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in neuen Lebensphasen "spüren" können

BeitragVerfasst: Mo 21. Apr 2014, 12:57
von SolidGold
Hallo liebes Forum,
ich bin seit geraumer Zeit stille Mitleserin und habe da mal eine Frage, die mich sehr beschäftigt.

Momentan bin ich in einer neuen Lebensphase (Trennung, neue Wohnung, neue Arbeit,Ausbildung abgeschlossen)
und irgendwie löst das gerade sehr viel innere Anspannung aus, kann nachts nicht länger als 2 h am Stueck schlafen und habe Phasen wo ich mich sehr einsam und ueberfordert fuehl, obwohl Menschen um mich herum da sind die mir Halt geben. Irgendwie ist es grad schwer mich zu spueren, also was ich eigentlich will und warumnich gerade traurig bin. Die vielen Eindruecke von aussen erzeugen sowas wie eine Leere in mir. Ich bin nicht depressiv und eigentlich gluecklich mit meinem neuen Leben, nur diese Anspannung macht mir Sorgen. Wie erlebt ihr neue Lebensabschnitte? Habt ihr dann auch wenig Zugang zu euren Beduerfnissen? Was mag der Grund sein?
Lg solidgold

Re: in neuen Lebensphasen "spüren" können

BeitragVerfasst: Mo 21. Apr 2014, 13:06
von MemoryPlanet
Hallo SolidGold,

was du da beschreibst, kommt mir unglaublich bekannt vor.
In neuen Lebensabschnitten fühle ich mich immer sehr schnell... "ausgesaugt". Ich kann kaum schlafen, nicht essen, weine sehr viel und meide Menschen.
Ein neuer Lebensabschnitt bedeutet auch immer neue Eindrücke, die man erst einmal verarbeiten muss. Dafür sollte man sich Zeit nehmen, auch wenn es manchmal sehr schwer fällt.
Was mir unglaublich geholfen hat, die letzte gravierende Veränderung zu verdauen waren, trotz dessen ich mich sehr zurück gezogen hatte, Menschen die mich zum lachen bringen konnten.
Wenn ich jetzt mal von mir ausgehe, würde ich raten: Versuche dich zu entspannen, widme dich einem Hobby das dich zufrieden stellt, gönn dir regelmäßig einen schönen Tag mit Faulenzen oder schönen Unternehmungen.
Einfach eine schöne Kleinigkeit, die diese Leere ein wenig füllen kann und erwarte nicht zu viel von dir selbst.
Bei mir hat dieses Gefühl beinahe ein ganzes Jahr lang angedauert und ließ erst nach, als ich lansgam aufhören konnte, darüber nachzugrübeln.

Re: in neuen Lebensphasen "spüren" können

BeitragVerfasst: Mo 21. Apr 2014, 19:44
von SolidGold
Danke für die bestärkenden Worte :-) das mit dem Tag zum Entspannen tut mir auch meistens sehr gut. Und ja das mit dem zu viel erwarten und schnell Verbesserungen der Stimmung herbeisehnen, das ist schon noch eine Baustelle aber ich finde es gut dass ich hier mit meinen Erfahrungen nicht alleine bin:-)

Re: in neuen Lebensphasen "spüren" können

BeitragVerfasst: Di 22. Apr 2014, 11:16
von MemoryPlanet
Freut mich, wenn ich dich bestärken konnte.
Auch schön ist es ab und zu, einen Tag lang einfach mal zu "versumpfen". Ich lasse dann die Rollos runter, weigere mich, was anderes als meinen Schlafanzug zu tragen, futter ungesündestes Zeug in mich rein und widme mich ganz meiner Melancholie. Am nächsten Morgen gehe ich dieses "Ekelgefühl" dann abwaschen und fühle mich besser. Man brauch also auch nicht krampfhaft versuchen, den Kopf oben zu halten. Das ermüdet auf Dauer nur.
Ich bin selber noch ganz frisch in diesem Forum und muss sagen, ich finde es absolut wundervoll, dass sich hier zu allem, was mich bewegt Leute finden, denen es genau so oder zumindest ähnlich geht.

Re: in neuen Lebensphasen "spüren" können

BeitragVerfasst: Mi 23. Apr 2014, 06:55
von TinaL.
Ich kann dich auch sehr gut verstehen. Nach 20 Jahren Ehe, lebe ich seit einigen Jahren alleine. Obwohl ich froh darüber bin, empfinde ich es (auch nach Jahren!) immer noch als neu. Es gab Phasen, in denen ich tagelang überhaupt nicht schlafen konnte und auch andere Stress-Symptome hatte.
Inzwischen geht es mir ganz gut, aber wenn ich nicht genug Ruhe habe, bin ich schnell wieder überstimuliert und unruhig.

Gönne dir so viel Ruhe und Erholung wie möglich. Vielleicht kannst du einige Tage Urlaub nehmen oder dich evtl. krank schreiben lassen. Wenn du erstmal wieder schlafen kannst, fühlst du dich gleich viel besser und stärker.

Alles Gute
Tina