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Re: HS und Depressionen - Umfrage

BeitragVerfasst: So 13. Jan 2019, 21:26
von Corvida
Ich glaube, dass Betroffene stärker mit Depressionen zu tun haben als andere. Ist man doch sensibler und empfindlicher und nimmt negative Stimmungen (auch die, die durch andere provoziert werden) dadurch auch verstärkter wahr. So sehe ich das jedenfalls.

Re: HS und Depressionen - Umfrage

BeitragVerfasst: Mi 16. Jan 2019, 11:33
von neko
Melancholie begleitet mich manchmal, sie belastet mich aber nicht, deshalb habe ich den letzten Punkt angekreuzt. Gerne höre ich auch pathetische und melancholische Musik bestimmer Genres. Akkord- und Intervallraten baut mich eher auf als dass es mich traurig stimmt.

Re: HS und Depressionen - Umfrage

BeitragVerfasst: Mi 6. Mär 2019, 15:07
von Moondream
Ich selbst hatte schon eine längere mittelschwere Depression, ist aber schon einige Jahre her.
Ich sehe das folgendermaßen:
- Zum Einen kommt man da ohne professionelle Hilfe (in meinem Fall 12 Wochen intensive Therapie in einer Tagesklinik plus medikamentöse Folgetherapie über mehrere Jahre) selbst eher nicht wieder raus. Ich habe dort aber gelernt, die meisten Auslöser zu vermeiden/zu managen.
- Rückwirkend betrachtet war meine Sensibilität mit Sicherheit ein begünstigender Faktor, aber sicher nicht die Ursache der Depression. Aber Stress, Überforderung und Reizüberflutung stecken HS eben nicht so gut weg wie 'normale' Menschen (den Begriff 'normaler Mensch' mag ich eigentlich nicht, aber passt hier wohl ganz gut), und eben das war der (Haupt-) Auslöser meiner Depression.

Re: HS und Depressionen - Umfrage

BeitragVerfasst: So 10. Mär 2019, 13:22
von Eisvogel
Moondream schreibt:
- Rückwirkend betrachtet war meine Sensibilität mit Sicherheit ein begünstigender Faktor, aber sicher nicht die Ursache der Depression. Aber Stress, Überforderung und Reizüberflutung stecken HS eben nicht so gut weg wie 'normale' Menschen (den Begriff 'normaler Mensch' mag ich eigentlich nicht, aber passt hier wohl ganz gut), und eben das war der (Haupt-) Auslöser meiner Depression.

Eine kleine Verständnisfrage.
Wie kommst du darauf, dass HSP Stress, Überforderung und Reizüberflutung nicht gut wegstecken? Ich habe jahrelang in einer Bookingagentur gearbeitet und die hochsensiblen Künstler sind durch Stress und viele Termine erst zu Höchstform aufgelaufen. In der Freizeit wurde sich entsprechend und gezielt geschont. Mit Depressionen kann man diese Berufe gar nicht ausüben.

Re: HS und Depressionen - Umfrage

BeitragVerfasst: So 10. Mär 2019, 13:43
von Velvet
Eisvogel hat geschrieben:... Ich habe jahrelang in einer Bookingagentur gearbeitet und die hochsensiblen Künstler sind durch Stress und viele Termine erst zu Höchstform aufgelaufen. In der Freizeit wurde sich entsprechend und gezielt geschont. Mit Depressionen kann man diese Berufe gar nicht ausüben.


Mit Depressionen vielleicht nicht, aber mit NPS z.B. ist man für solche Künstlerberufe oftmals bestens geeignet, trotz Sensibilität.

Re: HS und Depressionen - Umfrage

BeitragVerfasst: So 10. Mär 2019, 21:10
von jules1976
Eisvogel hat geschrieben:Moondream schreibt:
- Rückwirkend betrachtet war meine Sensibilität mit Sicherheit ein begünstigender Faktor, aber sicher nicht die Ursache der Depression. Aber Stress, Überforderung und Reizüberflutung stecken HS eben nicht so gut weg wie 'normale' Menschen (den Begriff 'normaler Mensch' mag ich eigentlich nicht, aber passt hier wohl ganz gut), und eben das war der (Haupt-) Auslöser meiner Depression.

Eine kleine Verständnisfrage.
Wie kommst du darauf, dass HSP Stress, Überforderung und Reizüberflutung nicht gut wegstecken? Ich habe jahrelang in einer Bookingagentur gearbeitet und die hochsensiblen Künstler sind durch Stress und viele Termine erst zu Höchstform aufgelaufen. In der Freizeit wurde sich entsprechend und gezielt geschont. Mit Depressionen kann man diese Berufe gar nicht ausüben.


.... Genau- deswegen ist die Selbstmordrate ( Alkohol- u. Drogensucht)bei Künstlern auch so gering.... ( Sarkasmus aus)

Re: HS und Depressionen - Umfrage

BeitragVerfasst: Mo 11. Mär 2019, 07:34
von Moondream
Eisvogel hat geschrieben:Moondream schreibt:

Eine kleine Verständnisfrage.
Wie kommst du darauf, dass HSP Stress, Überforderung und Reizüberflutung nicht gut wegstecken? Ich habe jahrelang in einer Bookingagentur gearbeitet und die hochsensiblen Künstler sind durch Stress und viele Termine erst zu Höchstform aufgelaufen. In der Freizeit wurde sich entsprechend und gezielt geschont. Mit Depressionen kann man diese Berufe gar nicht ausüben.


Ganz einfach. Zum einen ist Hochsensibilität ein sehr weites Feld, sie kommt in unzählichen Ausprägungen und Faccetten vor. Und wenn ich mal davon ausgehe, dass ich HSP bin (da bin ich mir mittlerweile ziemlich sicher), dann kann ich dazu nur sagen das ich da unter Stress und Druck zeitweilig durchaus auch zu Höchstform auflaufen konnte. Ich war aber auch viel schneller und intensiver ausgelaugt als andere und der Zusammenbruch kam dann sehr plötzlich und heftig.

Abgesehen davon war ich mir zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht bewusst, das ich ein HSP sein könnte und habe mich selbst auch immer wieder angetrieben, weil ich genau so cool, stark und leitungsfähig sein wollte wie die anderen. Die Folgen waren entsprechend...

LG
Moondream

Re: HS und Depressionen - Umfrage

BeitragVerfasst: Fr 29. Mär 2019, 07:29
von EireenFox
Eine richtige Depression hatte ich noch nicht, wohl aber eine depressive Phase, die dann aber nach ein paar Wochen wieder ging.

Womit ich zu kämpfen habe ist, dass mich traurig macht, wenn ich sehe, wie man als Menschen teilweise miteinander umgeht, wie man sich gegenseitig quält. Oder auch wenn ich Berichte über Tiere sehe, die gemein behandelt werden. Es bricht mir das Herz und ich muss dann weinen. Ich versetze mich in die Lage des Menschen oder Tieres und frage mich, was das Lebewesen denkt und fühlt und ich selber fühle Schmerz.

Früher habe ich oft den Satz gehört, dass ich "traurige Augen" hätte (obwohl ich nicht traurig war in den Momenten).

Im Gegenzug dazu hatte ich vor sehr langer Zeit mal einen manisch depressiven Freund. Das ist nochmal ein ganz anderes Ding. Er musste auch Medikamente nehmen, aber war nicht in der Lage seine Wohnung sauber zu halten, geschweige denn einer Arbeit nachzugehen. Es war für ihn eine nicht zu bewältigende Aufgabe und er war meist sehr müde. Und in manischen Phasen ist er völlig ausgeflippt.
Was er heute macht weiß ich nicht. Er hat sich damals von mir getrennt, da er zu krank war und er meinte, dass er mich damit kaputt macht.

Re: HS und Depressionen - Umfrage

BeitragVerfasst: Do 4. Apr 2019, 18:57
von Der Koala
Ich habe seit ca 8 Jahren schwere Depressionen, hab aber 'in Therapie' angeklickt

Als meine Eltern sich getrennt haben (Ich war 13), ging es in etwa los. Ich hatte nicht das Gefühl, dass es mich damals sehr belastet hat, aber irgendwas war da wohl doch.
Keine Ahnung wie ich die Jahre ohne Behandlung überlebt habe. Erst mit 18 hab ich mich zum Arzt getraut.
Jetzt bin ich seit fast 4 Jahren in Therapie und es geht mir wieder besser.

Ob das was mit der HS zu tun hat, weiß ich nicht. Aber die Trennung hat mich stärker belastet als meine Schwester...