein, Ambivertiertheit, etc...) als Chance und vor allem positiv empfunden, weshalb mich das Gerede von Krankheit und schlechter Lebensgrundlage erstmal sehr verwundert hat. Ich weiß ja nicht wie ihr das seht (sehr gern würde ich jedoch davon lesen), aber ich habe das Gefühl in der Hochsensitivität und vor ALLEM in der Verknüpfung der Hochsensitiven ein riesen Potenzial erkannt zu haben von dessen Auslebung wir gerade erst am Anfang stehen.

Auf ein gutes Miteinander, tränk4

Nico

Re: Seid gegrüßt.

BeitragVerfasst: Do 14. Mär 2019, 13:25
von Moondream
Hallo Nico,

erst mal herzlich willkommen. _zwr_

Auch ich bin erst kürzlich darauf gestoßen das ich offenbar Hochsensibel bin, was erstmals als Persönlichkeitsmodell alle meine Probleme, Schwächen aber auch Stärken erklären kann. Ich hab nur rund 30 jahre länger als du gebraucht um das zu erkennen. smasz
Obwohl, vor 30 Jahren gabs dieses Modell als solches wohl noch gar nicht...

Und in einem Punkt bin ich schon mal voll auf deiner Seite. Ich möchte meine Hochsensiblität nicht als Schwäche oder Makel sehen, sondern als eine Gabe und Chance.
Es ist aber auch ein Herausforderung, denn viele Menschen in meiner Umgebung verstehend das nur schwer oder gar nicht. Und sehr leicht wird man dann von diesen in eine Ecke gestellt, wo man gar nicht hingehört. Un die reale Welt nimmt an vielen Stellen auf sensible Menschan leider auch wenig Rücksicht.

Auf jeden Fall hilft es ungemein mit andern Menschen zu kommunizieren, die mit der gleichen Gabe ausgestattet sind. Einfach weil weniger sensible Menschen manches von uns wahrscheinlich gar nicht verstehen können, selbst wenn sie es wollen. Und umgekehrt ist in manchen Dingen sicher ähnlich.
Deshalb finde ich dieses Forum hier sehr wichtig und je mehr sensible (und selbstverständlich auch gern weniger sensible aber ernsthaft interessierte) Menschen sich hier zusammenfinden, umso besser.

sm_06

LG
Moondream

Re: Seid gegrüßt.

BeitragVerfasst: Do 14. Mär 2019, 14:40
von Lampe
Hi Nico,

sei gegrüßt.

Auch wenn Dir das Folgende wohl nicht passt, kann ich mir nicht verkneifen hier und Dir mitzuteilen, dass ich von durch Ärzten gestellten Diagnosen im Sinne der ICD-10 weitaus mehr halte als von der Selbst- oder Fremddiagnose "hochsensibel". Denn bei der Diagnose "hochsensibel" handelt es sich eben nicht um eine ICD-10-Diagnose, sprich: Es gibt keine Krankheit namens Hochsensibilität.

Es handelt sich bei der Hochsensibilität um einen Modetrend. Da möchte der eine oder andere Geld mit verdienen, also Obacht.

Das Label "hochsensibel" klingt für den Betroffenen weitaus sympathischer als eine oder mehrere, von Ärzten festgestellte Krankheiten, und mit dem Lable "hochsensibel" hat der Betroffene eine gute, viel besser klingende Ausrede für seine wahren Krankheiten.

Aber vielleicht kommst Du ja auch noch hinter all das Alles, bei mir hat das ne Weile gedauert (ein paar Monate).

Was ich aber nicht bestreite, ist, dass es Leute gibt, die sensibler sind als andere.

Gruß

Lampe, der Spielverderber (tut mir leid).

Re: Seid gegrüßt.

BeitragVerfasst: Do 14. Mär 2019, 15:05
von Moondream
Hallo nochmal,

zu den Folgenden Punkten würde ich gern noch meine Meinung sagen,

Lampe hat geschrieben: Es gibt keine Krankheit namens Hochsensibilität.

Dem stimme ich ich völlig zu. Hochsensiblität ist keine Krankheit! Es ist eine eigentlich ganz normale psychologische und neurophysiologische Ausprägung. Genauso wie es hochsensible Menschen gibt, gibt es normalsensible und geringsensible.

Deswegen halte ich die englisch Bezeichnung '(High) Sensory Processing Sensitivity' für besser, das sie das Phänomen viel genauer beschreibt. Im Prinzip nehmen Hochsensible eigentlich nur bestimmte Reize/Information viel genauer und intensiver wahr und verarbeiten diese teils auch viel detaillierter und umfassender.

Wer Hochsensibilität als Krankheit sehen will hat da etwas nicht richtig verstanden, denke ich.

Trotzdem kann Hochsensibilität für Betroffene zum Problem werden, denn unsere laute, schnelle und zum Teil sehr oberflächliche Welt kann Menschen mit diesen Eigenschaften schnell überfordern. Das kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Ich bin da aber nicht krank oder gestört, ich bin einfach überfordert/überreizt.

Lampe hat geschrieben:Es handelt sich bei der Hochsensibilität um einen Modetrend. Da möchte der eine oder andere Geld mit verdienen, also Obacht.


Ich sehe das nicht ganz so. Nur weil etwas noch nicht umfassend wissenschaftlich erforscht wurde (weil es zu neu ist oder einfach noch nicht genug Daten erhoben wurden um es mit statistischen Mittlen 'wasserdicht' zu machen), ist es nicht automatisch nur eine Modeerscheinung oder unseriös.

Das es genügend unseriöse Quacksalber im Bereich HS gibt, die die entweder nur auf das schnelle Geld aus sind oder dies als einfachen Weg betrachten um Menschen zu manipulieren ist unbestritten.

Von daher: Kritisch bleiben - ja. Hochsensibilität generell als Modetrend oder unserös abtun - definitiv nein.

LG
Moondream

Re: Seid gegrüßt.

BeitragVerfasst: Do 14. Mär 2019, 21:30
von fee
Hallo Nico,


ich fand deinen letzten Absatz
Nico hat geschrieben:Ich habe für meinen Teil die gesamte Thematik (Hochsensibilität, Hochsenitivität, Scannerdasein, Ambivertiertheit, etc...) als Chance und vor allem positiv empfunden, weshalb mich das Gerede von Krankheit und schlechter Lebensgrundlage erstmal sehr verwundert hat. Ich weiß ja nicht wie ihr das seht (sehr gern würde ich jedoch davon lesen), aber ich habe das Gefühl in der Hochsensitivität und vor ALLEM in der Verknüpfung der Hochsensitiven ein riesen Potenzial erkannt zu haben von dessen Auslebung wir gerade erst am Anfang stehen.

sehr schön.

Darum wünsche ich dir viel Spaß und Freude und und und beim dich und deine Umwelt „neu kennenlernen“ und dafür ganz schöne Erfahrungen _hih_ _flöwer_ elefant2

Herzliche Grüße von der fee

Re: Seid gegrüßt.

BeitragVerfasst: Fr 15. Mär 2019, 06:43
von jules1976
Lampe hat PN von mir.

Re: Seid gegrüßt.

BeitragVerfasst: Fr 15. Mär 2019, 07:31
von Lampe
jules1976 hat geschrieben: Lampe hat PN von mir.


Schreib doch gleich, dass ich ne Verwarnung von Dir bekommen habe, wozu die Geheimhaltung? Du bekommst von mir darauf ne Antwort per PN, aber nicht sofort.

Re: Seid gegrüßt.

BeitragVerfasst: Fr 15. Mär 2019, 09:02
von Nico
@Lampe:

Hallo Lampe, ich verstehe deine Perspektive, jeder ist ja gerne etwas Besonderes und wenn ich meine vermeintlich negativen Seiten plötzlich durch eine Hochfunktion ersetzen kann klingt das natürlich nicht unattraktiv....

Kannst du mir vielleicht erklären wie ich zu solch einem Test komme? Und wodurch bestätigt sich dessen Zuverlässigkeit?

Mit Diagnosen und Psychiatern habe ich schon etwas Erfahrung und ich muss sagen, meine Selbstdiagnosen haben sich im Nachhinein oft mal bewahrheitet, genauso wie die Fremddiagnosen, jedoch habe ich so meine Zweifel, wenn ein Ausgebildeter nach 1, 2 Stunden meinen psychischen Standpunkt erläutern möchte, aber ich bin offen für jeden neuen Hint.

Danke im Voraus.

Re: Seid gegrüßt.

BeitragVerfasst: Sa 16. Mär 2019, 13:43
von Erdbert
Nico hat geschrieben:Mit Diagnosen und Psychiatern habe ich schon etwas Erfahrung und ich muss sagen, meine Selbstdiagnosen haben sich im Nachhinein oft mal bewahrheitet, genauso wie die Fremddiagnosen, jedoch habe ich so meine Zweifel, wenn ein Ausgebildeter nach 1, 2 Stunden meinen psychischen Standpunkt erläutern möchte, aber ich bin offen für jeden neuen Hint.

das macht auch kein einziger fachleut nach 1, 2 stunden. *+*

Re: Seid gegrüßt.

BeitragVerfasst: Sa 16. Mär 2019, 15:31
von Nico
Mhhh ja doch, das machen die meisten, wenn sie sich denn überhaupt so viel zeit nehmen.... Ist nicht nur meine persönliche meinung. Und therapeuten stellen weniger diagnosen, als dass sie therapieren. Und ist hochsensibilität in der schulmedizin nicht ohnehin noch recht unbekannt? Habt ihr vom arzt ausgestellte diagnosen bekommen?