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HS und Kontinuität (& Umfrage)

BeitragVerfasst: So 9. Dez 2012, 11:54
von ja
Hallo ihr lieben forumianer!


Wie haltet ihr es mit der Kontinuität? ist sie euch ein Bedürfnis?
Gerade denke ich vermehrt über den Zusammenhang von kontinuität und Mensch sein mit hs nach.

- Auch in der bemühung langsam mal für mich selbst ein bild davon zu bekommen wo verläuft der weg zwischen mensch mit psychischen auffälligkeiten sein und mensch sein mit hs (und eventuellen psychischen auffälligkeiten, wegen unguter gesellschaftsstrukturen).


Grübbelnde schnee grüsse,
ja.

Re: HS und Kontinuität (& Umfrage)

BeitragVerfasst: So 9. Dez 2012, 13:11
von sweetchili
hallo ja,

meinst du mit kontinuität z.b. einen geregelten tagesablauf oder fixpunkte unter der woche?
oder menschen, die man z.b. kontinuierlich trifft?
quasi: sicherheit?

oder meinst du da was anderes? :)

lg
sweetchili

Re: HS und Kontinuität (& Umfrage)

BeitragVerfasst: So 9. Dez 2012, 13:44
von ja
Hallo,

gute frage sweetchili!!!
Ich glaube ich meine das alles _grinsevil_
Also ich würde sagen die kontinuität ist die grundlage von dem allem.

Kontinuität würde ich als fundamenteigenschaft definieren. Um stabil dinge gestalten zu können bedarf es ihr, gerade der anteil an der ihr innewohnenden langfristigkeit und auch der verantwortung könnte sie für menschen mit hs notwendig machen!
Darauf wäre es dann z.b. möglich spontanes handeln auf zu bauen (man kann dann ja immer auf das fundament zurückgreifen.


In der abgrenzung zu den menschen mit psychischen problemen, welche z.b. hier im forum auftauchen ihre begeisterung und meinungen allen überstülpen und dann genauso schnell wieder weg sind – und zwar nachhaltig.


Soweit erstmal,
ja.

Re: HS und Kontinuität (& Umfrage)

BeitragVerfasst: So 9. Dez 2012, 14:10
von Serenity
Ohne geht nicht. Ich brauche das als Ruhepol sozusagen. Gelegentlich aber muss ich auch mal "ausbrechen" und brauche Veränderung. Aber das muss von innen kommen. Aufzwingen kann ich mir das nicht, bzw. bringt mich das dann aus der Fassung und erzeugt Stress.

Re: HS und Kontinuität (& Umfrage)

BeitragVerfasst: So 9. Dez 2012, 14:29
von WhiteDevil
Serenity hat geschrieben:Ohne geht nicht. Ich brauche das als Ruhepol sozusagen. Gelegentlich aber muss ich auch mal "ausbrechen" und brauche Veränderung. Aber das muss von innen kommen. Aufzwingen kann ich mir das nicht, bzw. bringt mich das dann aus der Fassung und erzeugt Stress.


Könnte von mir sein.

Re: HS und Kontinuität (& Umfrage)

BeitragVerfasst: So 9. Dez 2012, 15:03
von Himmelslilie
Serenity hat geschrieben:Ohne geht nicht. Ich brauche das als Ruhepol sozusagen. Gelegentlich aber muss ich auch mal "ausbrechen" und brauche Veränderung. Aber das muss von innen kommen. Aufzwingen kann ich mir das nicht, bzw. bringt mich das dann aus der Fassung und erzeugt Stress.


Ja, ganz genau so ist es bei mir auch! Kontinuität übersetze ich für mich als regelmäßig/gewohnheitsmäßig. Um entspannt zu sein benötige ich diese gewohnheitsmäßigen Dinge. Ab und an habe ich aber auch mal Lust, etwas Neues auszuprobieren oder etwas mal ganz anders zu machen. Wann, wie, wo, etc. möchte ich selbst entscheiden und nicht vorgeschrieben bekommen. Und wenn ich es dann "geschafft" habe, aus freien Stücken, erzeugt das Zufriedenheit mit mir.

Re: HS und Kontinuität (& Umfrage)

BeitragVerfasst: So 9. Dez 2012, 15:48
von sweetchili
Ich find das voll spannend die Frage. Weil genau das habe ich mir erst in der Früh gestellt, bevor ich rein geschaut habe.

Serenity hat geschrieben:Ohne geht nicht. Ich brauche das als Ruhepol sozusagen. Gelegentlich aber muss ich auch mal "ausbrechen" und brauche Veränderung. Aber das muss von innen kommen. Aufzwingen kann ich mir das nicht, bzw. bringt mich das dann aus der Fassung und erzeugt Stress.

dem stimme ich zu!

Ich brauche eine gewisse Kontinuität. Sie gibt mir Sicherheit. Und die Sicherheit brauch ich derzeit einfach total in meinem Leben, weil ich das Gefühl habe, alles ist so unsicher "da draußen".
Und manchmal hab ich dann das Bedürfnis, was ganz Spontanes machen zu müssen. Weil nur Kontinuität erzeugt dann irgendwann Langeweile, aber auch Angst, weil ich mich dann nur im Kreis drehe. Und da das Richtige Ausmaß an Kontinuität in Abwechslung mit Spontaneität zu finden, das ist das Schwierige für mich.
Und dann vielleicht auch noch in der Kontinuität, die man so hat (sei es die Arbeit, das Studieren oder Sonstiges), noch etwas "Sinnvolles" zu finden, weil ich mich sonst so "unnütz" fühle... da befinde ich mich gerade, am Herausfinden. :)

Re: HS und Kontinuität (& Umfrage)

BeitragVerfasst: So 9. Dez 2012, 16:31
von Serenity
Es ist so schön endlich auch mal verstanden zu werden!!!

Re: HS und Kontinuität (& Umfrage)

BeitragVerfasst: So 9. Dez 2012, 16:33
von herbst
ja hat geschrieben:Kontinuität würde ich als fundamenteigenschaft definieren. Um stabil dinge gestalten zu können bedarf es ihr, gerade der anteil an der ihr innewohnenden langfristigkeit und auch der verantwortung könnte sie für menschen mit hs notwendig machen!
Darauf wäre es dann z.b. möglich spontanes handeln auf zu bauen (man kann dann ja immer auf das fundament zurückgreifen.


Hallo zusammen

Ja, ich benötige diese Kontinuität wie du sie nennst auch. Ich verstehe darunter eine Art Urvertrauen. Wenn ich dieses Urvertrauen haben, dann komme ich mit den Wogen des Lebens gut klar, egal wie unwirtlich die aktuelle Wetterlage gerade ist.

Ich persönlich schöpfe dieses Urvertrauen vor allem aus dem Glauben. Wichtig ist für mich auch das Musik machen, Singen und Klavierspielen. Weiter sind für mich Spaziergänge durch die Natur, dem Fluss entlang u.s.w. wichtig.

Herzliche Grüsse, Herbstfrau _J(_

Re: HS und Kontinuität (& Umfrage)

BeitragVerfasst: So 9. Dez 2012, 16:40
von herzblut
Hallo ja und ihr anderen,

Kontinuität halte ich für sehr wichtig - nicht nur in der Gestaltung meines Lebens.

Kontinuität bedeutet für mich Beständigkeit, Treue, Konsequenz und nicht zueletzt Logik - fallen diese Atribute weg,
haben wir eine Art Anarchie - ganz à la "was interessiert mich mein Geschwätz von Gestern", "nach mir die Sintflut" etc.

als sozial integriertes Wesen - nicht zwingend nur Menschen, denke ich da na meine Hundis, geht nichts ohne Kontinuität.

Dabei möchte ich aber dringend von Sturheit und Eindimensionalität unterscheiden - sich selbst immer treu zu bleiben bei Entschlüssen, die man einmal gefasst hat, ist keine Kontinuität, sondern meiner Meinung nach Stillstand, der zu Rückschritt führen muss.

Ein Lebenslanges kontinuierliches Lernen, das scheint mir am erstrebenswertesten.

da allerdings - leider - die meisten Menschen, mir denen ich so in meinem Leben zu tun hatten, aus falsch verstandenem Selbstbewusstsein irgendwann der Selbsttäuschung unterliegen,( was aber gesellschaftlich immer noch gut funktioniert, wenn man die Spielregeln beherrscht) sich Wege oftmals dann scheiden wenn man diese Leute an die Kontinuität und Konsequenz dessen was sie fordern und von sich behaupten abgleicht mit dem, was sie w i r k l i c h tun.

Als Beispiel - ich rauche nicht mehr, seit 4 jahren - jedoch habe ich nie, nie, nie in meiner Raucherzeit rumgeeirt dass ich gern aufhören würde ( sprich anderen Menschen Energie abgezogen, um mich selbst zu täuschen) - am Tag, als ich nicht mehr wollte, habe ich aufgehört - hat dann ca. 3 Monate gedauert, in denen ich noch 3 bis 4 Einzelzigaretten aus Frust rauchen wollte - aber die Tat hat sich dann schnell durch ekligen Geschmack in Wohlgefallen aufgelöst. Weil ich bewusst war, dass ich nicht mehr möchte.

nun bin ich NR und dabei keineswegs militant, bei mir dürfen Freunde selbstverständlich im Wohnzimmer eine rauchen - wenn sie das möchten ( nicht Kette, ist klar icon_winkle ) niemals würde ich irgendwem meine Erkenntnis aufzwängen.

das bedeutet für mich Kontinuität zu mir selbst, meinem Gefühl und Verstand.

Sprichwort:
„Die Geradheit wird am ersten krumm genommen.“


Ich sag es direkt, mit der Haltung hat man wenig Freunde und wenn, dann nicht lange. Aber ein downgrade ist mir leider nicht möglich.

Lg, herzblut